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Ansätze zur Erhöhung der Nutzungsintensität von Wissensmanagement-Systemen

Ansätze zur Erhöhung der Nutzungsintensität von Wissensmanagement-Systemen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christina Schmidt
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 163 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7663-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7663-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7663-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Christina Oktober 2003: Ansätze zur Erhöhung der Nutzungsintensität von Wissensmanagement-Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Motivation, Wissensportale, E-Learning, Balanced Scorecard, Umsetzungsmanagement

Diplomarbeit von Christina Schmidt

Problemstellung:

Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Frage, wie man Mitarbeiter (MA) im Rahmen der Implementierung eines ganzheitlichen Wissensmanagements (WM) motivieren bzw. langfristig an die Organisation binden kann. Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen müssen Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. zu werden, mit der Ressource Wissen systematisch und zielgerichtet umgehen.

Zunächst wurde der Begriff Wissen in seinen möglichen Erscheinungsformen und Ausprägungen untersucht. Danach wurde die Basis des Wissens dargestellt. Anschließend die Perspektiven und Arten des Wissens, welche in der Unterscheidung zwischen impliziten und explizitem, sowie individuellem bzw. kollektiven Wissen mündeten. Das wurde anhand der Wissenstransformation gezeigt, auf welche Art neues Wissen entstehen und wie individuelles in kollektives Wissen überführt werden kann.

Das dritte Kapitel begann mit den Grundlagen des Wissensmanagements, denn WM muss das strategische Ziel eines Unternehmens sein. Um das Potenzial des Wissensmanagements erschließen zu können, wurde das ganzheitliche Wissensmanagement gewählt, welcher Elemente der Technik- und der Humanorientierung sinnvoll miteinander verbindet. Im Anschluss an die Darlegung des pragmatisch orientierten Bausteinmodells des Wissensmanagements wurde der psychologische Ansatzpunkt für erfolgreiches Wissensmanagement skizziert, denn neben organisationalen Strukturen, Prozessen und Einflussgrößen ist es also vor allem das Wissen der Mitarbeiter, die in modernen Unternehmen eine führende Rolle spielen, so dass inzwischen vermehrt der Ruf nach persönlichem Wissensmanagement auf der individuellen Ebene laut wird.

Um zu ergründen, ob und unter welchen Voraussetzungen WM motivierend auf MA wirken kann wurde auf Motivationstheorien zurückgegriffen. Im Anschluss an eine Klassifikation der Motivationstheorien in Inhalts- und Prozesstheorien wurde die Zielsetzungstheorie dargestellt. Die Zielsetzungstheorie geht davon aus, dass Motivation und Leistung höher sind, wenn den MA spezifische Ziele gestellt werden. Aber es wurde noch auf eine weitere Unterteilung bei den Motivationstheorien eingegangen. Man unterscheidet zwischen extrinsischen und intrinsischen Motivation. Innerhalb der Wirkungskette muss insbesondere auf die intrinsische Motivation abgezielt werden. Gelingt dies durch entsprechende Anreize kann man annehmen, dass intrinsisch motivierbare MA Befriedigung in ihrer Arbeit finden, da intrinsische arbeitwerte erfüllt werden. Menschen wollen ihre Fähigkeiten und Interessen optimal nutzen. Individuen streben danach, im Beruf volle Leistungspotenzial zu entfalten, eine umfassende Verantwortung und Autonomie zu erlangen oder kontinuierlich neue Dinge hinzuzulernen. Exakt diese Ausprägungen können durch ein erfolgreiches WM gefördert werden. Um intrinsisch zu motivieren und im Idealfall ein Flow - Erlebnis zu erzeugen, müssen von der Organisationsseite Anreize derart gestaltet werden, dass sie ein Maximum an Kompetenzinformation und ein Minimum an Kontrollinformation liefern, um Verdrängungseffekte zu vermeiden.

Die Implementierung und der Aufbau von WM kann durch verschiedene Ursachen verzögert werden oder gar scheitern. Herausforderungen und Barrieren des Wissensmanagements wurden aufgezeigt, um gleichzeitig eine Vielzahl von Instrumenten der Wissensorganisation vorzustellen, die die Überwindung dieser Barrieren ermöglicht, indem sie das Management von Wissen unterstützt bzw. erleichtert. Und damit das Wissen in vielen Organisationen ungehindert fließen kann wird es auf die Entstehung und Erhaltung lebendiger Wissensgemeinschaften hingewiesen.

