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Ansätze der Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Altenhilfe

Ansätze der Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Altenhilfe
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Angela Gauer

Einleitung:

In der Altenhilfe findet derzeit ein Umbruch statt: Immer wieder hört man auch in diesem Bereich Begriffe wie Wirtschaftlichkeit, Marktorientierung und Kundenorientierung, am häufigsten werden aber Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement genannt. Interessant ist, daß darüber in einer Zeit diskutiert wird, in der die Kosten der Pflege reduziert werden sollen. Heißt das: weniger Geld, mehr Leistung?

Deutschland ist, was Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement betrifft, noch ein ”Entwicklungsland” im Gegensatz zu den Niederlanden und Großbritannien. Standards gibt es in erster Linie nur für die Pflege.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil meiner Arbeit gehe ich insbesondere auf die Diskussion über Qualitätssicherung auf dem Hintergrund der Pflegeversicherung sowie auf allgemeine Definitionen ein.

Im zweiten Teil stelle ich aktuelle Qualitätskonzepte in der Praxis der ambulanten und stationären Altenarbeit vor. Im stationären Bereich beziehe ich mich dabei auf Heime in Kempten und Obernzell, da hier schon Standards fertigentwickelt und umgesetzt wurden. Darüber hinaus soll ein fortschrittliches Qualitätsmanagementkonzept aus Großbritannien vorgestellt werden.

Die vorliegende Arbeit kann nur einen begrenzten Einblick in das umfassende Thema ”Qualitätssicherung in der Altenhilfe” bieten und erhebt deshalb nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Anlaß, dieses Thema zu wählen, war für mich sowohl Material einer Fortbildung in meiner Jahrespraktikumsstelle (Senioren- und Servicezentrum Neutraubling) als auch eine Podiumsdiskussion im Rahmen des 2. Kongresses der Bayerischen Alzheimer Gesellschaften am 23. Oktober 1998 an der Universität Regensburg mit dem Thema ”Pflegequalität in Bayern - auch für altersverwirrte Mitbürger?”, an der auch zwei Sozialpädagogen teilnahmen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Teil I
Theoretische Aspekte: Qualitätssicherung in der Altenhilfe
1. Die Pflegeversicherung und aktuelle Qualitätsdiskussion
2. Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung in der Sozialen Arbeit
2.1 Allgemeine Definitionen
2.1.1 Definition von Qualität
2.1.2 Definition von Qualitätssicherung
2.1.3 Definition von Qualitätsmanagement
2.1.4 Definition von Dienstleistungsprodukt
2.1.5 Interne und externe Qualitätssicherung
2.2 Bedeutung von Qualitätssicherung in der Sozialen Arbeit
2.2.1 Meßbarkeit von Qualität in der Sozialen Arbeit
2.2.2 Pro und Contra: Qualitätssicherung bei sozialen Dienstleistungen
Unterschied zur Wirtschaft
3. Der Qualitätsansatz nach Donabedian
3.1 Beschreibung des Konzepts
3.2 Umsetzung dieses Konzepts in der Altenhilfe
4. Qualitätssicherung in der Altenhilfe
4.1 Qualitätssicherung in der ambulanten Altenhilfe
4.2 Qualitätssicherung in der stationären Altenhilfe
4.3 Leitsätze und übergeordnete Qualitätsziele
5. Qualitätsvorgaben
5.1 Voraussetzungen für Qualität
5.2 Gesetzliche Grundlagen
6. Total Quality Management (TQM) bei sozialen Dienstleistungen
6.1 Definition
6.2 Umsetzung des TQM-Konzeptes in die Praxis
7. Benchmarking
Teil II
Qualitätssicherung in der Praxis der Altenhilfe
1. Interne Qualitätssicherung in der Altenhilfe
1.1 Qualitätszirkel
1.2 Qualitätsbeauftragte
2. Externe Qualitätssicherung in der Altenhilfe
2.1 Externe Qualitätssicherungsinstanzen
2.1.1 Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK)
2.1.2 Die Heimaufsicht
2.1.3 Pflegekassen und Sozialhilfeträger
2.2 Kommunale Strategien zur Qualitätssicherung in der Altenhilfe
3. ”Homes are for living-in” - ein fortschrittliches Qualitätssicherungskonzept der stationären Altenhilfe in Großbritannien
4. Das Europäische Qualitätsmodell (EFQM-Modell)
5. Ansätze der Qualitätssicherung in der offenen Altenarbeit
5.1 Das Projekt Vellmar: Qualitätssicherung und Case-Management in der offenen Altenarbeit
5.2 Das Projekt LIMA
6. Ansätze der Qualitätssicherung in der stationären Altenhilfe
6.1 Das Seniorenzentrum Stiftung Marienheim in Kempten (Allgäu)
6.1.1 Allgemeine Ziele und Aufgaben
6.1.2 Konzept und ein Beispiel für einen Prozeßstandard im Sozialdienst
6.1.3 Das Selbstbewertungssystem nach dem Fraunhofer Institut
6.1.3 Ergebnisse und Folgen der Selbstbewertung
6.2 St. Josef - Leben und Wohnen im Alter (Obernzell)
6.2.1 Ziele und Aufgaben
6.2.2 Prozeßstandards zum Bereich „Kommunizieren können”
6.2.3 Qualitätszirkelarbeit
7. Schlussbemerkungen
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Internetadressen

Automatisiert erstellter Textauszug:

