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Arbeitslosigkeit in Deutschland - Folgen, Entwicklung und Ursachen

Arbeitslosigkeit in Deutschland - Folgen, Entwicklung und Ursachen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Mellenthin
  • Abgabedatum: Dezember 2005
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 4,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Stralsund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9267-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9267-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9267-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mellenthin, Andreas Dezember 2005: Arbeitslosigkeit in Deutschland - Folgen, Entwicklung und Ursachen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erwerbslosigkeit, Konjunktur, Globalisierung, Technologie, Arbeitsamt

Diplomarbeit von Andreas Mellenthin

Einleitung:

"Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten - das ist die Hölle." (Thomas Mann, 1875-1955). Arbeitslosigkeit ist in Deutschland wie in vielen anderen Ländern eines der größten Probleme der Gesellschaft. Es gefährdet nicht nur die Gesellschaftsordnung, sondern führt mitunter auch zu sozialen Spannungen. Die daraus resultierende Belastung für den Staatshaushalt sowie die ungenutzten Humanressourcen und negative Folgen für die betreffenden Personen, zwingen zu praktikablen Lösungen die Abhilfe schaffen.

Das Thema Arbeitslosigkeit gehört daher zu den am meist behandelten Themen in Politik und Öffentlichkeit. Oft wird die Problematik in der Öffentlichkeit nur auf die Zahl der Arbeitslosen sowie wenigen Ursachen und Lösungsansätze beschränkt und bietet somit nicht die Grundlage für eine konstruktive öffentliche Debatte, die jedoch angesichts von 4,531 Millionen Arbeitslosen mehr als notwendig ist.

Arbeitslosigkeit ist aber nicht nur ein gesellschaftliches Problem. Für jeden einzelnen Arbeitslosen bedeutet es Belastungen in vielerlei Hinsicht. Egal wie schwer und beanspruchend eine Arbeit auch ist, keine Arbeit zu haben ist oftmals viel schwieriger hinsichtlich der gesundheitlichen, sozialen, finanziellen und psychischen Folgen die dadurch entstehen. Thomas Mann hat es in dem oberen Zitat auf den Punkt gebracht und sicherlich spricht er damit vielen Menschen aus der Seele.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit teilt sich in fünf Schwerpunkte. Nach einer allgemeinen Definition der Arbeits- und Erwerbslosigkeit und deren statistischen Abgrenzung wird auf die Folgen für die öffentlichen Träger und die einzelnen Betroffenen eingegangen.

Um das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland aufzuzeigen wird die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den letzten Jahrzehnten beschrieben und die augenblickliche Situation im Detail betrachtet. Da Arbeitslosigkeit keiner Willkür unterliegt, sondern auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist, werden im letzten Kapitel typische Ursachen benannt, klassifiziert und, soweit dies möglich ist, gewichtet.

Der 1. Abschnitt befasst sich mit der Definition der Arbeits- und Erwerbslosigkeit. Hierbei werden die zwei geläufigsten Methoden beschrieben. National hat in erster Linie die Methode der Bundesagentur für Arbeit einen großen Stellenwert. Um international vergleichbare Statistiken zu erhalten ist jedoch vor allem die Methode der International Labour Organization nötig. In Deutschland werden die dafür notwendigen Daten vom Statistischen Bundesamt erhoben und spiegeln sich in deren Arbeitsmarktstatistik wieder. Da beide Methoden nicht das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit wiedergeben, wird auch auf das Problem der Verzerrung eingegangen und damit die Aussagekraft der Statistiken hinterfragt.

Mit den Folgen der Arbeitslosigkeit befasst sich das 2. Kapitel. Es werden die Konsequenzen für die öffentlichen Träger sowie die individuellen finanziellen, gesundheitlichen sowie psychisch-sozialen Probleme, die bei den Betroffenen entstehen, erläutert.

Der nächste Abschnitt geht auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland ein. Von der Gründung der Bundesrepublik Deutschland bis in unsere aktuelle Zeit werden verschiedene Phasen der Entwicklung unterschieden und erläutert. Auch auf die besondere Rolle der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wird eingegangen.

Nachdem die Entwicklung seit der Gründung der Bundesrepublik aufgezeigt wurde, wird im darauf folgenden Kapitel die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt detaillierter analysiert. Hier geht es vor allem darum, ein genaues Bild der jetzigen Situation zu erhalten.

