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Die Anwendung der Fehlermöglichkeits- und Einfluß-Analyse (FMEA) im Dienstleistungsbereich

Die Anwendung der Fehlermöglichkeits- und Einfluß-Analyse (FMEA) im Dienstleistungsbereich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Werner Thum
  • Abgabedatum: Januar 1996
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0440-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0440-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0440-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Thum, Werner Januar 1996: Die Anwendung der Fehlermöglichkeits- und Einfluß-Analyse (FMEA) im Dienstleistungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Werner Thum

Gang der Untersuchung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit das ursprünglich für technische Entwicklungsprozesse und für die Produktplanung entwickelte Instrument der FMEA auch im Dienstleistungsbereich anwendbar ist. Dabei wird eine allgemeine Anwendung auf den gesamten Dienstleistungsbereich und nicht beispielhaft auf eine spezifische Dienstleistung angestrebt. Im Rahmen der Arbeit werden ausgewählte Besonderheiten von Dienstleistungen auf ihre Auswirkung bei der Durchführung der FMEA betrachtet, mögliche Probleme aufgezeigt und gleichzeitig Lösungsvorschläge sowie Anpassungsmaßnahmen vorgestellt.

Zu diesem Zweck erfolgt in Kapitel 2 ein theoretischer Einstieg in die Thematik. Der Verfasser befasst sich mit Aspekten der Qualität und der Einordnung der FMEA in das System des Total Quality Management. Da die Qualität mit unterschiedlichen Begriffsinhalten belegt ist, erfolgen eingangs begriffliche Abgrenzungen, während im Anschluss die notwendige Zusammenhänge im Bereich der Qualitätssicherung aufgezeigt werden sollen. Darauf aufbauend wird in Kapitel 3 die FMEA grundlegend dargestellt. Zu Beginn werden relevante Aspekte der FMEA, wie die Historie, Begriffsdefinitionen, Ziele, FMEA-Arten und organisatorische Maßnahmen angeführt. Ferner werden die einzelnen Phasen der FMEA-Durchführung näher erläutert. Eine abschließende Betrachtung stellen die Schlussfolgerungen für das Dienstleistungskapitel dar.

Das vierte Kapitel betrachtet mögliche Besonderheiten von Dienstleistungen, die sich im Kapitel 5 auf eine Anwendung der FMEA im Dienstleistungsbereich auswirken können. Die charakteristischen Merkmale von Dienstleistungen stehen hierbei im Blickpunkt der Betrachtung, gefolgt von Ausführungen über eine Typologie von Dienstleistungen. Im darauf folgenden fünften Kapitel erfolgt die Betrachtung der Auswirkungen von Dienstleistungsbesonderheiten auf die FMEA. Es werden hierbei die in Kapitel 4 aufgeführten Besonderheiten in ihrer Auswirkung auf den FMEA-Einsatz im Dienstleistungsbereich hin untersucht. Die Auswirkungen dieser Besonderheiten ergeben die Problematik eines FMEA-Transfers. Auf Basis der möglichen Probleme, werden die für einen FMEA-Einsatz im Dienstleistungsbereich notwendigen Anpassungsmaßnahmen erläutert. Die jeweiligen Transferüberlegungen und Anpassungsbeschreibungen begründen eine mögliche „Service-FMEA“. Die Vorgehensweise dieses Kapitels orientiert sich dabei analog zum dritten Kapitel.