5. Ansätze der Qualitätssicherung in der offenen Altenarbeit Ältere Menschen, die noch im eigenen Haushalt leben, sind heute in zunehmendem Maße auf Qualität und Stabilität außerfamiliärer Hilfen angewiesen, einerseits, weil Angehörige etwa auf grund der Arbeitsmarktsituation zunehmend mobil sein müssen, andererseits, weil viele Verwandte mit der Pflege und Begleitung alter Menschen überfordert sind, wie zahlreiche Fälle belegen, in denen Gewalt an alten Menschen ausgeübt wurde. Laut Pflegeversicherung ist Sozialarbeit in der offenen Altenhilfe leider oft ein ”ungeplantes Nebenprodukt der Arbeit ambulanter Pflegedienste” (KDA, thema 122, 1997, S.31). Das Angebot ist oft unübersichtlich und es existieren hierbei noch kaum Standards. Insbesondere das Modellprojekt Vellmar in Nordhessen und das Erwachsenenbildungsprojekt ”LIMA” in Bayern versuchen einen ersten Schritt in diese Richtung. 5.1 Das Projekt Vellmar: Qualitätssicherung und Case-Management in der offenen Altenarbeit Die Stadt Vellmar ist eine etwas finanzkräftigere Kommune im Landkreis Kassel. Ihre fünf evangelischen und eine katholische Kirchengemeinde bieten jeweils offene Altenarbeit an. Sämtliche Angebote sind in einer jährlich erscheinenden Seniorenbroschüre enthalten. Das von der Robert Bosch Stiftung (Stuttgart) geförderte Modellprojekt ”Verbesserung der häuslichen Pflegequalität für ältere Menschen: Zugehende Beratung, Kurzzeitpflegevermittlung und Ergotherapie als ambulante Unterstützungs- und Entlastungsmaßnahmen pflegender Familien” wurde zwischen Januar 1990 und Dezember 1992 in einer dreijährigen Laufzeit durchgeführt (a.a.O., S.1). Träger war die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe für Angewandte Soziale Gerontologie (ASG) der Universität Gesamthochschule Kassel, die auch die Begleitforschung mit der Aufgabe, den Verlauf des Projektes zu dokumentieren, durchführte. Ab Januar 1992 richtete der Landrat einen Arbeitskreis ”Strukturentwicklung Altenhilfe” ein, der die [...]

3. ”Homes are for living-in” – ein fortschrittliches Qualitätssicherungskonzept der stationären Altenhilfe in Großbritannien ”Homes are for living-in” (= Heime sind zum Leben da) ist ein Konzept der Qualitätssicherung für Einrichtungen der stationären Altenhilfe, das 1989 vom Gesundheitsministerium Großbritanniens veröffentlicht wurde, da man zu dieser Zeit befürchtete, daß sich Aufsichtsmethoden und Standards nicht weiterentwickeln würden. Es beruht auf sechs Werten und Prinzipien, die als Orientierung für Standards und als Indikatoren guter Pflege und Begleitung und damit zur Sicherung der Lebensqualität herangezogen werden können: a) Wahlfreiheit Unter Wahlfreiheit versteht man ”die Möglichkeit, unbeeinflußt aus einer Reihe von Möglichkeiten zu wählen” (KLIE u.a. 1995, S.62). Die Heime bemühen sich als Ziel, ihren Bewohnern so viele Wahlmöglichkeiten zu bieten, wie sie zu ihrer Zufriedenheit benötigen, z.B. daß sie ihre Zimmer mit eigenen Möbeln ausstatten oder verschiedene Angebote im Haus wahrnehmen können, ohne daß die Pflegeroutine sie dabei einschränkt (etwa Pflegebedürftige: nachmittags einen Ausflug machen können statt unbedingt um drei Uhr zum Kaffeetrinken auf der Station sein müssen). b) Rechtssicherheit Alle garantierten Bürgerrechte sollen gewahrt werden. Das Heim bemüht sich aktiv, seinen Bewohnern ein Höchstmaß an Rechtssicherheit zu bieten. Beispielsweise hilft der Sozialdienst bei finanziellen Problemen weiter, indem er mit dem Bewohner einen Antrag auf Sozialhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz stellt. [...]

dabei Strukturstandards, Prozeßstandards und Ergebnisstandards. Im Rahmen ihrer Leistungsverpflichtung haben sie eine bedarfsgerechte und gleichmäßige, dem allgemein anerkannten Stand der medizinischpflegerischen Erkenntnisse pflegerische Versorgung der Versicherung zu gewährleisten (§ 69 SGB XI). Darüber hinaus ist es ihre Aufgabe, mit den Trägern von Einrichtungen und anderen Leistungserbringern Rahmenverträge, Versorgungsverträge und Vergütungsvereinbarungen abzuschließen. Die Sozialhilfe greift ein, wenn Pflegebedürftige ihren Lebensunterhalt nicht mehr alleine bestreiten können. Da die Sozialhilfeträger neben den Pflegekassen ein wesentlicher Kostenträger sind, werden sie in allen Gremien zur Ausarbeitung von Versorgungsverträgen-, Vergütungs- und Qualitätsvereinbarungen beteiligt. Alles in allem müssen meines Erachtens die genannten externen Qualitätssicherungsinstanzen gemeinsam Verantwortung für eine bedarfsgerechte Versorgung älterer Menschen übernehmen, d.h., sie müssen Dienste koordinieren, vernetzen und kooperieren. 2.2 Kommunale Strategien zur Qualitätssicherung in der Altenhilfe [...]

Arbeit zitieren:
Gauer, Angela Oktober 1999: Ansätze der Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Altenhilfe, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Europäisches Qualitätsmodell, Homes are for living-in - Konzept, Seniorenarbeit, Interne Qualitätssicherung, Externe Qualitätssicherung

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