Aspekte des Entwurfs und der Implementierung service-orientierter Architekturen am Beispiel von Portal-Systemen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Kohne
- Abgabedatum: Mai 2006
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 2,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- Bibliografie: ca. 77
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0078-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0078-1 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0078-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kohne, Jens Mai 2006: Aspekte des Entwurfs und der Implementierung service-orientierter Architekturen am Beispiel von Portal-Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: SOA, Wirtschaftsinformatik, Unternehmensportal, Web Service, SAP
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Diplomarbeit von Jens Kohne
Einleitung:
Ein zurzeit aktuelles Thema im Bereich der Informationstechnologie sind die so genannten service-orientierten Architekturen (SOA). Viele Firmen beschäftigen sich aktuell mit Serviceorientierung und prüfen, ob die Einführung einer solchen Architektur einen Mehrwert für das Unternehmen bringen kann.
Diese Arbeit analysiert das Konzept service-orientierter Architekturen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbindung und den daraus resultierenden Vorteilen dieser Architektur im Zusammenhang mit Unternehmensportalen. Zusätzlich zu der Analyse von service-orientierten Architekturen und Unternehmensportalen wird im Anschluss an diese theoretischen Betrachtungen die Umsetzung eines Portal-Protypen in einem Unternehmen beschrieben. Damit ergeben sich für die Arbeit drei elementare Themenbereiche: service-orientierte Architekturen, Unternehmensportale und konkrete Realisierung eines Portal-Prototypen für die Collogia AG.
Das grundlegende Konzept service-orientierter Architekturen liegt darin, über einheitliche Schnittstellen ausgewählte Funktionen oder Daten bereitzustellen. Eine Komponente der Architektur, die dieses leisten kann, wird dabei als Service bezeichnet. Auf diese Weise können komplexe, zusammenhängende heterogene Anwendungen erstellt und verknüpft werden. Das verwendete Prinzip service-orientierter Architekturen ist dabei nicht neu.
Verteilte Anwendungen auf heterogener Basis können beispielsweise ebenfalls durch CORBA realisiert werden. Bei CORBA spricht man in diesem Zusammenhang von definierten Diensten und Protokollen. Daher ist lediglich der Begriff des Services relativ neu, die grundlegende (technische) Idee allerdings nicht. Somit können service-orientierte Architekturen durchaus als eine Weiterentwicklung des CORBA-Prinzips gesehen werden. Das erste Auftreten des Begriffes service-orientierter Strukturen ist dabei auf Hewlett-Packard zurückzuführen. HP wollte 1999 mit e-Speak eine Plattform für das Web schaffen, auf der Daten und Funktionalitäten als Service zur Verfügung gestellt werden können. Das Produkt fand allerdings keine Akzeptanz am Markt. Das e-Speak Projekt scheiterte, aber der Begriff service-orientierter Architekturen war damit geboren.
Heute werden service-orientierte Architekturen, kurz SOA genannt, von einigen Experten als „Hype“ bezeichnet. Sie rechnen nicht damit, dass sich solche Architekturen durchsetzen werden und somit bald vom Softwaremarkt verschwinden. Entgegengesetzte Ansichten sehen in SOA eine Revolution, um IT-Architekturen neu und flexibel zu gestalten.
Diese Diplomarbeit macht es sich zur Aufgabe, die Aspekte service-orientierter Architekturen zu analysieren. Im Vordergrund stehen, nach einer generellen Betrachtung service-orientierter Architekturen, die Verbindung und der daraus resultierende Mehrwert dieser Architekturen mit prozessorientierten Unternehmensportalen.