Eine abschließende Bewertung des FMEA-Transfers auf den Dienstleistungsbereich beendet die Arbeit (Kapitel 6). In diesem Rahmen wird die Anwendbarkeit der FMEA im Dienstleistungsbereich zusammenfassend betrachtet, Hierbei soll auch eine Antwort auf die Frage gefunden werden, ob eine Anwendung der FMEA im Dienstleistungsbereich sinnvoll erscheint.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 3
2. Präventive Fehlervermeidung als wesentlicher Bestandteil des Total Quality Management (TQM) 5
2.1 Definition von Qualität 5
2.2 Präventive Qualitätssicherung und TQM 6
2.3 FMEA als Verfahren zur Erreichung des Null-Fehler Prinzips 7
3. Darstellung der Fehlermöglichkeits- und Einfluss-Anlayse (FMEA) 9
3.1 Historie der FMEA und definitorische Abgrenzungen 9
3.2 Ziele und Anwendungskriterien 11
3.3 FMEA-Arten und methodische Zusammenhänge 13
3.4 Organisation der FMEA 16
3.5 Durchführung der FMEA 18
3.5.1 Planung 19
3.5.2 Fehleranalyse 22
3.5.3 Risikobewertung 24
3.5.4 Maßnahmenermittlung 29
3.5.5 Maßnahmenbewertung 31
3.5.6 Maßnahmenrealisierung 32
3.6 Schlussfolgerungen 32
4. Darstellung von Besonderheiten des Dienstleistungsbereichs 34
4.1 Begriffliche Abgrenzung von Sachgütern und Dienstleistungen 34
4.1.1 Immaterialität 35
4.1.2 Integration des externen Faktors 37
4.2 Typologisierung von Dienstleistungen anhand von Leistungsbündeln 39
5. Auswirkungen von Dienstleistungsbesonderheiten auf die Anwendung der FMEA im Dienstleistungsbereich - die Service-FMEA 43
5.1 Auswirkungen von Besonderheiten auf allgemeine Bereiche der FMEA 43
5.1.1 Darstellung von FMEA-Anwendungskriterien bei Dienstleistungen 43
5.1.2 „Kundenintegration“ als Einflussfaktor auf die Bestimmung einer geeigneten FMEA für Dienstleistungen 44
5.1.3 Organisatorische Besonderheiten bei der Implementierung und Durchführung der FMEA in Dienstleistungsunternehmen 46
5.1.4 Besonderheiten der Zusammensetzung eines FMEA-Teams in Dienstleistungsunternehmen 48
5.2 Auswirkungen von Besonderheiten auf die Durchführung der FMEA 49
5.2.1 Zur Planung eines FMEA-Projekts bei Dienstleistungen 49
5.2.1.1 Selektionsverfahren für relevante Dienstleistungsprozesse 49
5.2.1.2 Lösung von Strukturierungsproblemen bei Dienstleistungen durch „Service-Mapping“ 51
5.2.1.3 Vorschlag eines FMEA-Formulars für den Dienstleistungsbereich 55
5.2.2 Zur Fehleranalyse bei Dienstleistungen 57
5.2.2.1 Einfluss der Kundenintegration auf die Fehleranalyse bei Dienstleistungen 60
5.2.2.2 Ermittlung von Fehler-Folge-Ursachen-Ketten bei Dienstleistungen 60
5.2.2.3 Sicherheitsrelevante Dienstleistungsprozesse 65
5.2.3 Zur Risikobewertung bei Dienstleistungen 66
5.2.3.1 Auswirkungen der Kundenintegration auf Auftretens- und Entdeckungswahrscheinlichkeiten potentieller Dienstleistungsfehler 66
5.2.3.2 Bewertungsproblematik der Bedeutung potentieller Dienstleistungsfehler auf Kunden 69
5.2.3.3 Folgen der Einzelbewertungen der Risikozahlen auf die Aussagefähigkeit der Risikoprioritätszahl 70
5.2.3.4 Risikoprioritätsanalyse als Selektionsinstrument für Abstellmaßnahmen bei Dienstleistungen 71
5.2.4 Zur Maßnahmenermittlung bei Dienstleistungen 72
5.2.4.1 Problematik von Abstellmaßnahmen bei Dienstleistungen 72
5.2.4.2 Darstellung und Ermittlung möglicher Maßnahmen zur Fehlervermeidung bei Dienstleistungen 74
5.2.5 Zur Maßnahmenbewertung bei Dienstleistungen 76
5.2.6 Zur Maßnahmenrealisierung bei Dienstleistungen 78
6. Abschließende Bewertung des FMEA-Transfers auf den Dienstleistungsbereich 79
Literaturverzeichnis VIII
Gesprächsverzeichnis XXVI
Ehrenwörtliche Erklärung

Automatisiert erstellter Textauszug:

len nicht nur die eigentlichen Produktionsprozesse dar, sondern können wiederum alle Arten von Prozessen beinhalten, wie beispielsweise Prozesse, die „...der Konfigurierung der Bereitstellungsleistung dienen...“ (Engelhardt et al. 1993, S.411). Jedes Leistungsbündel kann eine Vielzahl solcher Prozesse enthalten und materielle wie immaterielle Leistungsergebnisse hervorbringen. Die Leistungserstellungsprozesse erfolgen je nach Integrationsgrad, integrativ oder autonom. Die Leistungstypologie beruht demnach auf zwei Dimensionen, dem Immaterialitätsgrad des Leistungsergebnisses und dem Integrationsgrad der betrieblichen Leistungsprozesse. Zweitgenannte Dimension kann hierbei in die Teildimensionen „Eingriffstiefe“ und „Eingriffsintensität“ zerlegt werden (ebd., S.411ff.). Diese Sichtweise hat nach Engelhardt et al. (1993, S.416) neben anderen die generelle Vorteile, die auch für diese Arbeit eine Rolle spielen. Zunächst kann die grundsätzliche Abgrenzungsproblematik von Sachgütern und Dienstleistungen vermieden werden. Ferner kann bei der Einordnung von Absatzobjekten auf die bisherige Sichtweise des prozeß- und ergebnisorientierten Leistungsbegriffs zurückgegriffen werden ohne diese zu vermischen. Schließlich können mit dieser Typologie alle Leistungen und somit auch die schwer in die Gütersystematik einzuordnenden neuen Informations- und Kommunikationstechnologien erfaßt werden. Eine Erweiterung der Leistungstypologie schlägt Meffert/Bruhn (1995, S.31ff.) vor. Hierbei wird dem Integrationsgrad und Immaterialitätsgrad mit dem Individualisierungsgrad eine dritte Dimension hinzugefügt, die sich aus der Zerlegung der Integrationsdimension in den Integrationsgrad und den Individualisierungsgrad ergibt. Der Individualisierungsgrad stellt ein Kontinuum zwischen einer Standardisierung von Leistungen und einer individuellen Kundenorientierung im Sinne einer „Customization“ (ebd., S.32) dar und bezieht sich auf alle Phasen der Leistungserstellung, also die Bereitstellungsleistung, den Leistungserstellungs35 36 [...]

