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Anreizsetzung und Risikoteilung

Theoretische und Empirische Aspekte der Managemententlohnung

Anreizsetzung und Risikoteilung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Schaeffler, Marino Della Pietra
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 235 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9082-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9082-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9082-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stephan Schaeffler, Marino Della Pietra Dezember 2003: Anreizsetzung und Risikoteilung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Principal-Agent, Vertragstheorie, Agenturtheorie, Aktienoptionen, Management Compensation

Diplomarbeit von Stephan Schaeffler, Marino Della Pietra

Zusammenfassung:

Diese Diplomarbeit thematisiert die Lösung der Corporate Governance Problematik durch erfolgsabhängige Entlohnungsverträge. Die Notwendigkeit der Corporate Governance entsteht aus der Trennung von Eigentum und Kontrolle. Der Begründer der modernen Nationalökonomie Adam Smith äußerte bereits 1776 in „The Wealth of Nations“ große Besorgnis gegenüber der sich damals ausbreitenden Form der Unternehmung, der Aktiengesellschaft:

„The directors of such companies […] being the manager rather of other people´s money than of their own [will not] watch over it with the same anxious vigilance with which the partners in a private copartnery frequently watch over their own. […] Negligence and profusion, there-fore, must always prevail […] in the management […] of such companies.” Adolf A. Berle und Gardiner C. Means erklärten im Jahre 1932 in „The Modern Corporation and Private Property“ die historisch gewachsene Trennung von Eigentum and Kontrolle als zukünftige Herausforderung der modernen Unternehmung. Zukünftig würden Menschen nicht mehr Handel betreiben, Menschen würden managen und koordinieren müssen. 200 Jahre verstrichen nach Adam Smith, bis die theoretische Modellierung desselben Grundgedankens Einzug in die Köpfe der Menschen und in Bibliotheken erhielt. Manager und Eigentümer haben unvereinbare Interessen, ersterer besitzt die Kontrolle über etwas, das letzterem gehört und geht mit dieser Verantwortung unachtsam um. Seit der Arbeit von Michael C. Jensen und William H. Meckling (1976) wird diese Konstellation als Agency-Problem bezeichnet.

Jensen/Meckling (1976) schufen ein Bild des Unternehmens als Nexus of contracts und begründeten hiermit das Verständnis einer Unternehmung als Konstrukt vieler miteinander in (Vertrags-)Beziehung stehender Parteien. In diesem Konstrukt kommt der Beziehung zwischen Eigentümern und Managern eine besondere Bedeutung zu. Die Entlohnung des Managements stellt das Bindeglied zwischen beiden Parteien dar. Erfolgsabhängige Entlohnungsverträge und die dadurch gesetzten Anreize ermöglichen die Angleichung der Interessen von Eigentümern und Managern des Unternehmens, da beide von einer positiven Unternehmensentwicklung profitieren.

An anderer Front entstand etwa zur gleichen Zeit eine Idee, welche die der Lösung des genannten Problems anstrebte, das Konzept des Shareholder Value. Dieses Konzept nähert sich dem Problem aus einer finanztheoretischen Perspektive und vertritt eine radikale Vorstellung eines effizienten Kapitalmarkts, der das absolute Instrument der Kontrolle ist. Das Konzept des Shareholder Value verschreibt das Unternehmen und all seine Aktivitäten einem einzigen Zweck, der Schaffung von Wert für den Aktionär. Über die Ausrichtung des Unternehmens auf den Shareholder Value erhält dieser marktliche Koordinationsmechanismus Einzug in das Unternehmen.

Jede einzelne Vertragsbeziehung wird auf eine gemeinsame Zielsetzung ausgerichtet, die Steigerung des Unternehmenswerts. Letztlich bleibt ein Signal für die Leistung des Managers: der Unternehmenswert. Die Prinzipal-Agent Theorie steht für eine vertragliche Lösung von Auftraggeber-Auftragnehmer Problematik im Allgemeinen und der Lösung der Eigentümer-Manager Problematik im Speziellen. Hierbei steht Anreizsetzung und Risikoteilung im Vordergrund. Durch eine erfolgsabhängige Entlohnung wird dem Manager Risiko übertragen. Dies setzt den Anreiz, höhere Anstrengungen zu vollbringen, um den Unternehmenswert zu steigern. Die Verknüpfung zwischen dem vertragstheoretischen Ansatz und dem Shareholder Value Konzept erfolgt über die Wahl des Signals für Leistung: dem Wert des Unternehmens.

