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Aspekte zur Entwicklung einer Schnellprüfmethode zum Nachweis der Alkali-Kieselsäure-Reaktion an Betonen

Aspekte zur Entwicklung einer Schnellprüfmethode zum Nachweis der Alkali-Kieselsäure-Reaktion an Betonen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Axel Mühlenbruch
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 207 Seiten
  • Dateigröße: 13,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7718-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7718-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7718-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mühlenbruch, Axel Januar 2004: Aspekte zur Entwicklung einer Schnellprüfmethode zum Nachweis der Alkali-Kieselsäure-Reaktion an Betonen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nebelkammer, Fluoreszenz, Mörtelprisma, Betonwürfel, Literatursichtung

Diplomarbeit von Axel Mühlenbruch

Einleitung:

Bei der Alkali-Kieselsäure-Reaktion im Beton handelt es sich um eine Reaktion zwischen der reaktiven Kieselsäure in den Zuschlägen und den in der Porenlösung gelösten Alkalien. Bei ungünstigen Bedingungen kommt es zu einer Volumenzunahme im Umfeld der reaktiven Zuschlagskörner. Daraus resultieren dann Schäden wie Risse, Abplatzungen (pop-outs) und Ausblühungen. Die Verhinderung dieser Schäden ist für die Gewährleistung der Dauerbeständigkeit von Betonkonstruktionen von entscheidender Bedeutung.

STANTON berichtete zum ersten Mal über Treibschäden an Betonkonstruktionen als Folge einer chemischen Reaktion zwischen alkalireichen Zementen und den angewendeten Zuschlägen. Zur Bezeichnung dieser Schadensreaktion hat sich daraufhin der Begriff Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR) durchgesetzt.

Eine besondere Problematik dieser Schadstoffreaktion besteht darin, dass die Schäden in vielen Ländern nicht rechtzeitig erkannt wurden. Noch 1965 war man in der BRD der Auffassung, dass Betonschäden infolge Alkali-Kieselsäure-Reaktion unter den hiesigen Bedingungen nicht auftreten können. Nachdem die 1965/66 erbaute Lachswehrbrücke bei Lübeck nach drei Jahren wieder abgerissen werden musste, gab man diese Ansicht auf.

Die Geschwindigkeit und Stärke der Alkali-Kieselsäure-Reaktion ist von verschiedenen, nach inneren und äußeren zu unterscheidenden Einflüssen abhängig. Äußere Einflüsse sind zum Beispiel das Feuchteangebot, die Temperatur oder die Zufuhr von Alkalien von außen durch Tausalze oder Meerwasser. Art, Menge und Größe des reaktiven Zuschlags und der eingesetzten Zemente, der die Zusammensetzung der Porenlösung beeinflusst, sind innere Einflüsse auf die AKR.

Die vorgelegte Arbeit soll einen Einblick über die Alkali-Kieselsäure-Reaktion geben. Zu diesem Zweck erfolgt zunächst eine Darstellung vom Mechanismus der Reaktion. Weiterhin werden Minerale und Gesteine mit Reaktionspotenzial sowie Einflussgrößen auf die Reaktion aufgeführt. Des Weiteren setzt sich die Arbeit mit bestehenden Prüfverfahren zur Erkennung der AKR, Schadensmerkmalen einer schädigenden AKR und Vorschlägen zur Vermeidung der Alkali-Kieselsäure-Reaktion auseinander.

