Anreizkompatible Verträge zwischen Eigenfinanciers und Managern im deutschen Corporate-Governance-System
Eine ökonomische Analyse aus institutionenökonomischer Sicht
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Schmitt
- Abgabedatum: Oktober 2000
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 688,6 KB
- Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4763-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4763-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4763-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmitt, Jens Oktober 2000: Anreizkompatible Verträge zwischen Eigenfinanciers und Managern im deutschen Corporate-Governance-System, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Time Options Plans, Stock Option Plans, Anreizverträge, Neue Institutionenökonomik, Managemententlohnung
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Diplomarbeit von Jens Schmitt
Einleitung:
Die zunehmende Hinwendung deutscher Kapitalgesellschaften zu einer kapitalmarktwertbezogenen Unternehmenssteuerung ist mit der stärkeren Orientierung des Managements an den Interessen der Eigenfinanciers verbunden. Im Rahmen einer derartigen shareholder value-orientierten Unternehmenspolitik sollen wertorientierte variable Vergütungssysteme dazu beitragen, daß das Management durch die Verfolgung eigener Ziele gleichzeitig den Unternehmenswert im Interesse der Eigenfinanciers steigert.
Derartige Vergütungssysteme werden nicht nur von institutionellen Investoren als Voraussetzung für ein Engagement angesehen. Auch die Top-Manager von Unternehmen fordern eine stärkere Koppelung ihrer Vergütung an Leistung und Erfolg sowie damit auch höhere variable Vergütungsbestandteile.
In diesem Zusammenhang wird zunehmend über die Einführung von Stock Option Plans diskutiert. Diese sollen dazu beitragen, die Interessen der Manager mit denen der Eigenfinanciers zu verbinden. Mit Inkrafttreten des KonTraG, wodurch die Vergabe von Aktienoptionen an das Management erheblich erleichtert wurde, gehen in der Unternehmenspraxis immer mehr Aktiengesellschaften dazu über, das Management mit diesem Instrument zu entlohnen. Allerdings wird vielfach bezweifelt, ob diese Form der Entlohnung tatsächlich geeignet ist, eine Interessensangleichung zwischen Eigenfinanciers und Managern herzustellen. Da es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zu Klagen gegen Stock Option Plans gekommen ist, wie z.B. im Mai diesen Jahres gegen den Aktienoptionsplan von Daimler-Chrysler, scheinen diese Zweifel gerechtfertigt.
Ziel dieser Arbeit ist es, über die Formulierung von Kriterien, die für eine anreizkompatible Vertragsgestaltung notwendig sind, zu überprüfen, inwieweit Stock Option Plans als Entlohnung des Managements dazu beitragen können, Interessendivergenzen zwischen Eigenfinanciers und Managern abzubauen. Dabei sollen einerseits die Stärken und Schwächen von SOP’s in diesem Zusammenhang erläutert werden, andererseits soll eine alternative Möglichkeit der Managerentlohnung, nämlich eine Vergütung über den Faktor „Zeit“, andiskutiert werden.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Teile.
Das Thema des 2. Kapitels ist die Darstellung der begrifflichen und theoretischen Grundlagen. Dabei wird in Kapitel 2.1. auf die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) eingegangen. Als Erweiterung der neoklassischen Theorie versucht sie, mit Hilfe verschiedener Ansätze, Institutionen, wie z.B. Unternehmen und Verträge, vor dem Hintergrund zu analysieren, daß die einzelnen Entscheidungssubjekte Nutzenmaximierung betreiben und dabei eigeninteressiertes, opportunistisches und rationales Verhalten an den Tag legen. Nach einer grundlegenden Darstellung der NIÖ, werden die drei wesentlichen Theorien, derer sich die NIÖ zur Analyse von Institutionen bedient, gegenübergestellt. Hierbei handelt es sich um die Property-Rights-, die Transaktionskosten- und die Principal-Agent-Theorie, wobei letzterer eine besondere Bedeutung bei der Analyse des Verhältnisses zwischen Eigenfinanciers und Managern in Kapitalgesellschaften zukommt. In Kapitel 2.2. werden diese Kapitalgesellschaften vor dem Hintergrund des deutschen Corporate-Governance-Systems dargestellt. Nach einer Klärung des Corporate-Governance-Begriffs und einer Einordnung der verschiedenen Interessensgruppen von Unternehmen soll darauf aufbauend die für große Kapitalgesellschaften typische Trennung von Eigentum und Unternehmensleitung erklärt werden, woraus unterschiedliche Entscheidungs-, Einfluß- und Kontrollstrukturen resultieren. Dieses Kapital schließt mit der Beschreibung der besonderen Stellung der Banken im deutschen Corporate-Governance-System.
