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Anforderungen an Ferienangebote für chronisch kranke Kinder und Darstellung von Möglichkeiten der Angebotsentwicklung bei geeigneten Leistungsträgern

Anforderungen an Ferienangebote für chronisch kranke Kinder und Darstellung von Möglichkeiten der Angebotsentwicklung bei geeigneten Leistungsträgern
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Kristin Genge
  • Abgabedatum: April 2007
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 4,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Zittau/Görlitz (FH), Standort Zittau Deutschland
  • Bibliografie: ca. 90
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4083-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Genge, Kristin April 2007: Anforderungen an Ferienangebote für chronisch kranke Kinder und Darstellung von Möglichkeiten der Angebotsentwicklung bei geeigneten Leistungsträgern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tourismus, Gesundheit, Herzerkrankung, Krebs, Ferienangebot

MA-Thesis / Master von Kristin Genge

Einleitung:

Sozialverantwortung und Tourismusrelevanz gehen oft nicht miteinander konform. Mit der vorliegenden Arbeit wird das Potential touristischer Konzepte für eine wenig beachtete Nischengruppe geprüft. Das zentrale Anliegen liegt dabei in der Formulierung allgemeiner Rahmenbedingungen und konkreter Anforderungen an Ferienangebote für chronisch kranke Kinder außerhalb des Kurtourismus. Empirische Nachfrageanalysen sind generell für alle hier untersuchten Erkrankungen in Betracht zu ziehen. Aufgrund der Komplexität chronischer Leiden können im Rahmen dieser Forschungsarbeit aber lediglich die Präferenzen einer Teilzielgruppe empirisch ermittelt werden. Auch die Erstellung ganzheitlicher Angebotskonzepte liegt nicht im Interesse der Arbeit. Vielmehr zielt sie darauf ab, geeignete Leistungsträger zu identifizieren und deren Erweiterungsmöglichkeiten in Form von Ideenskizzen darzustellen.

Objekt der Forschung:

Forschungsgegenstand ist die Zielgruppe chronisch kranker Kinder und ihrer Familien mit ihren besonderen Ansprüchen an Abläufe, Leistungs- und Serviceelemente von Ferienangeboten. In Fallbeispielanalysen werden darüber hinaus verschiedene Leistungsträger der Tourismuswirtschaft fokussiert.

Strategie der Forschung:

Als Forschungsgrundlage dienen zeitgenössische Reflexionen zur Lebensqualität im Spannungsfeld von Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft in Kap. 2. Nähere Untersuchung finden die Auswirkungen chronischer Erkrankungen auf die persönliche Lebenssituation und das Reiseverhalten von Betroffenen, besonders im familiären Kontext. Aufbauend auf einer Kurzdarstellung prägnanter Entwicklungen im Gesundheitstourismus werden das Marktsegment ‘Urlaub mit Heilkurcharakter’ skizziert, sowie Chancen und Risiken der Nischenpositionierung erörtert.

Kap. 3 klassifiziert die Zielgruppe nach häufigen Erkrankungen. Dem schließt sich die Erstellung mehrerer Kriterienkataloge an, welche sowohl notwendige Rahmenbedingungen als auch denkbare Heilbehandlungen beinhalten. Aussagelücken in der Zielgruppenanalyse herz- und krebskranker Kinder schließen sich mittels einer Elternbefragung.

Für ausgewählte Leistungsträger der Tourismuswirtschaft, werden abschließend günstige Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt und kritisch hinterfragt. In Form von Angebotsmodellen verbinden sich die Erkenntnisse der Nachfrageanalyse mit den Anforderungen der Praxis.

Nutzen der Forschung:

Zweck der Arbeit ist es zunächst, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Brisanz der Problematik zu verdeutlichen. Das Thema stellt ein Handlungsfeld im Brennpunkt aktueller Trends dar. Es soll verdeutlicht werden, warum in die fachliche Diskussion um die Erweiterung der Reisemöglichkeiten mobilitätseingeschränkter Menschen auch die Gruppe der chronisch Erkrankten einzubeziehen ist. Im gesellschaftlichen Kontext ist die Forschung mit der Zielstellung verbunden, Isolationsprozessen benachteiligter Menschen entgegenzuwirken.

Die Arbeit identifiziert das unerschlossene Angebotspotential, das sich im Leistungsspektrum zwischen Kuraufenthalten und Wellnessurlaub bewegt. Sie zeigt auf, inwiefern die Reisemöglichkeiten, und damit verbunden auch die Lebensqualität, der Betroffenen verbessert werden kann.

Es werden Angebotsrahmen und Inhalte für die touristisch bedeutsamsten Anspruchsgruppen chronisch Kranker erarbeitet, die bedarfsgerecht, gesundheits-fördernd und damit von besonderem nachfrageseitigen Nutzen sind. Besondere Beachtung findet dabei die sensible Zielgruppe der Kinder und Familien.

