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Ansätze zur Risikobeurteilung und Risikobegrenzung der Kreditinstitute in der gewerblichen Immobilienfinanzierung

Am Beispiel einer Seniorenimmobilie

Ansätze zur Risikobeurteilung und Risikobegrenzung der Kreditinstitute in der gewerblichen Immobilienfinanzierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ulrike Schiefenhövel
  • Abgabedatum: Dezember 1999
  • Umfang: 157 Seiten
  • Dateigröße: 8,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2138-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2138-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2138-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schiefenhövel, Ulrike Dezember 1999: Ansätze zur Risikobeurteilung und Risikobegrenzung der Kreditinstitute in der gewerblichen Immobilienfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gewerbeimmobilien, Kreditrisiken, Realkreditvergabe, Seniorenimmobilien, Immobilienfinanzierung

Diplomarbeit von Ulrike Schiefenhövel

Einleitung:

Bereits 1994 stellte Hilmar Kopper als Vorstandsprecher der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Schneider-Affäre fest: "Kreditgeschäft bedeutet immer auch Risiko. Das ist das Wesen unseres Geschäftes, auch wenn es in jedem Einzelfall natürlich mit allergrößter Sorgfalt betrieben wird." Diese Problematik verdeutlicht auch der folgende Satz: "Der Grund für den Kreditausfall ist in der Kreditgewährung zu suchen." Insbesondere werden die Risiken, die bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung auftreten können, unterschätzt. So mußte beispielsweise die Hypo-Vereinsbank 1999, die von ihr übernommenen Immobilienrisiken im nachhinein nach oben korrigieren.

Die Neuzusagen im Bereich der gewerblichen Baufinanzierungen deutscher Hypothekenbanken haben sich von 1988 bis 1993 nahezu vervierfacht. 1995 betrug das Volumen der gewerblichen Hypothekarkredite aller Bankengruppen 321,0 Mrd. DM. Mit diesem überproportionalen Wachstum, das zum großen Teil auf die euphorischen Gewinnerwartungen nach der Maueröffnung in Ostdeutschland zurückzuführen ist, hat auch das Risiko der finanzierenden Banken zugenommen, weil die bei der Kreditvergabe zugrunde gelegten Erträge nicht erwirtschaftet werden. Dies wiederum beruht auf Fehleinschätzungen der Marktentwicklung bezüglich des Volumens, als auch der Marktgängigkeit der finanzierten Objekte.

Desweiteren verdeutlicht die Steigerung der Unternehmensinsolvenzen in der Bauwirtschaft um 10,6 % (= 7.788 Insolvenzen) von 1997 auf 1998 wie riskant die Kreditvergabe für Bauinvestitionen sein kann. Außerdem verschlechtert sich die Risikosituation der Kreditinstitute (KIs) durch das am 01.01.99 eingeführte neue Insolvenzrecht.

Allerdings erfreuen sich gerade Gewerbeimmobilien aufgrund lukrativer Renditen und freier Mietvertragsgestaltung im stabilen und für Europa zentral gelegenen deutschen Wirtschaftsraum zunehmender Beliebtheit. Allerdings ändern sich sowohl die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen als auch der technische Fortschritt in unserer Gesellschaft immer schneller, so daß sich der Nutzungszeitraum von Immobilien verkürzt. Aufgrund dieser Verkürzung und der wahrscheinlich frühzeitig notwendigen erheblichen Umbaukosten lassen sich die durch die Immobilie erzielbaren zukünftigen Erträge schlechter planen. Das Risiko der nichtvereinbarungsgemäßen Kreditrückführung steigt. Die kürzeren Gebäudelebenszyklen stehen außerdem im Gegensatz zu der langfristigen Beleihung der Immobilien als Kreditsicherheit.

Für Kreditinstitute sind notleidende Kredite, die einen erhöhten Abschreibungs- und Einzelwertberichtigungsbedarf mit sich bringen, mit negativen Auswirkungen auf ihr Image verbunden. Außerdem können notleidende Kredite ein Down-Rating der KI-Bonität durch Rating-Agenturen verursachen, was die Refinanzierung des KIs verteuert. Deshalb haben KIs Interesse an der Beurteilung und Begrenzung der mit der Kreditvergabe verbundenen Risiken. Diese sind sehr vielfältig, so daß im Rahmen dieser Arbeit nicht explizit alle betrachtet werden können. Da das Ausfall- oder Gläubigerrisiko andere Risiken, wie Liquiditäts- oder Preisrisiko, nach sich ziehen kann, liegt hier der Schwerpunkt der Arbeit. Das Ausfallrisiko der gewerblichen Immobilienfinanzierung besteht zum einen in Form von ausbleibenden Einnahmen aus dem Objekt und zum anderen in Form des Bonitätsrisikos des Kreditnehmers.

