Anforderungsanalyse für den erfolgreichen Launch von Websites
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ludwig Dausmann
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 140 Seiten
- Dateigröße: 6,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5613-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5613-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5613-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dausmann, Ludwig März 2002: Anforderungsanalyse für den erfolgreichen Launch von Websites, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Webdesign, Usability, Marktforschung im Internet, Wahrnehmungspsychologie, Vergleich von Websites
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Diplomarbeit von Ludwig Dausmann
Einleitung:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden Aspekte aufgeführt, die beim Launch einer Website, bzw. die bei einer Erneuerung („Relaunch“) beachtet werden müssen. Auf mehrere Möglichkeiten zur Seiten-Gestaltung wurde mit Hilfe der Wahrnehmungspsychologie näher eingegangen: Es wurde aufgezeigt, wie das menschliche Gehirn Informationen unter anderem über die Augen aufnimmt und verarbeitet. Daraus ergeben sich Hinweise auf die richtige Platzierung von Navigationselementen, Bildern oder Text. Der Mensch besitzt eine klar definierte Farbwahrnehmung, Farben können beim Menschen verschiedene Gefühlsstimmungen oder Empfindungen hervorrufen. Für die Web-Gestaltung können hier Rückschlüsse auf eine „angenehme“ Farbwahl oder die Lesbarkeit gewonnen werden. Auch die verschiedenen Gedächtnissysteme, also die Art und Länge der Speicherung von Informationen im menschlichen Gehirn wirken sich auf die Gestaltung aus. Das sensorische Gedächtnis wirkt sich beispielsweise auf die Wahl der Zeilenlänge eines Textes aus, das Kurzzeitgedächtnis auf die Zerteilung eines Textes in einzelne Blöcke oder die Untergliederung in mehrere Menüpunkte und das Langzeitgedächtnis auf den Einsatz von Piktogrammen oder Markenzeichen. Ein Problem ist das Lesen längerer Texte am Bildschirm. Hier spielen technische Aspekte wie die Beschaffenheit des Monitors, aber auch gestalterische Aspekte wie die Wahl der Schrift, der Farben oder das Aufteilen des Textes auf mehrer Seiten, um Scrollen zu vermeiden, eine Rolle.
Die drei Gesetze der Gestaltpsychologie finden bereits bei der Seitengestaltung im Print-Bereich Anwendung, in Online-Medien sind sie noch wichtiger, da hier die Seite nicht nur gelesen wird, sondern mit ihr gearbeitet (Klicken, Auswählen, etc.) werden muss. Nach der psychologischen Betrachtung wurden Anforderungen an eine Website aufgestellt, bzw. grundlegende Prinzipien für ein erfolgreiches Web-Publishing aufgezeigt. Die wohl wichtigste Eigenschaft des WWW und auch der größte Unterschied zu allen anderen Medien ist die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Seiten oder Inhalten hin und her zu navigieren.
Es wurden verschiedene Strukturen von Websites vorgestellt, sowie unterschiedliche Arten der Navigation, sei es in der Art der Darstellung oder der Art wie sie erzeugt wurden. Neben der eigentlichen Navigation sollten dem Surfer auch weitere Möglichkeiten, wie etwa einer Suchfunktion oder einer Sitemap, gegeben werden, sich zurecht zu finden. Eine gute Navigation sollte dem User zeigen, wo er sich befindet, wo er bereits gewesen ist und wo er noch hin surfen kann. Unter dem Punkt „Seitengestaltung“ wurden Möglichkeiten dargestellt, wie eine Internet-Seite aufgebaut werden soll, und wie dies durch Frames oder CSS erleichtert werden kann. Da der Web- Designer nicht vorhersagen kann, auf welchen Computern und mit welchem Monitor die Seite angezeigt wird, muss die Darstellung entweder flexibel sein, oder es muss für jeden Browser und für jede Computer-Plattform eine eigene Version angeboten werden.
Anschließend wurden mehrere einzelne Aspekte angesprochen, die für die Gestaltung oder speziell für kommerzielle Websites notwendig sind. Es wurde kurz die Notwendigkeit der rechtlichen Absicherung und der Schutz der Privatsphäre aufgezeigt, zusätzlich auch die Probleme bei der Übertragung von sicherheitsrelevanten Daten. Werden bei kommerziellen Websites viele Inhalte präsentiert, bzw. ändern sich diese schnell, muss ein Redaktionssystem eingesetzt werden, d.h. die einzelnen Seiten müssen datenbankgestützt automatisch erstellt werden. Ein Punkt über den sich selbst die Experten streiten, ist der Einsatz von GIFAnimationen oder Flash. Für die Einen ist es überflüssiger Luxus, der auch noch viel Ladezeit benötigt, für die Anderen machen Animationen einen Web-Auftritt erst interessant und multimedial.