Shostack (1984a, S. 31f.): „no two services are the same. Even when the outward or superficial evidence appears similar, every service, in its particulars, is different.“ Die Heterogenität hängt nach Berry (1980, S.24) jedoch davon ab, ob eine Dienstleistung eher personalorientiert („people-based“) oder sachorientiert („equipment-based“) und wie stark eine Kundenbeteiligung überhaupt ausgeprägt ist (Brentani de 1989, S.243). Verbunden mit einem hohen Individualitätsgrad ist eine erschwerte Dienstleistungsstandardisierung (Zollner 1995, S.58). Stauss (1995a, S.453) folgert abschließend aus der Kundenbeteiligung die „Vergänglichkeit“ einer Dienstleistung. So können beispielsweise nach Abfahrt eines Reisebusses die leeren Sitzplätze nicht mehr verkauft werden. Die Besonderheiten von Dienstleistungen, die an dem Dienstleistungsbegriff ansetzen, wurden vorangestellt. Nachfolgend wird eine „überzeugende Typologie“ (Meffert/Bruhn 1995, S.31) vorgeschlagen, die versucht auf der Basis von Leistungsbündeln Sachgüter und Dienstleistungen zu trennen und gleichzeitig mögliche Dienstleistungsbesonderheiten charakterisieren soll. Im Kern beruht diese Typologie auf Engelhardt et al. (1993, S.415ff.) und wird von Meffert/Bruhn (1995, S.31ff.) ergänzt. [...]

der Kunde bei der Dienstleistungserstellung selbst mit einbringt wie beispielsweise bei einem Arztbesuch, beim Rechtsanwalt, oder dem Schulunterricht, oder andererseits ein externes Gut, wie es bei einer Kfz-Reparatur, einem Möbeltransport oder der Vermögensverwaltung mit beigefügt werden muß. (Stauss 1995a, S. 453; Zollner 1995, S.56f.). Aus der persönlichen Integration in den Erstellungsprozeß können bestimmte Aufgaben an den Kunden erwachsen (Stauss, 1995b, S.184). Externe Faktoren bezeichnen generell Faktoren, „...die zeitlich begrenzt in den Verfügungsbereich eines Dienstleistungsanbieters gelangen und mit den internen Produktionsfaktoren in einen Verarbeitungsprozeß integriert werden“ (Engelhardt et al. 1993, S.401). Ohne eine Integration kann eine Dienstleistung meist nicht erstellt werden (Stauss 1992a, S.9f.). Betrachtet man die Kundenintegration aus der Perspektive der „Drei-Phasen-Betrachtung“, so erfolgt eine Schwerpunktbildung auf die bereits angesprochene zweite Phase, den Dienstleistungsprozeß (Hilke 1989, S.12f.; Engelhardt et al. 1993, S.404; Schuster 1995, S.100; Meffert/Bruhn 1995, S.67). In diesem Zusammenhang wird davon ausgegangen, daß eine Abgrenzung von Sachgütern und Dienstleistungen auf die alleinige Einbeziehung des externen Faktors in den Leistungserstellungsprozeß erfolgt (Engelhardt et al. 1993, S.401f.; Meyer 1994, S.22; Hilke 1989, S.12). Meffert/Bruhn (1995, S.67) beziehen zusätzlich die Ergebniskomponente einer Dienstleistung mit in die Betrachtung ein. So wird das Dienstleistungsergebnis durch die Einwirkung des Kunden bei der Dienstleistungserstellung entscheidend mitbestimmt. Da dies auch durch das Dienstleistungspersonal geschehen kann (Brentani de 1990, S.37), sprechen Meffert/Bruhn (1995, S.67f.) in diesem Zusammenhang von einer zweiseitigen (gegenseitigen) Einwirkung bzw. Beeinflussung der Dienstleistung. Die Kundenbeteiligung kann nach Stauss/Seidel (1995, S.184f.) außerdem unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So ist die Integration des Kunden in Beförderungsunternehmen, dem Hotelgewerbe oder bei Fluglinien während der gesamten Leistungserstellung notwendig. Eine weitaus geringere Integration erfolgt, wenn der Dienstleister ein erhaltenes Gut des Kunden nach Erhalt bearbeitet und beispielsweise nach erfolgter Bearbeitung wieder dem Kunden rücküberträgt (z.B. Juwelier bearbeitet angelieferten Schmuck, Autoreparatur). Au- [...]

Arbeit zitieren:
Thum, Werner Januar 1996: Die Anwendung der Fehlermöglichkeits- und Einfluß-Analyse (FMEA) im Dienstleistungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag

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