Die Anwendbarkeit des Open Source-Prinzips für die Musikbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Philip Riedel
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 114 Seiten
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9652-4 P - Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Riedel, Philip Januar 2006: Die Anwendbarkeit des Open Source-Prinzips für die Musikbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Musikindustrie, Download, illegal, Urheberrecht, Marketing-Mix
68,00 €
Ausdruck eBook: 68,00 €
Diplomarbeit von Philip Riedel
Einleitung:
Das Geschäft mit Musik und ihren Künstlern hat schon vor vielen Jahrzehnten professionelle Formen angenommen und sich als Wirtschaftszweig Musikbranche im täglichen Wirtschaftsleben etabliert. Verbesserte Technologien auf dem Tonträgermarkt, wie beispielsweise die Einführung der CD, haben der Branche speziell in den 80er und 90er Jahren einen wahren Boom beschert. Doch schon seit Ende der 1990er Jahre setzen sich mittlerweile sinkende Umsatz- und Absatzzahlen in der deutschen Tonträgerindustrie fort. Ein Vergleich zum weltweiten Markt liefert dabei ähnlich schlechte Ergebnisse für die beteiligten Akteure des Musikmarktes.
Als Hauptgründe lassen sich hierfür das massenhafte Brennen von CDs, das illegale Tauschen von MP3-Dateien (so genanntes „Filesharing“) über Tauschbörsen im Internet sowie falsche Strategien der in der Musikbranche tätigen Unternehmen anführen. Damit drohen großen wie kleinen Künstlern, Labels, Plattenfirmen, Agenturen und Produzenten möglicherweise existenzbedrohende Verluste.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie die frei verfügbaren Download- und Vervielfältigungsmöglichkeiten als Open Source-Prinzip die Musikbranche beeinflussen und welche Strategien die einzelnen Unternehmen wählen können, um den auftretenden Problemen entgegentreten zu können.
In diesem Kontext wird zu Beginn die Verletzung des Urheberrechts untersucht und die Download- und Brennmöglichmöglichkeiten als illegale Aktivitäten festgehalten. Hierdurch wird neben der wirtschaftlichen auch eine juristische Forderung zur Lösung dieses Problems laut.
Die Herleitung geeigneter Strategien für die Musikindustrie geschieht dabei auf der genauen Betrachtung der entscheidenden Einflussfaktoren, die sich einerseits aus den neuen Medien und andererseits aus den spezifischen Branchenstrukturen und Verhaltensweisen der Akteure innerhalb der Musikbranche zusammensetzen. Die Seite der Kunden darf hierbei nicht unberücksichtigt bleiben und dient als wichtiger Einfluss für die Musikbranche, um Vor- und Nachteile eines effizienten Open Source-Ansatzes optimal für die Firmen in der Musikbranche erörtern zu können.
Bevor jedoch in dieser Diplomarbeit sinnvoll Strategien entwickelt werden können, soll auch das Wissensmanagement miteinbezogen werden und einen entscheidenden Beitrag für den Entstehungsprozess von notwendigen Maßnahmen leisten. Dieser Ansatz liefert wichtige Erkenntnisse, um den Gedanken „wie schafft man aus Wissen Originalität“ bei der Strategieformulierung mit einzubinden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Diplomarbeit ist die Definition des Begriffs Open Source, wie er in seinem allgemeinen Verständnis gebraucht und weitläufig verstanden wird. Darauf aufbauend wird ein musikbezogener Open Source-Ansatz modifiziert, der die Unterschiede zum allgemeinen Prinzip klar herausstellt. Erst auf der Basis eines so geschaffenen Verständnisses und einer genauen Definition des Open Source-Ansatzes für die Musikbranche, kann dem Problem der illegal verfügbaren Download- und Vervielfältigungsmöglichkeiten besser begegnet werden.
Der wichtige Kernpunkt sind dann schließlich die Strategien und Maßnahmen, die ein Unternehmen in der Musikbranche heute wählen sollten, um zeitgemäß zu operieren und somit auch einen Weg aus der wirtschaftlichen Misere finden zu können.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Die Krise in der Musikbranche | 1 |
| 1.2 | Die Chancen und Gefahren als Problemstellung | 4 |
| 1.3 | Urheberrechte | 5 |
| 2. | Die Musikbranche | 9 |
| 2.1 | Historische Entwicklung | 10 |
| 2.2 | Branchenstruktur | 12 |
| 2.2.1 | Die Majors | 13 |
| 2.2.2 | Die Independents | 15 |
| 2.3 | Traditionelle Wertschöpfungskette | 16 |
| 2.4 | Produkte und Dienstleistungen | 17 |
| 3. | Die Rolle der neuen Medien | 19 |
| 3.1 | Neue Medien | 19 |
| 3.1.1 | Das MP3-Zeitalter | 20 |
| 3.2 | Digitalisierung in Unternehmen | 22 |
| 3.2.1 | Wertschöpfungskette bei digitalen Unternehmen | 23 |
| 4. | Das Open Source-Prinzip | 24 |
| 4.1 | Allgemeine Open Source-Definition | 24 |
| 4.1.1 | Elemente des Prinzips | 25 |
| 4.2 | Open Source-Software | 25 |
| 4.2.1 | Entstehungsgeschichte | 26 |
| 4.3 | Wissensmanagement | 28 |
| 4.3.1 | Wissens(ver-)teilung | 31 |
| 4.3.2 | Explizites und implizites Wissen | 33 |
| 4.3.3 | Wettbewerbsvorteile durch Wissen | 34 |
| 5. | Das Open Source-Prinzip in der Musikbranche | 38 |
| 5.1 | Abgrenzung des Open Source Begriffs | 38 |
