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Anciennitätsheuristik - Ist das Ältere das Bessere?

Eine prozessorientierte Untersuchung anhand rivalisierender Cues

Anciennitätsheuristik - Ist das Ältere das Bessere?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ingrid Manthei
  • Abgabedatum: Dezember 2008
  • Umfang: 223 Seiten
  • Dateigröße: 2,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • Bibliografie: ca. 135
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3461-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Manthei, Ingrid Dezember 2008: Anciennitätsheuristik - Ist das Ältere das Bessere?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Heuristik, Bauchentscheidung, Faustregel, Entscheidung, Mouselab

Diplomarbeit von Ingrid Manthei

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zur psychologischen Entscheidungsforschung, indem das Ausmaß der Verwendung der Anciennitätsheuristik (AH), die auch Seniority-Heuristic (SH) genannt wird, abhängig vom Alter empirisch untersucht wird.

Die Vorstellung eines rational handelnden Individuum sowie das ökonomische Modell des Homo Oeconomicus werden von KritikerInnen als unzureichend angesehen, um menschliches Entscheidungsverhalten zu beschreiben. Der Mensch führt keine komplizierten Rechenaufgaben in der Suche nach einer Entscheidung durch, noch stehen ihm unbegrenzte Ressourcen von Zeit, Wissen und Verarbeitungskapazität zur Verfügung.

Es sind vielmehr die einfachen und schnellen Heuristiken, die den menschlichen Entscheidungsprozess in unsicheren Umwelten treffend zu beschreiben scheinen und den Optimierungsmodellen den Kampf ansagen. Heuristiken basieren auf dem Postulat der begrenzten Rationalität sowie der Satisficingregel von Simon.

Vitouch ist der Begründer der AH, die ebenfalls auf dem Konzept von Simon aufbaut. Die AH ist eine Entscheidungsregel, die die Präferenz für das Ältere beinhaltet (z. B. das Gründungsjahr einer Institution) und in Situationen der Unsicherheit Anwendung findet. Vitouch postuliert, dass die AH besonders häufig verwendet wird, wenn mit Informationen über das Alter (Gründungsjahr) von unbekannten Optionen der Eindruck des Sich-Bewährt-Habens verbunden ist (Standing the Test of Time).

In der vorliegenden Studie wird untersucht, ob ältere Menschen (45–60 Jahre) eher dazu tendieren Informationen über die Anciennität einer Institution im Entscheidungsprozess zu verwenden, als jüngere Menschen (20–35 Jahre). Die vorgeschlagene Prominenz von Altershinweisen wird erörtert, indem die entsprechende Verwendungshäufigkeit des Gründungsjahres (Seniority-Cue) mit der von weiteren, rivalisierenden und validen Cues verglichen wird. In einem intuitiven Wissensspiel werden den TeilnehmerInnen (N = 160) 136 Entscheidungsaufgaben aus vier Wissensdomänen vorgelegt. Die Verwendung bestimmter Cues wird mit Hilfe des Mouselab (ML), einer prozessorientierten Methode, erfasst. Die Aufgabe besteht darin zu schätzen, welche von zwei Domänen den höheren Wert auf einem Kriterium hat. Die Namen der Domänen sind in kyrillischer Schrift dargeboten, um Effekte der Wiedererkennung (Rekognitionsheuristik) auszuschließen. Nach dem intuitiven Wissensspiel folgt ein Online-Fragebogen (OFB), der zusätzlich Rückschlüsse darüber geben soll, welche Hinweise bei der Entscheidungsfindung als besonders hilfreich bzw. nicht hilfreich empfunden wurden.

Die Ergebnisse bestätigen die Hypothese, dass ältere Personen das Gründungsjahr zur Entscheidungsfindung effektiv häufiger verwenden als jüngere Personen. Zudem stellt sich das Gründungsjahr als domänenunabhängiger Hinweis dar. Somit wird der Seniority-Cue von Vitouch zurecht als Universal-Cue bezeichnet. Im Vergleich mit den anderen Hinweisen wird der Seniority-Cue weniger oft zur Entscheidungshilfe herangezogen. Vergleicht man die Häufigkeit wie oft ein Hinweis im ML gewählt wurde mit seiner anschließenden Bewertung im OFB, zeigen sich keine ausgeprägten Zusammenhänge.

Abstract The present work offers a contribution to human decision-making with the use of Seniority Heuristic (SH), also called Anciennitätsheuristik (AH), on the basis of a process oriented investigation method.

