Anwendung der Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Kostenzurechnung
Am Beispiel des Retailgeschäfts einer Kapitalanlagegesellschaft
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Morgenstern
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4721-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4721-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4721-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Morgenstern, Jens September 2001: Anwendung der Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Kostenzurechnung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gemeinkosten, Kapitalanlagegesellschaft, Prozesskostenrechnung, Kalkulation, Verursachungspronzip
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Diplomarbeit von Jens Morgenstern
Einleitung:
Getragen vom Börsenboom brauchte sich die Mehrzahl der deutschen Kapitalanlagegesellschaften (KAGs) in den letzten Jahren keine Gedanken über eine Kostenrechnung zu machen. Eine stetig ansteigende Wertentwicklung ihrer Investmentfonds und der daraus resultierende Zulauf von neuen Anlegern ließen das Fondsvermögen und damit auch die Erträge aus den Gebühren für das Management der Fonds stark anwachsen. Diese übertrafen bislang die daraus entstandenen Kosten bei weitem.
Als im März 2000 die Talfahrt an den deutschen Börsen begann, wurden auch die Investmentfonds nicht verschont. Im Februar 2001 überwog erstmals die Summe der Nettoverkäufe von Investmentzertifikaten in Aktienfonds, welche den Hauptanteil zum Wachstum der letzten Jahre beisteuerten. Das in Deutschland in Publikumsfonds verwaltete Vermögen sank aufgrund des anhaltend schlechten Aktienmarktklimas seit Jahresende 2000 von 423,6 auf 401,7 Mrd. € zum 31. März 2001.
Infolge stagnierender Einnahmen aus dem Fondsgeschäft müssen sich KAGs heute notgedrungen Gedanken über ihre Kostensituation und die Profitabilität ihrer Investmentfonds machen.
Darüber hinaus müssen sie sich veränderten Marktbedingungen anpassen, um unter dem zunehmenden Druck der Wettbewerber und Märkte sowie steigender Anforderungen der Anleger bestehen zu können. So gehören im Sektor Finanzdienstleistungen Einschränkungen bezüglich Preisgestaltung, Produktmix, Geographie und Wettbewerb infolge der Deregulierung praktisch der Vergangenheit an. Beispielhaft dafür ist die Tatsache, dass immer mehr ausländische KAGs in den deutschen Markt drängen und sich damit der Konkurrenzdruck erhöht. Infolge der Veränderung der Nachfrageverhältnisse hin zu Individualisierung und neuen Spezifikationen, d. h. dem Wunsch nach Publikumsfonds mit immer neuen Ausrichtungen und Anlagespektren, stieg auch die Anzahl der aufgelegten Fonds. Um das gestiegene Dienstleistungsangebot bewältigen zu können, waren und sind umfangreiche Aufwendungen unter anderem im Personal- und EDV-Bereich erforderlich.
Die Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen kann indes nur auf der Grundlage umfangreicher Informationen über die Ertragslage der eigenen Produkte und Dienstleistungen gelingen. Ohne ausreichende Kostentransparenz besteht andernfalls die Gefahr der Unrentabilität aufgrund einer strategisch fehlerhaften Preisbildung. Angesichts der fortschreitenden Diversifikation der Produktpalette ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Es muss gelingen, ertragreiche von verlustbringenden Fonds zu unterscheiden, um die Rentabilität des eingesetzten Kapitals sicherzustellen. Es sind Fragen wie „Wie viel kostet das Unternehmen ein bestimmter Fonds?“ und „Erwirtschaftet dieser Fonds Gewinn?“, welche die vorliegende Arbeit motivieren. Sie können nur beantwortet werden, wenn jedem Fonds genau die Kosten zugeordnet werden, die er verursacht.
Diese Diplomarbeit untersucht die praktische Anwendung der Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Kostenzurechnung auf die einzelnen Kalkulationsobjekte in einer KAG. Das Ziel ist eine strategische Kalkulation. Als Kalkulationsobjekte kommen dabei Prozesse, Produkte und Dienstleistungen in Betracht. In diesem Zusammenhang werden ausgewählte Kalkulationsmethoden auch unter Beachtung von Kosten-Nutzen-Abwägungen analysiert.