In Deutschland kann Alkali-Kieselsäure-Reaktion an empfindlichen Gesteinen durch Lagerung von Betonen in der Nebelkammer entsprechend der DafStb-Richtlinie nachgewiesen werden. Dieser Nachweis vollzieht sich über einen mindestens neunmonatigen Zeitraum. Die Arbeit zielt darauf ab, verschiedene Aspekte zur Entwicklung einer Schnellprüfmethode zum Nachweis von an Betonen darzulegen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Stand des Wissens 2
2.1 Historischer Abriss 2
2.2 Mechanismus der Alkali-Kieselsäure-Reaktion 3
2.2.1 Übersicht über die Alkali-Zuschlag-Reaktion 3
2.2.2 Chemische Reaktion der Alkali-Kieselsäure-Reaktion 3
2.2.3 Dehnungsreaktionen 5
2.3 Schadensmerkmale der Alkali-Kieselsäure-Reaktion 6
2.3.1 Äußere Schäden 6
2.3.2 Innere Schäden 7
2.4 Einflussgrößen auf die Alkali-Kieselsäure-Reaktion 8
2.4.1 Alkaliempfindlichkeit von Zuschlagsstoffen 8
2.4.2 Alkaliempfindliche Zuschläge 9
2.4.3 Betonbestandteile 15
2.4.4 Wasserzementwert 18
2.4.5 Umwelteinflüsse 19
2.5 Prüfverfahren 20
2.5.1 Nationale Prüfverfahren 20
2.5.2 Internationale Prüfverfahren 23
2.6 AKR – Schadensanalyse 25
2.7 Vermeidung von Schäden infolge Alkali-Kieselsäure-Reaktion 27
3. Zielstellung der eigenen Untersuchungen 28
4. Versuchsprogramm 29
5. Versuchsdurchführung 30
5.1 Kenngrößen der Ausgangsstoffe 30
5.1.1 Zemente 30
5.1.2 Zuschlagsstoffe 31
5.2 Versuchsserie I – Mörtelprismen 34
5.2.1 Allgemeines 34
5.2.2 Betonrezepturen 35
5.3 Versuchsserie II – Betonwürfel mit Messmarken 36
5.3.1 Allgemeines 36
5.3.2 Betonrezepturen 37
5.4 Versuchsserie III – Betonwürfel mit wasserundurchlässiger Beschichtung 38
5.4.1 Allgemeines 38
5.4.2 Betonrezepturen 38
6. Versuchsergebnisse 40
6.1 Versuchsserie I – Mörtelprismen 40
6.1.1 Ergebnisse der Dehnungsmessungen der Mörtelprismen aus Nebelkammerlagerung 40
6.1.2 Ergebnisse der Dehnungsmessungen der Mörtelprismen aus Laborlagerung 43
6.1.3 Visuelle Beurteilung der Mörtelprismen aus der Nebelkammerlagerung 45
6.1.4 Visuelle Beurteilung der Mörtelprismen aus der Laborlagerung 49
6.1.5 Ergebnisse aus dem Fluoreszenz-Test 49
6.2 Versuchsserie II – Betonwürfel mit Messmarken 51
6.2.1 Ergebnisse der Dehnungsmessungen der Betonwürfel mit Messmarken aus Nebelkammerlagerung 51
6.2.2 Ergebnisse der Dehnungsmessungen der Betonwürfel mit Messmarken aus Laborlagerung 54
6.2.3 Visuelle Beurteilung der Betonwürfel mit Messmarken aus der Nebelkammerlagerung 56
6.2.4 Visuelle Beurteilung der Betonwürfel mit Messmarken aus der Laborlagerung 61
6.2.5 Ergebnisse aus dem Fluoreszenz-Test 62
6.3 Versuchsserie III – Betonwürfel mit wasserundurchlässiger Beschichtung 64
6.3.1 Ergebnisse der Volumenmessungen der Betonwürfel mit wasserundurchlässiger Beschichtung 64
6.3.2 Visuelle Beurteilung der Betonwürfel mit wasserundurchlässiger Beschichtung 66
6.3.3 Ergebnisse aus dem Fluoreszenz-Test 66
7. Auswertung der Versuchsergebnisse 68
7.1 Versuchsserie I – Mörtelprismen 68
7.1.1 Einfluss der Zuschlagsstoffe 68
7.1.2 Einfluss des Zements 68
7.1.3 Einfluss des Wasserzementwertes 69
7.1.4 Einfluss der Umweltbedingungen 69
7.2 Versuchsserie II – Betonwürfel mit Messmarken 70
7.2.1 Einfluss der Zuschlagsstoffe 70
7.2.2 Einfluss der Zementart 70
7.2.3 Einfluss der Umweltbedingungen 71
7.3 Versuchsserie III – Betonwürfel mit wasserundurchlässiger Beschichtung 71
7.3.1 Einfluss der Zuschlagsstoffe 71
7.3.2 Einfluss der Zementart 72
8. Schlussfolgerung 73
9. Ausblick 75
10. Zusammenfassung 76
11. Literaturverzeichnis 78
Verzeichnis der Abbildungen
Verzeichnis der Diagramme
Verzeichnis der Tabellen
Abkürzungsverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