The conception of rational decision making models and the economic model of the homo oeconimicus are being criticized for their inability to explain human decision making in the real world. The idea that people are making decisions in an uncertain environment on having all information available, having endless time and cognition ressources, and having a more sophisticated algorithm becomes less important. However, there is a currently change in research of decision making. Fast and frugal heuristics are the more effective and realistic concepts as the optimizing models to analyse and understand human decision behavior. Heuristics are decision rules based on the concept of satisficing strategies and on the postulate of bounded rationality, designed by the economist Simon.

Vitouch is the originator of the SH, which is also based on the model of bounded rationality. This decision-rule describes the idea of priority of age (seniority) in a decision process. A person favours the older option in making a decision under uncertainty, because the older one is the better. Vitouch postulates that the SH works effectively if the founding year (seniority-cue) of an unknown option gives the impression that the option or the organisation is the better one, because of its older founding year (standing the test of time). This study analyses the hypothesis whether older people (age 45–60) tend to use information of the founding year in a decision-process more often than younger ones (age 20–35). The use of the founding year will be compared to the use of different valid and competing cues.

In an intuitive knowledge game 136 decision problems were presented to the probands (N = 160). These passes includes four domains. The application of certain cues has been recorded with the mouselab design (ML). This method is often used in decision theory, because it makes it possible to record precisly the decision process. The probands´ task was to assume, which of two options has the higher value on a criterium. The titels of the domains were presented in cyrillic lettering. This was necessary to eliminate recognition effects (recognition heuristic). After the intuitive knowledge game the probands have to complete an online questionnaire (OFB). This OFB provides results about the importance of the chosen cues in the game.

The results support the hypotheses that older people are using the seniority-cue more often in the decision process than younger ones. A further insight shows that the seniority-cue is independent of domains. Therefore Vitouch´s assumption that the seniority-cue is an universal-cue insofar as it allows a person to make a fast and efficient choice and inferences is evidenced. In contrast to the other cues, the founding year is used fewer times. A comparison between evaluation of the cues in the game and in the OFB shows no pronounced coherence.

Inhaltsverzeichnis:

1. Persönlicher Zugang 1
2. Zusammenfassung / Abstract 2
2.1 Zusammenfassung 2
2.2 Abstract 3
3. Einleitung 5
3.1 Herleitung des Themas 5
3.2 Überblick über die vorliegende Diplomarbeit 8
THEORETISCHER TEIL 12
4. Grundlegende Konzepte der Entscheidungsforschung 12
4.1 Definition des Begriffs Entscheidung 12
4.2 Module einer Entscheidungssituation 13
4.2.1 Handlungsoptionen und ihre Charakterisierung 14
4.2.2 Ziele und Präferenzen 15
4.2.3 Umwelteinflüsse und Konsequenzen 17
4.3 Theorien zur Entscheidungsforschung 21
5. Entstehungsgeschichte der Entscheidungsforschung 23
5.1 Beiträge aus der Philosophie und der Mathematik 23
5.2 Rationalitätskonzepte 31
5.2.1 Homo Oeconomicus 31
5.2.2 Bounded Rationality 34
6. Entscheidungsregeln und Suchmuster 39
6.1 Kompensatorische Entscheidungsregeln 40
6.2 Nicht-kompensatorische Entscheidungsregeln 42
7. Heuristiken 45
7.1 Schnelle und einfache Heuristiken 47
7.1.1 Rekognitionsheuristik 52
7.1.1.1 Weniger-ist-mehr-Effekt 57
7.1.1.2 Studien zur Rekognitionsheuristik 59
7.2 Heuristiken aus dem adaptiven Werkzeugkasten im Überblick 61
7.3 Anciennitätsheuristik bzw. Seniority Heuristic 66
7.3.1 Alltagsnahe Domänen der Anciennität 71
7.3.1.1 Der Senat 71
7.3.1.2 Erbfolgeordnungen 72
7.3.1.3 Unternehmen und Hersteller 73
7.3.1.4 Universitäten 77
7.3.2 Aktueller Forschungsstand der Anciennitätsheuristik 80
7.4 Zusammenfassung 83
8. Methodologische Zugänge in derEntscheidungsforschung 84
8.1 Der strukturorientierte Zugang 84
8.2 Der prozessorientierte Zugang 85
8.3 Prozessorientierte Untersuchungsmethoden 88
8.3.1 Die Informationstafel 89
8.3.2 Das Mouselab 91
8.3.3 Das verbale Protokoll 93
8.3.4 Die Methode der Blickaufzeichnungen 95
8.3.5 Untersuchungen anhand der prozessorientierten Methoden 96
8.3.6 Informationsbeschaffung und kognitiver Aufwand 100
8.4 Zusammenfassung 104
EMPIRISCHER TEIL 106
9. Methodenwahl und empirische Fragestellungen 106
9.1 Forschungsmethoden 106
9.2 Explikation der Fragestellung und Hypothesen 109
9.2.1 Herleitung der Fragestellungen 109
9.2.2 Hypothesenbildung 110
10. Versuchsmaterial und -aufbau 117
10.1 Inferenzentscheidungen 118
10.2 Erstellung der Domänen 119
10.2.1 Domäne russische Universitäten 120
10.2.2 Domäne russische Aktiengesellschaften 120
10.2.3 Domäne russische Wodkahersteller 121
10.2.4 Domäne russische Rechtsanwaltskanzleien 122
10.3 Auswahl der Cues 124
10.4 Erstellung der Cue-Werte 126
10.5 Versuchsplan 131
10.6 Abhängige und Unabhängige Variablen 133
10.7 Kontrolle der Störvariablen 134
10.8 Pilottestung 137
10.8.1 Durchführung der Pilottestung 138
10.8.2 Adaptierung 138
11. Ergebnisse 142
11.1 Stichprobe 142
11.1.1 Rekrutierung 142
11.1.2 Demographische Stichprobenbeschreibung 144
11.2 Deskriptiver Datenüberblick 145
11.3 Unterschiede in der Informationssuche in den einzelnen Domänen 148
11.3.1 Hypothesenprüfung der aufgedeckten Informationen 150
11.3.2 Zusammenfassung der Anzahl der aufgedeckten Cues auf der Domänenebene 155
11.4 Wahl der älteren Option 156
11.4.1 Inferenzstatistische Prüfung der Hypothesen 159
11.4.2 Zusammenfassend die Ergebnisse bei der Wahl der älteren Option 162
11.5 Datenauswertung auf der Cueebene 162
11.5.1 Inferenzstatistische Prüfung der Hypothesen auf der Cueebene 165
11.5.2 Zusammenfassung der Ergebnisse auf der Cueebene 171
11.6 Bewertung der Cues nach ihrer Wichtigkeit 172
11.7 Wahl des Seniority-Cue bei Wahl der älteren Option 178
11.8 Analyse und Interpretation 184
12. Diskussion und offene Fragen 187
V. Resumee VII
VI. Literatur IX
VII. Abbildungsverzeichnis XVIII
VIII. Anhang XX