Beim Einsatz der Prozesskostenrechnung in KAGs sind dabei Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die aus dem Dienstleistungscharakter dieser Branche entstammen. Dienstleistungsunternehmen sind durch eine Vielzahl inhomogener Tätigkeiten mit einer breiten Palette an Kosteneinflussfaktoren geprägt. Kennzeichnend ist der hohe Anteil an fixen Bereitschaftskosten, um die schwankende Nachfrage zu bedienen. Die Individualisierung der Kundenwünsche begünstigt den Trend zur Produkt- und Prozessdiversifikation und damit zu immer höherer Unternehmenskomplexität.
Mit der Konzentration auf die prozessorientierte Kostenverrechnung in KAGs geht eindeutig eine Eingrenzung und Fokussierung der Problemstellung einher. Weder eine branchenunabhängige noch eine sich mit anderen Aufgabenstellungen als der verursachungsgerechten Kostenzurechnung beschäftigende Systematik sind angestrebt.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| 1. Kapitel: Einführung | 1 | |
| 1.1 | Zur Notwendigkeit einer verursachungsgerechten Kostenzurechnung in Kapitalanlagegesellschaften | 1 |
| 1.2 | Aufgabenstellung | 2 |
| 1.3 | Begriffliche Abgrenzung der Themenstellung | 3 |
| 1.4 | Gang der Untersuchung | 4 |
| 2. Kapitel: Die Kapitalanlagegesellschaft | 5 | |
| 2.1 | Investmentfonds als Geschäftsgegenstand von Kapitalanlagegesellschaften | 5 |
| 2.2 | Begriff und Geschäftsmodell | 6 |
| 2.3 | Typischer funktionaler Aufbau | 8 |
| 2.4 | Kosten und Erlöse bei Kapitalanlagegesellschaften | 9 |
| 3. Kapitel: Die Prozesskostenrechnung | 11 | |
| 3.1 | Entstehung und Grundidee | 11 |
| 3.2 | Einsatzgebiet und Ziele | 13 |
| 3.3 | Merkmale und Systematik | 15 |
| 3.3.1 | Tätigkeits- und Prozessanalyse | 16 |
| 3.3.2 | Teilprozesse als primäres Zurechnungsobjekt der Ressourcenkosten | 18 |
| 3.3.3 | Kalkulation der Prozesskosten und Prozesskostensätze | 20 |
| 3.3.4 | Kostenverrechnung auf die Produkte und Dienstleistungen | 21 |
| 3.3.5 | Schematische Zusammenfassung der Vorgehensweise | 24 |
| 3.4 | Kritische Betrachtung der Prozesskostenrechnung | 25 |
| 4. Kapitel: Umsetzung der Prozesskostenrechnung bei der Internationalen Kapitalanlagegesellschaft mbH (INKA) | 28 | |
| 4.1 | Die Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbH (INKA) | 28 |
| 4.2 | Hintergrund und Abgrenzung des Untersuchungsbereichs | 29 |
| 4.3 | Momentaner Aufbau der Kostenrechnung | 31 |
| 4.4 | Durchführung der Untersuchung | 32 |
| 4.4.1 | Struktur und Aufgaben der Organisationseinheit Retailgeschäft | 32 |
| 4.4.2 | Leistungs- und Prozessanalyse | 33 |
| 4.4.3 | Festlegung der Gestaltungsparameter der Auswertungsrechnung | 35 |
| 4.4.4 | Zuordnung relevanter Ressourcenkosten zu den Prozessen | 35 |
| 4.4.5 | Bestimmung der Prozesskosten | 38 |
| 4.4.6 | Verrechnung der Prozesskosten auf die Fonds | 39 |
| 4.4.7 | Auswertungsrechnung | 47 |
| 4.5 | Modell der verursachungsgerechten Kostenzurechnung im Retailgeschäft | 48 |
| 5. Kapitel: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick | 54 | |
| 5.1 | Ergebnisse der Untersuchung | 54 |
| 5.2 | Ausblick in die Zukunft | 55 |
| Literaturverzeichnis | 57 | |
| Anlagenverzeichnis | 63 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 93 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832447212
Arbeit zitieren:
Morgenstern, Jens September 2001: Anwendung der Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Kostenzurechnung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gemeinkosten, Kapitalanlagegesellschaft, Prozesskostenrechnung, Kalkulation, Verursachungspronzip



