Anreizsysteme für den innerbetrieblichen Wissensmarkt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Norman Frischmuth
- Abgabedatum: Januar 2000
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2816-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2816-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2816-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Frischmuth, Norman Januar 2000: Anreizsysteme für den innerbetrieblichen Wissensmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wissensmanagement, Anreizsystem, Lösungsbeispiel für ein integriertes Wissensmanagement, organisatorische Wissensmanagement
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Diplomarbeit von Norman Frischmuth
Einleitung:
Laut Recherche der Zeitschrift „Informationweek“ beschäftigen sich 94 Prozent der 144 von dem Informationszentrum „Benchmarking“ befragten Unternehmen mit Wissensmanagement und erachten diese Thematik als „unabdingbar“. Damit stellt sich berechtigter Weise die Frage, warum nur einige wenige Unternehmen es geschafft haben, zumindest im Ansatz Wissensmanagement im Unternehmen zu betreiben. Viele renommierte Unternehmen kündigen die Einführung von vielversprechenden Projekten an. Die wahre Herausforderung und häufige Ursache für das Scheitern ehrgeiziger Projekte wird dabei übersehen – die Problematik der Wissensverteilung und der Wissensnutzung. Keine Software kann einem Unternehmen die Arbeit abnehmen herauszufinden, welches Wissen für den Unternehmenserfolg von Interesse ist, wo das Wissen zu finden ist und wie es verteilt werden kann.
Bei dem Versuch, diese Aufgaben zu bewältigen, zeigt sich schnell, dass die Lokalisierung und Verteilung von Wissen sehr zeitintensiv und organisatorisch anspruchsvoll ist. Nicht der Aufbau der notwendigen Infrastrukturen stellt Unternehmen vor große Herausforderungen, sondern die Frage nach der freiwilligen Verteilung von Wissen unter den Mitarbeitern. Eine freiwillige Kooperation aller Mitarbeiter im Sinne der Wissensverteilung und Wissensnutzung ist nur mit Hilfe von Anreizsystemen zu erreichen. Ziel des Autors ist es, Voraussetzungen für ein Anreizsystem und dessen Aufbau zu erarbeiten. Das Anreizsystem soll die Akteure des Wissensmarktes motivieren mit Wissen zu handeln, um dadurch die Wissensverteilung und die Wissensnutzung im Unternehmen zu gewährleisten.
In der Diplomarbeit werden im ersten Schritt die Grundbegriffe des Wissensmanagements erfasst, anschließend unterschiedliche Sichtweisen auf die Thematik zur späteren Abgrenzung dargestellt und eine Zielstellung für ein technisch und organisatorisch gestütztes Anreizsystem für den innerbetrieblichen Wissensmarkt erarbeitet. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt in der Sichtweise von Wissensmanagement als Markt. Dieser fördert die Identifikation, aber vor allem die Verteilung und Nutzung von Wissen im Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung in die Arbeit | 1 |
| 1.1 | Besprechung der Thematik | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Wissen als vierter Produktionsfaktor | 4 |
| 2.1 | Die Bedeutung des Wissens im historischen Kontext | 4 |
| 2.2 | Auf dem Weg zur Informationsgesellschaft | 5 |
| 2.3 | Neue Herausforderungen für die Wirtschaft | 7 |
| 3. | Wissen ist nicht gleich Wissen | 9 |
| 3.1 | Die Basis des Wissens | 9 |
| 3.1.1 | Daten - Atome der Information | 9 |
| 3.1.2 | Informationen - Moleküle des Wissens | 10 |
| 3.1.3 | Wissen - Universum des Einzelnen | 12 |
| 3.2 | Wissensarten | 14 |
| 3.2.1 | Explizites Wissen | 14 |
| 3.2.2 | Implizites Wissen | 16 |
| 3.2.3 | Wissensumwandlung | 16 |
| 3.3 | Problematik des Wissens | 18 |
| 3.3.1 | Die Wissensverteilung | 18 |
| 3.3.2 | Die Wissensbewertung | 18 |
| 3.3.3 | Die Wissensbewahrung | 19 |
| 4. | Die Grundlagen des Wissensmanagements | 20 |
| 4.1 | Grundfragen und Zielsetzung | 20 |
| 4.2 | Organisatorische Voraussetzungen | 22 |
| 4.3 | Technologische Voraussetzungen | 25 |
| 4.3.1 | Informationssysteme | 25 |
| 4.3.2 | Kommunikationssysteme | 27 |
| 4.3.3 | Dokumentationssysteme | 28 |