Die Managemententlohnung koordiniert nun nicht mehr nur den Inputfaktor Managementarbeit, sie ist Steuerungsinstrument für die gesamte Unternehmung. In den letzten 25 Jahren wurde sehr viel Forschungsaufwand auf dem Gebiet der erfolgsabhängigen Managemententlohnung betrieben. Es existiert gegenwärtig eine gewaltige Fülle von theoretischen Beiträgen, die sich der Gestaltung optimaler Anreizverträge widmet. Wir werden zunächst die grundsätzliche Idee von Anreizsetzung und Risikoteilung ausführlich erläutern und anschließend die wichtigsten Gestaltungsmerkmale optimaler Anreizverträge diskutieren. Im nächsten Schritt wenden wir uns der Praxis der Managemententlohnung zu. Häufig vernachlässigt, prüfen wir zunächst, ob die Annahmen des vertragstheoretischen Ansatzes für dieses Gebiet zutreffen. Hierauf beurteilen wir, inwiefern die Ausgestaltung von Entlohnungsverträgen in der Managementpraxis den wesentlichen theoretischen Leitlinien folgt. Hierbei fokussieren wir in unserer Betrachtung den wichtigsten Entscheidungsträger eines Unternehmens, den Chief Executive Officer.

Der zweite Teil dieser Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse eines Entlohnungsinstruments. Das Entlohnungsinstrument Aktienoptionen hat in den letzten zwei Jahrzehnten enorme Bedeutung erlangt. Empirische Studien belegen, dass Aktienoptionen in großen amerikanischen Unternehmen für CEOs bereits die wichtigste Entlohnungskomponente darstellen. Wir stellen Aktienoptionen zuerst allgemein als Derivat dar und gehen dann konkret auf die betriebswirtschaftliche Behandlung von Aktienoptionen als Entlohnungsinstrument ein. Im Kontext der übergeordneten Thematik dieser Arbeit diskutieren wir, inwieweit eine Anreizsetzung durch Optionen erfolgt, die zur Lösung der Corporate Governance Problematik beiträgt.

Fundiert mit empirischen Erkenntnissen, begründen wir die enorme Verbreitung von Aktienoptionen. Optionen werden seit jeher aus verschiedenen theoretischen Perspektiven kontrovers diskutiert. Aus anreiztheoretischer Sicht stehen aktuell insbesondere zwei Aspekte im Mittelpunkt. Zum einen steht eine klassische Anreizwirkung von Aktienoptionen in der Kritik. Bis heute ist eine wesentliche Zielsetzung der Entlohnung mit Aktienoptionen, der Risikoaversion des CEOs entgegenzuwirken. Es existiert eine Interessendivergenz bezüglich Risiko gegenüber diversifizierten, risikoneutralen Anlegern. Die Literatur wurde lange Zeit von der Meinung dominiert, dass Optionen diese Interessendivergenz durch eine vollständige Versicherung des CEOs gegen Misserfolg beheben.

Diese Auffassung wird jedoch von aktuelleren Beiträgen in Frage gestellt. Eine umfassende Analyse wird diesen Punkt genauer beleuchten. Zum anderen wird die Sinnhaftigkeit des Repricing von Aktienoptionen diskutiert. Allgemein bedeutet Repricing, dass Optionen bei einer schlechten Entwicklung des Aktienkurses zum Vorteil des Inhabers modifiziert werden. Aktionäre und institutionelle Anleger lehnen diese Vorgehensweise mit der Begründung ab, dass CEOs nicht noch für eine schwache Leistung belohnt werden dürfen.

