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Arbeit und Behinderung

Arbeitsfeld Tourismus, umgesetzt am Beispiel des Handlungskonzeptes von S. Staub-Bernasconi

Arbeit und Behinderung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ralf-Peter Schauf
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 147 Seiten
  • Dateigröße: 9,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Koblenz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2692-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2692-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2692-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schauf, Ralf-Peter April 2000: Arbeit und Behinderung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konzeption:Integrationsprinzip, Erwerbsarbeit, Sozialarbeitswissenschaft, Tourismus, Behinderung

Diplomarbeit von Ralf-Peter Schauf

Einleitung:

Die Situation von Menschen mit Behinderungen auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarkt ist trotz einiger positiver Ansätze, zum Beispiel in Form von Modellprojekten, seit Jahren ambivalent.

Einerseits werden die Betroffenen nicht nur durch ihre etwaigen Einschränkungen an der Teilnahme am sogenannten „1. Arbeitsmarkt“ ge- und behindert. Andererseits entstand durch unterschiedlichste Hilfs- und Unterstützungsangebote wie zum Beispiel auch durch die Einrichtung von Werkstätten für Behinderte, sowie durch manche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und sogenannte „Billig- oder Niedriglohnjobs“ eine Art „grauer oder 2. Arbeitsmarkt“.

In der vorliegenden Arbeit, geht es in erster Linie um die Darstellung der regionalen Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Cochem – Zell. Geprägt ist dieser Landkreis in seiner wirtschaftlichen Infrastruktur von zwei Faktoren: Landwirtschaft - hier vor allem Weinbau, der auf dem Arbeitsmarkt jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Tourismus - in Bezug auf die vom Weinbau und historischen Denkmälern geprägte Landschaft.

Größere Gewerbebetriebe oder Industrieanlagen, sind nur vereinzelt vorhanden. Dieses scheinbar wirtschaftliche und arbeitsplatzpolitische Defizit, stellt für die vorhandene Natur- und Kulturlandschaft allerdings einen Vorteil dar, welcher sich letztendlich positiv auf das touristische Angebot auswirkt. Die beiden Wirtschaftsektoren Weinbau und Tourismus bieten neben komplexen und anspruchsvollen Arbeitsplätzen auch eine Reihe einfacher strukturierter Beschäftigungsmöglichkeiten, wenn diese auch zum Teil saisonal begrenzt sind.

Demgegenüber steht für Menschen mit Behinderungen ein eher mangelhaftes Angebot auf dem regionalen Arbeitsmarkt zur Auswahl. Die Zielgruppe Menschen mit Behinderungen spielt im touristischen Angebot vor Ort bislang keine gravierende Rolle, obwohl Statistiken von Betroffenenverbänden und Reiseveranstaltern seit Jahren einen Wachstumsmarkt in diesem Sektor bestätigen.

Beim Stichwort „Markt“ stellt sich die Frage, ob angesichts „leerer Kassen“ beim Thema „Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen“, allein soziales Engagement und Wohlwollen genügt, oder letztendlich nicht die (auch ökonomische) Notwendigkeit besteht, neue Wege zu beschreiten.

Von der Notwendigkeit sich selbständig(e) Gedanken zu machen...

Das Thema „Arbeit und Behinderung“ bietet Raum für vielfältige Interpretationen: ist oder wird ein Mensch behindert durch Arbeit ? Behindert eine Behinderung zur Teilhabe an der Erwerbsarbeit ? Wie steht es mit der Sinnhaftigkeit von Arbeit trotz oder gerade wegen einer Behinderung ?

Vor allem aber, was ist eine „Behinderung“, ist sie im Betroffenen impliziert oder ist sie gesellschaftlich herangetragen, gar „andefiniert“?