Textprobe:

Kapitel 4, Methodologische Zugänge in der Entscheidungsforschung:

Autoren wie Svenson oder Harte und Koele teilen methodologische Zugänge in der psychologischen Entscheidungsforschung in einen strukturorientierten (‘structural modelling’ und in einen prozessorientierten (‘process tracing’) Ansatz ein. Beide Zugänge haben die psychologische Entscheidungsforschung in den letzten 40 Jahren bedeutend geprägt.

Der strukturorientierte Zugang:

Zuerst hat sich die psychologische Entscheidungsforschung hauptsächlich am Entwurf der subjektiven Wahrscheinlichkeit orientiert. WissenschaftlerInnen erhoben dazu numerische Wahrscheinlichkeitsurteile, die dann anhand der Axiome der Wahrscheinlichkeitstheorie geprüft wurden.

Dieser Zugang wird in der psychologischen Entscheidungsforschung auch als struktur-orientierter Zugang definiert, da der Fokus primär auf das Ergebnis einer Entscheidung gelegt wird. Input- und Output-Variablen werden aktiv manipuliert und können mit Hilfe statistischer Modelle menschliches Entscheidungsverhalten prognostizieren. Svenson definiert diesen Zugang folgend:

(...) a structural research approach relates choices and ratings to input variables (e.g., the maximum amount that can be gained, the variability across alternatives in gains and/or probabilities). Psychological intervening variables are derived from psychological theory and behavioral patterns in decision tasks. However, no attempts are made in strucutral approaches to assess the psychological process at different stages from problem presentation to final decision.

Hier sind die normativen und präskriptiven Entscheidungstheorien sowie die SEU-Theorie und der Homo Oeconomicus einzureihen. Modelle, die im strukturorientierten Zugang verwendet werden, sind die algebraischen Modelle ‘additive or nonadditive’ (additive oder nicht-additive) und ‘linear or nonlinear’ (lineare und nicht-lineare Modell).

Svenson führt an, dass im strukturorientierten Ansatz der Prozess einer Entscheidung noch weitgehend ignoriert wird. Seiner Meinung nach erfordert eine Entscheidung mehr Aufmerksamkeit als nur für den Moment, in dem die Wahl erfolgt, um eine Vorhersage einer bestimmte Präferenz zu ermöglichen. Im nächsten Kapitel werden AutorInnen angeführt, die nicht nur das Ergebnis, sondern den Entscheidungsprozess, wie es zu einer Entscheidung kommt, untersuchen.