| 5.1.1 | Hintergrundwissen für die Begriffsdefinition | 39 |
| 5.1.2 | Modifizierung des Prinzips | 43 |
| 5.2 | Ökonomische Vor- und Nachteile | 45 |
| 5.2.1 | Aus der Sicht der Musikbranche | 46 |
| 5.2.2 | Aus Konsumentensicht | 50 |
| 6. | Strategien für Unternehmen der Musikbranche | 54 |
| 6.1 | Strategie und Planung | 54 |
| 6.2 | Maßnahmen der Unternehmen | 56 |
| 6.2.1 | Rechtliche Schritte gegen Tauschbörsen | 57 |
| 6.2.2 | Rechtliche Schritte gegen Benutzer | 58 |
| 6.2.3 | Spoofing | 59 |
| 6.3 | Marketingstrategien | 60 |
| 6.3.1 | Produktpolitik | 61 |
| 6.3.2 | Distributionspolitik | 64 |
| 6.3.3 | Preispolitik | 66 |
| 6.3.4 | Kommunikationspolitik | 68 |
| 6.4 | Kooperationen mit Geschäftspartnern | 70 |
| 6.5 | Ausweitung des Geschäftsfeldes | 72 |
| 7. | Fazit | 74 |
| 7.1 | Zusammenfassung | 74 |
| 7.2 | Ausblick | 76 |
| Anhang | 78 | |
| Interview mit Dr. Hartmut Spiesecke | 95 | |
| Abbildungsverzeichnis | 97 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 98 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 100 |
Das Potential für Plattenfirmen und andere Musikunternehmen ist noch lange nicht ausgeschöpft. Ganz im Gegenteil, durch Umstrukturierungen und die Hinwendung auf bislang ungenutzte Geschäftsfeldbereiche lassen sich viele neue Ideen gewinnen, die die digitale Revolution fortführen und das Kernprodukt Musik in einer Vielzahl neuer Produktvarianten erscheinen lassen kann. In Kapitel 2.4. ist die breite Produkt- und Dienstleistungspalette der Musikbranche vorgestellt worden. Querverbindungen lassen neue Produkte entstehen. Und durch die Konzentration auf Wissen, Informationen und Erkenntnisse, die für die meisten Unternehmen in der Musikbranche noch Zukunftsmusik darstellen, kann ein kluges Unternehmen schon heute damit beginnen, diese Vorteile für sich zu nutzen und als Pionier neue Wege gehen. Eine Zusammenstellung der Vorteile durch Wissensmanagement im Unternehmen findet sich in Tabelle 3 im Anhang. Musik kann so durch Wissen für die Musikbranche neu definiert werden und als multimediales Entertainmentelement neu aufblühen. [...]
Der Bezug zu Open Source-Angeboten sowie computer- oder netzbasierte Trainingsprogramme, wie z.B. das so genannte „Electronic Learning“, spielen bislang eine untergeordnete Rolle in den Unternehmen. Wissen bietet die Chance, sich als IT-gestützte Form des Lernens in den Arbeitsalltag integrieren zu lassen und dadurch auch die Hemmschwelle gegenüber einem stark einseitigen, computerbezogenen Arbeitsplatz zu nehmen. 98) „Auch ohne Globalisierung waren Kosten und Wachstumsdruck schon spürbar genug. Galt es früher als unabdingbare Taktik, nicht zu viele Fronten gleichzeitig zu öffnen, erlebt der Manager von heute den 360°-Wettbewerb. Über das Ringen um den Kunden hinaus führt die Schlacht um das Finanzkapital, der Kampf um begrenzte materielle Ressourcen und der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter. Gezieltes Wissensmanagement kann ihn dabei nachhaltig unterstützen.“ 99 ) Was Eckhardt hier ansatzweise angedeutet hat, haben Bullinger et al weiter konkretisiert. Die Unternehmensaktivitäten sollen darauf ausgerichtet werden, ein tiefes Verständnis für die Wünsche und das Verhalten der Kunden zu gewinnen. Um dieses Vorgehen zu unterstützen, ist Wissen das geeignete und ideale Instrument, kundenorientiert eingesetzt zu werden. Wissen macht mehr als 50% der Wertschöpfung aus, wobei Wissen der einzige Rohstoff ist, der durch Gebrauch wertvoller wird. Somit stellt das Wissen qualifizierter Mitarbeiter in einem Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil dar, wenn das Wissen zielgerichtet eingesetzt wird. 100) Folgende Abbildung bindet Wissen als Input in den allgemeinen Produktionsprozess mit ein: [...]
eine effektive Wissensverteilung bestehen kann, wird die Errichtung von Wissensnetzwerken erachtet. Diese Netzwerke können dabei sowohl intern sein, d.h. Wissen wird in der gesamten Organisation durch Transport in alle Bereiche den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt, oder sie sind externer Art und bilden einen Wissens- und Informationsaustausch mit Geschäftspartnern sowie anderen Institutionen, um Wissen in die Firma zu tragen. 91) Darüber hinaus muss bei einer optimalen Wissens(ver-)teilung eine Untergliederung des Wissens nach bestimmten Wissensarten beachtet werden. „In der Sachdimension eines Wissensmanagements geht es um das Problem, welches Wissen überhaupt Gegenstand eines Wissensmanagements sein kann. Hierbei stößt man regelmäßig auf die Unterscheidung von Wissensarten.“ 92 ) Folgende Abbildung beschreibt in diesem Zusammenhang die Dimensionspaare der wichtigsten Wissensarten: [...]
68,00 €
Ausdruck eBook: 68,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496524
Arbeit zitieren:
Riedel, Philip Januar 2006: Die Anwendbarkeit des Open Source-Prinzips für die Musikbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Musikindustrie, Download, illegal, Urheberrecht, Marketing-Mix