Jedoch steht Repricing in der Theorie für ein sinnvolles Mittel zur Wiederherstellung von Anreizen. Auch Repricing werden wir einer umfassenden Untersuchung unterziehen. Diese Arbeit wird zeigen, dass der vertragstheoretische Ansatz der Managemententlohnung wesentliche Erklärungskraft besitzt und sehr wohl in der Praxis Anwendung findet. Jedoch treten auch Muster zutage, die offensichtlich im Widerspruch zum vertragstheoretischen Erklärungsansatz stehen. Diese Widersprüche treten besonders in Fällen auf, in denen andere, maßgebliche Einflussfaktoren wie ineffiziente Entscheidungsstrukturen oder betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte aufgrund ihrer Erklärungskraft vertragstheoretische Überlegungen überlagern oder sogar dominieren. Dies gilt für Managemententlohnung im Allgemeinen und für Aktienoptionen im Speziellen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Grundlegende Erkenntnisse der Managemententlohnung 4
2.1 Vertragstheoretische Analyse 4
2.1.1 Kernproblematik der Managemententlohnung 4
2.1.1.1 Informationsasymmetrie 4
2.1.1.2 Unsicherheit 6
2.1.1.3 Interessendivergenz 6
2.1.2 Hidden Characteristics vs. Hidden Action 7
2.1.3 Moral Hazard Modell 10
2.1.3.1 Annahmen und zeitliche Struktur 10
2.1.3.2 Trade-off zwischen Anreiz und Risiko im einfachsten Modell 14
2.1.3.3 Allgemeine Spezifikationen 22
2.1.3.4 Populäre Vereinfachungen 24
2.1.4 Implikationen für die Gestaltung effizienter Anreizverträge 27
2.1.4.1 Verallgemeinerung der Annahmen und Notation 28
2.1.4.2 Risikoneigung und Anreizintensität 29
2.1.4.3 Nutzen zusätzlicher Information 32
2.1.4.4 Fix(Verträge) bei Multitasking 35
2.1.4.5 Lineare Entlohnungsverträge 39
2.1.4.6 Relative Performance Evaluation 43
2.1.4.7 Anreize durch Career Concerns 46
2.2 Empirische Erkenntnisse der Managemententlohnung 51
2.2.1 Entlohnungsformen – Stand und Entwicklungen 51
2.2.1.1 Wichtige Entlohnungsformen 51
2.2.1.2 Bedeutung der Entlohnungsformen und Trends 53
2.2.1.3 Absolutes und relatives Niveau 54
2.2.2 Überprüfung grundlegender agenturtheoretischer Annahmen 56
2.2.2.1 Festlegung der Entlohnungsregel durch den Prinzipal 56
2.2.2.2 Risikoaversion des Agenten 58
2.2.2.3 Effektivität der Anreizsetzung 61
2.2.3 Berücksichtigung theoretischer Kenntnisse 72
2.2.3.1 Anreizverträge in der Praxis 73
2.2.3.2 Lineare Verträge vs. Informativeness-Principle 83
2.2.3.3 Multitasking und fehlgeleitete Anreize 86
2.2.3.4 Verzicht auf Relative Performance Evaluation 87
2.2.3.5 Bedeutung von Career Concerns 90
3. Analyse von Aktienoptionen als Entlohnungsinstrument 94
3.1 Wichtige Aspekte von Aktienoptionen 94
3.1.1 Technisches zu Optionen 94
3.1.1.1 Optionsarten 94
3.1.1.2 Gestaltungsparameter und Wert der Option 96
3.1.1.3 Bewertung mit Black-Scholes-Formel 97
3.1.2 Praktische Handhabung 100
3.1.2.1 Bilanzierung 100
3.1.2.2 Besteuerung 103
3.1.2.3 Ausübung und Liquiditätseffekt 105
3.1.3 Anreizwirkung 107
3.1.3.1 Intendierte Anreize 107
3.1.3.2 Nicht intendierte Anreize 109
3.1.4 Popularität in der Praxis und empirische Evidenz 111
3.1.4.1 Praktische Handhabung 112
3.1.4.2 Intendierte Anreize 115
3.1.4.3 Nicht-intendierte Anreize 119
3.2 Aktienoptionen und Anreize für Risiko 124
3.2.1 Problemstellung 125
3.2.2 Klassische Argumentation 127
3.2.3 Anreize für mehr Risiko im Modell von Ross (2003) 128
3.2.3.1 Notwendige Bedingung für geringere absolute Risikoaversion 129
3.2.3.2 Translation Effect, Magnification Effect und Convexity Effect 130
3.2.3.3 Veränderung der Risikoaversion durch zusätzliche Optionen 131
3.2.4 Subjektive Bewertung und Festlegung des Basispreises 133
3.2.4.1 Certainty Equivalent Approach 133
3.2.4.2 Modell von Skovoroda/Main/Buck/Bruce (2003) 136
3.2.5 Risikoanreize für Aktienoptionen im Zeitverlauf 144
3.2.6 Empirische Evidenz 146
3.2.7 Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick 154
3.3 Repricing von Aktienoptionen 156
3.3.1 Intuitive Argumente 156
3.3.2 Handhabung 158
3.3.2.1 Bilanzierung 158
3.3.2.2 Corporate Governance 159
3.3.2.3 Steuern 160
3.3.3 Theorie 160
3.3.3.1 Nachverhandlung bei Anreizverträgen 160
3.3.3.2 Theoretische Effizienz von Repricing 167
3.3.4 Empirische Evidenz 180
3.3.4.1 Häufigkeit und Ausgestaltung 181
3.3.4.2 Notwendigkeit der Anreizwiederherstellung 183
3.3.4.3 Firmenspezifische Leistungsdefizite vs. Brancheneinflüsse 186
3.3.4.4 Repricing als Agency-Problem? 188
3.3.4.5 Kosten und Nutzen 190
3.3.5 Schluss 192
4. Schluss 195
Literaturverzeichnis 200

