Anforderungen an das Projektmanagement bei räumlich verteilt agierenden Projektteams
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Walter Ruland
- Abgabedatum: Oktober 2003
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 2,1 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7716-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7716-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7716-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ruland, Walter Oktober 2003: Anforderungen an das Projektmanagement bei räumlich verteilt agierenden Projektteams, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: virtuell, multikulturell, Kommunikationsmedium, Projektorganisation, Teamführung
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Diplomarbeit von Walter Ruland
Problemstellung:
Am Anfang des 21. Jahrhundert sind bedeutsame Veränderungen ein regelmäßiges, fast schon alltägliches Merkmal unserer Wirtschaftswelt geworden. Viele dieser Veränderungen werden in Form von Projekten durchgeführt. Durch die Globalisierung der Wirtschaft und des Wettbewerbs ist es immer öfter notwendig, dass Projekte in geographisch verteilten Teams durchgeführt werden.
Begünstigt durch die modernen Informations- und Kommunikationsmedien, ist es möglich, ein Projektteam zusammenzustellen und zu steuern, ohne dass dieses Team sich näher kennt und ohne dass gemeinsame Sitzungen und direkter mündlicher Austausch stattfinden muss. Die Mitarbeiter von Projekten werden in die Lage versetzt, an verschiedenen Orten, losgelöst von Zeit- und Organisationsgrenzen, zu arbeiten – virtuelle Teams entstehen.
Um den veränderten Bedingungen verteilter Arbeitsstrukturen gerecht zu werden, entstehen neben den klassischen Projektmanagement-Prinzipien neue Anforderungen an das Projektmanagement. Für die verteilt arbeitenden Projektmitglieder nimmt die Bedeutung der psychosozialen Faktoren der Teamarbeit zu und wird zur Voraussetzung eines erfolgreichen Projektverlaufs. Soft Skills, wie Führung, Kommunikation, Sozialkompetenz, interkulturelle Kompetenz, Kooperation, Emotionale Intelligenz, Motivation und Vertrauen werden zu den tragenden Säulen des Projektgeschehens.
In dieser Arbeit werden die Anforderungen an das Projektmanagement bei räumlich verteilt agierenden Teams aus theoretischer Sicht beleuchtet. Risiken der veränderten Arbeitsform, sowie Hinweise und Lösungsansätze von Problemfeldern werden aufgeführt und kritisch betrachtet. Weiterhin werden Chancen und Vorteile von verteilt arbeitenden Projektteams beschrieben.
Im ersten Teil dieser Arbeit werden die Grundlagen des Projektmanagement erläutert. Nach einer Betrachtung der Entwicklung des Projektmanagements werden die Begriffe Projekt, Management und Projektmanagement definiert.
Danach werden die Phasen des Projektablaufs sowie Formen der Projektorganisation dargestellt. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Bestimmung und Differenzierung der Begriffe Team, verteilte Teams und virtuelle Teams, bevor in Kapitel 5 Kriterien zur erfolgreichen Teamentwicklung in verteilten Projektstrukturen dargestellt werden.
