Angebotssteuerung und Angebotsschocks in einer offenen Volkswirtschaft
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sylvie Juhra
- Abgabedatum: September 2003
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7350-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7350-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7350-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Juhra, Sylvie September 2003: Angebotssteuerung und Angebotsschocks in einer offenen Volkswirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Währungsunion, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnnebenkosten, ausländischer Zinssatz, importierte Rohstoffe
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Diplomarbeit von Sylvie Juhra
Problemstellung:
In der vorliegenden Arbeit wird eine kleine, rohstoffabhängige Währungsunion betrachtet, in der nur eine gemeinsame Währung existiert, welche von einer einzigen Zentralbank emittiert wird. Die Unionsländer einer Währungsunion besitzen untereinander fixierte Wechselkurse, während sie nach außen flexible Wechselkurse beibehalten. Das in diesem Ansatz betrachtete „Mischwechselkurssystem“ besteht aus drei offenen Volkswirtschaften. Zwei Unionsländer, die zusammen die Währungsunion abbilden und dem großen Ausland. Die Unionsländer unterhalten zu dem Ausland, das gegenüber der aggregierten Union ein großes Land darstellt, Wirtschaftsbeziehungen.
Die vorliegende Arbeit erweitert die Theorie einer Währungsunion, wie sie in dem traditionellen Mundell/Fleming-Modell offener Volkswirtschaften behandelt wird dahingehend, dass die Angebotsseite stärker berücksichtigt wird. Hierbei wird von unterschiedlichen Lohnindexierungsgraden sowie von importierten Rohstoffen, die zusätzlich in der Produktion der Endprodukte der jeweiligen Unionsländer verwendet werden, ausgegangen. Der Rohstoff wird aus einem Viertland importiert, das selbst gegenüber der Währungsunion als kleines Land aufgefasst wird. Die Fakturierung der Rohstoffimporte findet in der Währung des großen Auslandes statt. Der Rohstoffpreis stellt dann eine exogene Modellvariable dar. Dagegen ist der Rohstoffpreis in innergemeinschaftlicher Währung wegen des nach außen flexiblen Wechselkurses endogen.
Das Ziel dieser Arbeit liegt in der Untersuchung, welche Auswirkungen der Einsatz stabilitätspolitische Maßnahmen (wie eine Senkung der Lohnnebenkosten) sowie plötzliche exogene Störungen (wie die Erhöhung des Preises eines importierten Rohstoffes) auf die relevanten Unionsländer haben. Dabei stehen vor allem die Preisniveaustabilität und das wirtschaftliche Wachstum der Unionsländer im Mittelpunkt der Analyse.
Als aktuellen Hintergrund dieser Analyse dient u.a. die Situation in den Mitgliedsstaaten des EWS, welche seit Jahren durch ein hohes Niveau der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet ist. Die nationalen Regierungen versuchen mit wirtschaftlichen Maßnahmen, die Beschäftigung im eigenem Land zu erhöhen, wie die derzeitigen Diskussionen um die Steuerreform, Gesundheitsreform und Rentenreform in der Bundesrepublik Deutschland zeigen.
Zudem bereiten die immer wieder steigenden Rohstoffpreise (insbesondere von Rohöl) Befürchtungen in den Ländern, die im hohem Maße von den Importen dieser Rohstoffe abhängig sind. Die Frage, inwieweit der Krieg im Irak auch die deutsche Wirtschaft trifft, bewegt derzeit die Gemüter. Die größte Rolle spielen hierbei die Ölpreise, die als Konjunkturkiller aus den Krisen der vergangenen Jahrzehnte noch in unguter Erinnerung sind.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel eingeteilt. In Kapitel 2 wird das Modell der kleinen, rohstoffabhängigen Währungsunion repräsentiert, beschrieben und nach der Methode von AOKI reduziert. Das Modell unterliegt der Annahme, dass die Unionsländer vollkommen symmetrisch sind. Mit dieser Annahme können zwei gleich große Unionsländer betrachtet werden, welche identische Strukturparameter aufweisen. Im Anschluss hieran findet eine graphische Darstellung der Kurven des aggregierten und differenzierten Systems statt. Im darauffolgendem 3. Kapitel werden die Wirkungen, die von einer Steigerung des Weltzinsniveaus bzw. einer Steigerung des Rohstoffpreises ausgehen, analysiert. Die Wirkungen, die von wirtschaftspolitischen Maßnahmen ausgehen, werden im Kapitel 4 betrachtet. Zum einen sollen die Wirkungen analysiert werden, die sich durch eine Senkung der direkten und zum anderen durch eine Senkung der indirekten Arbeitskosten ergeben. Direkte Arbeitskosten werden definiert als Aufwendungen der Arbeitgeber, die direkt an die Arbeitnehmer fließen. Sie setzen sich aus dem Direktlohn für Anwesenheit (Stundenlohn), der Entlohnung für arbeitsfreie aber entlohnungspflichtige Zeiten (Entgeldfortzahlung im Krankheitsfall) und den sonstigen Leistungen (Weihnachtsgeld) zusammen. Die indirekten Arbeitskosten sind Aufwendungen der Arbeitgeber, die nicht direkt an die Arbeitnehmer fließen. Hierzu zählen u.a. die Aufwendungen zur sozialen Sicherheit (Beiträge zum sozialen Sicherungssystem), für Steuern und betriebliche Leistungen (Aus- und Weiterbildung). Im Kapitel 5 werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst, die sich durch wirtschaftspolitische Eingriffe und exogene Schocks ergeben. Darauf aufbauend wird anschließend eine Schlussbetrachtung gezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gliederung der Arbeit | 2 |