| 4.4 | Von einem niemals endenden Prozess | 29 |
| 5. | Wissen lokalisieren und fördern | 33 |
| 5.1 | Die Wissenskultur | 33 |
| 5.1.1 | Die lernende Organisation | 33 |
| 5.1.2 | Das lernende Unternehmen | 36 |
| 5.1.3 | Kommunikation - wichtiges Element der Wissenskultur | 36 |
| 5.2 | Orte und Quellen des Wissens | 38 |
| 5.2.1 | Aufdeckung der immateriellen Vermögenswerte | 38 |
| 5.2.2 | Der Wissensarbeiter | 39 |
| 5.2.3 | Kommunikationsförderung | 40 |
| 5.2.4 | Die Gruppe als Wissensträger und Wissensverteiler | 42 |
| 5.3 | Katalysatoren für den Wissenstransfer | 44 |
| 5.4 | Wissen sichtbar machen | 45 |
| 5.4.1 | Orientierungshilfen für den Alltag | 46 |
| 5.4.2 | Voraussetzungen der Wissensverteilung | 48 |
| 5.4.3 | Technische Wissensverteilung | 49 |
| 5.4.4 | Probleme und Chancen | 49 |
| 6. | Wissen auf dem Wissensmarkt | 51 |
| 6.1 | Akteure des Wissensmarktes | 51 |
| 6.1.1 | Der Käufer | 52 |
| 6.1.2 | Der Verkäufer | 53 |
| 6.1.3 | Der Broker | 54 |
| 6.1.4 | Der Wächter | 55 |
| 6.2 | Die Währung auf dem innerbetrieblichen Wissensmarkt | 56 |
| 6.2.1 | Die Transaktionstheorie | 56 |
| 6.2.2 | Motivationsmöglichkeiten | 60 |
| 6.2.3 | Der Wissensmarkt - Steuerung und Entwicklung | 63 |
| 6.3 | Bausteine eines Anreizsystems | 66 |
| 6.3.1 | Die inhaltliche Komponente | 67 |
| 6.3.2 | Die organisatorische Komponente | 69 |
| 6.3.3 | Die technische Komponente | 72 |
| 7. | Modellbeschreibung des Wissensmarktes | 78 |
| 7.1 | Abbildung des Wissensmarktes | 78 |
| 7.2 | Anwendungen des Wissenssystems | 80 |
| 7.2.1 | Elektronisches Branchenbuch | 80 |
| 7.2.2 | Elektronische Wissenslandkarten | 81 |
| 7.2.3 | Ressourcenverwaltung | 82 |
| 7.2.4 | Projektverwaltung | 82 |
| 7.3 | Überlegungen zu einer Umsetzung | 82 |
| 8. | Anreizsysteme für den Wissensmarkt - Ein Fazit | 84 |
| Anmerkungen / Erläuterungen | 86 | |
| Literaturverzeichnis | I | |
| Index | III |
men sind.71 Die besten Kommunikationswege sind dabei vor allem die direkte Kommunikation (Face-to-face), Dialogveranstaltungen mit hoher Begegnungsqualität, informelle Kanäle (kurze Wege), und Teambesprechungen in horizontalen wie auch vertikalen Netzwerken. Bei all diesen Möglichkeiten sollte das Mittel der Visualisierung genutzt werden. Der Spruch: „Ein Bild sagt mehr als tausend Wörter“ bringt am deutlichsten zum Ausdruck, welche Bedeutung einer konsequenten Visualisierung bei der Kommunikation zukommt. Der erste Schritt zur Wissensverteilung besteht in der aktiven Förderung einer Dialogkultur. Nur wenn Menschen miteinander reden, diskutieren oder auch nur „tratschen“, kann sich Wissen entfalten. Wissen ist nun einmal ein subjektiv gebundenes Gut, daß sowohl implizit als auch explizit auftritt. Die Prozesse zur Wissensentwicklung sind daher schwer zu strukturieren und laufen teilweise chaotisch ab. In einer effektiven Kommunikationsarchitektur, in der sowohl die technischen Voraussetzungen als auch die kulturellen und organisatorischen Grundlagen vorhanden sind, lernen Mitarbeiter extrem voneinander und qualifizieren sich täglich neu. Sie werden durch einen permanenten Dialog zu Beteiligten, die eine Kooperation anstreben.72 Das nun folgende Beispiel aus der Praxis soll zeigen, daß organisatorisches Know-how und „weiche“ Netzwerke ganz unerwartet auftreten können. Im Anschluß sollen daher Möglichkeiten betrachtet werden, die die eben beschriebenen Eigenschaften innerhalb einer Organisation fördern und unterstützen. Julian Orr, ein Mitarbeiter von Xerox, beobachtete technische Außendienstmitarbeiter der Firma, die die Geräte vor Ort beim Kunden warteten. Sie arbeiteten meistens verhältnismäßig isoliert voneinander in den Büros der Kunden. Bei niemanden würde man weniger kollektiv verfügbares Wissen vermuten als bei ihnen. Doch Orr fand heraus, daß sie trotz ihres Einzelgängertums und der weiten Dienstreisen viel Mühe auf sich nahmen, um sich in der Mittagspause oder zum Kaffee zu treffen. Bei solchen Gelegenheiten tauschten sie Anekdoten über fehlerhafte Maschinen aus, bei denen die technischen Unterlagen nicht wei- [...]
