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Anforderungen an ein angewandtes EDV-gestütztes Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk

Anforderungen an ein angewandtes EDV-gestütztes Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Gruber
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 162 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5800-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5800-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5800-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gruber, Andrea März 2002: Anforderungen an ein angewandtes EDV-gestütztes Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kleinbetrieb, Controllingsoftware, Management-Informations-System, Unternehmenssteuerung, Erfolgskontrolle

Diplomarbeit von Andrea Gruber

Einleitung:

Controlling ist aus dem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. In jedem größeren Unternehmen, das sich längerfristig am Markt halten will, gibt es mittlerweile eine Controlling-Abteilung. Nur in Kleinbetriebe ist das Controlling bisher noch nicht unbedingt vorgedrungen. Kleinhandwerker und Kleingewerbetreibende setzen oft keine geeigneten bzw. gar keine Controlling- und Steuerungsinstrumente ein.

Controlling-Instrumente können aber auch die Führung von Kleinbetrieben erheblich erleichtern und verbessern. Deshalb ist Controlling auch im Kleinbetrieb eine Notwendigkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Aktualität des Themas wird z.B. durch die laufenden Diskussionen rund um Basel II deutlich. Ein gutes und aktuelles Informations- und Rechnungswesen sowie ein Controlling kann durchaus dazu beitragen, im Zusammenhang mit Basel II ein besseres Rating und somit bessere Kreditkonditionen zu erhalten. Dies ist besonders für Kleinbetriebe, die in der Regel wesentlich von der Bank als Fremdkapitalgeber abhängig sind, von Bedeutung.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit stellt die Frage nach den Anforderungen an ein angewandtes EDV-gestütztes Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk. Zu diesem Zweck wird in einem ersten theoretischen Teil auf die Besonderheiten des Controlling im Kleinbetrieb eingegangen. Als Ergebnis dieses Teils wird ein Mindestsystem für ein Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk vorgeschlagen.

In einem zweiten Teil werden die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, die sowohl Gespräche mit Kleinunternehmern als auch Interviews mit Unternehmensberatern beinhaltet, präsentiert. Diese Untersuchung soll aufzeigen, wie Controlling bisher in Kleinbetrieben eingesetzt und auch EDV-mäßig unterstützt wird. Zusätzlich wird aber auch herausgearbeitet, welche Instrumente einer Controlling-Software aus der Sicht der Kleinunternehmer interessant wären. Dieser Teil soll vor allem Informationen für die Entwicklung von geeigneter Software liefern.

Obwohl die in die empirische Untersuchung einbezogenen Unternehmen regional auf Tirol beschränkt sind, sind die Ergebnisse der Untersuchung aufgrund der nahezu identischen Wirtschaftsstruktur im gesamten Gebiet der Europäischen Union anwendbar. Die statistischen Zahlen – 97,7 % der Dienstgeberbetriebe der EU bestehen aus Kleinbetrieben mit weniger als 50 Miterbeitern – sprechen für sich: Die Kleinbetriebe sind die Stütze der europäischen Wirtschaft.

Das Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Anforderungsprofils für Controlling-Software-Lösungen. Im dritten Teil der Arbeit werden Anforderungen an Software-Lösungen für Kleinbetriebe herausgearbeitet. Dadurch soll ersichtlich werden, wie ein Controlling-System im Kleingewerbe und Kleinhandwerk optimal EDV-technisch unterstützt werden kann. Dies berücksichtigt zum einen die Punkte, die von Kleinunternehmern selbst als wichtig erachtet werden, zum anderen werden aber auch Software-Anforderungen, wie sie in der Literatur angeführte werden, diskutiert.

Dieses Anforderungsprofil soll bei der Auswahl einer geeigneten Software für einen Kleinbetrieb einen Anhaltspunkt bieten.

Zur Abrundung werden einige ausgewählte Software-Lösungen, die in Kleinbetrieben eingesetzt werden, beispielhaft vorgestellt sowie weitere Anbieter von Controlling-Software-Lösungen für das Kleingewerbe und Kleinhandwerk genannt.