Wie schon weiter oben erwähnt können Web-Inhalte auf den unterschiedlichsten Geräten dargestellt werden. Unter „Kompatibilität“ wurden die verschiedenen Möglichkeiten vorgestellt und die dabei auftretenden Probleme aufgezeigt. Bei der Vielzahl an Websites und oft sehr ähnlichen Angeboten ist es nötig, sich bereits mit einer „guten“ Web-Adresse zu präsentieren. Nur mit einem guten E-Branding ist es heute noch möglich eine erfolgreiche Website zu betreiben. Bis heute finanzieren sich so gut wie alle Web-Auftritte in Deutschland durch Werbe-Banner. Die verschiedenen Arten und Formen der Online-Werbung wurden vorgestellt.
Dass nicht allein ein gutes Layout und eine gute Usability eine Website ausmacht, wurde unter dem Titel „Informationsgehalt“ gezeigt. Es kommt vielmehr auf ein Ineinandergreifen von Inhalt, Technik und Design an. Nur mit interessantem und ständig aktualisiertem Inhalt kann eine langfristige Kundenbindung erreicht werden. Um mehr über den Besucher der Website zu erfahren, und auch um die Wirkung der oben genannten Kriterien festzustellen, muss Marktforschung betrieben werden. Diesem Thema widmete sich das erste Kapitel. Es geht darum, die in der Theorie und von professionellen Web-Designern entwickelten Strukturen und Darstellungsformen mit „Durchschnitts-Usern“ zu testen und deren Praxistauglichkeit festzustellen.
Im letzten Teil dieser Arbeit wurden fünf von der Zielgruppe und der Ausrichtung ähnliche Websites verglichen. Es wurden die im Hauptteil erarbeiteten und direkt vergleichbaren Kriterien untersucht und positive wie negative Beispiele aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| Meilensteine des Internets | 4 | |
| 1. | Marktforschung im Internet | 7 |
| 1.1 | Übersicht über bereits bestehende Studien | 8 |
| 1.2 | Effizienzforschung für Internet-Werbung und –Marketing | 10 |
| 1.2.1 | Individualverfahren | 12 |
| 1.2.2 | Gruppenverfahren | 13 |
| 1.2.3 | Online-Fragebogen | 13 |
| 1.2.4 | Befragung per E-Mail oder Telefon | 15 |
| 1.3 | Methodische Probleme bei der Internetbefragung | 16 |
| 1.4 | Internetmessung / Webtracking | 18 |
| 1.4.1 | Page-Impressions | 19 |
| 1.4.2 | Visits | 20 |
| 1.4.3 | Einschränkungen | 20 |
| 2. | Wahrnehmungspsychologie | 26 |
| 2.1 | Gehirnforschung | 26 |
| 2.2 | Farbwahrnehmung | 28 |
| 2.3 | Die drei Gedächtnissysteme | 30 |
| 2.3.1 | Das sensorische Gedächtnis | 30 |
| 2.3.2 | Das Kurzzeitgedächtnis | 31 |
| 2.3.3 | Das Langzeitgedächtnis | 32 |
| 2.4 | Lesen | 33 |
| 2.5 | Die drei Gesetze der Gestaltpsychologie | 35 |
| 2.5.1 | Figur und Grund | 36 |
| 2.5.2 | Gesetz der Geschlossenheit | 37 |
| 2.5.3 | Das Gesetz der Nähe und der Ähnlichkeit | 38 |
| 3. | Grundprinzipien für das erfolgreiche Web-Publishing | 40 |
| 3.1 | Navigation im Netz | 40 |
| 3.1.1 | Statische und dynamische Navigation | 42 |
| 3.1.2 | Hyperlinks | 43 |
| 3.1.3 | Navigationselemente | 44 |
| 3.1.4 | Zusätzliche Navigationshilfen | 46 |
| 3.1.5 | Websitestruktur | 50 |
| 3.1.6 | Qualitätskriterien für die Navigation | 52 |
| 3.2 | Seitengestaltung | 55 |
| 3.2.1 | Web-Layout | 55 |
| 3.2.2 | Antwortzeiten und Performance | 57 |
| 3.2.3 | Einsatz von Frames | 59 |
| 3.2.4 | Einsatz von Stylesheets | 60 |
| 3.3 | Sicherheit im Netz | 61 |
| 3.3.1 | Rechtliche Absicherung und Privacy Policy | 61 |
| 3.3.2 | Gängige Sicherheitsmechanismen für Sicherheit und Vertrauen | 62 |
| 3.4 | Datenbankbasierte Websites | 65 |
| 3.5 | Animation im Netz | 67 |
| 3.6 | Kompatibilität | 70 |
| 3.6.1 | Browser | 71 |
| 3.6.2 | Plattformen | 74 |
| 3.6.3 | Microdevices und WAP | 74 |
| 3.7 | URL-Design und E-Branding | 76 |
| 3.8 | Online-Werbung | 79 |
| 3.9 | Informationsgehalt und Zielgruppenfokus | 83 |
| 4. | Website-Vergleich | 88 |
| 4.1 | Website-Struktur und Navigation | 88 |
| 4.2 | Zusätzliche Navigationshilfen | 90 |