Kapitel 2 beinhaltet eine umfassende Analyse service-orientierter Architekturen. Dabei wird der Begriff zunächst in den Kontext allgemeiner IT-Architekturen eingeordnet. Danach werden service-orientierte Architekturen definiert und ihre wesentlichen Merkmale und Ziele vorgestellt. Es wird aufgezeigt, dass die verwendeten Prinzipien nicht völlig neu sind, allerdings einen entscheidenden Mehrwert im Gegensatz zu bisherigen Architekturen leisten können. Nach der Analyse des generellen Konzepts werden Möglichkeiten zur Implementierung serviceorientierter Architekturen vorgestellt. Zum Abschluss dieses Kapitels werden weiterführende Aspekte behandelt. Dazu zählen unter anderem die strategische Einführung service-orientierter Architekturen und die Verbindung von service-orientierten Architekturen mit Geschäftsprozessmodellierungssprachen.
Kapitel 3 analysiert anschließend die Thematik der Unternehmensportale. In diesem Kapitel wird ebenfalls zunächst der Portal-Begriff eingeordnet, um anschließend aufzuzeigen, wie man Portale kategorisieren kann. Der Fokus liegt dabei auf prozessorientierten Unternehmensportalen. Diese werden definiert, anschließend werden die Vorteile und Kernelemente eines prozessorientierten Unternehmensportals vorgestellt. Am Ende des dritten Kapitels werden dann beide Themenkomplexe miteinander verknüpft. Diese Verknüpfung stellt den eigentlichen Mehrwert der vorliegenden Diplomarbeit dar. Nach einer separaten Betrachtung beider Themenkomplexe wird die Verbindung zwischen service-orientierten Architekturen und prozessorientierten Unternehmensportalen aufgezeigt. Abschließend wird der Vorteil analysiert, den Unternehmen aus einer solchen Verbindung für sich nutzen können.
In dem nachfolgenden Kapitel 4 werden dann, aufbauend auf dem vermittelten theoretischen Wissen der Kapitel 2 und 3, ausgewählte Funktionen eines Unternehmensportals in Form eines Portal-Prototypen für die Collogia AG realisiert. Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Teil der Diplomarbeit und dient zur Veranschaulichung der in Kapitel 3 beschriebenen Aspekte eines Unternehmensportals.
Das abschließende Kapitel 5 fasst die Arbeit aus den vorangegangenen Kapiteln noch einmal zusammen. Neben einem Fazit der vorliegenden Arbeit wird ebenfalls ein Blick auf die Zukunft service-orientierter Architekturen geworfen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Service-orientierte Architekturen | 3 |
| 2.1 | Einordnung des Architekturbegriffes | 3 |
| 2.2 | Definition einer Software-Architektur | 4 |
| 2.3 | Ziele einer Software-Architektur | 5 |
| 2.4 | Grundlagen service-orientierter Architekturen | 6 |
| 2.4.1 | Einführung | 6 |
| 2.4.2 | Begriffsabgrenzung | 9 |
| 2.4.3 | Der Anspruch an SOA - Definition und Ziele | 12 |
| 2.5 | Die Implementierung service-orientierter Architekturen | 13 |
| 2.5.1 | SOAP | 15 |
| 2.5.2 | Web Service Description Language (WSDL) | 16 |
| 2.5.3 | Universal Description, Discovery and Integration (UDDI) | 18 |
| 2.6 | Weiterführende Aspekte service-orientierter Architekturen | 20 |
| 2.6.1 | Top-Down Ansatz | 20 |
| 2.6.2 | Granularität | 21 |
| 2.6.3 | Umsetzung von Geschäftsprozessen in SOA | 23 |
| 2.6.3.1 | Business Process Execution Language (BPEL) | 26 |
