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Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden

Vergleichende Analyse und Konsequenzen

Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Astrid Kritzler
  • Abgabedatum: November 1997
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 3,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1715-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1715-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1715-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kritzler, Astrid November 1997: Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Neue Arbeitsmarkttheorien

Diplomarbeit von Astrid Kritzler

Einleitung:

Seit Anfang der siebziger Jahre leiden die westlichen Industrieländer zunehmend an hoher Arbeitslosigkeit, ein Zustand, der abgesehen von den dadurch entstandenen wirtschaftlichen Problemen, zunehmend auch zu großen sozialen Problemen in der Gesellschaft geführt hat.

Nachweislich ist, daß es sich bei dieser Arbeitslosigkeit nicht mehr um die sogenannte freiwillige Arbeitslosigkeit im neoklassischen Sinne handelt, sondern vielmehr um kontinuierlich steigende unfreiwillige Arbeitslosigkeit, die sich mittlerweile deutlich oberhalb des Arbeitsmarktgleichgewichtes bewegt. Erstaunlich dabei ist, daß die Zahl der Arbeitnehmer ohne Arbeitsplatz in jeder rezessiven Phase der konjunkturellen Entwicklung beträchtlich ansteigt, in den relativ langen Phasen guter konjunktureller Entwicklung aber nicht spürbar abgebaut wird, die Entwicklung also persistente Züge aufweist.

Auch in den Niederlanden und den USA konnten in den siebziger und achtziger Jahren in der Entwicklung der Arbeitslosigkeit persistente Züge nachgewiesen werden. Um so bemerkenswerter ist es, daß beide Länder in den letzten Jahren einen enormen Beschäftigungsanstieg und damit sinkende Arbeitslosenraten verzeichnen konnten. In den USA konnten seit 1980 27 Millionen zusätzliche Erwerbstätige registriert werden, in den Niederlanden immerhin 1,7 Millionen. Gleichzeitig hat sich die Arbeitslosenrate seit Mitte der achtziger Jahre in beiden Ländern halbiert. In Amerika konnte im Mai dieses Jahres mit einer Arbeitslosenrate von 4,8 Prozent sogar erstmals wieder das Niveau von 1973 erreicht werden. Und auch in den Niederlanden liegt die Arbeitslosenrate nur knapp über 5 Prozent, und damit zwar nicht auf dem Niveau von vor 25 Jahren, aber im internationalen Vergleich doch deutlich niedriger als andere Staaten. Die Arbeitslosenraten beider Länder liegen um fast 5 Prozent unter dem EU-Durchschnitt und immerhin noch 2,5 Prozent unter dem Durchschnitt aller OECD-Mitgliedsstaaten. Nach Auffassung der Ökonomen gibt es eine Vielzahl von Faktoren, darunter insbesondere staatliche Maßnahmen, die für die Ursache persistenter Arbeitslosigkeit mitverantwortlich sind und die natürliche Arbeitslosenrate nachhaltig beeinflussen. Aus diesem Grunde werden die Theorien in Kapitel II zur Erklärung persistenter Arbeitslosigkeit im Hinblick auf die nachstehende Analyse des amerikanischen und niederländischen Arbeitsmarktes sowie der länderspezifischen Arbeitsmarktpolitik ausführlich dargestellt Die Relevanz bzw. Übertragbarkeit einzelner Theorien für die Erklärung und letztendlich die Bewältigung länderspezifischer Probleme hängt im wesentlichen von den jeweiligen politischen, institutionellen und gesellschaftlichen Hintergründen ab, die die Funktionsweise der Arbeitsmärkte weitestgehend determinieren. Ein arbeitsmarktpolitischer Vergleich, wie er im Rahmen dieser Arbeit zwischen zwei so gegensätzlichen Ländern wie den USA und den Niederlanden durchgeführt wird, macht diese Einflüsse besonders deutlich. Während die USA allgemein als liberaler Wohlfahrtsstaat bezeichnet werden, zählen die Niederlande eher zu den sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaaten. Dadurch unterscheiden sich die Länder deutlich in ihren politischen Zielen und folglich auch in ihren Aktivitäten.

