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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? - Wie Humor die Handlungsfähigkeit von Führungskräften erweitern kann

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? - Wie Humor die Handlungsfähigkeit von Führungskräften erweitern kann
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Nicole Krüger
  • Abgabedatum: Juli 2008
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Hildesheim Deutschland
  • Bibliografie: ca. 43
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2483-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krüger, Nicole Juli 2008: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? - Wie Humor die Handlungsfähigkeit von Führungskräften erweitern kann, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Führungsstil, Witz, Ironie, Handlungskompetenz, Kommunikation

MA-Thesis / Master von Nicole Krüger

Einleitung:

Liebe Leserin, lieber Leser, wie schätzen sie Ihren Humor ein? Gehört das Lachen für Sie zum täglichen Leben? Erlauben Sie sich beruflich ein wenig Spaß? Dabei ist die verbreitete gesellschaftliche Meinung zum Thema Humor und Arbeit sehr negativ besetzt. Die Aspekte Humor und Arbeit scheinen in der heutigen Arbeitswelt nicht zusammenzupassen. Wer bei der Arbeit lacht und fröhlich ist, wird irritiert angeschaut, gilt als unseriös, verspielt oder schlicht als unerwachsen. Doch das Phänomen Humor erfuhr in den letzten Jahren einen immer stärker werdenden Bedeutungszuwachs. Vor allem im Gesundheitsbereich setzen sich Wissenschaftler und Praktiker für die positiven Wirkungen des Humors auf die Gesundheit ein, so beschäftigen sich mittlerweile über 2000 Wissenschaftler weltweit mit Lachen. In verschiedenen Städten findet jährlich seit 2001 ein Humorkongress statt, der Humorberater, -forscher und Interessierte einlädt über Humor und seine Wirkungen zu diskutieren. Manager besuchen Humorseminare, in einigen Organisationen sorgen professionelle Schauspieler mit Unternehmenstheater für eine humorvolle Einlage zum tristen Arbeitsalltag und auch Hofnarren sollen in dem einen oder anderen Unternehmen eine Beschäftigung gefunden haben. Jedoch gilt Humor in den Managementebenen noch immer nicht als alltäglich, geschweige denn als hilfreich im Führungsalltag. Sie vertreten eher die Meinung, dass Arbeit und Spaß als zwei gegenteilige Aspekte zu betrachten sind. Der Grundsatz vieler Führungskräfte lautet demnach: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Diesen Irrglauben, dass Spaß das Gegenteil von Arbeit ist, gilt es zu widerlegen. Die Grundeinstellung der Führungskräfte muss sich ändern, denn Arbeit darf nicht nur Spaß machen - Arbeit soll Spaß machen. Nur wer seine Arbeit gerne macht - wer Spaß hat - der macht seine Arbeit auch gut.

Diese Master-Arbeit setzt sich zum Ziel, die Wichtigkeit von Humor im Führungsalltag zu verdeutlichen. Dabei soll im Einzelnen herausgestellt werden, dass das Führen mit Humor die Handlungskompetenz der Führungskräfte erweitern kann. Diese Master-Arbeit zeigt, wie man als Manager mit Humor unter anderem die Kommunikation auf allen Ebenen erleichtern kann, Motivation, Kreativität und Engagement der Mitarbeiter fördert, Stress und Spannungen abbauen kann und Konflikte erfolgreich meistert. Mit Hilfe von drei Handlungsempfehlungen wird dargestellt, wie Humor im Managementalltag Anwendung finden kann. Inwieweit diese Handlungsempfehlungen praktische Umsetzungen erfahren können, wird anhand von Experteninterviews empirisch erforscht werden. Dabei sollen drei Fragestellungen im Vordergrund stehen:

- Kann Humor im Führungsalltag eingesetzt werden?

- Wie relevant ist die Anwendung von Humor im Führungsalltag?

- Wo hat Humor im Führungsalltag seine Grenzen?