Das Kapitel 3 widmet sich der Gestaltung optimaler Anreizverträge zwischen Eigenfinanciers und Managern, die dazu beitragen sollen, daß die Manager die ihnen übertragenen Entscheidungsbefugnisse im Sinne der Eigenfinanciers wahrnehmen. Im Anschluß an die Beschreibung der unterschiedlichen Präferenzen von Eigenfinanciers und Managern in Kapitel 3.1. werden in Kapitel 3.2. die Ursachen der daraus resultierenden Interessenskonflikte aufgezeigt. Die Mechanismen, die diese Interessenskonflikte lösen könnten, sind Gegenstand des Kapitels 3.3. Dabei wird schwerpunktmäßig auf den Anreizvertrag eingegangen, der als unternehmensinternes Anreizsystem der Principal-Agent-Theorie zur Folge, eine erfolgsabhängige Entlohnung der Manager vorsehen sollte. Anhand der Ziele und Kriterien, die ein derartiger Vertrag erfüllen sollte, um anreizkompatible Wirkung zu entfalten, wird zunächst die Managemententlohnung als finanzieller Anreiz in der anreizkompatiblen Vertragsgestaltung dargestellt, bevor schließlich die Arbeitszeit und weitere immaterielle Anreize diesbezüglich beurteilt werden. Das Kapitel 3 endet mit einer Darstellung unternehmensexterner Anreizsysteme zur Konfliktreduzierung.
Im 4. Kapitel werden Stock Option Plans (SOP’s) als mögliches Instrument der erfolgsabhängigen Managemententlohnung dahingehend überprüft, inwieweit deren Einsatz zur Konfliktreduzierung beitragen kann. Neben der Untersuchung von betriebswirtschaftlichen Zielerwartungen, die an einen SOP gestellt werden, erfolgt eine Analyse von möglichen Vertragskomponenten und Zielkriterien, die ein SOP erfüllen sollte, um den Interessenskonflikt zwischen Eigenfinanciers und Managern vermindern zu können. Daran anschließend werden die unterschiedlichen Arten von SOP’s erläutert, die am häufigsten in der Praxis zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um SOP’s, bei denen Wandel- bzw. Optionsanleihen oder nackte Optionsscheine an das Management ausgegeben werden. Zunehmende Bedeutung erlangen in diesem Zusammenhang außerdem Stock Appreciation Rights, die als virtuelle Optionsprogramme nicht notwendigerweise von der Aktienkursentwicklung abhängen. Nachdem zu diesen Arten jeweils ein praktisches Beispiel gegeben wird, erfolgt eine erste Beurteilung von SOP’s, ob diese zur Konfliktreduzierung geeignet sind. Zum Abschluß werden eigene Überlegungen angestellt, wie man im Sinne eines SOP’s die Manager auch über den Faktor „Zeit“ entlohnen könnte.