Des weiteren gibt dieser Teil Tipps, wie bei der Einführung eines EDV-gestützten Controlling idealerweise vorzugehen ist bzw. welche Faktoren den Erfolg eines EDV-Systems beeinflussen können.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Controlling im Kleinbetrieb – Theoretische Grundlagen 3
2.1 Begriffsdefinitionen 3
2.1.1 Abgrenzung der Klein- und Mittelbetriebe von Großbetrieben 3
2.1.1.1 Quantitative Merkmale 3
2.1.1.2 Qualitative Merkmale 6
2.1.2 Kleingewerbe und Kleinhandwerk 7
2.1.3 Typen von Klein- und Mittelbetrieben 8
2.1.4 Controlling 9
2.2 Controlling im Klein- und Mittelbetrieb 12
2.3 Mindestsystem des Controlling im Klein- und Mittelbetrieb laut Horváth/Weber 18
2.3.1 Entscheidungsorientiertes Rechnungswesen 18
2.3.2 Planungs- und Kontrollsystem 19
2.3.3 Berichtswesen 21
2.3.4 EDV-Unterstützung für das Controlling in Klein- und Mittelbetrieben 22
2.4 Grundausstattung für das Mittelstandscontrolling laut Witt/Witt 23
2.4.1 Kostencontrolling 24
2.4.1.1 Wahl des Rechnungssystems 24
2.4.1.2 Kalkulation 24
2.4.1.3 Kostenplanung und Kostenabweichungen 25
2.4.1.4 Prozesscontrolling 25
2.4.2 Erlöscontrolling 26
2.4.3 Finanzcontrolling und Budgetierung 26
2.4.4 Investitions- und Projektcontrolling 28
2.4.5 Kennzahlenmanagement 28
2.4.6 Strategisches Controlling 29
2.5 Der Ansatz der Balanced Scorecard 30
2.6 Mindestsystem des Controlling im Kleinbetrieb 32
3. Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk – Praxis 35
3.1 Allgemeine Bemerkungen 35
3.1.1 Strategische Planung und strategisches Controlling in KMU in den Regionen Tirol, Vorarlberg und Südtirol 35
3.1.2 Strategisches Controlling als Erfolgsfaktor 37
3.1.3 Statistische Daten 39
3.2 Untersuchungsmethode 43
3.2.1 Befragung der Unternehmer 43
3.2.2 Befragung der Berater 49
3.3 Ergebnisse 51
3.3.1 Befragung der Unternehmer 52
3.3.1.1 Entscheidungsgrundlagen 54
3.3.1.2 Informationen 56
3.3.1.3 Instrumente 57
3.3.1.4 Einsatz von Software 62
3.3.1.5 Anforderungen an Software 66
3.3.2 Befragung der Berater 69
3.3.2.1 Informationen der Unternehmer 69
3.3.2.2 Einsatz von Software 72
3.3.2.3 Anforderungen an Software 74
3.3.2.4 Kosten einer Software 77
3.4 Zusammenfassende Bemerkungen 79
4. Anforderungen an eine praktikable Software-Lösung 81
4.1 Allgemeine Bemerkungen 81
4.2 Management-Informations-Systeme (MIS) 82
4.2.1 Informationsverarbeitung im Unternehmen 82
4.2.2 Typen von MIS 84
4.2.3 Der Nutzen von MIS 88
4.3 Einführung einer Controlling-Software-Lösung 90
4.4 Mindestbestandteile einer Controlling-Software-Lösung 95
4.4.1 Controllingbezogene Anforderungen 95
4.4.1.1 Planung 97
4.4.1.2 Kurzfristige Erfolgsrechnung 99
4.4.1.3 Abweichungsanalyse 100
4.4.1.4 Kennzahlen 101
4.4.1.5 Berichtswesen 101
4.4.2 Softwarebezogene Anforderungen 104
4.4.2.1 Softwaretechnische Anforderungen 104
4.4.2.2 Anbieterbezogene Anforderungen 106
4.4.3 Zusammenfassung 107
4.5 Ausgewählte Software-Lösungen 109
4.5.1 CPS Software für Friseur- und Kosmetiksalons 110
4.5.2 KORAM Softwarelösungen 112
4.5.3 ORLANDO – Kaufmännische Software 112
4.5.4 Primus® 2000 113
4.5.5 sage KHK Business Software 114
4.5.6 Zeitwert für’s Handwerk 115
4.6 Ausgestaltungsmöglichkeiten eines EDV-gestützten Controlling 118
4.6.1 Umfang des EDV-Systems 118
4.6.2 Standardprogramm oder unternehmensindividuelle Lösung? 121
5. Fazit 124
6. Evaluation der Ergebnisse 126
6.1 Literatur 126
6.2 Empirischer Teil 127
6.3 Software 130
Anhang 132
Literaturverzeichnis 145