Arbeitsmarktpolitik in den USA hat nicht die Absicht, Einkommensgerechtigkeit unter der arbeitenden Bevölkerung zu erreichen. Ziel ist es, das Elend bzw. die bittere Armut zu bekämpfen, d.h. die Haushalte zu unterstützen, die tatsächlich nicht in der Lage sind, z.B. aus gesundheitlichen Gründen ein Einkommen über den Arbeitsmarkt zu beziehen. Hingegen ist es nicht von politischer Intention, Haushalte zu fördern, die theoretisch in der Lage wären, am Erwerbsleben zu partizipieren, und schon gar nicht die Forderung nach einer größeren Einkommensannäherung aller Einkommensbezieher.

In den Niederlanden hingegen hat der Einsatz für Gleichberechtigung und "nationaI social solidarity" oberste Priorität. Steuern, Sozialleistungen, Förderung der Reduzierung von Lohndifferenzen sowie umfangreiche aktive Arbeitsmarktprogramme werden benutzt, um Einkommensgleichheit zu schaffen und allen Bürgern die Möglichkeit eines akzeptablen Lebensstandards zu gewährleisten.

Entsprechend unterschiedlich ist somit auch die Ausgestaltung aktiver wie passiver Arbeitsmarktpolitik in diesen beiden Ländern. Welche Instrumente wie eingesetzt werden und auf welche Art und Weise sie den Beschäftigungsboom und den Rückgang der Arbeitslosigkeit in beiden Ländern maßgeblich mitbestimmen, wird in Kapitel III detailliert erörtert. Außerdem werden die empirischen Befunde den in Kapitel II entwickelten Hypothesen gegenübergestellt und auf ihre Validität hin überprüft. Aber auch die Folgen politischer Reformen und Veränderungen werden analysiert und auf ihre Effektivität und Effizienz hin kritisch beurteilt sowie die weiterreichenden sozialen Konsequenzen für die Gesellschaft aufgezeigt.

In Kapitel IV werden die wesentlichen Aussagen dieser Arbeit noch einmal zusammengefaßt und eine persönliche Einschätzung über die zukünftige Entwicklung und Tendenzen der Arbeitsmarktpolitik beider Länder schließt die Arbeit ab.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VI
I. Problemstellung 1
II. Theoretische Erklärungsansätze persistenter Arbeitslosigkeit 4
A. Theorie der Arbeitsplatzsuche 5
B. Humankapitaltheorie 7
C. Hysteresis-Theorie 9
1. Insider-Outsider-Theorie 10
2. Duration-Theorie 12
D. Principal-Agent-Ansätze 13
1. Kontrakttheorie 13
2. Effizienzlohntheorie 14
E. Schlußfolgerungen für die Arbeitsmarktpolitik 16
III. Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden 17
A. Bedeutung der Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden 17
1. Definitorische Abgrenzung 18
2. Der politische Stellenwert der Arbeitsmarktpolitik vor dem Hintergrund sozialpolitischer Leitbilder 19
B. Aktive Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden 22
1. Gestaltung der Arbeitsbeziehungen 22
a) Vergleich der Arbeitsmarktinstitutionen in den USA und den Niederlanden 22
(1) Die Organisationsstrukturen der Institutionen 22
(2) Zentralisierung versus Dezentralisierung der Institutionen 25
b) Vergleich der Gesetzgebung in den USA und den Niederlanden 28
(1) Arbeitszeitregelung 28
(2) Kündigungsrecht 32
(3) Mindestlöhne 33
c) Flexibilisierung auf Kosten sozialer Absicherung 35
2. Arbeitsmarktausgleichspolitik 39
a) Vermittlungs- und Weiterbildungsmaßnahmen 40
b) Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit 44
c) Vorausplanung der beruflichen Beschäftigungsstruktur 47
d) Auswirkungen der Arbeitsmarktausgleichspolitik 49
(1) Effekte auf den Anpassungsprozeß 50
(2) Effekte auf die Erwerbsbeteiligung 51
(3) Wettbewerbseffekte für die Insider 52
(4) Produktivitätseffekte 52
(5) Effekte auf andere Bereiche der Arbeitsmarktpolitik 53
C. Passive Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden 54
1. Die Sozialversicherungssysteme im Vergleich 54
2. Das idealtypische Versicherungssystem 58
IV. Zusammenfassung und Ausblick 61
Anhang 63
Literaturverzeichnis 71

Arbeit zitieren:
Kritzler, Astrid November 1997: Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Neue Arbeitsmarkttheorien

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