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Arbeiterklasse und Studiengebühren

Arbeiterklasse und Studiengebühren
Über dieses Buch
  • Art: Fachbuch
  • Autor: Patrick H. M. Maas
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 146 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0536-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8428-0536-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8428-0536-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Maas, Patrick H. M. Juni 2003: Arbeiterklasse und Studiengebühren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Deutschland, Student, Unterschicht, Wirtschaftliche Lage, Studiengebühr

Fachbuch von Patrick H. M. Maas

Zusammenfassung:

Diese Arbeit versucht, eine Antwort zu geben auf die Frage, ob sich Studiengebühren auf die Sozialstruktur der Studierenden, auf die soziale Zusammensetzung der Studierenden an den deutschen Hochschulen auswirken könnten und in welcher Weise.

Insbesondere interessiert hierbei, welche Auswirkungen die Einführung einer allgemeinen Studiengebühr auf den Anteil der Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, aus den unteren sozialen Schichten, auf den Anteil der Arbeiterkinder unter den Studierenden haben könnten.

Die empirische Grundlage der Überlegungen bilden dabei die seit 1952 regelmäßig durchgeführten Sozialerhebungen des DSW (Deutsches Studentenwerk), die in regelmäßigen Abständen eine Bestandsaufnahme zur wirtschaftlichen und sozialen Lage durchführen, sowie u. a. die Studie von Gänsfuß/Lehmann/Peek, die bereits Ende der 1990er Jahre, vor den PISA-Studien also, auf die sozialselektive Wirkung des dreigliedrigen Schulsystems hinwies.

Untersucht werden in dieser Arbeit u. a. die möglichen Zusammenhänge zwischen geringer Bildungsbeteiligung der Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, Kindern aus unteren sozialen Schichten, Arbeiterkindern und den Entwicklungen des BAföG, der Erwerbstätigkeit der Studierenden, der frühzeitigen Auslese an den Grundschulen, selbst noch des Kindergartenbesuchs. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Untersuchungen wird die Frage nach den Auswirkungen, nach den möglichen sozialselektiven Wirkungen einer allgemeinen Studiengebühr gestellt, in Bezug auf verschiedene Gebührenmodelle.

Im einem abschließenden Fazit werden die Ergebnisse kritisch gewürdigt und das Problem der sozialen Selektion nicht allein auf die Einführung einer allgemeinen Studiengebühr reduziert Vielmehr wird auf den Gesamtzusammenhang des Bildungssystems verwiesen, eines Bildungssystems, dessen Funktion nicht in der Ausbildung der ihm anvertrauten sich erschöpft sondern darüber hinaus die Funktion einer sozialen Selektion unter dem Deckmantel formaler Gleichheit erfüllt.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung
Vorwort 1
1. Einleitung 3
1.1 Aufbau der Arbeit 3
1.2 Das Forschungsinteresse 5
1.3 Die Forschungsfrage 6
1.4 Die Forschungsmethode 7
2. Die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden im Verlauf 10
2.1 Die Entwicklung der Studierendenzahlen 10
2.1.1 Die Prognosen der Kultusministerkonferenz 10
2.2 Die tatsächliche Entwicklung der Studierendenzahl 15
2.2.1 Die soziale Zusammensetzung der Studierenden nach erwerbsstatistischer Einteilung 16
2.2.2 Die soziale Zusammensetzung der Studierenden nach Schichtmodellen 18
2.2.2.1 Das Schichtenmodell I 18
2.2.2.2 Das Schichtenmodell II 19
2.3 Die Bildungsbeteiligungsquoten 23
2.3.1 Gründe für die geringe Bildungsbeteiligungsquote der Arbeiterkinder 25
Exkurs I: Der Kindergarten 26
Exkurs II. Der Besuch der Grundschule und die Empfehlung für eine weiterführende Schule: Die Studie von Peek/Lehmann/Gänsfuß 28
Einzelne Testergebnisse 30
2.3.2 Weitere Gründe für die geringe Bildungsbeteiligung der Arbeiterkinder 36
2.3.3 Gründe für den Studienverzicht 38
2.4 Das BAföG 41
2.4.1 Die Entwicklung der Förderquote 43
2.4.2 Die Förderquote nach beruflicher Stellung des Vaters 45
2.4.3 Anteil der Geförderten aus den jeweiligen sozialen Schichten 47
2.4.4 Entwicklung der BAföG-Förderhöchstsätze 48
2.4.4.1 Entwicklung der Einkommen der Arbeiter 50
2.4.4.2 Entwicklung der Einkommen der Angestellten 51
2.4.4.3 Entwicklung der Verbraucherpreise 51
2.4.4.4 Entwicklung der BAföG-Förderhöchstsätze auf Indexbasis 52
2.4.4.5 BAföG-Förderhöchstsätze im Vergleich zur Entwicklung der Einkommen und der Entwicklung der Verbraucherpreise 55
2.4.5 Die monatlichen Ausgaben der Studierenden 56
2.4.5.1 BAföG-Förderhöchstsätze und monatliche Ausgaben im Vergleich 57
2.5 Die Erwerbstätigkeit der Studierenden 60
2.5.1 Erwerbstätigkeit der Studierenden um ihr Studium überwiegend durch Werkarbeit zu finanzieren 62
2.5.2 Erwerbstätigkeit als einzige Einnahmequelle 63
2.6 Die Kommentare der Studierenden zu ihrer Studiensituation und den Studienbedingungen 65
2.6.1 Studienabbruch aus finanziellen Gründen 72
2.7 Zusammenfassung des ersten Teils 73
3. Studiengebührenund Studiengebührenmodelle 75
3.1 Die Studiengebühren 75
3.1.1 Bildung als öffentliches Gut 78
3.1.2 Bildung als meritorisches Gut 80
3.1.3 Die externen Effekte 81
3.2 Die Gebührenfinanzierung der Hochschulen in verschiedenen Modellen 83
3.2.1 Das Modell von Kuna 84
3.2.2 Das Modell von Grüske 86
3.2.3 Das Studienbeitragsmodell 89
3.2.4 Das Konzept von Dohmen 93
3.2.5 Abschließende Übersicht der unterschiedlichen Modelle und Konzepte 97
4. Empirische Befunde und Gebührenmodelle - mögliche Auswirkungen der Einführung von Studiengebühren auf die Sozialstruktur der Studierenden 100
4.1 Kriterien zur Untersuchung der Modelle 100
4.1.1 Fünf Bereiche als Prüfungskriterien 101
4.1.2 Begründung der Kriterien 101
4.2 Überprüfung der Modelle 103
4.2.1 Die Sozialstruktur der Studierendenschaft 103
4.2.2 Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der verschieden sozialen Schichten 105
4.2.3 Ausbildungsförderung 106
4.2.4 Erwerbstätigkeit der Studierenden 107
4.2.5 Die Risikoaversion einkommensschwacher Schichten 108
4.3 Abschließender Vergleich der verschiedenen Modelle 108
4.3.1 Ergebnis 113
Exkurs III: Private Hochschulen und Sozialstruktur 115
5. Resümee 118
Literaturverzeichnis 127
Anhang 132