Praxisorientierte Ideenskizzen empfehlen Lösungsansätze, die den Ansprüchen der ‘Wohlfühlgesellschaft’, der wachsenden Bedeutung von Bedürfnisorientierung im Tourismus und der gesellschaftlichen Aufgabe der Sicherung von Lebensqualität entsprechen.

Inhaltsverzeichnis:

Kurzreferat I
Abkürzungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
Zusammenfassende Thesen VII
1. Einleitung 1
1.1 Ziel der Forschung 1
1.2 Objekt der Forschung 1
1.3 Strategie der Forschung 1
1.4 Nutzen der Forschung 2
2. Lebensqualität im Kontext von Gesundheit und Tourismus 3
2.1 Der Begriff der Lebensqualität 3
2.2 Lebensqualität im Fokus der ‘Wohlfühlgesellschaft’ 4
2.3 Tourimus für alle 6
2.4 Der chronisch kranke Gast - Die Lebensqualität Betroffener und ihrer Angehörigen 7
3. Chronisch kranke Kinder als touristische Zielgruppe 11
3.1 Das Marktsegment ‘Urlaub mit Heilkurcharakter’ 11
3.2 Vorüberlegungen und Definitionen 17
3.2.1 Eingrenzung der Begriffe Kindheit und chronische Krankheit 17
3.2.2 Arten und Auftreten chronischer Erkrankungen im Kindesalter 20
3.2.3 Erläuterungen zum Aufbau und Nutzen der Kriteriensammlung 22
3.3 Kriterienkataloge 25
3.3.1 Rechtliche Grundlagen 25
3.3.2 Allergien 25
3.3.3 Asthma bronchiale 29
3.3.4 Neurodermitis 32
3.3.5 Diabetes Typ I 35
3.3.6 Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität 38
3.3.7 Epilepsien 42
4. Kinder mit Herz- und Krebserkrankungen 45
4.1 Allgemeine Indikatoren des Reiseverhaltens 45
4.1.1 Reisemotivation und Reisezeitpunkt 45
4.1.2 Der Zusammenhang zwischen Kindesalter und geeigneten Angebotsformen bzw. -inhalten 47
4.2 Besondere Indikatoren des Reiseverhaltens 49
4.3 Die Bildung von Anspruchsgruppen 51
4.4 Aussagelücken 54
4.5 Empirische Nachfrageuntersuchung 56
4.5.1 Nutzen und methodisches Vorgehen 56
4.5.2 Durchführung 57
4.5.3 Auswertung und Schlussfolgerungen 58
5. Ideenskizzen zur Angebotserweiterung 65
5.1 Erläuterung der Vorgehensweise 65
5.2 Ressourcenanalysen der Fallbeispiele 66
5.2.1 Das Familienhotel Hubertusbaude 66
5.2.2 Das KiEZ Querxenland 67
5.2.3 Der DKSB Radebeul 68
5.3 Vorschläge der Angebotserweiterung 69
5.3.1 Das Familienhotel Hubertusbaude 69
5.3.2 Das KiEZ Querxenland 73
5.3.3 Der DKSB Radebeul 79
5.4 Bemerkungen zur Umsetzung der Vorschläge und Ausblick 85
5.4.1 Das Familienhotel Hubertusbaude 85
5.4.2 Das KiEZ Querxenland 86
5.4.3 Der DKSB Radebeul 87
6. Fazit und abschließende Betrachtungen 88
Quellenverzeichnis VIII
Literaturverzeichnis XI
Anhangsverzeichnis XIII

Textprobe:

Kapitel 5, Ideenskizzen zur Angebotserweiterung:

Erläuterung der Vorgehensweise:

Die folgenden Analysen prüfen die Praxisrelevanz der gewonnenen Erkenntnisse. Ziel dabei ist es zunächst geeigneter Leistungsträger aus den Bereichen der klassischen Hotellerie, den speziellen Beherbergungseinrichtungen und der sog. Parahotellerie zu identifizieren.

Wichtigstes Auswahlkriterium bildete zunächst die besondere Kinder- und Familiefreundlichkeit der Einrichtungen. Die Eltern berücksichtigen in ihrem Rekreationswunsch in hohem Maße die Bedürfnisse des erkrankten Kindes. Kindgerechte Einrichtungen mit starken Qualitätsreferenzen verfügen deshalb über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Die Tourismusmarketinggesellschaft Sachsen (TMGS) führte 2006 die Qualitätsmarke ‘Familienurlaub in Sachsen’ ein. Die Zertifizierung mit bis zu fünf Familiensternen erhielten bislang 65 Beherbergungs- und Freizeiteinrichtungen, deren Angebote sich durch besondere Kinder- und Familienfreundlichkeit in Ausstattung und Sicherheit, sowie in Betreuung und Preisen auszeichnen. Die höchste Auszeichnung erhielten lediglich vier sächsische Beherbergungseinrichtungen. Zu ihnen gehört das Hotel ‘Hubertusbaude’ im Zittauer Gebirge, welches zudem Mitglied der Hotelkooperation Familotel ist.