Automatisiert erstellter Textauszug:

Alle Ergebnisse werden anhand des Wilcoxon-Rangtest109 verifiziert und sind größtenteils signifikant zum 95% oder 99% Niveau (ebenda). Es kann relativ einfach nachvollzogen werden, dass eine Anpassung der Anreizsetzung im Rahmen eines MBO zu starken Effizienzgewinnen führt. Smith (1990) bestätigt die vorliegenden Ergebnisse in einer eigenen Studie über 58 Unternehmen, bei denen zwischen 1977 und 1986 ein MBO durchgeführt wurde. Wir können aus diesen Ergebnissen schließen, dass eine Neuordnung der Anreizstruktur im Falle von MBOs einen sehr positiven Effekt auf die Leistung einer Unternehmung hat. In einem größeren Kontext betrachtet, interpretieren wir diese Erkenntnisse als Beweis, dass eine Verbesserung der Anreizsetzung gewichtige Auswirkungen für die Entscheidungen der Agenten und konsekutiv für den Nutzen des Prinzipals hat. Anmerkungen zu unserer Argumentation: Ziel dieses Abschnitts war es, grundlegende Annahmen und damit die Anwendbarkeit der Agency-Theorie zu überprüfen. Zuerst wurde untersucht, ob die Annahme zutrifft, dass Manager risikoavers sind. Zwar existieren nur wenige Studien, die eine solche Fragestellung untersuchen, diese jedoch lassen die Annahme angemessen erscheinen. Die Messung der Effektivität von Anreizsetzung gestaltet sich schwierig, da sie hohe Anforderungen an den Versuchsaufbau stellt. Dennoch haben zahlreiche Autoren die Hypothese bestätigt, dass Anreize durch variable Entlohnung und durch Beteiligung am Unternehmen effektiv sind. Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die vertragstheoretischen Implikationen auf die Managemententlohnung anwendbar sind. Hingegen scheint die Annahme, dass der Prinzipal über die gesamte Verhandlungsmacht verfügt kaum gerechtfertigt. Im Gegenteil: Der Ansatz der Managerial Power Approach hypothetisiert, dass der Agent erheblichen Einfluss auf die Vertragsgestaltung ausübt. Diese Vermutung wird empirisch gestützt. 2.2.3 Berücksichtigung theoretischer Kenntnisse Im bisherigen Verlauf dieses empirischen Teils haben wir als Einstieg Entlohnungsformen, deren Bedeutung und neuere Entwicklungen vorgestellt. Darauf hin haben wir versucht zu überprüfen, inwiefern die Agency-Theorie als Analyseinstrument geeignet ist, indem die Gültigkeit fundamentaler Annahmen in der Praxis überprüft wurde. In einem letzten Punkt wollen wir nun darauf eingehen, inwiefern Entlohnungsverträge theoretische Erkenntnisse wie beispielsweise die optimale Anreizhöhe oder das Informativeness-Principle berücksichtigen. [...]

