Angebote für den Übersee-Incoming-Tourismus am Beispiel der Provinz Western Cape, Südafrika
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Finger
- Abgabedatum: Juli 2006
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
- Bibliografie: ca. 57
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9985-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9985-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9985-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Finger, Jens Juli 2006: Angebote für den Übersee-Incoming-Tourismus am Beispiel der Provinz Western Cape, Südafrika, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tourismus, Südafrika, Städtetourismus, SWOT-Analyse, Kapstadt
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Diplomarbeit von Jens Finger
Problemstellung:
Die Provinz Western Cape in Südafrika hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einer beliebten Urlaubsdestination für Besucher aus Übersee entwickelt. In der vorliegenden Arbeit möchte ich untersuchen, warum das Western Cape gerade für Touristen aus Übersee so attraktiv ist. Die Abhängigkeit der Tourismusbranche von den Übersee-Incoming-Touristen zieht sich dabei in vielerlei Hinsicht wie ein roter Faden durch meine gesamte Arbeit.
In einem ersten Schritt gehe ich auf die Entwicklung des Tourismus im südlichen Afrika im Allgemeinen ein. Die Zunahme des Tourismus innerhalb Südafrikas steht im folgenden Kapitel im Vordergrund, bevor ich auf die verschiedenen Tourismusregionen des Landes eingehe.
Im Anschluss führe ich in Anlehnung an eine SWOT-Analyse das Potenzial des Western Cape hinsichtlich des Übersee-Incoming-Tourismus auf. SWOT ist die englische Abkürzung für Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats).
Der Tourismus im Western Cape zeichnet sich unter anderem durch eine große Anzahl verschiedener Tourismusarten aus, die ich im weiteren Verlauf meiner Ausarbeitung vorstelle. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem für diese Provinz sehr bedeutenden Städtetourismus. Innerhalb dieser Tourismusart habe ich eine Auswahl zentraler Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte hinsichtlich des Einflusses von Übersee-Incoming-Touristen untersucht. Neben dem Weintourismus stehen des Weiteren die für Besucher aus Übersee relevanten neueren Arten des Tourismus im Western Cape wie etwa der Golf- oder Township-Tourismus im Mittelpunkt.
In einem weiteren Kapitel widme ich mich den Perspektiven dieser Provinz hinsichtlich des Tourismus aus Übersee. Insgesamt hängt die Zukunft des Tourismus von einer Vielzahl von Faktoren ab, die die Entwicklung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Dies verdeutlichen verschiedene Krisen- und Entwicklungsszenarien, die unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich der Entwicklung von Besucherzahlen aus Übersee aufzeigen. Ein Fazit mit einer abschließenden Bewertung bildet den Schlusspunkt dieser Examensarbeit, in der ich die verschiedenen Angebote für den Übersee-Incoming-Tourismus am Beispiel des Western Cape aufzeige.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| 1. | Fragestellung und Ziel der Examensarbeit | 02 |
| 2. | Beschreibung des Tourismus im südlichen Afrika | 03 |
| 3. | Die Entwicklung des Tourismus in Südafrika | 05 |
| 3.1 | Entwicklung vor 1994 | 05 |
| 3.2 | Entwicklung nach 1994 | 06 |
| 4. | Die verschiedenen Tourismusregionen in Südafrika | 08 |
| 5. | Geographische Bedingungen und fremdenverkehrsgeographische Entwicklungen des Western Cape dargestellt in Anlehnung an eine SWOT-Analyse | 10 |
| 6. | Tourismus im Western Cape | 45 |
| 6.1 | Städtetourismus am Beispiel Kapstadt | 46 |
| 6.1.1 | Tafelberg | 50 |
| 6.1.2 | Victoria & Alfred Waterfront | 53 |
| 6.2 | Weintourismus am Beispiel der Stellenbosch Wine Route | 60 |
| 6.3 | Golf-Tourismus | 62 |
| 6.4 | Township-Tourismus | 64 |
| 6.5 | Gay-Tourismus | 67 |
| 6.6 | Kasino-Tourismus | 69 |
| 6.7 | Abenteuertourismus | 70 |
| 6.7.1 | Bungee jumping/Abseiling | 71 |
| 6.7.2 | Cage diving | 71 |
| 6.7.3 | Radfahren | 72 |
| 6.7.4 | Mountainbiking | 73 |
| 7. | Voraussichtliche Entwicklung des Western Cape | 74 |
| 8. | Fazit | 83 |
| 9. | Anlagen | 84 |
| 9.1 | Literatur- und Quellenverzeichnis | 8 |
| 9.1.1 | Bibliographien | 84 |
| 9.1.2 | E-mails | 88 |
| 9.1.3 | Internetquellen | 88 |
| 9.1.4 | Persönliche Gesprächspartner | 8 |
| 9.2 | Abbildungsverzeichnis | 91 |
| 9.3 | Tabellenverzeichnis | 92 |
| 9.4 | Landkarte Großraum Kapstadt | 93 |
| 9.5 | Stadtplan Kapstadt | 94 |
| 9.6 | Fragebogen | 95 |
| 9.7 | Auflistung der Golfplätze im Western Cape | 97 |
| 9.8 | Eidesstattliche Versicherung | 99 |
Textprobe:
Kapitel 3.2., Entwicklung nach 1994:
Nach vier Jahrzehnten wurde 1994 mit dem Ende der ethnischen Segregation der demokratische Wandel in Südafrika eingeläutet. Dieser tiefgreifende und noch fortdauernde sozioökonomische Prozess ermöglichte bereits seit Beginn des Jahrzehnts eine schrittweise Wiedereingliederung der zuvor mehr oder minder boykottierten südafrikanischen Volkswirtschaft in das Weltwirtschaftssystem. Damit verbunden war ein kurzer Wirtschaftsboom, der nicht zuletzt aus dem Aufblühen des internationalen Tourismus nach Südafrika und dessen überaus rascher Entwicklung zu einer beliebten Tourismusdestination resultierte.