Es erfolgt in der vorliegenden Arbeit keine Eingrenzung auf eine bestimmte Personengruppe mit Behinderungen, wie etwa „geistig oder körperlich behindert“, „psychisch erkrankt“, usw. Dies soll, sofern notwendig, in den spezifischen Fragestellungen der einzelnen Unterpunkte Berücksichtigung finden, etwa welche individuellen Fähigkeiten für welches Angebot benötigt werden oder welches individuelle Angebot für welche (individuellen) Fähigkeiten erforderlich ist.

Da die oben genannten Fragen konträr und niemals endgültig zu beantworten sind, geht es um die konkrete und somit praktische Möglichkeit, selbst Arbeitsplätze zu entwickeln. Zum einen aufgrund der lokalen Angebotsstruktur in Bezug auf Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen, zum anderen die regionale Haupterwerbsquelle Tourismus (neben dem Weinbau) auf ihre Tauglichkeit als Arbeitsplatz für eben diese Zielgruppe hin zu überprüfen. Ökonomische und somit auch betriebswirtschaftliche Aspekte haben hier zudem eine besondere Bedeutung, wenn das Ganze nicht als „typisches Modellprojekt“ künstlich initiiert werden soll, um anschließend wieder in der Versenkung zu landen.

Aus diesem Grund ist der Frage nach der Unternehmensform ein Kapitel gewidmet, da in den letzten Jahren neben einer Vielzahl privatwirtschaftlicher Existenzgründungen im sozialen Bereich, auch die großen Wohlfahrtsverbände diesbezüglich neue Wege beschreiten. Als Hinweise seien hier nur Begriffe wie „Outsourcing“, Integrationsbetriebe, bzw. die Gründung gemeinnütziger Gesellschaften (gGmbH) genannt. Bei aller Notwendigkeit zu ökonomischen Überlegungen, steht die Arbeit für und mit den Menschen im Mittelpunkt, als Mitarbeiter, Mit-Anbieter, Nutzer, Gast und Kunde.

Die hier gemachten Überlegungen sollen die Möglichkeit einer sozialarbeiterischen und wissenschaftlichen Umsetzung und Überprüfung ermöglichen.

Als Bezugsrahmen aus der Sozialarbeitswissenschaft dient dabei das Handlungskonzept von Sylvia Staub-Bernasconi, da dieses als methodologische Planungshilfe für die Praxis genutzt, aber auch hinterfragt werden soll.

Die Eingrenzung der komplexen Thematik „Arbeit und Behinderung“ erfolgt auf die Schwerpunkte: gegenwärtige Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderungen im regionalen Bereich, unter besonderer Berücksichtigung des Tourismus als potentielles Arbeitsfeld, sozialarbeitswissenschaftliche Grundsätze des Handlungskonzeptes von Staub-Bernasconi als Planungshilfe, der Konzeptentwurf einer Arbeitsplatzgestaltung, dessen einzelne Punkte soweit ausgeführt sind, dass eine hierauf aufbauende und weiterführende Konkretisierung des Unternehmens möglich ist.

Gang der Untersuchung:

Teil I der vorliegenden Arbeit betrachtet die aktuelle Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderungen und hinterfragt den Wirtschaftsbereich Tourismus als Arbeitsfeld.

Kapitel 1 setzt sich mit den Begriffen Arbeit und Behinderung auseinander.

Das allgemeine Verständnis von Arbeit, sowie Ansätze neuerer Konzepte und Sichtweisen der Arbeit werden hier dargestellt und im weiteren Verlauf auf die Beschäftigungssituation behinderter Menschen hin beleuchtet. Es stellt sich dabei die Frage, welche Menschen und warum eben diese, mit dem Attribut Behinderung belegt werden. Die Fremddefinition steht hier dem Eigenverständnis der so Benannten gegenüber, sowie das für sie bereitgestellte Arbeitsangebot. Verdeutlicht wird dies in Kapitel 1 anhand der regionalen Arbeitsmarktsituation im Landkreis Cochem-Zell, unter Berücksichtigung etwaiger Ursachen für ein defizitäres Angebot.