Die richtige Auswahl und der richtige Einsatz von Kommunikationsmedien wird im 6. Kapitel beschrieben. Das letzte Kapitel befasst sich mit den Besonderheiten des internationalen Projektmanagements und den Besonderheiten beim Managen von multikulturellen Teams.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 2 | |
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| Tabellenverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Grundlagen des Projektmanagements | 8 |
| 2.1 | Entwicklung und Aktualität des Projektmanagements | 8 |
| 2.2 | Definition des Begriffs Projekt | 11 |
| 2.2.1 | Projektzielsetzungen | 14 |
| 2.2.2 | Projekt versus Tagesgeschäft | 16 |
| 2.2.3 | Projektarten | 17 |
| 2.3 | Definition des Begriffs Management | 19 |
| 2.4 | Definition des Begriffs Projektmanagement | 20 |
| 2.5 | Projektphasen | 22 |
| 2.5.1 | Projektdefinition | 22 |
| 2.5.2 | Projektplanung | 23 |
| 2.5.3 | Projektdurchführung und -kontrolle | 24 |
| 2.5.4 | Projektabschluss | 25 |
| 3. | Projektorganisationen | 28 |
| 3.1 | Grundformen der Projektorganisation | 28 |
| 3.1.1 | Linienintegrierte Projektorganisation | 29 |
| 3.1.2 | Stab-Projektorganisation | 30 |
| 3.1.3 | Matrix-Projektorganisation | 31 |
| 3.1.4 | Reine Projektorganisation | 32 |
| 3.2 | Weiterführende organisatorische Konzepte | 36 |
| 3.2.1 | Simultaneous Engineering | 36 |
| 3.2.2 | Multi-Projektorganisation | 37 |
| 3.2.3 | Time-Sharing-Organisation | 38 |
| 4. | Projektteams | 40 |
| 4.1 | Definition des Begriffs Team | 40 |
| 4.1.1 | Verteilte Teams | 41 |
| 4.1.2 | Virtuelle Teams | 42 |
| 4.2 | Team versus Gruppe | 46 |
| 5. | Management verteilter (virtueller) Teams | 48 |
| 5.1 | Die Notwendigkeit der Führung von virtuellen Teams | 48 |
| 5.2 | Aufbau und Konfiguration des Teams | 50 |
| 5.2.1 | Kriterien zur Auswahl des Teamleiters | 50 |
| 5.2.2 | Kriterien zur Auswahl der Teammitglieder | 52 |
| 5.2.3 | Strukturierung und Verteilung der Aufgaben | 54 |
| 5.3 | Start und Initiierung der Arbeit | 58 |
| 5.3.1 | Kick-Off-Veranstaltung | 58 |
| 5.3.2 | Festlegen des Regelwerks | 60 |
| 5.4 | Erhaltung, Optimierung und Regulation der Teamarbeit | 63 |
| 5.4.1 | Zum Kommunikationsbegriff | 63 |
| 5.4.2 | Probleme der veränderten Kommunikationsbedingungen | 67 |
| 5.4.3 | Entwicklung von Vertrauen und Motivation | 74 |
| 5.4.4 | Entwicklung eines sensiblen Konfliktmanagements | 81 |
| 5.5 | Beendigung der Teamarbeit | 84 |
| 6. | Auswahl und Einsatz von Kommunikationsmedien | 86 |
| 6.1 | Klassen von Kommunikationsmedien | 86 |
| 6.2 | Vor- und Nachteile verschiedener Kommunikationsmedien | 87 |
| 6.3 | Die Media-Richness-Theorie | 93 |
| 7. | Internationales Projektmanagement mit verteilten multikulturellen Teams | 96 |
| 7.1 | Definition des Begriffs Internationales Projektmanagement | 96 |
| 7.2 | Besonderheiten der internationalen Zusammenarbeit | 97 |
| 7.3 | Problemfelder in interkulturellen Teams | 99 |
| 7.4 | Teamentwicklung in interkulturellen Teams | 101 |
| 7.5 | Phasen der interkulturellen Teamentwicklung | 104 |
| 8. | Schlussbetrachtung | 106 |
| Literaturverzeichnis | 108 |
Konradt/Hertel empfehlen folgende Strategien für eine erfolgreiche Kommunikation in virtuellen Teams. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte „lieber zu oft kommuniziert werden als zu wenig“184. Damit wird eine Rückkopplung geschaffen, um sicherzustellen, dass die Information richtig verstanden wurde und dass Absprachen von allen Beteiligten akzeptiert wurden. Durch doppelte Feedbackschleifen soll zumindest bei wichtigen Informationen sichergestellt werden, dass sie erhalten wurden. Um eine technisch einseitige Kommunikation zu vermeiden, sollten möglichst vielfältige Kommunikationsmedien genutzt werden. Das verbessert die Kommunikation und die Motivation im Team. In virtuellen Teams ist es wichtig, feste Kommunikationszeiten festzulegen, in denen das ganze Team virtuell zusammenkommen kann. Ein weiterer Vorteil fester Termine besteht darin, dass alle Beteiligten sich im Vorfeld darauf vorbereiten können. [...]