Um MA zur Nutzung von Wissensmanagementsystemen zu motivieren gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist die Softwareunterstützung, denn effizientes WM basiert heute ohne Frage auf dem Einsatz von IT. Die besten Ansatzpunkte für WM bieten derzeit Portal-Lösungen, die im Intranet (Mitarbeiter), Extranet (Lieferanten, Vertriebspartner) und Internet (Kunden) verschiedene Adressaten miteinbeziehen. In dieser Arbeit wird es zwischen Wissens- und Mitarbeiterportalen unterschieden.

Danach wird auf die Instrumente betrieblicher Weiterbildung eingegangen und zwischen E-Learning und Blended Learning differenziert. Blended Learning wird wesentlich besser der sozialen Komponente des Lernens gerecht, die für die Motivation des eigenverantwortlichen Lerners entscheidend ist. Welche konkrete Lernform schließlich eingesetzt werden soll und welcher Integrationsgrad von E-Learning-Technologien ausgewählt wird, hängt maßgeblich von der zugrunde liegenden Ausbildungsstrategie im Unternehmen ab.

Aber auch der Vorgang das Wissen zu messen ist ein sehr schwieriges Unterfangen und gehört zu den bisher ungelösten Problemstellungen des Themenkomplexes „Wissensmanagement“. Bei der Messung intellektuellen und unternehmerischen Kapitals hat sich die Balanced Scorecard (BSC) weitgehend durchgesetzt.

Gelebtes WM in Unternehmen ist heute nicht mehr eine Frage der technologischen Plattformen, die dieses ermöglichen, sondern vor allem eine Frage, ob und wie es gelingt, MA zu motivieren, ihr Wissen zu teilen, und die vorhandenen Wissensressourcen zu nutzen. Der Erfolg von Wissensmanagementsystemen hängt entscheidend davon ab, welche Wissenskultur das Unternehmen hat. Dabei werden unter Wissenskultur die in einer Organisation vorhandenen kollektiven Einstellungen, Befähigungen und Verhaltensweisen verstanden, mit denen Wissen identifiziert, erworben, entwickelt, verteilt, genutzt und bewahrt wird.

Im Folgenden wird aufgezeigt, wie ein effizientes WM mit Hilfe eines Umsetzungsmanagements funktioniert. Mit den Umsetzungs-Management-Systems (UMS) stellt man eine in der Praxis erfolgreich eingesetzte Methode vor, auf deren Basis die drei fundamentalen Gestaltungsdimensionen Wissensmanagement, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess und Motivation in einer optimalen Konfiguration miteinander verknüpft werden und so die Basis für Reorganisationsprojekte unter ganzheitlichen, mitarbeiterorientierten Gesichtspunkten realisiert wird. Das Unternehmen wird auf diese Weise auf seiner Entwicklung zu einer wissensbasierten, lernenden und dynamischen Prozessorganisation von der strategischen, über die taktische bis hinunter auf die operative Ebene in einem partizipativen Gestaltungsprozess unterstützt und zielorientiert auf dem Weg zur Zweckerfüllung einer jeden Unternehmung begleitet.

Insbesondere der Unternehmensleitung obliegt die Aufgabe, die Bereitschaft zu Wissensaustausch und zur Wissensgenerierung zu fördern, indem MA als entscheidender Faktor dazu motiviert werden. Dies kann durch eine aktive und systematische Gestaltung von Anreizen geschehen, die durch eine zeitgemäße, mitarbeiterorientierte und wissensbejahende Unternehmenskultur unterstützt wird.

Menschen sind grundsätzlich bereit Leistung zu erbringen. Diese Bereitschaft nicht zu zerstören ist Hauptaufgabe der Unternehmensführung. Dafür wurde eine Reihe möglicher Lösungsvorschläge eingereicht. Letztendlich soll damit ein Selbstmanagement der MA ausgelöst werden. Dafür müssen Leitplanken geschaffen werden, die Selbstführung und -kontrolle ermöglichen. Das kooperative Management by Knowledge Objectives kann in diesem Zusammenhang als ein möglicher Lösungsweg angesehen werden.