Im letzten Kapitel werden die verschiedenen Ursachen für Arbeitslosigkeit abgegrenzt und beschrieben. Hierbei wird eine Unterteilung in gesamtwirtschaftliche und teilwirtschaftliche Ursachen vorgenommen. Da jede Ursache in ihrer Dimension anders zu bewerten ist, wird auch Auskunft über ihr jeweiliges quantitatives Ausmaß gegeben, um so eine gewisse Gewichtung zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 1
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 2
EINLEITUNG 3
AUSBLICK 4
1. GRUNDLAGEN 6
1.1 DEFINITION DER ARBEITS- UND ERWERBSLOSIGKEIT 6
1.1.1 Definition der Arbeitslosigkeit nach International Labour Organization 7
1.1.2 Definition der Arbeitslosigkeit nach Bundesagentur für Arbeit 8
1.2 PROBLEM DER VERZERRUNG 9
2. FOLGEN DER ARBEITSLOSIGKEIT 11
2.1 FOLGEN FÜR DIE ÖFFENTLICHEN KASSEN UND SOZIALSYSTEME 11
2.2 FOLGEN FÜR DEN BETROFFENEN 14
2.2.1 Die finanziellen Folgen 15
2.2.2 Die psychisch-sozialen Folgen 16
2.2.3 Die gesundheitlichen Folgen 19
3. DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSMARKTES 21
3.1 DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSMARKTS IN DER DDR 21
3.2 DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSMARKTS IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND 22
3.2.1 Phase des Wiederaufbaus 23
3.2.2 Phase der Vollbeschäftigung 24
3.2.4 Phase der Massenarbeitslosigkeit 26
3.2.4.1 Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Gesamtdeutschland nach der Wiedervereinigung 28
4. AKTUELLE ARBEITSMARKTLAGE IM DETAIL 32
5. URSACHEN DER ARBEITSLOSIGKEIT 39
5.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE URSACHEN DER ARBEITSLOSIGKEIT 39
5.1.1 Friktionelle Arbeitslosigkeit 39
5.1.2 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit durch Nachfrageschwankungen 40
5.1.2.1 Rolle der privaten Konsumgüternachfrage 42
5.1.2.2 Rolle der Investitionsgüternachfrage 44
5.1.2.3 Die Rolle der Staatsnachfrage und Staatsverschuldung 46
5.1.2.4 Rolle des Außenbeitrags 48
5.1.3 Wachstumsdefizitäre Arbeitslosigkeit durch "gestörte" Angebotsbedingungen 49
5.1.3.1 Stagnationsarbeitslosigkeit versus falsche Rahmenbedingungen 51
5.1.3.2 Die Lohninduzierte Arbeitslosigkeit 52
5.1.3.3 Einfluss von sonstigen Kosten, Wechselkursen und staatlichen Interventionen 55
5.1.4 Strukturelle gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit 56
5.1.4.1 Technologische Fortschritte als Ursache für Arbeitslosigkeit 56
5.1.4.2 Kapitalmangel als Ursache für Arbeitslosigkeit 59
5.1.4.3 Demographische Entwicklungen als Ursache für Arbeitslosigkeit 60
5.1.4.4 Globalisierung als Ursache für Arbeitslosigkeit 63
5.1.5 Zusammenfassung der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung 64
5.2 TEILWIRTSCHAFTLICHE URSACHEN 65
5.2.1 Saisonale Arbeitslosigkeit 65
5.2.2 Strukturalisierte konjunkturelle Arbeitslosigkeit 67
5.2.3 Strukturelle teilwirtschaftliche Arbeitslosigkeit 67
5.2.3.1 Strukturwandelbedingte Arbeitslosigkeit 68
5.2.3.1.1 Branchenspezifische Arbeitslosigkeit 68
5.2.3.1.2 Regionale Arbeitslosigkeit 72
5.2.3.2 Personenbezogene Arbeitslosigkeit 73
5.2.3.2.1 Berufs- und qualifikationsspezifische Arbeitslosigkeit 74
5.2.3.2.2 Altersspezifische Arbeitslosigkeit 75
5.2.3.2.3 Geschlechtsspezifische Arbeitslosigkeit 77
5.2.3.2.4 Nationalitätsbedingte und gesundheitsbedingte Arbeitslosigkeit 77
5.2.4 Zusammenfassung der teilwirtschaftlichen Betrachtung 78
6. FAZIT 79
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 81
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 91

