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Anreizsysteme zur Kapitalallokation in divisionalisierten Unternehmen

Darstellung und kritische Analyse aus betriebswirtschaftlicher Sicht

Anreizsysteme zur Kapitalallokation in divisionalisierten Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Grenz
  • Abgabedatum: September 1998
  • Umfang: 57 Seiten
  • Dateigröße: 437,5 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2330-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2330-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2330-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Grenz, Alexander September 1998: Anreizsysteme zur Kapitalallokation in divisionalisierten Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Weitzmann-Modell, Anreizsysteme, Divisionalisierung, Groves-Chema, Kapitallokation

Diplomarbeit von Alexander Grenz

Einleitung:

Um unter den Bedingungen eines immer intensiver werdenden Wettbewerbs zu bestehen, setzten viele Unternehmen stärker auf Diversifizierung und dezentralisierte Formen der Führung. Aufgrund von Dezentralisierungs-, Anpassungs- und Flexibilitätsvorteilen weisen diversifizierte Unternehmen häufig die divisionale Organisationsstruktur auf. In dieser Organisationsstruktur sind jedoch die einzelnen Divisionsmanager wegen ihrer größeren Markt- und Kundennähe weitaus besser über das Gewinnpotential der jeweiligen Division informiert als die Unternehmenszentrale. Das Gewinnpotential der einzelnen Divisionen bildet dabei die Grundlage für die Allokation der im Unternehmen verfügbaren Ressourcen. Da diese Ressourcen im Unternehmen grundsätzlich nicht in beliebiger Höhe verfügbar sind, kann dessen Fehlallokation den Unternehmensgesamtgewinn erheblich beeinflussen.

Aus diesem Grund muß die Unternehmenszentrale versuchen, bei jeder Aufteilung der vorhandenen Finanzmittel auf die einzelnen Divisionen eine Fehlallokation zu vermeiden. Dabei ist die Zentrale aufgrund von asymmetrischer Informationsverteilung in divisionalisierten Unternehmen auf die wahrheitsgemäßen Informationen der besser informierten Divisionsmanager angewiesen. Diese können aber ihren Informationsvorsprung zur Manipulation der übermittelten Daten ausnutzen, um auf diese Weise mehr von den knappen Finanzmitteln für ihre Divisionen zu erhalten. So kann ein Manager den Gewinn seiner Division maximieren und demzufolge auch seine Prämie erhöhen. Er versucht somit eigene, von der Zielen der Zentrale abweichende, Ziele zu verfolgen. Als Folge einer Divisionalisierung entsteht somit die Gefahr, daß die delegierten Aufgaben nicht mehr in der von der Zentrale gewünschten Weise ausgeführt werden, wenn die Divisionsmanager andere Ziele als die Zentrale verfolgen. Insbesondere bei der Kapitalallokation ergibt sich die Problematik einer zieladäquaten Zuteilung von Ressourcen an die einzelnen Divisionen.

Um der Divergenz zwischen den Interessen der Zentrale und der Divisionsmanager entgegenzuwirken, können zunächst Kontrollen der dezentralen Einheiten durch die Zentrale eingesetzt werden. Kontrollen verursachen aber hohe Kosten und sind oft nur schwer durchführbar. Eine andere Möglichkeit zur Lösung der vertikalen Koordinations-probleme in divisionalisierten Unternehmen stellen Anreizsysteme dar, die in Unternehmen wichtige Motivations- und Koordinationsaufgaben erfüllen können. Durch den Einsatz von Anreizsystemen müssen die Bereichsleiter motiviert werden, ihre Aufgaben so zu erfüllen, daß die gesamte Unternehmung davon profitiert. Folglich müssen die Divisionsmanager durch die Anreizsysteme zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung bewegt werden, damit die Unternehmenszentrale die Ressourcenaufteilung optimieren kann. Solche Anreizsysteme sind in der Principal - Agent - Theorie untersucht worden und werden im Rahmen dieser Arbeit auf ihre Eignung als Instrumente der vertikalen Koordination überprüft. Es werden ausschließlich monetäre Anreizsysteme betrachtet, weil nur durch diese, gemäß der Principal - Agent - Theorie, die optimale Lösung des Allokationsproblems erreicht werden kann.