Ob dieses theoretische Konstrukt erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die teilweise jenseits jeder Beeinflussungsmöglichkeit liegen. Unbewusst wird nämlich die wahre Einstellung der Unternehmensführung zum WM übermittelt. Fehlt die grundsätzliche Überzeugung für WM und werden MA, die es ständig zu kontrollieren gilt, als antriebsarm und verantwortungslos betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass WM sich langfristig nicht durchsetzen kann und wie andere Konzepte, beispielsweise Lean Management, Total Quality Management oder Business Process Reengineering, eine Modeerscheinung bleibt.

Inhaltsverzeichnis:

Summary 4
1. Einleitung 7
2. Wissen 9
2.1 Wandel zur Wissensgesellschaft 9
2.2 Basis des Wissens 11
2.3 Perspektiven und Arten des Wissens 13
2.3.1 Implizites und explizites Wissen 15
2.3.2 Individuelles und kollektives Wissen 16
2.4 Wissenstransformation 17
3. Wissensmanagement 20
3.1 Ganzheitliches Wissensmanagement 22
3.2 Bausteinmodell des Wissensmanagements 24
3.3 Psychologischer Ansatzpunkt 29
4. Motivation 31
4.1 Motivationstheorien im Überblick 34
4.2 Extrinsische und Intrinsische Motivation (Flow - Erlebnis) 36
5. Möglichkeiten der Motivation durch Wissensmanagement 39
5.1 Herausforderungen des Wissensmanagements 42
5.2 Instrumente der Wissensorganisation 49
5.3 Barrieren des Transfers von Wissen 52
5.4 Die Bedeutung der betrieblichen Weiterbildung im Wissensmanagement 54
5.4.1 Der Weiterbildungsbegriff und seine Funktion 57
5.4.2 Aktuelle Situation in den Betrieben 59
5.4.3 Wissensprobleme der Organisationen 61
5.5 Wissensgemeinschaften 62
5.5.1 Motivation für Wissensgemeinschaften 63
5.5.2 Probleme realer Wissensgemeinschaften 65
5.5.3 Gestaltungsdimensionen von Wissensgemeinschaften 69
6. Möglichkeiten der Motivation zur Nutzung von Wissensmanagementsystemen 73
6.1 Effizientes Managen von Wissen mit innovativer I - Technologie 75
6.1.1 Wissensorientierte Maßnahmen 76
6.1.2 Portale - Weg zur Wissensverteilung 79
6.1.2.1 Wissens- bzw. Lernportale 83
6.1.2.2 Mitarbeiterportale / (HR) - Portale 85
6.1.3 Instrumente zur Weiterbildung: E-Learning oder Blended - Learning 88
6.1.3.1 E - Learning 88
6.1.3.2 Blended Learning 92
6.1.4 Erfolgsmessung von Wissensmanagementsystemen mit Balanced Scorecard 96
6.1.4.1 Rahmenbedingungen 99
6.1.4.2 Wissensziele definieren (Strategie bestimmen) 99
6.1.4.3 Implementierung der Balanced Scorecard 101
6.1.4.4 Feedbackprozess /Reviewprozess 101
6.2 Wissenskultur 103
6.2.1 Paradigmenwechsel 106
6.2.2 Agenten des Wissensmanagements 108
7. Umsetzungsmanagement - System 113
7.1 Partizipatives Umsetzungs-Management 113
7.2 Konzeptentstehung Umsetzungs-Management-System 114
7.3 Vorgehensweise beim Umsetzungsmanagementsystem in sechs Schritten 117
7.4 Bauwerk des Umsetzungsmanagements 121
7.4.1 Wissensmanagement 122
7.4.2 Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) 125
7.4.3 Motivation 126
8. Anreizsystem für Wissensmanagement 131
8.1 Anreizsysteme als generelle Lösung für Motivationsprobleme? 131
8.2 Lösungsvorschläge 135
8.2.1 Sinnvermittelnde Visionen 137
8.2.2 Neue Vergütungssysteme 138
8.2.3 Arbeitsinhalt 138
8.2.4 Wissensbezogene Mitarbeiterbeurteilung und -entwicklung 139
8.2.5 Anerkennung 140
8.2.6 Freiräume 140
8.2.7 Management by Knowledge Objectives 141
8.3 Ziele und Wissensmanagement 143
Literaturverzeichnis 148
Internetquellenverzeichnis 156
Abbildungsverzeichnis 157
Abkürzungsverzeichnis 158