Von 1993 bis 1998 stieg in Südafrika die Zahl der Ankünfte ausländischer Besucher von 3,36 Millionen auf 5,9 Millionen also nahezu auf das Doppelte. Bei diesen knapp sechs Millionen Ankünften handelte es sich jedoch nicht ausschließlich um Werte von Incoming-Touristen, sondern ebenfalls um schätzungsweise 250.000 bis 300.000 legale und illegale Arbeitsmigranten, vor allem aus den übrigen Staaten des afrikanischen Kontinents. Damit sei auf das große und bis heute aktuelle Problem der Zuwanderung hingewiesen, auf das ich im weiteren Verlauf meiner Arbeit noch näher eingehen werde.
Die Zahl der Überseebesucher ist von 1995 bis 1999 um 389.502 Touristen gestiegen. Ungefähr zwei Drittel der Übersee-Incoming-Touristen kamen aus Europa, dem mit Abstand größten Quellenmarkt in Übersee. Großbritannien und Deutschland entsandten gemeinsam mehr als die Hälfte aller Besucher aus Europa. Im Jahr 1995 waren es 624.939 und im Jahr 1999 754.986. Beide Staaten waren zahlenmäßig von größerer Bedeutung als die Kontinente Amerika, Asien und Australien zusammen. Insgesamt sind neben Großbritannien und Deutschland auch Frankreich und die Niederlande weitere wichtige europäische Quellenländer gewesen.
In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre stammten knapp drei Viertel aller Touristen aus Europa aus den genannten Ländern. Nach Untersuchungen der World Tourism Organisation nahm Südafrika im Jahr 1998 – aufgrund des durch Terrorismus bedingten großen Einbruchs der Tourismuszahlen in Ägypten – erstmals die Führungsposition als meistbesuchte afrikanische Tourismusdestination ein.
Auch in der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer erzielten die Deutschen und Briten überdurchschnittliche Werte. Während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Touristen aus Übersee bei 16,7 Tagen im (Süd-)Winter und 17,0 Tagen im (Süd-)Sommer lag, wurden bei den Deutschen 20,0 Tage im Winter und 21,9 Tage im Sommer festgestellt. Die Briten kamen sogar auf 21,9 bzw. 21,5 Tag.
Im Vergleich zum Jahr 2000 haben ein Jahr später die Besuche aus Übersee um weitere 2,7% (44.368) auf insgesamt 1.687.619 zugenommen. Dieses Wachstum ist zum großen Teil das Resultat von Werbekampagnen in den wichtigsten vier europäischen Quellenmärkten sowie den Vereinigten Staaten von Amerika gewesen. Besonders mit dem Slogan „The world in one country“ hat man versucht, die Aufmerksamkeit auf dem internationalen Tourismusmarkt auf sich zu ziehen. Allein von Januar bis April 2002 ist die Zahl der Touristen aus Übersee um 13,4% (69.428) im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres auf 589.168 angestiegen.
Nicht nur der „Mandela-Boom“ liefert jetzt wie Mitte und Ende der 1990er Jahre eine Begründung für die Beliebtheit Südafrikas als Reiseziel, sondern gerade nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika und wegen der wachsenden globalen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus gilt Südafrika als ein neutrales und relativ sicheres Reiseziel für Übersee-Incoming-Touristen.
