Die Anwendbarkeit des Shareholder Value Konzepts auf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Dabel
- Abgabedatum: Oktober 1999
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 530,5 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2289-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2289-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2289-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dabel, Martin Oktober 1999: Die Anwendbarkeit des Shareholder Value Konzepts auf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: VVaG, Wertorientierte Steuerung, Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Versicherungen
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Diplomarbeit von Martin Dabel
Einleitung:
Die Versicherungsgesellschaften in Deutschland haben erkannt, daß neben dem Konkurrenzkampf um Kunden auch der Kampf um Investoren getreten ist. Diese aber wollen den Erfolg ihrer Investition nachgewiesen haben. Darum ist der Bedarf an neuen und effektiven Steuerungskonzepten gewachsen. Hier wird das Shareholder Value Konzept als Maßstab herangezogen, da Erfolgskennzahlen des Rechnungswesens als nicht mehr ausreichend betrachtet werden. An diesen Kennzahlen wird kritisiert, dass sie vor allem den Interessen der Gläubiger dienen und das Management zu einer kurzfristigen und risikoscheuen Unternehmenspolitik "motivieren".
Wie aber verhält es sich mit den VVaG? Auch sie sind von den Veränderungen betroffen und müssen sich dem Wettbewerb stellen. Wenn nun aber das Shareholder Value Konzept als Mittel zum Bestehen des Wettbewerbs für Aktiengesellschaften anerkannt wird, ist es notwendig, zu überprüfen, ob dieses weit verbreitete Konzept auch auf die VVaG anwendbar ist.
Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob sich das Konzept der wertorientierten Steuerung mit der Unternehmensform der VVaG verknüpfen läßt. Die Fragestellungen, die im Mittelpunkt der Arbeit stehen werden, lauten:
- Welche Prämissen hat der Shareholder Value Ansatz?
- Wie wird der Shareholder Value ermittelt?
- Lassen sich die Ziele der Versicherungsunternehmen mit dem Shareholder Value Ansatz vereinbaren?
- Ist das Konzept auf den VVaG anwendbar?
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einführung in die Thematik | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 5 |
| 2. | Das Konzept des Shareholder Value Ansatzes und seine wichtigsten Ausprägungen | 7 |
| 2.1 | Die Grundlagen und Kennzeichnung des Shareholder Value Ansatzes | 7 |
| 2.2 | Die Schätzung des Shareholder Value | 13 |
| 2.2.1 | Der Residualwert | 15 |
| 2.2.2 | Das Konzept des Discounted Cash Flow als Basismodell des Shareholder Value Ansatzes | 16 |
| 2.2.2.1 | Das Bruttoverfahren | 18 |
| 2.2.2.1.1 | Das Bruttoverfahren nach dem Wacc-Ansatz | 22 |
| 2.2.2.1.2 | Der Total Cash Flow (TCF-Ansatz) | 25 |
| 2.2.2.1.3 | Der Adjusted Present Value (APV-Ansatz) | 27 |
| 2.2.2.2 | Das Nettoverfahren | 29 |
| 2.3 | Die kritische Hinterfragung der Grundannahmen und theoretischen Prinzipien des Shareholder Value Ansatzes | 32 |
| 2.3.1 | Das Principal-Agent-Problem | 32 |
| 2.3.2 | Die Maxime der Marktwertmaximierung | 36 |
| 2.3.3 | Resultierende Konsequenzen | 37 |
| 2.4 | Zusammenfassung | 39 |
| 3. | Die Anwendbarkeit des Shareholder Value Konzepts bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit | 41 |
| 3.1 | Die grundsätzlichen Ziele von Versicherungsunternehmen vor dem Hintergrund des Shareholder Value Ansatzes | 41 |
| 3.1.1 | Das Gewinnziel | 43 |
| 3.1.2 | Die Bedarfsdeckung | 45 |
| 3.1.3 | Das Sicherheitsziel | 49 |
| 3.1.4 | Das Wachstumsziel | 51 |
| 3.2 | Die Anpassungen der Mathematik des Shareholder Value Ansatzes | 54 |
| 3.2.1 | Direkte oder indirekte Ermittlung des Eigenkapitalwertes | 54 |
| 3.2.2 | Die Ermittlung der Cash Flows | 56 |
| 3.2.3 | Die Kapitalkosten einer Versicherungsaktiengesellschaft | 59 |
| 3.2.4 | Die Kapitalkosten nicht-börsennotierter Versicherungen | 61 |
| 3.2.5 | Der Prognosehorizont und die Restwertberechnung | 62 |
| 3.3 | Schlußfolgerungen | 63 |
| 4. | Thesen der Ergebnisse | 67 |
| Literaturverzeichnis | 70 |
37 Unmöglichkeitstheorem104. Es zeigt, daß es schon aus logischen Gründen keinen Mechanismus zur Aggregation der individuellen Präferenzen (hier) der Anteilseigner geben kann, der zu einer kollektiven sozialen Wohlfahrtsfunktion (hier) der Marktwertmaximierung kommen kann.105 Außerhalb des Models wird somit aus dem objetiven präferenz- und konfliktfreien Marktwertmaximierungskonzept, ein unbestimmtes, subjektives Ertragswertmaximierungskonzept.106 Dies geschieht, weil die subjektiv verschiedenen Konsum- und Risikopräferenzen, wie auch die Erwartungshaltungen der Anteilseigner, für die Festlegung der marktwertmaximierenden Unternehmenspolitik von Bedeutung werden.107 Deshalb müssen innerhalb dieser Überlegungen die Finanzierungs- und Investitionskompetenzen des Managements neu überdacht werden. Dazu gehört, daß Mechanismen gefunden werden, über die die Anteilseigner Einfluß, entsprechend ihrer Zukunftseinschätzung und Präferenz, auf Entscheidungen des Management nehmen können.108 [...]