In Kapitel 5 werden die Ergebnisse nochmals zusammengefaßt und ausblickend betrachtet.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Begriffliche und theoretische Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) | 5 |
| 2.1.1 | Institutionelle Defizite der Neoklassik | 5 |
| 2.1.2 | Die NIÖ zur Analyse ökonomischer Institutionen | 6 |
| 2.1.2.1 | Wesen der NIÖ | 6 |
| 2.1.2.2 | Begriff und wesentliche Merkmale von Institutionen | 7 |
| 2.1.2.3 | Grundannahmen der NIÖ | 9 |
| 2.1.2.4 | Die zentralen Ansätze der NIÖ | 12 |
| 2.1.2.4.1 | Der Property-Rights-Ansatz | 12 |
| 2.1.2.4.2 | Die Transaktionskostentheorie | 15 |
| 2.1.2.4.3 | Die Principal-Agent-Theorie | 17 |
| 2.2 | Das deutsche Corporate-Governance-System | 21 |
| 2.2.1 | Definition und Inhalte des Corporate-Governance-Begriffs | 21 |
| 2.2.2 | Die Kapitalgesellschaften im Mittelpunkt der Corporate Governance | 22 |
| 2.2.2.1 | Unternehmensexterne und –interne Interessensgruppen | 22 |
| 2.2.2.2 | Shareholder- vs. Stakeholder-Ansatz | 23 |
| 2.2.2.3 | Die Trennung von Eigentum und Unternehmensleitung | 24 |
| 2.2.2.4 | Entscheidungs-, Einfluß- und Kontrollstrukturen in deutschen AG´s und GmbH´s | 26 |
| 2.2.2.4.1 | Die AG | 26 |
| 2.2.2.4.2 | Die GmbH | 29 |
| 2.2.2.5 | Die besondere Stellung der Banken im deutschen Corporate-Governance-System | 31 |
| 3. | Die Gestaltung optimaler Anreizverträge zwischen Eigenfinanciers und Managern | 33 |
| 3.1 | Präferenzen von Eigenfinanciers und Managern | 33 |
| 3.1.1 | Interessen der Eigenfinanciers | 33 |
| 3.1.2 | Interessen der Manager | 33 |
| 3.2 | Ursachen der Interessenskonflikte zwischen Eigenfinanciers und Managern | 34 |
| 3.2.1 | Mangelnde Kontrollierbarkeit | 34 |
| 3.2.2 | Moral-Hazard-Problematik | 35 |
| 3.2.3 | Unvollständige Verträge | 36 |
| 3.2.4 | Hold-Up-Problematik | 37 |
| 3.2.5 | Qualitätsunsicherheitsproblematik | 37 |
| 3.3 | Mechanismen zur Reduktion der Zielkonflikte | 40 |
| 3.3.1 | Anreizbegriff und Anreizarten | 40 |
| 3.3.1.1 | Anreizbegriff | 40 |
| 3.3.1.2 | Monetäre und Nichtmonetäre Anreize | 41 |
| 3.3.2 | Unternehmensinterne Anreizsysteme zur Konfliktreduzierung | 42 |
| 3.3.2.1 | Der Anreizvertrag: Ziele und Kriterien einer anreizkompatiblen Ausgestaltung | 42 |
| 3.3.2.1.1 | Ziele eines Anreizvertrages | 42 |
| 3.3.2.1.2 | Kriterien einer anreizkomptiblen Ausgestaltung | 44 |
| 3.3.2.1.2.1 | Zielgrößeneinigung | 44 |
| 3.3.2.1.2.2 | Beeinflußbarkeit und Manipulationsfreiheit | 44 |
| 3.3.2.1.2.3 | Transparenz | 45 |
| 3.3.2.1.2.4 | Effiziente Risikoverlagerung | 46 |
| 3.3.2.1.2.5 | Reduzierung der Risikoaversion | 47 |
| 3.3.2.1.2.6 | Reduzierung der Probleme unterschiedlicher Zeithorizonte | 47 |
| 3.3.2.1.2.7 | Wirtschaftlichkeit | 48 |
| 3.3.2.1.2.8 | Akzeptanz | 49 |
| 3.3.2.2 | Entlohnung als Modul der anreizkompatiblen Vertragsgestaltung | 50 |
| 3.3.2.3 | Arbeitszeit und sonstige immaterielle Anreize als Modul der anreizkompatiblen Vertragsgestaltung | 56 |
| 3.3.3 | Unternehmensexterne Anreizsysteme zur Konfliktreduzierung | 58 |
| 3.3.3.1 | Der Eigenkapitalmarkt als unternehmensexternes Anreizsystem | 58 |
| 3.3.3.2 | Der Fremdkapitalmarkt als unternehmensexternes Anreizsystem | 60 |