Automatisiert erstellter Textauszug:

Produktentwicklung) oder kulturelle Erfahrungen (Sprachen, Studien, Hierarchieebenen). 2. Gestaltungsdimension “Interaktion“ Die Arbeit der Menschen in Wissensgemeinschaften ist durch ihre Interaktion gekennzeichnet, die wir durch Intensität, Kommunikationsform, Atmosphäre und Identität beschreiben. Die Intensität ist insbesondere durch die Häufigkeit und Dauer der Treffen bzw. Kontakte der Mitglieder der Wissensgemeinschaft gekennzeichnet. Die Wahl der Kommunikationsform ist entscheidend für die Qualität der Interaktion. Die adäquate Kommunikationsform ist weiterhin abhängig von der Art des ausgetauschten Wissens. Je mehr implizite Wissensbestandteile ausgetauscht werden sollen, desto stärker ist auf persönliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht zu setzen. Je mehr explizites Wissen ausgetauscht wird, desto mehr ist eine Nutzung elektronischer Medien möglich. Explizites Wissen ist häufig nur interpretierbar, wenn der Verfasser im persönlichen Gespräch implizites Wissen hinzufügt. Die Interaktion der Menschen in einer Wissensgemeinschaft wird weiterhin geprägt durch die Atmosphäre, in der zusammengearbeitet wird. Vertrauen und Offenheit entwickeln sich und können nur über die Rahmenbedingungen gestaltet werden. Zur Atmosphäre trägt natürlich auch bei, unter welchen räumlichen Voraussetzungen [...]

3. Probleme zwischen Wissensgemeinschaften und Gesamtorganisation äußern sich einerseits in dem Zwang bzw. dem Wunsch zur Legitimierung der Wissensgemeinschaften. Legitimierung ist im allgemeinen mit Zugang zu Ressourcen (insbesondere Zeit für Mitglieder der Wissensgemeinschaften bzw. finanzielle Ressourcen zum Experimentieren und Umsetzen), aber auch mit Rechtfertigungszwang und Ergebnisdruck verbunden. Erfahrungen insbesondere aus Großunternehmen haben gezeigt, dass vielfach informelle nicht identifizierte und in der Illegalität operierende Mitarbeitergruppen Ansätze für neue Produkte, neue Technologien, Konzepte oder Softwareentwicklungen finden (sogenanntes Bootlegging). Häufig geschieht dies zu einem Zeitpunkt, wo dieses Wissen im Unternehmen noch nicht gefragt ist. Wissensgemeinschaften können in diesem Sinne Katalysator für neue Ideen sein, die in der Gesamtorganisation noch keinen Anklang finden, zum späteren Zeitpunkt jedoch sehr willkommen sind. Konfliktpotenzial zwischen Wissensgemeinschaften und [...]

Wissensgemeinschaften zunächst durch unterschiedliche Motivation der Personen, die eine Wissensgemeinschaft konstituieren. Ein vordergründig gemeinsames Interesse an einem Thema kann jedoch durch ein sehr unterschiedliches Verwertungsinteresse begründet sein. So können einige Personen in einer Gruppe mitarbeiten, weil sie das dort erworbene Wissen später als unternehmensinterne Dienstleister umsetzen und verrechnen wollen. Andere Mitglieder einer Wissensgemeinschaft möchten sich vielleicht für ihre weitere Karriere profilieren. Ein weiteres Problem der Interaktion besteht in der fehlenden Fähigkeit, gemeinsam zu Lernen und Probleme zu lösen. Dritter Problembereich der Interaktion von Personen ist die emotionale Intelligenz ihrer Teilnehmer. Mit emotionaler Intelligenz ist der souveräne Umgang mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer gemeint93. Wer seinen Zorn oder seine Angst nicht bewältigen kann, stresst sich und andere. Wer nur den Verstand regieren lässt, der wird emotionalen Widerstand ernten. [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Christina Oktober 2003: Ansätze zur Erhöhung der Nutzungsintensität von Wissensmanagement-Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Motivation, Wissensportale, E-Learning, Balanced Scorecard, Umsetzungsmanagement

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