Damit eine einseitig mathematische Orientierung bei der Anwendung des Shareholder Value Konzeptes vermieden wird und Lösungen für Probleme der Praxis gefunden werden können, ist es notwendig, sich mit den grundsätzlichen Annahmen des Shareholder Value Ansatzes, der Marktwertmaximierung, auseinanderzusetzen.99 Dies erfolgt oft nicht in der notwendigen Weise. Die Annahme wird vielmehr als praktisch-normativ und deswegen nicht diskussionsbedürftig vorangestellt.100 Rappaport zeigt dies besonders deutlich, indem er schon auf der ersten Seite seines Buches schreibt: „ While the principle that the fundamental objective of the business corporation is to increase the value of its shareholders` investment is widely accepted, there is substantially less agreement about how this is accomplished.“101 Damit wird deutlich, daß die Maxime der Marktwertmaximierung dem Konzept des Shareholder Value zugrunde liegt. Diese Zielsetzung des Managements leitet sich aus der Sicht aller Anteilseigner aber nur innerhalb eines vollkommenen und vollständigen Kapitalmarktes eindeutig ab.102 In dieser Modellwelt stellt die Verfolgung der Marktwertmaximierung dann nicht nur ein einmütiges, einzelwirtschaftliches Interesse der Anteilseigner dar, sondern führt über die Orientierung am Marktpreis als vollkommenen Konkurrenzgleichgewichtspreis zu einer optimalen Ressourcenallokation in der Gesamtwirtschaft.103 Außerhalb des Modells vollkommener und vollständiger Kapitalmärkte kommt es aber zu weiteren, dem Shareholder Value Ansatz entgegenwirkenden Phänomenen bzw. Grundsätzen. Dazu gehört das von Arrow nachgewiesene [...]
35 Zeitpräferenz im starken Maße abhängt. Sie wird je nach Ausprägung entweder im Widerspruch zu den vom Management als notwendig erachteten Investitionsvolumen der nächsten Periode stehen oder sich im Konflikt zu den Präferenzen der Anteilseigner befinden.97 Im Vorgriff auf die Betrachtungen der Versicherungsunternehmen, vor dem Hintergrund des Shareholder Value Ansatzes, muß auf ein Principal-AgentKonflikt, der die Versicherungsunternehmen vor allem betrifft, verwiesen werden. Dabei handelt es sich um den Versicherungsnehmer-EigentümerKonflikt98. Dieser entsteht, weil das Management innerhalb seiner Dividenden-, Finanzierungsund Investitionspolitik Entscheidungen zu Gunsten der Aktionäre und zum Nachteil der Policeninhaber treffen kann. So kann eine großzügige Dividende an die Aktionäre zu einem Risiko der Versicherungsnehmer werden, daß das Versicherungsunternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Ein weiterer Punkt betrifft die regelmäßigen Managemententscheidungen, die selbst bei einem geringen Anreizkonflikt, kumuliert über die Zeit (z.B. die Laufzeit einer Lebensversicherung), schwerwiegende Wirkungen zu Ungunsten der Policeninhaber haben können. So stehen sich besonders über einen langen Zeitraum die Interessen der Eigentümer und Versicherungsnehmer entgegen. Ein großer Vorteil der VVaG ist, daß sie diesen Konflikt von Eigentümer- und Kundeninteressen entschärfen, da die Interessen der beiden Gruppen deckungsgleich sind. Als weiteren wichtigen Baustein des Shareholder Value Konzeptes muß neben dem Principal-Agent-Konflikt auch die angestrebte Marktwertmaximierung kritisch zu betrachten. Dies wird im nächsten Abschnitt erfolgen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832422899
Arbeit zitieren:
Dabel, Martin Oktober 1999: Die Anwendbarkeit des Shareholder Value Konzepts auf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
VVaG, Wertorientierte Steuerung, Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Versicherungen