| 3. | Unternehmensportale | 29 |
| 3.1 | Historische Entwicklung und Begriffsabgrenzung | 29 |
| 3.2 | Klassifizierung von Portalen | 31 |
| 3.2.1 | Offene und geschlossene Portale | 31 |
| 3.2.2 | Horizontale und Vertikale Portale | 32 |
| 3.3 | Analyse von Unternehmensportalen | 35 |
| 3.3.1 | Definition eines Unternehmensportals | 35 |
| 3.3.2 | Motivation für die Einführung eines Unternehmensportals | 36 |
| 3.3.2.1 | Kooperation | 37 |
| 3.3.2.2 | Unterstützung der Unternehmensstrategie | 39 |
| 3.3.2.3 | Motivation der Mitarbeiter | 41 |
| 3.3.3 | Kernelemente eines Unternehmensportals | 42 |
| 3.3.3.1 | Personalisierung und Benutzerverwaltung | 42 |
| 3.3.3.2 | Single Sign On | 44 |
| 3.3.3.3 | Kommunikation und Collaboration | 45 |
| 3.3.3.4 | Workflow Management | 46 |
| 3.3.3.5 | Wissensmanagement | 47 |
| 3.3.4 | Integration | 48 |
| 3.3.4.1 | Datenintegration | 48 |
| 3.3.4.2 | Systemintegration | 49 |
| 3.3.4.3 | Prozessintegration | 50 |
| 3.4 | Die Bedeutung des Portals im Rahmen SOA | 51 |
| 3.4.1 | Standards für Portalimplementierungen | 52 |
| 3.4.2 | Portallösungen im SOA-Umfeld | 53 |
| 4. | Entwurf und Implementierung eines Portal-Prototypen | 54 |
| 4.1 | Einführung und Überblick in die SOA-Strategie der SAP AG | 54 |
| 4.1.1 | SAP Architektur Überblick | 55 |
| 4.1.2 | Architektur des SAP Enterprise Portals | 57 |
| 4.2 | Überblick über die Systemlandschaft | 61 |
| 4.2.1 | Einführung | 61 |
| 4.2.2 | Betrachtung der einzelnen Komponenten | 61 |
| 4.2.2.1 | Infrastruktur der Systemlandschaft | 62 |
| 4.2.2.2 | Portal-Server | 63 |
| 4.2.2.3 | Supplier Relationship Management System | 64 |
| 4.2.3 | Fachliche Struktur des Unternehmensportals | 64 |
| 4.3 | Abgrenzung Produktivportal vs. Prototypenimplementierung | 70 |
| 4.4 | Vorteile für das Unternehmen durch die Portaleinführung | 72 |
| 4.5 | Anwendungsintegration im Unternehmensportal | 76 |
| 4.5.1 | Integration eines SAP Backend-Systems | 77 |
| 4.5.1.1 | Aufgabenbeschreibung | 77 |
| 4.5.1.2 | Vorgehensweise | 78 |
| 4.5.1.3 | Aktivierung von Single Sign On (SSO) | 83 |
| 4.5.1.3.1 | SAP Logon Tickets | 84 |
| 4.5.2 | Web Service Integration am Beispiel von google.de | 86 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 89 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 92 |
| 7. | Anhang | 100 |
| A. | SOAP und WSDL Beispiele | 100 |
| B. | Java Beispiele | 102 |
| C. | Screenshots aus dem Unternehmensportal der Collogia AG | 105 |
Textprobe:
Kapitel 3.3.2.1, Kooperation: Die erfolgreiche Kooperation (engl. collaboration) eines Teams, einer Abteilung oder eines gesamten Unternehmens ist ausschlaggebend für den jeweiligen Projekterfolg. Kooperation ist eine notwendige Basis für IT-Projekte und lässt sich generell in zwei Bereiche aufteilen. Auf der einen Seite die zwischenmenschliche Kommunikation untereinander, auf der anderen Seite Gegenstand und Art der Kooperation. Darunter fallen Kommunikationskanäle, Wissensmanagement, Dokumentenverwaltung und Versionierung, gemeinsame Bearbeitung von Dateien und allen anderen projektbezogenen Objekten, die im Team bearbeitet werden müssen. Um diesen zweiten Aspekt der Kooperation in einem Projekt zu regeln, wird für die tägliche Arbeit Software eingesetzt.