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bemessungsgrundlagen und statistischen Effekten für 2005 kein genaues Ausmaß der Unterbeschäftigung wiedergibt und der Vergleich mit zurückliegenden Jahren erschwert wird, ist es sinnvoll die Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen zu betrachten. Hier ist zu beobachten, dass im Februar 2005 saisonbereinigt rund 50.000 mehr Erwerbstätige registriert waren als im Vorjahresmonat. Dies setzte sich fort, so dass die Erwerbstätigkeit 2005 stets höher war als ein Jahr zuvor. Betrachtet man die nicht saisonbereinigten absoluten Zahlen so ist festzustellen, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit vom Februar 2005 bis zum August 2005 vor allem durch die Zunahme der Erwerbstätigkeit zu erklären ist. So sind in diesem Zeitraum rund 640.000 zusätzliche Erwerbstätige gezählt worden. Neben den saisonalen Ursachen lag dies vor allem an steigenden Existenzgründungen, der Einrichtung von Arbeitsgelegenheiten45, einem Anstieg der geringfügig entlohnten Beschäftigung und einem zunehmenden Pendlersaldo mit dem Ausland. Was die Existenzgründungen betrifft, stieg die Zahl der Selbstständigen, einschließlich mithelfender [...]

Die Hartz - Reformen I-IV sind zurückzuführen auf die Vorschläge der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ unter der Leitung von Peter Hartz. Mit der Hartz IV-Reform wurde die Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld 2 zusammengeführt. Beide Sozialleistungen werden bei erwerbsfähigen Arbeitslosen direkt bei der Agentur für Arbeit verwaltet. Mit Ausnahme von 69 Kreisen und Gemeinden, die die Möglichkeit besitzen Langzeitarbeitslosen eigenverantwortlich zu betreuen. Diese werden auch als Optionskommunen bezeichnet. 41 In 69 so genannten Optionskommunen besitzen die Kommunen die Möglichkeit arbeitsmarktpolitische Leistungen eigenverantwortlich zu übernehmen. 42 Kommunen und Arbeitsagenturen entscheiden zusammen über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. 43 Die örtliche Agentur für Arbeit entscheidet allein welche arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen notwendig sind. 44 Unter SGB II-Arbeitslosen werden Personen zusammengefasst, die Arbeitslosengeld II erhalten und als arbeitslos geführt werden [...]

Die Zahl der Arbeitslosen erreichte im Januar 2005 neue Höchststände. Es wurde ein Wert von rund 5,04 Millionen registrierten Arbeitslosen ermittelt. Im Folgemonat Februar stieg die Zahl sogar auf rund 5,22 Millionen Arbeitslose. Ursache für diesen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenzahlen um circa 770.000 Personen im Februar gegenüber dem Dezember 2004 war vor allem die Hartz IV – Reform40, die am 1. Januar 2005 in Kraft trat. Seit dem werden Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe für erwerbsfähige Arbeitslose zum Arbeitslosengeld 2 zusammengefasst und Personen die durch Inanspruchnahme der Sozialhilfe nicht bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet waren, werden seit diesem Jahr von der BA verwaltet und in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen. Seit dem Höchststand im Februar ist die Arbeitslosigkeit jedoch stetig auf rund 4,72 Millionen im August gesunken. Zu berücksichtigen ist hier, dass die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ab dem Berichtszeitraum September die Arbeitslosigkeit wieder vollständig abbildet. Bis zum Berichtszeitraum August wurde für die Erfassung der Arbeitslosen in den Optionskommunen41 ein Korrekturwert angegeben, der nicht das genaue Ausmaß widerspiegelte. Das lag vor allem an einem neu eingeführten IT-Verfahren, was dazu führte, dass eine gewisse Anlaufzeit von Nöten ist, bis alle Optionskommunen, Arbeitsagenturen, Arbeitgemeinschaften42 und getrennte Trägerschaften43 die neuen Datenstandards und deren Verknüpfung eingeführt haben. Seit dem [...]

Arbeit zitieren:
Mellenthin, Andreas Dezember 2005: Arbeitslosigkeit in Deutschland - Folgen, Entwicklung und Ursachen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Erwerbslosigkeit, Konjunktur, Globalisierung, Technologie, Arbeitsamt

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