Architektur und Einsatzmöglichkeiten des Systems zur Prozeßunterstützung komplexer Abläufe im Internet
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Frenzel
- Abgabedatum: Juni 1998
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 8,7 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1293-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1293-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1293-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Frenzel, Dirk Juni 1998: Architektur und Einsatzmöglichkeiten des Systems zur Prozeßunterstützung komplexer Abläufe im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Digitalisierung, Community, Komplexe Produkte, Electronic Commerce, Informationssystem
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Diplomarbeit von Dirk Frenzel
Einleitung:
Unter Electronic Commerce (EC) versteht man die digitale Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen und deren Kunden über globale öffentliche und private Netze. Der weltweite Umsatz, der mittels EC realisiert werden kann, wird für die nächsten Jahre auf ungefähr 200 Mrd. US$ weltweit und national ca. 3 Mrd. US$ für das Jahr 2000 (je nach Forschungsinstitut) geschätzt. Durch EC ergeben sich neue Chancen im Bereich der Kostenreduktion, Verbesserung der Informationsflüsse und Marktaktivitäten, Erhalt und Neuaufbau der Wettbewerbsposition und Bequemlichkeit für den Konsumenten. Das größte Potential wird zur Zeit dem Datenaustausch zwischen Unternehmen zugesprochen. Dieses wird dann, nach entsprechender Bewährung, Konsequenzen für den Konsumentenbereich haben. Es stellt sich die Frage, welche Transaktionsprozesse bisher über das Internet abgewickelt werden können, inwieweit dieses bereits realisiert werden und wo technische bzw. organisatorische Barrieren auftreten.
Bei einer Betrachtung des elektronischen Handels fällt auf, daß eine Transaktionsabwicklung von der Wertigkeit des Gutes abhängig ist. So werden hauptsächlich Produkte im mittleren Preisbereich abgesetzt. Waren im Niedrig- und Hochpreissegment werden heutzutage kaum vertrieben, weil es an den geeigneten und vor allem bewährten Zahlungsmechanismen fehlt. Weiterhin findet der elektronische Verkauf bisher nur bei einfachen Kaufprozessen statt: Die Transaktion erfolgt zwischen genau einem Käufer und einem Verkäufer statt. Komplexe Prozesse zeichnen sich jedoch dadurch aus, daß sowohl horizontal als auch vertikal eine Vielzahl von Anbietern (und Nachfragern) existieren:
Horizontale Sichtweise: Der Nachfrager hat mehrere Anbieter mit zum Teil heterogenen Gütern einer Produktionsstufe zur Auswahl. Dieses bedeutet für ihn, daß er (im Falle eines Internet-Angebotes) die einzelnen Angebote prüft und jede einzelne Internetseite aufrufen muß.
Vertikale Sichtweise: Es gibt Produkte, die erst zu nutzen sind, wenn Teilofferten verschiedener Anbieter in Anspruch genommen worden sind. Beispielsweise wird ein Kfz erst nutzbar, wenn es nach erfolgter Finanzierung und Kauferwerb auch angemeldet und versichert ist. Insofern muß der Endverbraucher mit mindestens jeweils einen Anbieter der jeweiligen Stufe Kontakt aufnehmen.
Das Medium Internet bietet dem Nutzer nun die Möglichkeit, einen (virtuellen) Ort zu schaffen, der diese Vielzahl von Wirtschaftssubjekten zusammenbringt. So kann der Endverbaucher eine zentrale Web-Site ansteuern, die ihm einen Alternativenvergleich des Kernproduktes der einzelnen Unternehmen anbietet und anschließend die Daten des Objektes an den nachfolgenden Anbieter weiterleitet.
Dieses hat den Vorteil, daß der Markt transparent(er) wird und Objektdaten (beispielsweise bei den Autoversicherungen) nicht jedesmal neu angegeben werden müssen. Die Unternehmen können sich in ihrem Angebot auf ihre Kernkompetenzen beschränken und so werden dem Kunden Produkte offeriert, die aus einer Vielzahl von sehr effizient hergestellten Einzelkomponenten bestehen. Das Internet erfüllt somit eine Synergiefunktion.
Ein System zur Unterstützung komplexer Prozesse ist prädestiniert für Produkte materieller und immaterieller Art - physisch oder digital sein. Entscheidend ist jedoch, daß die Vor- und Zwischenprodukte digitalisierbar sind. Somit wird deutlich, daß gerade auf dem Gebiet der öffentlichen Verwaltung das Internet unterstützend wirken kann.
Es läßt sich festhalten, daß das Konzept typischerweise Anwendung finden könnte, wenn die Zwischenprodukte digitalisiert bzw. durch Informationsgüter begleitet werden können. Schließlich muß noch der Fall betrachtet werden, daß der angesprochene Einsatz des Internet auch zu einem Mehrwert führen kann. Insofern muß analysiert werden, welchen Nutzen man durch elektronische Medien erfahren könnte.