( MALE ) und Jobwechsel im letzten Jahr ( PROMO ) in folgende Regression eingeht (vereinfachte Darstellung): LPER85 = c 0 + c1 DERB + c 2 LBA + c 3 MALE + c 4 PROMO + c 5 LPER84 Diese Gleichung drückt aus, inwiefern die Leistung des Jahres 1985 von der Variabilität der Entlohnung, dem Niveau vorheriger Leistungen und den Kontrollvariablen (Geschlecht, Jobwechsel im letzten Jahr) abhängt. Diese Schritte erfolgen jeweils für Bonus und andere Prämien. Das Grundgehalt liegt für das Jahr 1984 bei etwa $43.000, Bonus und die anderen Prämien bei ungefähr 20% dieses Gehalts. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich nur auf Bonuszahlungen, da die Autoren keine signifikanten Ergebnisse bei Prämien erzielen konnten. Manager am Firmensitz werden deutlich erfolgsabhängiger entlohnt als andere, gleiches gilt für Manager mit höherem Gehalt. Je länger die Manager für ein Unternehmen tätig sind, desto geringer ist die Erfolgsabhängigkeit ihrer Entlohnung. Die Autoren zeigen zu einem Signifikanzniveau von 90%, dass die Höhe der Erfolgsabhängigkeit maßgeblich zukünftige Leistungen der Führungskräfte bestimmt (ebenda). Die Berücksichtigung vergangener Leistungen in der Regression vermag dies nicht zu erklären, ebenso wenig wie eine Beförderung besonders talentierter [...]

(4) benötigen sichere Finanzierung. Der negative Steuervortrag dient als Indikator für die mögliche Steuerersparnis (5). Risikoaversion wird anhand des Werts der vom Management gehaltenen Aktien (6) und ausgegebener Aktienoptionen (7) bemessen84. Die (vereinfachte) Struktur der Hypothesen sieht folgendermaßen aus: Eine Tobit-Regression85 ergibt keine signifikanten Regressoren für die Hypothesen (1) bis (5), jedoch für Aktien einen positiven Regressor in Höhe von 0,0140 und für Optionen einen negativen Regressor in Höhe von -1,2660, beide Ergebnisse sind zu 99% signifikant. Dies kann folgendermaßen interpretiert werden: Die Zielsetzung der Maximierung des Shareholder Value hat nur einen relativ schwachen Einfluss auf das tatsächliche Verhalten der Unternehmung, viel bedeutender ist die Risikoaversion der Manager. Aktien begünstigen risikovermeidendes Verhalten, Optionen geben Anreiz zu mehr Risiko. Der Fakt allein, dass aufgrund von Optionen mehr Risiko eingegangen wird, stützt die Auffassung, dass der Manager risikoavers ist, sonst würde er unabhängig von seiner Entlohnung einfach die effiziente Hedging-Strategie wählen. Ähnlich wie bei Amihud/Lev (1981) tritt beim Hedging die persönliche Risikoeinstellung des Managers zu Tage und beeinflusst merklich die Unternehmenspolitik. Die Aussage dieser Studie unterstützt die in der Theorie häufig verwendete Annahme, dass Manager risikoavers sind. Problematisch an der Studie von Tufano (1996) ist jedoch, dass die Grundgesamtheit nur aus einigen wenigen Unternehmen besteht, zudem aus einer Branche, die über nur drei Perioden beobachtet wird. Dennoch besitzt dieses Ergebnis eine gewisse Aussagekraft. 2.2.2.3 Effektivität der Anreizsetzung Die Anreizsensitivität des Agenten ist ein kritischer Faktor bei der Formulierung eines Anreizvertrags. Reagiert der Agent nicht oder nur sehr schwach auf Anreize, sind Anreizverträge ineffizient. Aus diesem Grund soll überprüft werden, ob Agenten auf Risikoteilung mit vermehrtem Arbeitseinsatz reagieren, dies geschieht erst anhand von variabler Entlohnung, hiernach anhand von Beteiligung am Unternehmen. [...]

Arbeit zitieren:
Stephan Schaeffler, Marino Della Pietra Dezember 2003: Anreizsetzung und Risikoteilung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Principal-Agent, Vertragstheorie, Agenturtheorie, Aktienoptionen, Management Compensation

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