Um die Ziele der vorliegenden Arbeit umsetzen zu können wird zunächst einmal das allgemeine Verständnis zur Thematik aufgebaut. Neben den allgemeinen Definitionen der Begrifflichkeiten wird insbesondere auf die Komponenten der Handlungsfähigkeit eingegangen. Die Zusammensetzung der Komponente soziale Kompetenz findet hierbei nähere Aufmerksamkeit, da sie für das weitere Verständnis eine zentrale Rolle einnimmt. Die soziale Kompetenz und deren Konstrukte stehen mit dem Phänomen Humor in einem unzertrennlichen Zusammenhang. Vor allem der kommunikativen Sozialkompetenz kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Der zweite Teil dieses Kapitels beschäftigt sich mit dem Terminus Humor, indem der Begriff als solcher seine Erläuterung finden wird. Hinzu kommt die geschichtliche Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert im Allgemeinen sowie die weitere Entstehungsgeschichte des Anglizismus Humor in Deutschland. Weitere Grundlagen bilden das Aufzeigen unterschiedlicher Arten des Humors und deren Wirkungen, wobei für die weitere Relevanz der Arbeit eine Auswahl von drei Typen nähere Erklärung finden. Des Weiteren wird durch die Ausarbeitung von Humortheorien gezeigt, auf welchem wissenschaftlichen Hintergrund die Wirkungsweisen von Humor beruhen.

Kapitel drei stellt einerseits eine Verbindung der vorangegangen Erläuterungen dar und andererseits bildet diese Verbindung den Ausgangspunkt für die Ausarbeitung der Handlungsempfehlungen bezüglich Humor im Führungsalltag. Insbesondere bedeutet dies das Veranschaulichen des Zusammenhangs von Humor und Führung sowie von Humor und sozialer Kompetenz. Unabdingbar hierfür sind die Darstellung der einzelnen Wirkungsweisen des Humors und deren Merkmale. Anhand dieser Zusammenhänge ist es nun möglich die Handlungsempfehlungen für die Zielgruppe der Führungskräfte herauszuarbeiten. Kapitel drei enthält drei Empfehlungen die die Einsatzmöglichkeiten von Humor verdeutlichen. Zur Vollständigkeit enthält dieses Kapitel einen Exkurs zum Thema unterschiedliches Humorverständnis der Geschlechter. Doch nicht nur das unterschiedliche Humorverständnis der Geschlechter sollte bei der Anwendung Berücksichtigung finden, auch die Verschiedenheiten der Menschen sind im Allgemeinen zu beachten.

Welche Grenzen die Anwendung von Humor des Weiteren mit sich bringt, beschreibt Abschnitt 3.6.

Mit der Untersuchung zur praktischen Anwendbarkeit zum Thema Humor, welches in Kapitel vier zu finden ist, sollen mittels Interviews mit Führungskräften die Handlungsempfehlungen bezüglich ihrer Praxisrelevanz geprüft werden. Besonderes Anliegen hierbei ist es zu verdeutlichen, dass Humor durchaus als ein Instrument der Führung eingesetzt werden kann.