Folgende Aufgaben sollten von dieser Software abgedeckt werden können: Informationsaustausch zwischen den Projektbeteiligten, verteiltes Arbeiten ohne räumliche Gebundenheit ermöglichen, Dokumentenmanagement (z.B. Änderungsverfolgung der Dokumente, Dokumentenversionierung), Wissensmanagement.
Für alle diese genannten Aufgaben gibt es zwar Standardlösungen auf dem Softwaremarkt, diese sind aber meistens nicht zu kombinieren. Wirklich deutlich wird diese Problematik, wenn Abteilungen zusammengelegt werden, oder Firmen fusionieren. Meistens wird erst dann das Problem von Insellösungen offensichtlich und es besteht das Problem der Integration von Anwendungskomponenten. Ein einfaches Beispiel ist bereits die Verwendung zwei unterschiedlicher Email Systeme. Falls diese Systeme nicht kompatibel sind, ist es nicht möglich, Verteilerlisten übergreifend und einheitlich zu definieren. In jedem System müssten die Listen einzeln gepflegt werden.
Eine mögliche Folge sind Informationsverluste oder die Fehlleitung von Informationen. Ein anderer Punkt ist die Problematik des Dokumentenmanagements. Aus verschiedenen Gründen heraus gibt es unterschiedliche Ablagen für Dokumente. Dies kann historisch bedingt sein oder auch aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder der fehlenden Absprache heraus. Die Suche nach den richtigen Informationen wird dadurch unnötig erschwert. Ein gemeinsames Unternehmensportal deckt diese Schwächen der Kooperation ab.
Das Portal bietet einen Single Point of Entry für alle beteiligten Personen. Es ermöglicht einen rollenbasierten Zugriff auf die benötigten Informationen. Dadurch werden unnötige Informationen für den entsprechenden Anwender direkt ausgeblendet. Die Informationen, die er in „seinem“ Portal bekommt, sind auf ihn persönlich zugeschnitten. Damit kann die Informationssuche zwar nicht komplett ersetzt werden, aber sie wird auf einen relevanten Suchbereich für den jeweiligen Benutzer eingeschränkt.
Zudem verfügt ein Portal bei der Arbeit mit Dokumenten über ein integriertes Versionsmanagement. Somit können ohne zusätzlichen Aufwand Versionen von Dokumenten verwaltet werden. Alle Benutzer haben stets die aktuelle Version der benötigten Dokumente im Zugriff. Der Speicherort der jeweiligen Dateien ist dabei unerheblich. Weitere Vorteile sind integrierte Email- und Kalenderfunktionen. Die Problematik bei verschiedenen Email Systemen wurde weiter oben bereits erläutert. Durch die Integration der Email-Komponente hat jeder Portalbenutzer alle aktuellen Adressen und Mailinglisten im Zugriff. Die Pflege dieser Daten kann vom Administrator zentral im Portal vorgenommen werden.
Ein öffentlicher Kalender im Portal erleichtert die Zusammenarbeit durch einfache Termin- und Konferenzplanung. Wird das Portal nicht nur im Intranet des Unternehmens genutzt, sondern auch im Extranet den Lieferanten und Kunden zur Verfügung gestellt, zeigt sich noch ein weiterer, wichtiger Vorteil. Durch die Standardtechnologien, auf denen heutige Portale aufbauen (vgl. Kapitel 3.3.3.2), ist der externe Zugriff von außen auf ein Portal sicher implementiert. Daten und Dokumente können so ohne zusätzlichen Aufwand externen Benutzern zur Verfügung gestellt werden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836600781
Arbeit zitieren:
Kohne, Jens Mai 2006: Aspekte des Entwurfs und der Implementierung service-orientierter Architekturen am Beispiel von Portal-Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag
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SOA, Wirtschaftsinformatik, Unternehmensportal, Web Service, SAP