Automatisiert erstellter Textauszug:

werden soll. Nur zwei der befragten Unternehmer gaben an, mit der von ihnen eingesetzten Steuerungs- bzw. Planungs-Software nicht besonders bzw. gar nicht zufrieden zu sein. Die fünf Unternehmer, die der Meinung waren, dass die im Unternehmen eingesetzte Software „besser sein könnte“, hatten auch konkrete Kritikpunkte. Diese bezogen sich zum Beispiel auf die mangeldne Benutzerfreundlichkeit des Programmes oder auf das Fehlen von Schnittstellen. Schnittstellen ermöglichen es, Informationen aus einem Programm in ein anderes zu übernehmen, ohne die entsprechenden Daten neu erfassen zu müssen. Zusammenfassend ist zu diesem Punkt anzumerken, dass Software zur Unternehmenssteuerung bzw. zum Controlling in erstaunlich vielen Unternehmen eingesetzt wird. Immerhin 18 der 20 befragten Unternehmer gaben an, mit einer derartigen Software zu arbeiten. Dieses Ergebnis liegt deutlich über den geschätzten Zahlen der Unternehmensberater.127 Das lässt sich vielleicht folgendermaßen erklären: Auch Kleinbetriebe setzen zur effizienten Führung ihres Unternehmens natürlich EDV ein. Neben einem herkömmlichen PC werden in Kleinbetrieben meist weitere, branchenspezifische Programme eingesetzt. Diese Programme enthalten häufig auch Auswertungen und Berechnungen, die sehr wohl als ein Controlling-Instrumentarium angesehen werden können – wenn auch ein eher eingeschränktes. Allerdings besitzen die wenigsten der Kleinbetriebe ein eigenes Programm, das sich ausschließlich mit Controlling-Aspekten beschäftigt. Dies erklärt wohl auch die eher niedrigen Schätzungen der Unternehmensberater. Hierbei stellt sich nun die Frage, ob ein EDV-gestütztes Controlling im Kleinbetrieb als ein eigenes Programm installiert werden sollte oder ob es sinnvoller ist, die Daten, die schon aus anderen Programmen vorhanden sind, besser zu nutzen und vielleicht noch auszubauen. Dies würde natürlich eine eingehende Beschäftigung mit dem jeweiligen Unternehmen und seiner bisherigen Informationsverarbeitung voraussetzen.128 [...]

Trend erkennbar, dass auch Kleinunternehmer es bevorzugen, mit einer auf ihren Betrieb zugeschnittenen Software-Lösung zu arbeiten. Die meisten Unternehmer gehen davon aus, dass ein Standard-Controlling-Programm die jeweiligen Besonderheiten ihres Unternehmens bzw. ihrer Branche nicht erfassen kann. Deshalb wird lieber gleich auf teurere Sonderanfertigungen (also für das Unternehmen programmierte Lösungen) zurückgegriffen. Wer sich das nicht leisten will, hilft sich mit selbsterstellten Auswertungen auf Excel-Basis aus. Ein möglicher Mittelweg ist eine Branchenlösung. Diese Programme sind speziell auf eine oder mehrere Branchen ausgerichtet und erfüllen somit in der Regel auch die Besonderheiten eines jeden Unternehmens. Diese Programme sind also auch ohne zusätzliche Adaptierungsarbeiten im jeweiligen Unternehmen einsetzbar. Auf die Software-Anbieter und auf die Produkte, die von den Unternehmern genannt wurden, soll im nächsten Teil der Arbeit näher eingegangen werden. [...]

Abbildung 9: Einsatz von Software Zu bemerken ist, dass einige Unternehmen natürlich mit mehreren SoftwareLösungen arbeiten und somit auch in mehrere Kategorien eingeordnet wurden. Wie bereits erwähnt, gaben also nur zwei der 20 befragten Unternehmer an, keine Software zur Unternehmenssteuerung einzusetzen. 11 der 20 Unternehmen verwenden diesbezüglich eine Standardsoftware irgendeiner Art. In sechs Unternehmen wurde eigens für das jeweilige Unternehmen eine Software programmiert, die zur Steuerung des Unternehmens dienen soll. Immerhin sechs der 20 Unternehmer gaben an, (zusätzlich oder ausschließlich) mit selbsterstellten Tabellen und Listen zu arbeiten. Diese Lösungen basieren ohne Ausnahme auf MS-Excel. Von den 11 Unternehmern, die angaben, mit Standardsoftware zu arbeiten, beschrieben 8 diese Software als eine Branchenlösung. Nur drei Unternehmer arbeiten mit einer Standardsoftware im engeren Sinne, d.h. einem Programm, das branchenübergreifend eingesetzt werden kann. In diesem Zusammenhang ist der [...]

Arbeit zitieren:
Gruber, Andrea März 2002: Anforderungen an ein angewandtes EDV-gestütztes Controlling im Kleingewerbe und Kleinhandwerk, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kleinbetrieb, Controllingsoftware, Management-Informations-System, Unternehmenssteuerung, Erfolgskontrolle

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