Um zu prüfen, wie gut die Anreizsysteme zur Lösung der bestehenden Koordinationsaufgaben geeignet sind, bedarf es entsprechender Maßstäbe, anhand dessen die Anreizsysteme beurteilt und verglichen werden können. Deswegen werden einige Anforderungen an die Anreizsysteme gestellt. An diesen Kriterien sollen im weiterem zwei Anreizsysteme, das Groves - Schema und das Weitzman - Modell, die speziell zur Lösung der Koordinationsaufgaben in divisionalisierten Unternehmen entwickelt wurden, vorgestellt, analysiert und beurteilt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Symbolverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Kapitalallokation in divisionalisierten Unternehmen 3
2.1 Begriff der Divisionalisierung 3
2.2 Koordinationsbedarf als Folge der Divisionalisierung 6
2.3 Kapitalallokationsprobleme aufgrund des Koordinationsbedarfs 8
2.4 Anreizsysteme als Instrument zur Koordination 10
2.5 Basiselemente eines Anreizsystems 11
2.6 Anforderungen an leistungsorientierte Anreizsysteme 13
3. Darstellung und Analyse ausgewählter Anreizsysteme 17
3.1 Das Groves - Schema und das Weitzman - Modell als spezielle Allokationsmechanismen zur Lösung des Budgetierungsproblems 17
3.2 Das Groves - Schema 18
3.2.1 Darstellung des Grundmodells 18
3.2.2 Kritische Analyse des Groves - Schemas 20
3.3 Das Weitzman - Modell 30
3.3.1 Darstellung des Grundmodells 30
3.3.2 Kritische Analyse des Weitzman - Modells 32
3.4 Kritischer Vergleich der analysierten Anreizsysteme 42
4. Schlußbetrachtung 44
Literaturverzeichnis 46

Automatisiert erstellter Textauszug:

Es läßt sich nicht auf den ersten Blick erkennen, wie das Groves – Schema wirkt. Diese Komplexität könnte dazu führen, daß die Manager die Wirkungsweise dieses Schemas nicht durchschauen und sich deshalb nicht auf die gewünschte Weise rational verhalten. In einem unter Studenten durchgeführten Experiment führte der Groves – Mechanismus nur in 48% aller Meldungen zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung.56 Das hat gezeigt, daß das Groves – Schema auch von gebildeten Menschen nicht leicht zu verstehen ist. Das Kriterium der Nachvollziehbarkeit ist somit nur teilweise erfüllt. 2. Kongruenz zwischen Unternehmens- und Individualziel und 3. Fähigkeit zur Induzierung wahrheitsgemäßer Berichterstattung Bei der Untersuchung dieser Anforderungskriterien für das Groves – Schema wird im Schrifttum zunächst zwischen folgenden Situationen bzw. Präferenzen der Manager unterschieden:57 1) Groves – Schema unter Sicherheit a) ohne Berücksichtigung von Arbeitsleid b) mit Berücksichtigung von Arbeitsleid 2) Groves – Schema unter Unsicherheit a) Risikoneutralität der Divisionsmanager b) konstante Risikoaversion der Divisionsmanager Es wird dabei angenommen, daß bei dieser Untersuchung alle mögliche Absprachen ausgeschlossen sind. zu 1(a): keine Berücksichtigung von Arbeitsleid unter Sicherheit In dieser Situation kann jeder Manager exakt angeben, mit welchem Kapital seine Division welchen Gewinn erzielen kann. Es soll zunächst [...]

Der variable Teil des Bonus eines Abteilungsmanagers setzt sich hiermit zum einen aus der Beteiligung am gesamten Unternehmensgewinn, der für die zugewiesenen Budgets prognostiziert worden ist, und zum zweiten aus der Differenz des tatsächlichen und prognostizierten Gewinns der eigenen Division zusammen. Die Konstanten B0i und αi werden von der Unternehmenszentrale festgelegt. Sie dienen der Differenzierung zwischen Managementleistung und dem Gewinn eines Unternehmensbereichs und bieten die Möglichkeit einer Korrektur der Bemessungsgrundlage. Bei einem unrentablen Unternehmensbereich muß das Fixum B0i entsprechend groß gewählt werden, um dem Bereichsleiter die Chance zu erhalten, einen Bonus zu erzielen. Bei Führungskräften von Unternehmensbereichen, die „Selbstläufer“ und also sehr profitabel sind, müssen αi relativ klein und das Fixum B0i möglicherweise sogar negativ vorgegeben werden. Die Anreizkompatibilität ist allerdings bei jeder numerischen Spezifikation des Multiplikators αi und des Fixums B0i gewährleistet. 55 [...]

Eine Klasse von Budgetierungsschemata wurde in den 70er Jahren von Theodore Groves vorgestellt und in einer Reihe von Beiträgen diskutiert.52 Diese Anreizsysteme sind auf das Budgetierungsproblem einer divisionalisierten Unternehmung zugeschnitten und zeichnen sich durch eine Vielzahl günstiger Eigenschaften aus. Sie lassen sich fast allen unternehmenspolitischen Gegebenheiten anpassen und sind so konstruiert, daß sie das Allokationsproblem im Unternehmen anreizkompatibel lösen. Diese Allokationsmechanismen werden nach ihrem Urheber als das Groves – Schema bezeichnet. Die Wirkungsweise des Grundmodells läßt sich dabei wie folgt erklären. Um zu gewährleisten, daß ein Bereichsleiter unverzerrte Gewinnfunktion, oder sonstige unverzerrte Daten übermittelt, wird der Berechnung des Bonus eines Managers ein Maß („Groves – Maß“) zugrundegelegt, das nach folgender Gleichung bestimmt wird:53 [...]

Arbeit zitieren:
Grenz, Alexander September 1998: Anreizsysteme zur Kapitalallokation in divisionalisierten Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Weitzmann-Modell, Anreizsysteme, Divisionalisierung, Groves-Chema, Kapitallokation

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