In Kapitel fünf werden die Ergebnisse der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Thema zusammengefasst und bezüglich ihrer Verwendung im praktischen Umfeld diskutiert. Abschließend wird Kapitel sechs Methoden aufzeigen, wie Berater den individuellen Humor von Führungskräften schulen können.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitung 6
1.1 Einführung in das Thema 6
1.2 Zielsetzung der Arbeit 7
1.3 Aufbau der Arbeit 7
2. Definitionen und Grundlagen 9
2.1 Begriffsbestimmung“Führung“ 9
2.1.1 Führungsstile 11
2.1.1.1 Der autoritäre bzw. hierarchische Führungsstil 11
2.1.1.2 Der demokratische bzw. kooperative Führungsstil 12
2.1.1.3 Der Laissez-faire-Führungsstil 12
2.2 Begriffbestimmung „Handlungskompetenz“ 13
2.2.1 Handlungskompetenzen einer Führungskraft 14
2.2.1.1 Die fachliche Kompetenz 15
2.2.1.2 Die methodische Kompetenz 15
2.2.1.3 Die soziale Kompetenz 16
2.2.1.3.1 Die verhaltensbezogenen Konstrukte / Soziale Fertigkeiten 17
2.2.1.3.2 Die Persönlichkeitsorientierten Konstrukte 18
2.3 Die kommunikative Sozialkompetenz 19
2.3.1 Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun 19
2.3.2 Kommunikation und Führung 21
2.4 Zusammenfassung 22
2.5 Begriffsbestimmung „Humor“ 23
2.5.1 Begriffsdefinition von „Humor“ 23
2.5.2 Die Entwicklung des Begriffs „Humor“: von der Antike bis ins 18. Jahrhundert – ein Abriss 24
2.5.3 Die Entwicklung des Humors in Deutschland 26
2.5.4 Begriffliche Eingrenzung von Humor bezüglich des kontextuellen Hintergrund 29
2.5.5 Die unterschiedlichen Arten des Humors und deren Wirkungen 30
2.5.5.1 Der Witz 31
2.5.5.2 Die Ironie / Selbstironie 32
2.5.5.3 Der Zynismus 33
2.5.6 Die Humortheorien 34
2.5.6.1 Die Überlegenheits- und Aggressionstheorien 34
2.5.6.2 Die Inkongruenz-Theorie 35
2.5.7 Zusammenfassung 36
3. Wie Humor die Handlungskompetenz von Führungskräften erweitern kann – Empfehlungen 37
3.1 Humor in der Führung 37
3.2 Der Zusammenhang von Humor und sozialer Kompetenz 39
3.3 Die Wirkungsweisen von Humor 42
3.4 Wie Humor im Führungsalltag Anwendung finden kann – Empfehlungen 46
3.4.1 Selbstironie als Führungstechnik 47
3.4.2 Der Einsatz von Humor als Mittel der Kritik bzw. der Anerkennung 48
3.4.3 Der Einsatz von Humor als Mittel der Konfliktlösung 51
3.5 Exkurs: Unterschiedliches Humorverständnis der Geschlechter 54
3.6 Die Grenzen des Humors – Gibt es sie wirklich? 55
3.7 Zusammenfassung 56
4. Empirische Untersuchung – praxisorientierte Prüfung der Empfehlungen zur Anwendung von Humor im Führungsalltag 57
4.1 Problem und Ziele der Untersuchung 57
4.2 Die Wahl der Untersuchungsmethode 58
4.3 Die Auswahl der Interviewpartner 61
4.4 Der Verlauf der Untersuchung 62
4.5 Die Ergebnisse der Befragung mittels Interview 63
4.5.1 Die Auswertung der Meinungen zu Empfehlung1 64
4.5.2 Die Auswertung der Meinungen zu Empfehlung2 66
4.5.3 Die Auswertung der Meinungen zu Empfehlung3 68
5. Diskussion der Ergebnisse 70
6. Wie die Führungskraft ihren Sinn für Humor schulen kann 75
6.1 Übung 1: Die humorvolle Fantasie anregen 78
6.2 Übung 2: Humor als Situationskomik erkennen 78
6.3 Übung 3:Spontanen Humor erleben 79
6.4 Übung 4:Sandkasten-Übung 79
7. Fazit 80
8. Literatur- und Quellenverzeichnis 81
Anhang

Textprobe:

Kapitel 3.6 Die Grenzen des Humors – Gibt es sie wirklich?: Nicht jedes Lachen ist der Ausdruck von Humor. Aus diesem Grund soll dieser Abschnitt verdeutlichen, wo die Grenzen des Humors liegen. Entsteht Humor aus einfacher Heiterkeit heraus, ist dies im ersten Augenblick unkritisch und naiv. Aber es kann hierbei die Gefahr entstehen, dass auf Kosten Anderer gelacht wird, was wiederum bedeutet, dass die Selbstkritik, die ein Merkmal des Humors ist, entfällt.

