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Die Antwortmaschine - Eine interaktive Installation

Die Antwortmaschine - Eine interaktive Installation
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Junk
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6620-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6620-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6620-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Junk, Thomas Februar 2003: Die Antwortmaschine - Eine interaktive Installation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wahrnehmungspsychologie, Gehirnforschung, Ordnungssysteme, Film-/Medientheorie, Kulturanthroplogie

Diplomarbeit von Thomas Junk

Einleitung:

Die Idee zur Antwortmaschine begann mit einer Beobachtung: Wenn man bei offenem Fenster im Auto fährt und das Radio leise eingeschaltet ist, beginnt das Gehirn schon nach kurzer Zeit die unverständlichen Teile der Musik zusammenzusetzen. Es entsteht ein neues Lied im Kopf. Dieses muß nicht mal ansatzweise etwas mit dem Lied zu tun haben, das tatsächlich im Radio läuft. Selbstverständlich erwartet man die Art Musik, die gewöhnlich im Radio gespielt wird. Dreht man das Radio lauter, weil man wissen möchte, um welches Lied es sich handelt, stellt man häufig fest, daß das Lied nicht so gut zur eigenen Stimmung paßt, wie das kurz zuvor im Kopf entstandene.

Hier ist etwas Merkwürdiges passiert. Zwischen Sender und Empfänger gibt es eine Interferenz oder Störung. Im Vertrauen darauf, daß der Sendende sowohl Intention wie auch Kompetenz gleichermassen konstant hält, ersetzt man unbewußt die fehlenden Teile mit dem Wahrscheinlichsten oder der Extrapolation des zuletzt über der Wahrnehmungsschwelle Gehörten. Hier entsteht etwas neues, ohne eine Intention, ohne ein Wollen.

Die Antwortmaschine soll die Ergänzungsfreudigkeit des Wahrnehmungsapparates auf einer unbewußten Ebene nutzen. Die antrainierte Suche nach dem Sinn einer Aussage und die Vorurteile ermöglichen es, schnell mit einem Themenkomplex umzugehen. Die Voreingenommenheit, die Konnotation der Situation und der kommunizierte Kontext erleichtern die Ablenkung der Aufmerksamkeit und den Zugang zum Verschütteten und Nichtbewußten. Die Antwortmaschine bietet ein Gerüst an, das der Rezipient, ohne es bewußt zu merken, mit seinen persönlichen Inhalten ergänzt.

Diese Öffnung des Unbewußten soll systematisiert werden. Das Mißverständnis und die Fehlinterpretation sind erwünscht, denn auf der Ebene des Unbewußten ist jedes Verständnis und jede Interpretation brauchbar. Jeder verwehrt sich mehr oder weniger die Antworten, die er in sich trägt, mit seinem rationalen Bewußtsein. Der Ordnungwille des Gehirns soll aber dem Bewußtsein vorenthalten werden. Daher besteht die Antwortmaschine aus drei Ebenen der Wahrnehmung: der Inszenierung oder Ablenkung, der Projektionsfläche oder Impuls und der Deutung, also dem Hinweis auf die Verbindung zwischen Frage und Antwort.

Diese Arbeit wird einige Aspekte des Mißverständnisses aufzeigen, die Herkunft der Inhalte der Antwortmaschine darlegen, auf die Inszenierungsaspekte eingehen und einen Ausblick auf die nahe Zukunft eröffnen.

Inhaltsverzeichnis:

0. Die Einführung 2
1. Die kulturellen Voraussetzungen 3
1.1 Das Mißverständnis 4
1.2 Die Lüge 6
2. Die physischen Voraussetzungen 8
2.1 Das Gehirnprotokoll 9
2.2 Die Wahrnehmungsfilter 11
2.3 Der Trance Zustand 12
3. Die geschichtlichen Hintergründe 13
3.1 Die Orakel der Antike 14
3.2 Wahrsager 15
3.3 Das Runen-Orakel 16
3.4 Das Tarot 17
3.5 Die kabbalistische Einordnung des Tarot 18
4. Die Beschreibung der Maschineninhalte 21
4.0 Die Bedeutungszusammenführung von Tarot, Kaballa und Runen-Orakel 22
4.1 „Der Narr“ (0) 23
4.2 „Der Magier“ (I) 25
4.3 „Die Hohepriesterin“ (II) 27
4.4 „Die Kaiserin“ (III) 29
4.5 „Der Kaiser“ (IV) 31
4.6 „Der Hohepriester“ (V) oder früher „Der Hierophant“ 33
4.7 „Die Liebenden“ (VI) 35
4.8 „Der Wagen“ (VII) 37
4.9 „Ausgleichung“ (VIII) oder früher „Die Kraft“ 39
4.10 „Der Eremit“ (IX) 41
4.11 „Glück“ (X) oder früher „Das Rad des Schicksals“ 43
4.12 „Lust“ (XI) oder früher „Die Gerechtigkeit 45
4.13 „Der Gehängte“ (XII) 47
4.14 „Tod“ (XIII) 49
4.15 „Kunst“ (XIV) oder früher „Die Mäßigkeit“ 51
4.16 „Der Teufel“ (XV) 53
4.17 „Der Turm“ (XVI) 55
4.18 „Der Stern“ (XVII) 57
4.19 „Der Mond“ (XVIII) 59
4.20 „Die Sonne“ (XIX) 61
4.21 „Das Aeon“ (XX) oder früher „Der Engel“, „Das Gericht“ 63
4.22 „Das Universum“ (XXI) oder früher „Die Welt“ 65
4.23 Die Anmutung der Module 67
5. Die Maschine 68
5.1 Die Konstruktion der Antwortmaschine 69
5.2 Vor der Befragung 72
5.3 Die Mechanik der Befragung 73
5.4 Die Inszenierung des Raumes 74
6. Die Aussichten 75
Bibliografie 77
Abbildungsnachweis 80
Danksagung

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der junge Mann befindet sich in der Öffentlichkeit und ist auf der Suche. Sowohl auf der Suche nach anderen wie auch auf der Suche nach sich. Er definiert und kontrolliert sein Äußeres im Glauben, dadurch seinen Weg zu verändern. Jemand der seine eigenen Gefühle gut erkennen und einordnen kann, wird auch auf die Probleme der anderen besser eingehen können. Da er sich seiner Wirkung bewußt ist, hat er so auch einen Vo rt e i l bei der Kommunikation und der Bestimmung seines Platzes in der Welt. Der Vergleich mit den anderen funktioniert über die Beobachtung, die er gut beherrscht. [...]

Der Hohepriester beinhaltet auch das Teufelsmotiv, da er dem Höchsten getrotzt hat. Oft wird er in Darstellungen von einer starken Frau beeinflußt. Er hat durch seine Spiritualität und den dadurch entstandenen Glauben sein Vertrauen ins Leben erlangt und sucht nach dem Sinn seiner Existenz. Er sieht sich als Teil einer höheren Ordnung und sucht in sich nach dem Göttlichen, da in jedem Kleinen das Abbild des Großen enthalten ist. Er versucht die Essenz und das Wesen der Dinge im größtmöglichen, holistischen Rahmen zu erfassen. Er verkörpert den heiligen Geist (im hebr. weiblich, die weibliche Urkraft). Ohne die Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit und das Leiden kann auch keine Weisheit und kein Mitgefühl entstehen. Er ist das Sinnbild des über sich selbst reflektierenden Menschen. [...]

Die Kaiserin kann mit der Mutter Erde, der Gaia verglichen werden. Alles Leben kommt aus dem Schoß der Mutter. Diese Erfahrung ist jedem Menschen zuteil geworden, nämlich aus einem Lebewesen heraus das Licht der Welt zu erblicken. In dieser Erfahrung liegt auch der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit und Wärme, wie man sie im Mutterleib erlebt hat. Ihr wohnt die unerschöpfliche immer währende Kraft der Natur inne, die nie versiegt und immer neu das Leben beginnen läßt. Jeder, der dieses Urvertrauen in sich trägt, wird zum Katalysator des Lebens. Er verbraucht sich nicht und kann sich auf den immer währenden Strom verlassen. [...]

Arbeit zitieren:
Junk, Thomas Februar 2003: Die Antwortmaschine - Eine interaktive Installation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wahrnehmungspsychologie, Gehirnforschung, Ordnungssysteme, Film-/Medientheorie, Kulturanthroplogie

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