Anwendungsmöglichkeiten der systemischen (Familien-) Therapie in der ganzheitlichen Unternehmensberatung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marcel Schmidt-Bonacker
- Abgabedatum: Dezember 1998
- Umfang: 90 Seiten
- Dateigröße: 426,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2156-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2156-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2156-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmidt-Bonacker, Marcel Dezember 1998: Anwendungsmöglichkeiten der systemischen (Familien-) Therapie in der ganzheitlichen Unternehmensberatung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Familie, Systemisch, Intervention, Therapie, Unternehmensberatung
In den Warenkorb
38,00 €
Diplomarbeit von Marcel Schmidt-Bonacker
Einleitung:
Die systemische Beratung von Familien oder Organisationen bietet vielversprechende Interventionsformen für komplexe Systeme. Wenn auch Familien und Unternehmungen auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemein haben, so ähneln sich doch die Denkmodelle und Konzepte der Beratung für diese Systeme. Bestehen daher Anwendungsmöglichkeiten der Interventionstechniken aus der systemischen (Familien-) Therapie in der Unternehmensberatung? Welche Interventionstechniken sind in der Beratung anwendbar?
Die Diplomarbeit soll das Interventionsverständnis und die Interventionstechniken der Systemtheorie und systemischen (Familien-) Therapie vorstellen. Dabei soll ganzheitliche Intervention als ein zukunftsfähiges Beratungskonzept vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Ziel und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 2. | Begriffsbestimmung | 2 |
| 3. | Entwicklungsgeschichte und Stand der Forschung systemischer Therapie | 3 |
| 3.1 | Das Mailänder Modell | 7 |
| 3.2 | Paul F. Dell: Pathologie | 8 |
| 3.3 | Steve de Shazer: Kurztherapie | 10 |
| 3.4 | Tom Andersen: Reflecting Team | 11 |
| 3.5 | Erzähltherapie | 11 |
| 3.6 | Von der Familientherapie zur Organisationsberatung | 12 |
| 4. | Konzepte der Organisationsberatung | 13 |
| 4.1 | Gutachten | 14 |
| 4.2 | Expertenberatung | 15 |
| 4.3 | Organisationsentwicklung (OE) | 16 |
| 4.4 | Systemische Beratung | 18 |
| 5. | Denkmodelle und ihre Konsequenzen aus Systemtheorie und Familientherapie | 26 |
| 5.1 | Realität - Radikaler Konstruktivismus | 27 |
| 5.2 | Komplexität | 33 |
| 5.3 | Kausalität | 39 |
| 5.3.1 | Triviale Maschine - lineare Kausalbeziehung | 39 |
| 5.3.2 | Nicht-triviale Maschine (NTM) - zirkuläres Kausalmuster | 40 |
| 5.4 | Reduktion von Komplexität | 42 |
| 5.5 | Umweltoffen und operational geschlossen - Resonanz erzeugen | 44 |
| 5.6 | Die Funktion der Latenz | 47 |
| 6. | Thesen | 50 |
| 7. | Conclusio: Interventionstechniken | 55 |
| 7.1 | Neutralität | 57 |
| 7.2 | Hypothetisieren | 59 |
| 7.3 | Paradoxe Intervention | 60 |
| 7.4 | Zirkuläres Fragen | 61 |
| 7.5 | Konnotation | 65 |
| 7.6 | Reflecting Team | 66 |
| 7.7 | Reframing (Umdeutung) | 68 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 72 |
Komplexe Systeme sind eigendynamisch. Sie können sich ohne Zutun von außen eigenständig fortentwickeln. Das tun sie in der Regel auch, was den Akteur unter Zeitdruck setzt, denn eigendynamische Systeme warten nicht wie die Figuren auf einem Schachbrett113 auf die nächste Entscheidung. Das "Innenleben" dieser Systeme ist gegenüber der Umwelt relativ autonom.114 Schlange schreibt, die "Tendenz, aus sich heraus selbstorganisierende Kräfte zu mobilisieren, ist vielmehr anzuregen und geschickt zu nutzen anstatt sie zu bekämpfen ..."115 Und Malik schreibt: "Wenn man an den richtigen Faktoren ansetzt, kann man mittels kleiner Änderungen unter Ausnützung der der Situation inhärenten Eigendynamik sehr große Wirkungen erzielen."116 [...]
Da wir das System aber in der Regel nicht direkt beeinflussen können, können wir es nur indirekt lenken, indem wir die äußeren Rahmenbedingungen entsprechend günstig gestalten. Dies ist vergleichbar mit der Vorstellung des Gärtners, der die äußeren Wachstumsbedingungen für seine Pflanzen möglichst günstig zu gestalten versucht. Wachsen müssen seine Pflanzen aber selber. Auch der systemische Berater weiß, daß er nicht direkt in die Organisation eingreifen kann. Er bietet lediglich günstige Bedingungen für Erkenntnisprozesse. Kommen müssen diese aber selber. Erkennen ist ein aktiver Prozeß. Aktiv aber heißt: im sokratischen Sinne selbst erkennen, nicht Erkenntnis gelehrt bekommen. Deshalb stellen Berater so viele scheinbar naive Fragen. Willke schreibt: [...]
Steve de Shazer drückt es so aus: "Es gibt kein Verstehen, sondern nur mehr oder weniger nützliche Mißverständnisse." Der radikale Konstruktivismus sagt dazu: Wir verstehen die Welt dort, wo unsere Wirklichkeitskonstruktionen an ihr scheitern104, weil wir dann wissen, wie die Welt auf jeden Fall nicht ist. Wir nähern uns der Welt lediglich durch negativen Ausschluß nicht viabler Wirklichkeitskonstruktionen. Das tun Berater in einer Sitzung beim → Hpothetisieren: Sie bieten Wirklichkeitskonstruktionen an, die an der sozialen Wirklichkeit des Systems scheitern oder von ihm angenommen werden. Daß sie angenommen werden, heißt nicht, daß sie stimmen. Aber sie sind hilfreich und erklären möglicherweise einen Teil der Realität. Um diesen Teil der Realität möglichst groß zu halten, ist Heinz von Foersters therapeutischer Vorschlag nicht Reduktion, sondern Expansion der eigenen Komplexität. Dazu empfiehlt er seinen ethischen Imperativ: "Handle stets so, daß Du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst!"105 Gemeint ist damit, [...]
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832421564
Arbeit zitieren:
Schmidt-Bonacker, Marcel Dezember 1998: Anwendungsmöglichkeiten der systemischen (Familien-) Therapie in der ganzheitlichen Unternehmensberatung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Familie, Systemisch, Intervention, Therapie, Unternehmensberatung