Hinzu kommt, dass das Lachen und der Humor an sich, oft als Machtmittel eingesetzt wird, welches intolerante und berechnende Züge annehmen kann und damit die Grenzen des Humors definitiv überscheiten. Zumal dies auch nicht den in dieser Ausarbeitung dargestellten Wirkungsweisen entspricht, die einen wohlwollenden und fördernden Charakterzug einnehmen. Die Grenzen des Humors müssen bei jeder Anwendung Berücksichtigung finden.

So liegen die Grenzen des Humors zum einen in der unterschiedlichen Wahrnehmung, denn die Menschen besitzen alle einen unterschiedlichen Humorcharakter. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens ein individuelles Konstrukt von Humor. Hinzu kommt, dass Humor situationsabhängig und gefühlsabhängig ist. Dies bedeutet konkret, dass die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Situationen und auch von Humor selbst, zu Verständigungsschwierigkeiten führen können und die positiven Wirkungsweisen nicht greifen. Es ist jedoch schwierig konkrete Grenzen bezüglich des Humors zu benennen. Außer, dass unterschiedliche humoristische Charaktere aufeinander treffen, die Äußerungen situations- und branchenabhängig sind und humoristische Anmerkungen die die Persönlichkeit anderer betreffen, können keine konkreteren Grenzen genannt werden.

Im kontextuellen Zusammenhang betrachtet, sind die Grenzen des Humors so zu ziehen, dass die Führungskraft nicht ihre Autorität untergräbt oder eventuelle persönliche Äußerungen bezüglich der jeweiligen Personen zulässt. Betrachtet man die Ergebnisse der Umfrage von „managerseminare“, kann folgendes festgestellt werden. Die Leser sehen die Grenzen des Humors zu 84% in der Verhinderung der Arbeit. Das heißt, dass dieser durch zu häufige Anwendung die Mitarbeiter am Arbeiten hindern kann. Des Weiteren sehen die Leser von „managerseminare“ zu 80% die Grenzen des Humors in der Wirkung der Verletzbarkeit. Wird Humor angewandt, kann er auf Menschen treffen, die die verwendete Art nicht verstehen und somit das lustig Gemeinte missverstehen. Wie bereits angesprochen, liegt hier die Grenze des Humors in der Abhängigkeit der Situation. Ein weiteres Ergebnis dieser Umfrage ist, dass Humor Fehler unter den Teppich kehren kann bzw. Missstände verniedlichen kann. Diese Aussage fand mit 68% Zustimmung.

Kapitel 3.7, Zusammenfassung: Die Ausführungen dieses Abschnittes haben gezeigt, dass Humor als Führungsinstrument zahlreiche positive Wirkungsweisen aufweist. Die Anwendung von Humor fördert somit die Arbeitszufriedenheit, macht die Arbeit sinnvoller, Nichterreichbares ebenso wie ein Scheitern erträglicher. Ebenso wirkt sich der Humor positiv auf die Konfliktbewältigung aus. Er erleichtert einen Perspektivenwechsel, entspannt die Situation, nimmt die Angst vorm eingestehen eigener Schwächen und er fördert die Sachlichkeit. Hinzu kommt, dass die Anwendung von Humor ohne entsprechende kommunikative Kompetenzen nicht möglich ist, da über die Kommunikation die Weitergabe von Informationen erfolgt. Des Weiteren wurde festgehalten, dass humoristische Personen sozial aktiver und kommunikativer sind und somit offener mit neuen Situationen und Personen umgehen. Die humorvolle Kommunikation fördert das Gleichgewicht sowie ein offenes Klima am Arbeitsplatz. Außerdem wird mit diesen positiven Wirkungsweisen der jeweils angewandte Führungsstil effizienter und die positiven Absichten werden verstärkt. Die Verwendung von Humor im Führungsalltag unterstützt demnach die bisher bekannten und notwendigen Handlungskompetenzen von Führungskräften.

Arbeit zitieren:
Krüger, Nicole Juli 2008: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? - Wie Humor die Handlungsfähigkeit von Führungskräften erweitern kann, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Führungsstil, Witz, Ironie, Handlungskompetenz, Kommunikation

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