Verlangsamtes Feedback Als letztes Problem sehen Konradt/Hertel ein durch den Einsatz von elektronischen Medien verursachtes verlangsamtes Feedback. Dabei fehlen dem Sender wichtige Angaben, ob und wie Informationen beim Empfänger angekommen sind.179 Neben diesen vier von Konradt/Hertel aufgeführten Hauptbereichen nennt Senst zwei weitere Problemfelder: Schwierigkeiten in der Interpretation von Kommunikationsstille Wie deutet es ein Teammitglied, wenn seine Nachricht nicht erwidert wird? Missverständnisse und Konflikte können entstehen, wenn ein Teammitglied kurzfristig oder langfristig nicht auf die Nachricht des Kommunikationspartners reagiert. Es ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, aus welchen Gründen der Kommunikationspartner nicht antwortet. Das kann inhaltliche, technische oder qualifikatorische Gründe haben. Stillschweigen kann z.B. als Zustimmung gedeutet werden oder als Desinteresse gegenüber dem Kommunikationspartner. 180 Nachrichten-Überlast Informationen können aufgrund ihrer Digitalität einfacher generiert, dupliziert und publiziert werden. Daneben stehen den Teammitgliedern z.B. projektrelevante Grafiken, Tabellen, Texte oder Videos u.ä. in großer Anzahl zur Verfügung. Diese Informationsmengen bergen die Gefahr, dass Mitglieder mehr Informationen erhalten, als sie verarbeiten können und nicht mehr in der Lage sind, alle Nachrichten zu beantworten oder wichtige Nachrichten in der Menge der Informationen untergehen. Heimburg/Radisch sind der Meinung, dass sich die Teammitglieder bei einer Nachrichtenüberlast, z.B. durch E-Mail, nicht davor scheuen sollten, die Delete-Taste zu benutzen, um unwichtige Nachrichten direkt zu löschen.181 [...]
Informationen ergänzt werden müssen, die ansonsten z.B. über die Stimmmodulation oder den Gesichtsausdruck gesendet werden.173 Mangelnde soziale Präsenz „Unter sozialer Präsenz versteht man das über ein Medium vermittelte Gefühl der Nähe und Anwesenheit des Kommunikationspartners.“174 Fehlt es an sozialer Präsenz, so kann es zu einem Gefühl von Anonymität oder Alleinsein zwischen den Kommunikationspartnern kommen, welches wiederum zur Folge haben kann, dass die Kommunikation bei Konflikten schneller eskaliert (Flaming).175 Neue Studien relativieren allerdings dieses Ergebnis.176 Sie haben gezeigt, dass bei der Nutzung von elektronischen Kommunikationsmedien die Kommunikation sanktionsloser erfolgt. Zum Beispiel ist beim Einsatz von E-Mail das verärgerte Gesicht des anderen nicht zu sehen. Asynchrone Kommunikationsmedien haben weiterhin den Vorteil, schaffen. Mangelnde Reichhaltigkeit Ähnlich wie bei dem Problem der Reduktion der Kommunikationskanäle kann es bei weniger reichhaltigen elektronischen Medien zu einer Reduktion der Interaktion führen, aus denen Missverständnisse und Konflikte entstehen können. Es kann auch vorkommen, dass die Schärfe einer Äußerung nicht erkannt wird und sich anbannende Konflikte durch scheinheilige, nette Plänkeleien verdeckt werden.177 Cramton nennt dieses Problemfeld die Schwierigkeit der Interpretation der Bedeutung von Nachrichten. Missverständnisse entstehen dadurch, dass Sender und Empfänger nicht genau dieselbe Teilinformation als die wesentliche ansehen oder der inhaltliche Kern unterschiedlich interpretiert wird.178 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477165
Arbeit zitieren:
Ruland, Walter Oktober 2003: Anforderungen an das Projektmanagement bei räumlich verteilt agierenden Projektteams, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
virtuell, multikulturell, Kommunikationsmedium, Projektorganisation, Teamführung