| 3.3.3.3 | Der Arbeitsmarkt als unternehmensexternes Anreizsystem | 62 |
| 4. | Stock Option Plans: Eine mögliche Ausgestaltung des Moduls Entlohnung | 64 |
| 4.1 | Begriffliche Definition von Stock Option Plans (SOP’s) | 64 |
| 4.2 | SOP’s als Kontrollmechanismus des Managerverhaltens | 65 |
| 4.3 | Betriebswirtschaftliche Zielerwartungen an einen SOP | 66 |
| 4.3.1 | Motivation | 66 |
| 4.3.2 | Kapitalakquisition im globalen Markt | 67 |
| 4.3.3 | Liquiditätsschonung | 67 |
| 4.3.4 | Akquisition und Bindung von Führungskräften | 68 |
| 4.4 | Analyse von möglichen Vertragskomponenten und Zielkriterien | 69 |
| 4.4.1 | Bezugsberechtigter Personenkreis | 69 |
| 4.4.2 | Festlegung von Basispreis und Targetkurs | 71 |
| 4.4.3 | Unübertragbarkeit der Optionen | 72 |
| 4.4.4 | Optionslaufzeit, Erstausübungsfrist für Optionen und Mindesthaltefrist für bezogene Aktien | 73 |
| 4.5 | SOP’s in der Praxis | 76 |
| 4.5.1 | Arten von SOP’s | 76 |
| 4.5.2 | Darstellung ausgewählter Praxisbeispiele | 80 |
| 4.5.3 | SOP’s: Eine Lösungsmöglichkeit zur Konfliktreduzierung – Eine erste Beurteilung | 83 |
| 4.6 | „Time Option Plans“: Überlegungen zur möglichen Ausgestaltung des Moduls Arbeitszeit | 89 |
| 4.6.1 | Bedeutung des Faktors „Zeit“ für Manager | 89 |
| 4.6.2 | Überlegungen zu Ausgestaltungsmöglichkeiten eines „Time Option Plans“ | 90 |
| 5. | Schlußbetrachtung | 93 |
| Literaturverzeichnis | 95 |
Der Risikotransfer von den Eigenfinanciers zum Management wird in diesem Zusammenhang umso größer sein, je weniger die Managerleistung mit der gewählten Bezugsgröße des Anreizsystems korreliert, wodurch folglich die Motivationswirkung bei den Führungskräften abnimmt. Insofern kommt der Wahl einer geeigneten Bezugsgröße, nicht nur unter dem Aspekt der Zielidentität bei Eigenfinanciers und Management, eine wesentliche Bedeutung für die Effizienz eines Anreizsystems zu.185 3.3.2.1.2.5 Reduzierung der Risikoaversion Da das Humankapital einer Führungskraft einem hohen unternehmensspezifischen Risiko ausgesetzt ist, wird im Zentrum des Managerinteresses die Arbeitsplatzsicherung, respektive das Überleben „seines“ Unternehmens liegen. Die Rentabilität dagegen, an der die Eigenfinanciers in erster Linie interessiert sind, ist eher von untergeordnetem Interesse.186 Die Steigerung der Rentabilität erfordert allerdings eine innovative und damit entsprechend risikoreiche Unternehmenspolitik. Eine adäquate Ausgestaltung des Anreizvertrages sollte folglich das Management dazu bewegen, wertvernichtende Strategien der Risikoreduktion zu unterlassen und sich für eine riskantere Investitionspolitik zu entscheiden.187 Dies läßt sich dadurch erreichen, daß das Management in hinreichend großem Maße an Unternehmenswertsteigerungen partizipiert, wohingegen keine oder lediglich eine geringe Beteiligung an Wertverlusten erfolgt. Dadurch wird die Wahl riskanter Investitionsprojekte für die Manager attraktiver und einer zu stark ausgeprägten Risikoaversion der Führungskräfte kann entgegengewirkt werden.188 3.3.2.1.2.6 Reduzierung der Probleme unterschiedlicher Zeithorizonte Neben der Betrachtung der unterschiedlichen Risikopositionen von Eigenfinanciers und Managern, erfordert eine anreizkompatible Vertragsgestaltung [...]