| 2. | Kleine Währungsunion bei rohstoffabhängiger Produktion | 4 |
| 2.1 | Darstellung des Modells | 4 |
| 2.1.1 | Modellgleichungen und ihre Erläuterungen | 4 |
| 2.1.2 | AOKI-Methode | 10 |
| 2.2 | Reduzierte Form der Modellgleichungen | 11 |
| 2.2.1 | Das Summensystem | 12 |
| 2.2.2 | Das Differenzensystem | 14 |
| 2.3 | Graphische Darstellung | 15 |
| 2.3.1 | Das Summensystem | 15 |
| 2.3.2 | Das Differenzensystem | 19 |
| 3. | Angebotsschocks | 22 |
| 3.1 | Steigerung des Rohstoffpreises | 22 |
| 3.1.1 | Wirkungen auf die Union als Ganzes | 22 |
| 3.1.2 | Erhöhung der Ölpreise in der heutigen Zeit | 27 |
| 3.2 | Steigerung des Weltzinsniveaus | 31 |
| 4. | Angebotssteuerung | 35 |
| 4.1 | Senkung der direkten Arbeitskosten: Senkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall | 35 |
| 4.1.1 | Wirkungen auf die Union als Ganzes | 35 |
| 4.1.2 | Der Unterschied der beiden Unionsländer | 39 |
| 4.1.3 | Änderungen in den einzelnen Unionsländern | 40 |
| 4.2 | Senkung der indirekten Arbeitskosten: Senkung der Sozialversicherungsbeiträge | 42 |
| 4.2.1 | Wirkungen auf die Union als Ganzes | 42 |
| 4.2.2 | Der Unterschied der beiden Unionsländer | 46 |
| 4.2.3 | Änderungen in den einzelnen Unionsländern | 47 |
| 5. | Zusammenfassung und Schlussbetrachtung | 49 |
| Anhänge zu den Kapiteln | 54 | |
| A.1 | Herleitung der Produktionsfunktionen | 54 |
| A.2 | Herleitung der Preisgleichungen | 59 |
| A.3 | Herleitung der Determinante det A | 60 |
| A.4 | Herleitung der Determinante det B | 63 |
| A.5 | Herleitung der modellendogenen Variablen | 64 |
| A.6 | Multiplikatoren für den Grenzfall= 0 und= 0 | 66 |
| A. 7 | Multiplikatoren für den Grenzfall= 1 und= 0 | 70 |
| Inhaltsverzeichnis | 75 |
1979/80 liegen, da die Rohstoffimporte für Öl heute eine viel geringere wirtschaftliche Bedeutung als damals haben. Wissenschaftliche Studien zeigen zudem, dass selbst bei einem anhaltenden hohen Preis des Rohöls nur geringe Wachstumseinbußen zu erwarten wären. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln schreibt,36 haben nach Berechnungen der OECD-Staaten die gestiegenen Ölpreise in den OECD-Staaten im Jahr 2000 zu Realeinkommenseinbußen von durchschnittlich rund 0.5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geführt.37 Der Grund hierfür ist, dass die durchschnittlichen gesamten Ausgaben für Ölimporte im Jahr 2000 eine ähnliche Größenordnung wie in den Jahren der Ölkrisen aufweisen, jedoch gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung von weitaus geringerer Bedeutung sind. Für Deutschland ist anhand der Abbildung 3.3 deutlich zu erkennen, dass zu Beginn der achtziger Jahre die Ölimporte über 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten. Im Jahr 2000 waren es bei gleich hohen Ausgaben nur noch 1,75 Prozent. [...]
Dieses Resultat liegt im Fall der Reallohnrigidität (ε = 1,δ = 0 ) vor. Multiplikatoren siehe Anhang A. 7, S. 70. Isoliert gesehen kommt es gemäß der Gleichung (2.33) zu einer Preisindexsteigerung, wenn sich das Preisniveau sowie auch der Wechselkurs erhöhen. Je größer der Lohnindexierungsgrad ε ist desto besser können dann die gestiegenen Verbraucherpreise auf die Löhne umgewälzt werden. Im Spezialfall der Nominallohnrigidität (ε = 0 ,δ = 0 ) gelten qualitative die gleich Aussagen wie im allgemeinen Fall 0 < ε < 1. Mit steigendem Parameter ε nehmen die berechneten Multiplikatoren betragsmäßig zu. Multiplikatoren siehe Anhang A. 6, S. 66. [...]
tendenzen in der Währungsunion führt. Ausländische Kapitalanleger investieren aufgrund dessen verstärkt in die Währungsunion, so dass die Nettokapitalimporte der Union zunehmen. Auf dem Devisenmarkt resultiert hieraus ein Angebotsüberschuss, dieser eine Aufwertung der Unionswährung erforderlich macht, um den Geld- und Wertpapiermarkt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der nominale Wechselkurs e sinkt. Aufgrund der Wechselkurssenkung wird die preisliche internationale Wettbewerbsfähigkeit der Währungsunion geschwächt. Isoliert betrachtet steigen hierdurch die aggregierten terms of trade τ . Das in der Währungsunion hergestellte Gut wird real gesehen zum ausländischem Gut teurer. Die Folgen sind, dass die Auslandsnachfrage nach dem in der Union hergestelltem Gut sinkt und die Unionsnachfrage nach dem ausländischen Gut steigt. Die Aufwertung der Unionswährung vermindert somit die Warenausfuhr von der Währungsunion ins große Ausland und begünstigt die Wareneinfuhr vom Ausland in die Union. Hieraus resultiert eine Verschlechterung des Außenbeitrages.31 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832473501
Arbeit zitieren:
Juhra, Sylvie September 2003: Angebotssteuerung und Angebotsschocks in einer offenen Volkswirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Währungsunion, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnnebenkosten, ausländischer Zinssatz, importierte Rohstoffe