Kapitel 2 widmet sich in seiner Darstellung dem prosperierenden Sektor Tourismus, betrachtet unter zwei Aspekten: Zum einen das touristische Angebot für Menschen mit Behinderungen vor Ort, zum anderen Tourismus als Arbeitsfeld für Menschen mit Behinderungen. Hieraus leitet sich der Konzeptentwurf in Teil III ab. Teil II stellt die sozialarbeitswissenschaftlichen Grundsätze des Handlungskonzeptes von Sylvia Staub-Bernasconi dar, dass dem Konzeptentwurf als methodologische Planungshilfe dient. Der Konzeptentwurf in Teil III, Kapitel 4ff beinhaltet eine zusammengefasste Unternehmenskonzeption. Inhalt dieser ist es, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen im Bereich Tourismus zu schaffen, sowie mit integriertem Angebot auch für diese Zielgruppe als Kunden. Diese Konzeption behandelt Fragen einer privatwirtschaftlichen Existenzgründung ebenso, wie die Möglichkeit diese Überlegungen zum Beispiel in Form einer gemeinnützigen Integrationsfirma zu realisieren. Letztendlich soll die gesamte Arbeit als Planungshilfe und Leitfaden genutzt werden können, auch um potentielle Interessenten zu dieser Thematik zu beraten.

Inhaltsverzeichnis:

I. Ausgangslage 1
II. Thematische Eingrenzung 2
III. Ziele und Aufbau der Arbeit 4
Teil I: Zum Verständnis der gegenwärtigen Situation
1. Arbeit 6
1.1 Behinderung 9
1.2 Zur Bedeutung des Berufes für Menschen mit Behinderungen in der Arbeitsgesellschaft 11
1.3 Arbeitsmarktsituation 13
1.4 Rechtliche Grundlagen und Leistungen 19
1.5 Die regionale Arbeitsmarktsituation im Landkreis Cochem-Zell 25
1.5.1 Regionale Angebote der Sozialen Arbeit 27
1.5.2 Ursachen für das defizitäre Beschäftigungsangebot (regional) 30
2. Tourismus 33
2.1 Zielgruppe reisende Menschen mit Behinderungen 36
2.2 Touristische Angebote im Landkreis Cochem-Zell 42
2.2.1 Spezifische Angebote für Menschen mit Behinderungen 43
2.3 Arbeitsfeld Tourismus 43
2.4 Ursachen für das defizitäre Angebot 44
Teil II: Sozialarbeitswissenschaftliche Grundsätze - das Handlungskonzept nach S. Staub - Bernasconi
3. Sozialarbeitswissenschaft 46
3.1 Grundlagen des Handlungskonzeptes 47
3.2 Planungshilfe: Methodisches Vorgehen anhand des Handlungskonzeptes zur vorliegenden Problemkonstellation 53
Teil III: Konzeptentwurf
4. Zielsetzung und generelle Anforderungen an das Angebot 63
4.1 Unternehmensform 66
4.1 Marktanalyse 69
4.2 Objektbeschreibung 73
4.3 Spezielle, inhaltliche Angebotsgestaltung 80
4.4 Arbeitsplatzbeschreibungen 84
4.5 Marketing 89
4.6 Kapital- und Liquiditätsplanung/Finanzierung 93
4.7 Konzeptrealisierung und Planen 102
4.8 Perspektive 104
Teil IV: Schlussbetrachtung
5. Evaluation 105
5.1 Zur Anwendung der Handlungskonzeptes 106
6. Fazit 108
Quellenverzeichnis 109
Abbildungsverzeichnis 114
Anhang 115

Arbeit zitieren:
Schauf, Ralf-Peter April 2000: Arbeit und Behinderung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konzeption:Integrationsprinzip, Erwerbsarbeit, Sozialarbeitswissenschaft, Tourismus, Behinderung

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