Gang der Untersuchung:

Aufgrund der demographischen Entwicklungen in Deutschland (3.1.2.1.1) gewinnt die Finanzierung von Seniorenimmobilien an Bedeutung. Daher wird nachfolgend diese Art der Gewerbeimmobilie betrachtet. Zuerst wird auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien, auf die verschiedenen Arten der Seniorenimmobilien und auf Risiken bei der Finanzierung dieser eingegangen (2. Kapitel). Danach werden Methoden behandelt mit deren Hilfe das Risiko der zu finanzierenden Seniorenimmobilie beurteilt werden kann (3. Kapitel). Aufgrund dieser Risikobeurteilung wird die Kreditentscheidung getroffen. Wird dem Kreditantrag stattgegeben, so folgt die Risikobegrenzung (4. Kapitel). Ihr Ziel ist es das übernommene Risiko zu limitieren und dadurch sicherzustellen, daß die ausgegebenen Kreditmittel nicht ausfallen. Im 5. Kapitel werden anhand eines Praxisbeispiels einzelne, der zuvor behandelten, Risikobeurteilungs- und Risikobegrenzungsmethoden angewendet. Abschließend werden im 6. Kapitel die erwarteten zukünftigen Entwicklungen geschildert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung 5
2. Klärung und Abgrenzung der zentralen Begriffe 7
2.1 Gewerbeimmobilien und ihre Finanzierung 7
2.2 Arten von Seniorenimmobilien 9
2.3 Risiken bei der Finanzierung von Seniorenimmobilien 14
3. Theoretische Grundlagen zur Risikobeurteilung einer Seniorenimmobilie 15
3.1 Risikobeurteilung bei bereits erstellten Seniorenimmobilien 16
3.1.1 Persönliche Kreditwürdigkeitsprüfung 16
3.1.2 Materielle Kreditwürdigkeitsprüfung 17
3.1.2.1 Markt- und Wettbewerbsanalyse 17
3.1.2.1.1 Nachfrageanalyse 18
3.1.2.1.2 Angebotsanalyse 26
3.1.2.1.3 Entwicklung der preisbestimmenden Parameter 30
3.1.2.2 Objektanalyse 34
3.1.2.2.1 Makro- und Mikrolage 35
3.1.2.2.2 Grundstück 38
3.1.2.2.3 Gebäude 39
3.1.2.2.4 Wertermittlung 42
3.1.2.3 Rentabilitäts- und Wirtschaftlichkeitsanalyse 49
3.1.2.3.1 Best- und worst-case Szenarien 50
3.1.2.3.2 Liquiditätsplan und -analyse 50
3.1.2.3.3 Immobilieninvestitionsrechnung 51
3.1.2.3.3.1 Discounted cash-flow-Methode 52
3.1.2.3.3.2 Interne Zinsfußmethode 53
3.1.2.3.3.3 Methode des vollständigen Finanzplans 54
3.1.2.3.3.4 Deckungsbeitragsrechung 55
3.1.2.3.3.5 Break-even-point-Berechnung 56
3.1.3 Bonitätsanalyse des Kreditnehmers und der beteiligten Unternehmen 57
3.2 Erweiterung der Risikobeurteilung auf projektierte Seniorenimmobilien 59
3.2.1 Konzeptionsrisiken 59
3.2.2 Fertigstellungsrisiken 60
3.2.3 Vermarktungs- und Vermietungsrisiken 61
3.2.4 Liquiditätsrisiko 62
4. Ansätze zur Risikobegrenzung bei Seniorenimmobilien 62
4.1 Risikobegrenzungsansätze bei bereits fertiggestellten Seniorenimmobilien 63
4.1.1 Risikokontrolle durch Frühindikatoren 63
4.1.2 Kontinuierliche Wertermittlung 65
4.1.3 Kreditrating 69
4.1.4 Risikostreuung durch Kreditportfolio-Management 72
4.1.5 Risikoteilung durch Konsortialfinanzierungen 74
4.2 Risikobegrenzungsansätze bei projektierten Seniorenimmobilien 75
4.2.1 Plausibilitätsprüfungen 75
4.2.2 Baucontrolling 76
5. Fundierung der theoretischen Überlegungen zur Risikobeurteilung und -begrenzung anhand eines Praxisbeispiels 78
5.1 Darstellung und Erläuterung des Praxisbeispiels 78
5.2 Risikobeurteilung des Praxisbeispiels 79
5.2.1 Markt- und Wettbewerbsanalyse 79
5.2.2 Objektanalyse 80
5.2.3 Rentabilitäts- und Wirtschaftlichkeitsanalyse 81
5.2.4 Bonitätsanalyse 85
5.3 Risikobegrenzungsansätze für das Praxisbeispiel 86
6. Ausblick 88
Abbildungsverzeichnis 90
Tabellenverzeichnis 91
Abkürzungsverzeichnis 92
Anhang 95
Literaturverzeichnis 147

Arbeit zitieren:
Schiefenhövel, Ulrike Dezember 1999: Ansätze zur Risikobeurteilung und Risikobegrenzung der Kreditinstitute in der gewerblichen Immobilienfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gewerbeimmobilien, Kreditrisiken, Realkreditvergabe, Seniorenimmobilien, Immobilienfinanzierung

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