dazu bei, daß bei den Beteiligten ein Gefühl von ungerechtfertigter Behandlung verhindert wird.180 Die Transparenz des Anreizsystems ist außer für die betroffenen Führungskräfte auch für die Eigenfinanciers von Bedeutung. Vor dem Hintergrund, daß der Nutzen des Anreizsystems sich für die Eigenfinanciers aus einem gesteiger-ten Unternehmenswert ergibt, haben sie ein berechtigtes Interesse daran, die Wirtschaftlichkeit des Anreizsystems zu beurteilen.181 3.3.2.1.2.4 Effiziente Risikoverlagerung Aufgrund des Umstandes, daß das durch die Managerleistung erzielte Ergebnis nicht nur vom Arbeitseinsatz des Managements, sondern auch von exogenen Umwelteinflüssen abhängt, die von den Führungskräften nicht beeinflußt werden können, ist jede Art der Erfolgsbeteiligung mit einer Umwälzung von systematischem und unsystematischem Risiko auf die Manager verbunden. Diese Risikoverlagerung geht bei annahmegemäßer Risikoneutralität der Eigenfinanciers und Risikoaversion der Manager mit einer Nutzenreduzierung des Managements einher, die folglich höhere Risikoprämien verlangen werden. Insofern bedingt eine effiziente Vertragsgestaltung, daß der Anteil erfolgsabhängiger Vertragsbestandteile nur in dem Maße erhöht werden darf, als die aus einer verschlechterten Risikoverteilung resultierenden Grenzkosten den infolge einer verbesserten Verhaltenssteuerung des Managements entstehenden Grenznutzen nicht übersteigt.182 Als problematisch erweist sich, daß die optimale Intensität der Erfolgsbeteiligung vom individuellen Ausmaß der Risikoaversion jedes Managers und folglich von der genauen Kenntnis ihrer jeweiligen Risikonutzenfunktionen abhängt, was in der Realität allerdings kaum gegeben sein dürfte.183 Neben der Kenntnis der Risikonutzenfunktion der einzelnen Manager, hängt die optimale Anreizintensität zudem von einer exakten Erfassung der Managerleistung ab.184 [...]
Management keine Möglichkeit zur gleichzeitigen Manipulation derselben geboten werden darf.175 Anreizkompatibilität eines Anreizsystems impliziert, daß die Führungskräfte nur dann ihre eigenen Belohnungen steigern können, wenn sie letztendlich das Vermögen der Eigenfinanciers erhöhen. Eine Anreizwirkung dazu kann sich allerdings nur dann ergeben, wenn das Management steuernd auf die Zielvariable einwirken kann.176 Dabei ist jedoch zu beachten, daß mit steigendem Einfluß des Managements auf die Bezugsgröße auch die Manipulationsmöglichkeiten zunehmen.177 Durch eine geeignete Vertragsgestaltung gilt es, Manipulationen des Managements zu verhindern. Ansonsten bestünde die Gefahr, daß die Manager, als nutzenmaximierende Individuen, lediglich ihr eigenes Vermögen und nicht das der Eigenfinanciers erhöhen. 3.3.2.1.2.3 Transparenz Transparenz kann in der vorliegenden Betrachtung als die individuelle Durchschaubarkeit und Verständlichkeit eines Anreizsystems aufgefaßt werden.178 Ein transparentes Anreizsystem sollte in diesem Sinne sowohl eine Vergleichbarkeit individueller Anreizpläne erlauben als auch die begünstigten Manager bereits im Vorfeld auf später relevante Elemente vorbereiten. Daneben ist es wichtig, daß die Ausgestaltung sowie das Zusammenwirken der einzelnen Variablen, der Leistungsbewertungsprozeß und die potentiellen Belohnungen bzw. Sanktionen von den Managern vorhergesehen und nachvollzogen werden können.179 Die Transparenz ist erforderlich, um die angestrebte Motivationswirkung zu erreichen. Diese hängt insbesondere davon ab, daß der Manager einen Zusammenhang zwischen seiner Leistung und der, in welcher Form auch immer gearteten Entlohnung erkennen kann. Die erwähnten Kriterien der Vorhersehbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit tragen, sofern sie erfüllt sind, [...]
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