Als Beispiel eines speziellen Beherbergungsbetriebs dient eines der insgesamt sechs Kinder- und Erholungszentren (KiEZ) in Sachsen. Das ‘Querxenland’ Seifhennersdorf befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hotel Hubertusbaude und wurde mit vier Familiensternen der TMGS zertifiziert. Die Erfolgspositionen des Erholungszentrums liegen dabei in der Spezialisierung auf Gruppenreisen und im Engagement hinsichtlich des barrierefreien Reisens liegen.

Ein dritter Leistungsträger entstammt dem Bereich der öffentlich-sozialen Träger. Der Deutsche Kinderschutzbund e.V. (DKSB) arbeitet als einer der größten Lobbyverbände zur Unterstützung benachteiligter Kinder und Familien in Deutschland. Er setzt sich für notwendige Veränderungen ein, ‘[.] damit Kinder die Werte und Fähigkeiten erwerben, um ihr Leben und die Zukunft der Gesellschaft aktiv zu gestalten’. Viele der lokalen Geschäftsstellen, wie bspw. der Ortsverband (OV) Radebeul, initiieren neben Freizeitangeboten auch Ferienprojekte für benachteiligte Kinder und Familien. Sie agieren damit als Leistungsträger der Parahotellerie.

Keine der drei ausgewählten Einrichtungen visiert in ihrer Marktposition gegenwärtig die Zielgruppe chronisch erkrankter Kinder an. Alle drei weisen jedoch Charakteristika auf, welche die Gestaltung der beschriebenen Angebote begünstigen. Es vereint sie zudem die starke Erlebnisorientierung der Angebote für Kinder.

Anhang 10 bietet eine Zusammenfassung und vergleichende Übersicht der Praxisbeispiele in SWOT-Analysen.

Ressourcenanalysen der Fallbeispiele:

Das Familienhotel Hubertusbaude:

Das im Zittauer Gebirge gelegene Hotel Hubertusbaude ist ein zweifach ausgezeichneter kinder- und familienfreundlicher Beherbergungsbetrieb, der bestrebt ist, in allen Leistungsbereichen den Bedürfnissen dieses Klientel nachzukommen. So bietet das Hotel bspw. Kinderfestpreise, kind- und babygerechte Ausstattung und Bewirtung, attraktive Angebote für junge Gäste innerhalb und außerhalb der Einrichtung, sowie umfangreiche Betreuung und Animation im Kidsclub. Zusätzliche Nebenleistungen fügen sich in diese Spezialisierung in Form von Wellnessangeboten für Eltern, bspw. Sauna, Massagen und Kosmetik. Tagungs- bzw. Konferenzräume, eine exklusive Gastronomie und die optionale Zubuchung von regionalen Angeboten runden das Leistungsspektrum ab. In der Kinderbetreuung stehen zwei Erzieherinnen in Vollzeit zur Verfügung. Die Wellnessanwendungen werden durch Outsourcing von Mitarbeitern eines Fachunternehmens durchgeführt.

Die genannten Einzelleistungen und Services wurden nach verschiedenen Ansprüchen, Themen und Jahreszeiten in 12 verschiedenen Pauschalen kombiniert.

Ebenso wie das Familienhotel setzt auch das natürliche und touristische Angebot im Zittauer Gebirge und Oberlausitzer Bergland Akzente im Bereich Familien- und Gesundheitsurlaub. Der regionale Schwerpunkt resultiert aus einer Synthese von familienorientierten und gesundheitsförderlichen Angebotskomplexen, in dem mehrere große Freizeit- und Wellnesseinrichtungen wirken, so bspw. der Trixipark Großschönau, die Sommerrodelbahn in Oberoderwitz und das Freizeit- und Eissportzentrum Jonsdorf. Ein reizarmes Klima und saubere Luft steigern den Erholungswert von Outdoor-Aktivitäten wie Klettern oder Wandern. Bereichert durch die erlebnisorientierte Note vieler Angebote, entwickelt die Region ein hohe Standortattraktivität für Familien mit Kindern.

Arbeit zitieren:
Genge, Kristin April 2007: Anforderungen an Ferienangebote für chronisch kranke Kinder und Darstellung von Möglichkeiten der Angebotsentwicklung bei geeigneten Leistungsträgern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tourismus, Gesundheit, Herzerkrankung, Krebs, Ferienangebot

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