Die Besucherstruktur zeigt (siehe Abb. 14), dass allein 36% der gesamten Übersee-IncomingTouristen aus Großbritannien kommen, 35% der Besucher aus Übersee stammen aus den übrigen Ländern Europas, wobei Deutschland die führende Position einnimmt. Die Quellenmärkte der Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada sind im Vergleich zum europäischen Markt, der zusammen auf einen Anteil von 71% kommt, zu vernachlässigen. „Die Übersee-Incoming-Touristen machen zwar einen relativ geringen Anteil der GesamtBesucherzahlen aus, gerade sie sind es aber wiederum, die sehr viel Geld an der Victoria & Alfred Waterfront ausgeben. Der größte Umsatz wird in Juwelier- und Schmuckgeschäften erzielt. Pro Besuch geben Einheimische im Durchschnitt 25 Euro aus, Touristen aus Übersee [...]
Die Victoria Wharf (siehe Abb. 12) bildet als 40.000 m² großes Shopping Centre das Herzstück des ehemaligen Hafengeländes. Insgesamt sind in den Komplex sechs weitere Einkaufszentren mit etwa 400 Geschäften, 80 Restaurants, Bars oder Cafes, sieben Hotels, zwei Kinos, drei Veranstaltungszentren, das Two Oceans Aquarium sowie der Nelson Mandela Gateway als Ablegestation zur Überfahrt nach Robben Island integriert. Neben vier Informationszentren für Besucher sind sechs Reiseveranstalter und dreizehn Tourveranstalter für HelikopterRundflüge und Bootsausflüge auf dem Gelände der Victoria & Alfred Waterfront präsent. Auf dem Vorplatz südlich der Victoria Wharf sorgt ein Amphitheater dafür, dass die Besucher unterhalten werden. Fast täglich erfreuen sich Touristen über Darbietungen aus dem kulturel54 [...]
sechs Zugang zu einem bepflanzten Innenhof haben. Dieser Innenhof verfügt des Weiteren über einen Swimmingpool. 90% der Gäste sind Besucher aus Übersee, die sich in Amerikaner und Australier mit einem Anteil von 25% und in Europäer mit einem Anteil von 75% aufteilen. Innerhalb des Anteils der Europäer stellen die Deutschen mit 70 bis 80% eindeutig die größte Gruppe der Gäste dar. Diese Zahlen belegen die Abhängigkeit des Gästehauses von Übersee-Incoming-Touristen. „Nur von den 10% der Besucher aus Südafrika oder einem anderen afrikanischen Land könnte ich natürlich nicht leben. Insgesamt genießen Einheimische auch eher einen schlechten Ruf in dieser Angelegenheit. Immer häufiger lehnen Gästehäuser in Kapstadt sogar Südafrikaner als Gäste ab, da die Zahlungsmoral nicht sehr stark ausgeprägt ist. Es passiert schon einmal, dass die Gäste mitten in der Nacht verschwinden, ohne ihre Rechnung beglichen zu haben. Wir lehnen aber noch keine Einheimischen ab, weil wir persönlich bisher nur positive Erfahrungen mit ihnen gemacht haben“ (SCHÖNING, B./Inhaberin des Gästehauses Mediterranean Villa in Kapstadt/Informationsgespräch). Es übernachten durchschnittlich jeweils zu einem Drittel Familien, Ehepaare und Alleinstehende in der Mediterranean Villa. Im Durchschnitt ist der typische Besucher dieses Gästehauses zwischen 30 und 50 Jahre alt und hält sich, unabhängig von der Neben- oder Hauptsaison, fünf Tage im Hause auf. Die generelle Auslastung des Gästehauses in der Hauptsaison von Oktober bis Ende April liegt bei 75 bis 80%, im Winter beträgt sie 30 bis 40%. Als besonderen Vorteil schätzen die Touristen aus Übersee, dass sie in der Mediterranean Villa jeden Tag 24 Stunden lang einen Ansprechpartner im Haus haben. Im Gegensatz zu anderen Gästehäusern in der Umgebung wird der Gast auch am Wochenende nicht allein gelassen. Die persönliche, individuelle Betreuung der Gäste ist ein wesentlicher Punkt, mit dem geworben wird. Ungefähr 30 bis 40% der Touristen aus Übersee suchen das Gästehaus nicht zum ersten Mal als Quartier für ihren Kapstadt-Aufenthalt auf (SCHÖNING, B./Inhaberin des Gästehauses Mediterranean Villa in Kapstadt/Informationsgespräch). Sowohl in der Table Mountain Lodge als auch in der Mediterranean Villa konnte das typische Bild eines Städtereisenden nach Anton-Quack und Quack, der als Single reist und jünger als der Durchschnitt aller Reisenden ist, nicht bestätigt werden. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832499853
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Schlagworte:
Tourismus, Südafrika, Städtetourismus, SWOT-Analyse, Kapstadt