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Zahlungen, die die Hochschulen an die Studienkreditanstalten leisten, die der Bildung von Rücklagen und der Finanzierung der Verwaltungskosten dienen, sollen dabei zwei Funktionen erfüllen: einerseits sollen damit Zahlungsausfälle zahlungsunfähiger Hochschulabsolventen aufgefangen werden, andererseits soll für die Hochschulen ein Anreiz geschaffen werden, ihre Absolventen bestmöglichst auszubilden, um so die Erfolgsquote der Absolventen am Arbeitsmarkt zu erhöhen, was für die Hochschulen zu einer geringeren Rücklagenabführung an die Studienkreditanstalt führt, wodurch die Hochschulen über größere finanzielle Mittel für die Lehre verfügen könnten: „Umgekehrt mindert eine hohe Erfolgsquote der Absolventen am Arbeitsmarkt die Höhe der erforderlichen Rücklagenabführung. Hieraus entsteht ein Interesse der Hochschulen an positiven Berufs- und Erwerbschancen „ihrer“ Absolventen. Dies wiederum dürfte wünschenswerte Rückwirkungen auf die Gestaltung des Studiums und die Qualität der Lehre haben.“120 [...]

Die Studienbeiträge sollen sich in einem Rahmen von 1.000 DM bis 1.500 DM bewegen, und zwar differenziert nach Studiengängen: „Mit dieser Regelung ist sichergestellt, daß eine annähernd verursachergerechte Kostenanlastung erfolgt.“118 Die Höhe der Studienbeiträge richtet sich also nach der Höhe der tatsächlich für einen Studiengang anfallenden Kosten, zumindest annäherungsweise, da die Umsetzung der Kosten für jeden einzelnen Studiengang zu aufwändig wäre, so daß eine Umsetzung für in verschiedenen Gruppen zusammengefaßten Studienfächer in Erwägung gezogen wird: „Dies läßt sich wegen zu hoher administrativer Kosten vermutlich nicht für jedes einzelne Studienfach umsetzen, wohl aber für zusammengefaßte Gruppen von Studienfächern (z.B. Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Medizin).“119 [...]

Die Zwischenschaltung der Studienkreditanstalt bei der Vergabe von Bildungsdarlehen dient also zuerst der Absicherung des Kredites bei den Kreditinstituten, um auszuschließen, daß Studierende aus einkommensschwachen Schichten aufgrund mangelnder Sicherheiten keine Kredite erhalten: „Durch die Haftung der Studienkreditanstalt gegenüber den Kreditinstituten ist ausgeschlossen, daß ein Studierwilliger wegen mangelnder Sicherheiten keinen Kredit erhält.“116 Diese Maßnahme soll zugleich der Wahrung der Chancengleichheit dienen, da über die Vergabe der Bildungsdarlehen an die Antragsteller unabhängig von ihren finanziellen Rahmenbedingungen aufgrund ihrer sozialen Herkunft eine Benachteiligung bei der Kreditvergabe verhindert werden soll: „Damit ist eine zentrale Forderung aus den obigen Überlegungen zur Vermeidung von allokativen Fehllenkungen und zur Wahrung von Chancengleichheit erfüllt.“117 [...]

Arbeit zitieren:
Maas, Patrick H. M. Juni 2003: Arbeiterklasse und Studiengebühren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Deutschland, Student, Unterschicht, Wirtschaftliche Lage, Studiengebühr

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