relativer Luftfeuchte gelagert. Nach dem Ausschalen werden die Probekörper 24 Stunden in 80 °C heißes Wasser gelegt. Anschließend wird die Länge der Prismen gemessen und als Referenzwert festgelegt. Daraufhin schließt sich eine Einlagerung der Prismen in 80 °C heiße 4 %ige Natronlauge an. Der untersuchte Zuschlag gilt als unbedenklich, wenn innerhalb von 10 Tagen eine Dehnung von 1 mm/m nicht überschritten wird. Bei Werten zwischen 1 und 2,5 mm/m wird der Zuschlag als reaktiv und bei Dehnungen über 2,5mm/m als stark reaktiv eingestuft. Die in Deutschland durchgeführten Versuche mit der NBRI – Methode zeigten, dass dieses Verfahren als Schnelltest eingesetzt werden kann. Zuschläge, die den Test nicht bestehen, müssen aber nicht zwangsläufig zu einer betonschädigenden AlkaliKieselsäure-Reaktion führen [25]. 2.5.2.2 ASTM C 227 Ein anderes internationales Prüfverfahren ist der in der amerikanischen Norm ASTM C 227 standardisierte Mörtelbalkentest. Hier werden Prüfkörper mit den Abmessungen 25 x 25 x 285 mm³ bei 38 °C in eine Nebelkammer eingelagert. Als Prüfkriterien werden die Dehnung, Verkrümmungen, Risse und Gelauscheidungen bestimmt. Der zu untersuchende Zuschlag wird nach einer vorgegebenen Sieblinie im Bereich von 0,15 bis 4,75 mm geprüft. Das Verhältnis von Zement und Zuschlag beträgt auch in diesem Fall 1:2,25. Der Wasserzementwert wird mit 0,5 festgelegt. Die mit dem Mörtelbalkentest erhaltenen Versuchsergebnisse sind nach ASTM C 227 wie folgt zu interpretieren [13]: Dehnungen des Prüfkörpers größer als 0,1 mm/m nach 6 Monaten, bzw. größer als 0,05mm/m nach 3 Monaten deuten auf eine potenzielle Alkaliempfindlichkeit hin. 2.5.2.3 Fluoreszenz - Test Eine weitere Methode zur Erkennung und Bewertung der Alkaliempfindlichkeit von Zuschlägen ist der Fluoreszenz - Test. Der Test ist eine Spektralanalyse, die unter Zugabe von Gemischen die Fluoreszenz bestrahlter Stoffe zum Nachweis und zur Identifizierung von Substanzen ausnutzt. Sind auf einer Betonfläche alkalihaltige AKR Neubildungen entstanden, so findet bei einer Beaufschlagung der Fläche mit einer schwach essigsauren Uranylacetatlösung ein Austausch von Alkali-Ionen gegen Uranylionen statt. Das Vorhandensein von Alkali-Kieselsäure-Gel wird unter UV-Licht durch ein gelblich-grünes fluoreszierendes Leuchten angezeigt. Ablagerungen sind begrenzt auf Risse, Luftporen und bestimmte Zuschlagstoffteilchen. Eine überschlägige quantitative Wertung ist anhand der Intensität und des Anteils des Fluoreszierens an der Betonfläche möglich. Eine angenommene Bewertungsskala (siehe Tab. 2-3) von 1 (kein Fluoreszieren) bis 5 (starkes und flächendeckendes Fluoreszieren) soll die Wertung vereinheitlichen. [...]

2.5.2 Internationale Prüfverfahren 2.5.2.1 NBRI – Test Als internationales zeitgemäßes Verfahren und sicherster Schnelltest hat sich der südafrikanische NBRI – Test (National Building Research Institute) durchgesetzt [25]. Dieses Verfahren wurde von vielen Ländern, darunter Italien, Frankreich und Norwegen übernommen. Auch in Ländern, wie Australien, Kanada und den USA, in denen schon lange intensive Forschungen betrieben werden, führte man den NBRI – Test ein. Aus der NBRI – Testmethode wurde auch der RILEM – Test für beschleunigte Versuche entwickelt. Das NBRI – Verfahren lässt sich in Kürze wie folgt beschreiben [25]: Der zu untersuchende Zuschlag wird auf eine Sieblinie im Bereich von 0,15 bis 0,75 mm gebrochen. Der Zement und der Zuschlag werden im Verhältnis 1:2,25 und Wasser zu einem Mörtel gemischt. Die Konsistenz wird über das Ausbreitmaß festgelegt und sollte im Bereich von 105 und 120 mm liegen. Der Mörtel wird in Prismenformen (40 x 40 x 160 mm) gefüllt, verdichtet und bei 20 °C und rund 100 % [...]

sonst gleichen Bedingungen stets geringere Schäden gegenüber Luftlagerung festgestellt [13]. Es gilt auch als ziemlich gesichert, dass wechselnde Feuchte den Reaktionsverlauf stärker beeinflusst als eine ständige Durchfeuchtung [25]. 2.4.5.3 Alkalizufuhr von außen Eine weitere Einflussgröße kann eine Alkalizuführung von außen in den Beton darstellen. Es ist möglich, dass Gesteine, Betonzusatzstoffe, Tausalze oder Meerwasser der Porenlösung Alkalienhydroxide zuführen [17]. Eine Reaktion mit alkaliempfindlichen Zuschlägen ist nur dann möglich, wenn die Alkalien als Hydroxid vorliegen. NaCl kann also nur wirksam werden, sobald das Chlorid von dem Zement in schwerlösbarer Form gebunden wird und dann NaOH gebildet werden kann. Da Zement nur eine geringe Menge Chlorid binden kann, ist die Zufuhr von NaCl von außen hinsichtlich einer schädigenden AKR wenig gefährlich [17]. [...]

Arbeit zitieren:
Mühlenbruch, Axel Januar 2004: Aspekte zur Entwicklung einer Schnellprüfmethode zum Nachweis der Alkali-Kieselsäure-Reaktion an Betonen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nebelkammer, Fluoreszenz, Mörtelprisma, Betonwürfel, Literatursichtung

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