| 4.3 | Seiten-Layout | 91 |
| 4.4 | Ladezeit der Homepage | 93 |
| 4.5 | Sicherheit für den User | 94 |
| 4.6 | Kompatibilität | 94 |
| 4.7 | E-Branding | 95 |
| 4.8 | Intuitive Web-Adresse | 96 |
| 4.9 | Werbebanner | 97 |
| 4.10 | Informationsgehalt und Zielgruppenfokus | 98 |
| 4.11 | Zusammenfassung des Website-Vergleichs | 99 |
| 5. | Zusammenfassung | 100 |
| Literaturverzeichnis | 103 |
ren von Bildschirmelementen (Bewegen, Zoomen, etc.) in Echtzeit ermöglichen sollen. • Eine Sekunde ist die Zeitspanne, in der die Gedankengänge des Benutzers nicht unterbrochen werden, obwohl er die Verzögerung bemerkt. Erhält der Benutzer eine Seite innerhalb von einer Sekunde, so bedeutet dies keinen unangemessenen Aufschub. • Zehn Sekunden sind das Limit, um die Aufmerksamkeit des Benutzers auf einen Dialog zu konzentrieren. Bei längeren Verzögerungen wendet sich der Benutzer anderen Aufgaben zu. Wird eine Seite innerhalb der zehn Sekunden angezeigt, bedeutet dies, dass der Benutzer sich zwar ärgert, aber dennoch die zehn Sekunden konzentriert warten wird. Bei der Site-Entwicklung müssen unbedingt Tests mit langsamen Internet-Verbindungen durchgeführt werden. Im Internet sind auch mehrere Seiten verfügbar, die einen Website-Check67 für beliebige Seiten durchführen, und die Ladezeit und Verbesserungsmöglichkeiten anzeigen. [...]
Für den Web-Entwickler bedeutet das, die Daten der einzelnen Seiten müssen so optimiert oder gegebenenfalls reduziert werden, dass eine „ erträgliche“ Ladezeit für einen Surfer mit analogem Modem erzielt wird. Für diese Nutzergruppe sollte die Seitengröße unter 34 KByte liegen, da sonst die Quote des „ Bailout“(Verhältnis von Nutzern, die nicht warten, bis die Seite vollständig geladen ist) zu hoch wird.65 Gerade bei der Homepage entscheidet die Ladezeit, ob der Surfer weiterklickt oder auf der Seite verbleibt. Kann die Ladezeit nicht wesentlich reduziert werden, sollte zumindest mit reinem „ HTML-Text“ bereits der Inhalt und der Nutzen der Seite deutlich gemacht werden, bis alle Bilder und sonstigen Multimedia-Elemente geladen wurden. Seiten in einer niedrigeren Hierarchiestufe können mehr Bilder und somit längere Ladezeiten haben, wenn dem User ein wirklicher Mehrwert damit geboten wird. Werden Bilder oder Textdateien zum Herunterladen angeboten, sollte die Größe der Datei angegeben werden, um dem Anwender das Abschätzen der Ladezeit zu ermöglichen. Für die Antwortzeiten bei technischen Geräten im allgemeinen wurden folgende Zeiten festgestellt:66 • Etwa eine Zehntelsekunde ist das Maximum, wenn der Benutzer einen Eindruck von unmittelbarer Reaktion des Systems haben soll. Es ist hier kein besonderes Feedback nötig, sondern lediglich die Anzeige des Ergebnisses. Diese Zeitspanne ist das Äußerste für Applets, die dem Anwender das Manipulie64 [...]
Werden Surfer befragt, was ihnen zum Thema Usability bei einer Seite nicht gefallen hat, werden sie meist die lange Ladezeit der Seite ansprechen. Zwar haben sich die Möglichkeiten zur WebGestaltung in den letzten Jahren durch Einführung von FlashAnimationen und die Möglichkeit zum Abspielen von Sound und Filmen stark verbessert, die technische Ausrüstung zum Empfang der Daten bei den privaten Anwendern verbesserte sich jedoch kaum. Laut einer GFK-Studie besitzen etwa 40 % der InternetNutzer zuhause ein Modem (Übertragungsrate: bis 56 KBit/s), etwa 49 % zumindest eine ISDN-Karte (64 oder 128 KBit/s). Nur ein kleiner Teil der User besitzt schnelle Verbindungen zum Internet. [...]
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Arbeit zitieren:
Dausmann, Ludwig März 2002: Anforderungsanalyse für den erfolgreichen Launch von Websites, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Webdesign, Usability, Marktforschung im Internet, Wahrnehmungspsychologie, Vergleich von Websites