An dieser Stelle muß isoliert betrachtet werden, welche Stufen einer Transaktion bereits heute im Falle komplexer Prozesse über das Internet zu realisieren sind. Allgemein unterscheidet man die Informations-, Vereinbarungs- und Abwicklungsphase. Die Informationsphase kann schon heute im obigen Sinne umgesetzt werden. So nutzt man bereits die Agententechnologie oder die Datenintegration über einen Webserver, um dem Konsumenten in dieser Phase zu informieren und Vergleiche anzubieten. Die beiden letzten Phasen sind hingegen dadurch geprägt, daß die Realisierung nur durch die Nutzung eines Webservers und angebundener Datenbank durchgeführt wird. Dabei kommen verschiedene Internet Commerce Plattformen (wie IBM Commerce Point) zum Einsatz. Diese benutzen neben anerkannten Standards auch individuelle Techniken, die plattformindividuell sind und so eine plattformübergreifende Kommunikation der Softwarekomponenten erheblich erschweren. So ist beispielsweise das "Weiterreichen" einer virtuellen Akte von einem Unternehmen zum nächsten (in der Wertschöpfungskette nachgelagerten) Anbieter nicht möglich. Das dort vorhandene Informationsverarbeitungssystem (gemeint ist die Inhouse-Anwendung) kann die Daten nicht automatisch weiterverarbeiten, da in dem vorgelagerten Unternehmen eine andere Commerce-Software und Datenbank-Anbindung genutzt wird. Es kommt nun zu einem Medienbruch, in dem die Daten manuell neu eingegeben werden müssen.
Verfolgt man nun diese Problematik über eine Vielzahl von Wertschöpfungsebenen wird deutlich, daß sehr viele Ressourcen verschwendet werden. Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn, entsprechend des Konzeptes, die Unternehmen jeweils nur einen kleinen Ausschnitt der bisherigen Herstellungskette bearbeiten und viele Unternehmen mit partiellen Aufgaben entstehen. Die Ressourcenverschwendung nimmt in dem Fall sogar noch um ein Vielfaches zu.
Eine Lösungsvorschlag für diese Problematik könnte das von der Vereinigung CommerceNet entwickelte eCo-System darstellen. Dabei wird im Sinne einer Corba-Architektur (Common Object Request Broker Architecture) eine Zwischenschicht geschaffen, die über eine Common Business Language und entsprechende Schnittstellendefinitionen ermöglicht, daß die verschiedenen EC-Applikation miteinander "kommunizieren" und Daten austauschen können. Auf diesem Wege wird es möglich, daß die Softwareentwicklung effizienter wird, indem man z. B. andere, bereits bestehende Applikationen (wie für eine Zahlungsabwicklung oder Warenverfolgung) nutzt. So werden Parallel- und Neuentwicklungen überflüssig und redundante Datenhaltung entfällt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Zielsetzung und Aufbau | 1 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Electronic Commerce | 3 |
| 2.1 | Teilnehmer-Kategorisierung | 3 |
| 2.1.1 | Business-to-Business Transaktionen | 4 |
| 2.1.1.1 | Traditionelles EDI | 4 |
| 2.1.1.2 | Internet EDI | 6 |
| 2.1.1.3 | Internetnutzung für EDI | 6 |
| 2.1.1.4 | Extranet | 9 |
| 2.1.2 | Business-to-Customer Transaktionen | 10 |
| 2.1.2.1 | Electronic-Banking | 10 |
| 2.1.2.2 | Electronic-Shopping | 11 |
| 2.1.2.3 | Electronic-Entertainment | 13 |
| 2.1.2.4 | Electronic-Information | 14 |
| 2.1.3 | Government-to-Customer/-Business Transaktionen | 14 |
| 2.1.4 | Community of Interest Networks (COIN) | 14 |
| 2.1.5 | Customer-to-Customer Transaktionen | 15 |
| 2.1.6 | Intraorganisationelle Kommunikation | 15 |
| 2.1.6.1 | Groupware | 15 |
| 2.1.6.2 | Intranet | 16 |
| 2.2 | Chancen und Möglichkeiten des Electronic Commerce | 18 |
| 2.2.1 | Potentiale für Unternehmen | 19 |