In jeder Organisation gibt es Mitarbeiter, zu denen man geht, wenn man etwas wissen will. Diese Wissensmakler gilt es zusätzlich zu veröffentlichen und gegebenenfalls in der Wissenslandkarte zu erfassen. Wissensmakler erzählen bei Fragestellung Geschichten und weisen auf andere Wissensquellen hin. Diese Technik wird auch im Internet oder Intranet mit Hilfe der Hyperlinks genutzt und ist für die Erstellung von Wissenslandkarten von besonderer Bedeutung. Wissenslandkarten bestehen in der Regel aus folgenden Komponenten: • • • Kundenbedürfnisse und Fragen Erkenntnisse und Erfahrungen Wissenskupplungen (Verbindungen von Wissensinseln) Um wirkungsvoll zu sein, muß das Instrument in möglichst viele tägliche Aktivitäten eingebunden werden. Mit der Nutzung der erstellten Wissenslandkarte bei Teamarbeit, Entscheidungsfindung und Planung lernen Mitarbeiter allmählich mit ihr umzugehen.70 Sämtliche dieser eben genannten Ansätze sind nur einige der Möglichkeiten, die Grundlagen für eine permanente Wissensverteilung in einer lernenden Organisation zu bilden. Wichtige Faktoren sind das Schaffen von Vertrauen und Verständnis der Mitarbeiter untereinander und die Motivation zur offenen, fachübergreifenden Kommunikation. Die modernen Medien unterstützen solche Bemühungen, sind aber nicht das Allheilmittel für das lernende Unternehmen. 5.2.4. Die Gruppe als Wissensträger und Wissensverteiler Die Zeit der einsamen Entschlüsse gehört der Vergangenheit an, auch Entscheidungen müssen über den Weg der Kommunikation vorbereitet werden, weil Wissen und Gedankenaustausch die unerläßlichen Voraussetzungen für verantwortungsvolles Entscheiden und Handeln im lernenden Unterneh- [...]
einer entspannten und nicht isolierten Arbeitsumgebung bei.69 Einzelne Bereiche solcher Zonen können als Diskussionsplattformen dienen, bei denen gewonnenes Wissen auf Flip-Charts festgehalten (visualisiert) und später dokumentiert werden kann. Dadurch wird der Verbreitungsgrad an Informationen gefördert, weil jeder Mitarbeiter freien Zugang zu den BrainstormingUnterlagen hat und sich seinerseits ebenfalls an dem Wissensaustausch beteiligen kann. Eine Fortsetzung dieser offenen Diskussionen stellen beispielsweise elektronische Foren („schwarze Bretter“) im Intranet oder Internet dar. Der Vorteil des elektronischen Mediums ist die gleichzeitige Dokumentation der Diskussion in Form von Dateien. Ein weiterer Vorteil solcher Kommunikationszonen ist die hohe Aktualität der Informationen aufgrund des beschleunigten Informationsflusses. Zusätzlich fördern Kommunikationszonen Lern- und Arbeitsgruppen bzw. Projektgruppen und bieten eine offene Schnittstelle zwischen ihnen und anderen Gemeinschaften. Die Mitarbeiter lernen, sich auszudrücken und über Themen zu reden, die nicht aus ihrem Fachgebiet stammen (Querdenken). Widerspruch wird geübt und Kritik gelernt zu ertragen, Gesprächspartner lernen Konflikte zu lösen. Ein weiterer wichtiger Punkt der Kommunikation ist die Frage nach dem Wissen über das Wissen, dem sogenannten Metawissen. Wo findet man im Unternehmen das Wissen, das man gerade benötigt? Wer kann einem weiterhelfen? Hierbei hilft ein einfaches aber dennoch wirksames Instrumentarium, die Wissenslandkarte. Wissenslandkarten sind Darstellungen des abgelegten oder vorhandenen Wissens innerhalb des Unternehmens im Text- oder Bildformat. Erweitern läßt sich dieser Ansatz durch eine Art „Branchenbuch“, in dem zusätzlich alle Wissensträger mit ihrem spezifischen Wissen enthalten sind. Mit diesem „Werkzeug“ schafft man Orientierung und ermöglicht es, im Erfahrungswissen des Unternehmens zu navigieren. Das schnelle Auffinden des richtigen Ansprechpartners (Wissensanbieter) wird erleichtert und der Kommunikationsfluß deutlich liquider und transparenter. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832428167
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Frischmuth, Norman Januar 2000: Anreizsysteme für den innerbetrieblichen Wissensmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wissensmanagement, Anreizsystem, Lösungsbeispiel für ein integriertes Wissensmanagement, organisatorische Wissensmanagement