| 2.2.1.1 | Kostenreduktion | 19 |
| 2.2.1.2 | Verbesserung der Informationsflüsse | 20 |
| 2.2.1.3 | Verbesserung der Marktaktivitäten | 21 |
| 2.2.1.4 | Erhalt und Verbesserung der Wettbewerbssituation | 21 |
| 2.2.2 | Potentiale für Konsumenten | 22 |
| 2.3 | Akzeptanz und Probleme des Electronic Commerce | 22 |
| 3. | Koordination und Kommunikation auf elektronischen Märkten | 26 |
| 3.1 | Ökonomische Koordination | 26 |
| 3.2 | Einfluß der Informations- und Kommunikationstechniken | 27 |
| 3.3 | Elektronischer Markt | 29 |
| 3.4 | Auswirkung auf den Wertschöpfungsprozeß | 31 |
| 3.4.1 | Mediatisierung | 31 |
| 3.4.2 | Produkteigenschaften für den Einsatz in elektronischen Märkten | 32 |
| 3.4.3 | Änderungen in der Wertschöpfungskette | 34 |
| 3.4.4 | Formen des elektronischen Handels | 36 |
| 3.4.5 | Neue Potentiale für den Zwischenhandel | 38 |
| 3.5 | Phasenmodell der Geschäftstransaktion | 40 |
| 4. | Community of Interest Network | 43 |
| 4.1 | Darstellung des Konzeptes | 43 |
| 4.2 | Potentiale des Konzeptes | 46 |
| 4.2.1 | Markttransparenz | 46 |
| 4.2.2 | Effizienter Prozeßablauf | 47 |
| 4.2.3 | Vertrauen und Sicherheit | 48 |
| 4.2.4 | Datenerhebung und -nutzung | 49 |
| 4.2.5 | Mehrwert | 49 |
| 4.2.6 | Neue Geschäftsfelder | 50 |
| 4.2.7 | Kernkompetenzen | 50 |
| 4.3 | Probleme und Grenzen des Konzeptes | 51 |
| 4.3.1 | Interorganisationale Unternehmenssicht | 51 |
| 4.3.2 | Intraorganisationale Unternehmenssicht | 51 |
| 4.3.3 | Konsumentenbezug | 52 |
| 4.4 | Einsatzmöglichkeiten des Konzeptes | 54 |
| 4.4.1 | Unternehmenstypologie | 54 |
| 4.4.1.1 | Klassische Typologie der Unternehmen | 54 |
| 4.4.1.2 | Aktuelle Entwicklung | 56 |
| 4.4.2 | Produkteigenschaften | 57 |
| 4.4.2.1 | Digitalisierung | 57 |
| 4.4.2.1.1 | Beschreibung und Kategorisierung | 57 |
| 4.4.2.1.2 | Merkmale von Informationsprodukten | 58 |
| 4.4.2.1.3 | Physische Merkmale digitaler Produkte | 60 |
| 4.4.2.1.4 | Klassifizierungskriterien | 61 |
| 4.4.2.2 | Konsistente Digitalisierung | 63 |
| 4.4.2.3 | Mehrwert | 63 |
| 4.4.2.4 | Komplexität | 65 |
| 4.4.2.5 | Wertigkeit | 66 |
| 4.4.2.6 | Informationsbedarf | 67 |
| 4.4.2.7 | Individualisierbarkeit | 69 |
| 4.4.2.8 | Informationsfindung | 69 |
| 4.5 | Organisation eines COIN-Systems | 70 |
| 4.5.1 | Teilnahme | 70 |
| 4.5.2 | Betrieb des Systems | 71 |
| 4.5.3 | Finanzierung des Systems | 73 |
| 5. | Systemarchitektur | 75 |
| 5.1 | Technische Architektur | 75 |
| 5.1.1 | Ausgangslage | 75 |
| 5.1.2 | Schichtenmodell | 76 |
| 5.1.3 | Heterogenität | 77 |
| 5.1.4 | Realisierungsvarianten | 78 |
| 5.1.5 | Logische Architektur | 79 |
| 5.1.6 | Interoperabilität | 80 |
| 5.1.6.1 | Heutige Situation | 80 |
| 5.1.6.2 | Komponentenbasiertes Modell | 81 |
| 5.1.6.3 | Isolierte Betrachtung der Informationsphase | 83 |
| 5.2 | Systementwicklung | 84 |
| 5.2.1 | Informationssysteme | 84 |
| 5.2.2 | Prozeßorientierung | 84 |
| 5.2.3 | Phasen der Systementwicklung | 85 |
| 5.2.3.1 | Systemanalyse | 86 |
| 5.2.3.2 | Systementwurf | 86 |
| 6. | Beispielhaftes Informationssystem | 88 |
| 6.1 | Anwendungsbereich des Systems | 88 |
| 6.2 | Systembeschreibung in der praktischen Nutzung | 89 |
| 6.3 | Entwicklungsbeschreibung des Systems | 89 |
| 6.3.1 | Erhebung der Geschäftsprozesse | 89 |
| 6.3.2 | Modellierung der Geschäftsprozesse | 90 |
| 6.3.3 | Benutzte Software und Begündung der Vorgehensweise | 90 |
| 6.4 | Aussicht auf anschließende praktische Arbeiten auf dem Gebiet | 91 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 92 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832412937
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