Der prozessorientierte Zugang:

Für Svenson kann eine Entscheidung nicht mit der Beschreibung des finalen Ergebnisses abgeschlossen sein, weil eine Entscheidung von Emotionen, Wahrnehmungen und und weitere kognitiven Fähigkeiten beeinflusst wird. Um Einflüsse und das Zustandekommen einer Entscheidung besser zur verstehen, wird die Entscheidung als Prozess verstanden und in verschiedene Phasen eingeteilt. Nach Adam beinhaltet der Entscheidungsprozess eine (i) Anregungsphase, (ii) Suchphase, (iii) Entscheidungsfindungsphase und eine (iv) Durchsetzungsphase. Die Abgrenzungen der einzelnen Phasen erklärt Heinen wie folgt:

(i) In der ersten Phase analysiert und bewertet der/die EntscheiderIn die Situation.

(ii) Die Suchphase beinhaltet das Suchen von adäquaten Informationen und ihren Konsequenzen sowie das Suchen nach Optionen oder Handlungen. Es werden dazu Informationen aus der Umwelt aufgenommen oder auf Erfahrung zurückgegriffen. In weiterer Folge werden Bewertungen vorgenommen.

(iii) In der nächsten Phase versucht der/die EntscheiderIn zwischen den Problemen und Variablen Zusammenhänge zu finden und eine optimale Entscheidung zu planen. Die Entscheidung wird vorbereitet.

(iv) Die letzte Phase ist der Vollzug der Entscheidung. Ab hier kann die Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden. Nach der Entscheidung beginnt die Phase, in welcher der/die EntscheiderIn Erfahrungen für die nächste Entscheidung gesammelt und/oder gelernt hat, wie er/sie sich in der nächsten ähnlichen Situation verhalten wird.

Nach Mag laufen die Phasen nicht unbedingt linear ab, sondern sie können öfters durchlaufen werden. Der Entscheidungsprozess kann von vorne beginnen, wenn die Person z.B. einen Sachverhalt falsch interpretiert hat oder neue Informationen zur Verfügung stehen.

Payne und Svenson sehen einen Entscheidungsprozess differenzierter, da mit der Wahl einer Option der Prozess nicht abgeschlossen ist. Die Autoren kontrastieren den Entscheidungsprozess in einen Pre- und Post-Decision Process oder Phase (Vor- und Danach-Phase). In der Phase vor der Entscheidung sind für die Forschung Fragen wie ‘werden Handlungsoptionen generiert, wie wird das Problem kognitiv strukturiert, welches Wissen wird herangezogen?’ relevant. Die der Phase nach der Entscheidung analysieren WissenschaftlerInnen, wie gut der/die EntscheiderIn die Entscheidung erinnert, wie er/sie die Informationen aufgenommen hat, oder wie die Entscheidung im Nachhinein bewertet wird.

Nach Svenson sind nicht nur die verfügbaren Informationen, die vor einer Wahl gesammelt werden, für die Entscheidungsforschung essentiell. Der Prozess nach einer Wahl ist ebenfalls von Bedeutung. Die Post-Phase bei einer Entscheidung gibt nach Svenson und Benthorn über die Qualität der bereits gemachten Entscheidung Aufschluss und zeigt, welche Erfahrungen der/die EntscheiderIn aus dieser Wahl für zukünftige Entscheidungen ableiten kann.

Svenson schlägt die ‘Differentiation and Consolidation Theory’ vor,welche die Phasen nicht nur getrennt untersucht, sondern deren Ergebnisse in Zusammenhang bringt:

Differentiation and Consolidation Theory explicitly links pre- and post-decision processes and considers pre-decision processes as a preparation for the post-decision future.

Svenson und Benthorn zeigen, wie sich die Attraktivität eines Produktes für den/die EntscheiderIn während des Prozesses und nach einer Entscheidung ändern kann. Sie gaben TeilnehmerInnen eine Option mit jeweils vier Attributen vor, welche die TeilnehmerInnen während des Prozesses und anschließend (nach fünf Minuten oder nach einer Woche) anhand einer Ratingskala bewerten mussten. Fünf Minuten nach einer Entscheidung wurden keine signifikanten Veränderungen in der Bewertung wahrgenommen. Eine Woche später zeigten sich Unterschiede, indem gute und schlechte Attribute verstärkt bewertet wurden: die guten Attribute fielen in der Bewertung nach einer Woche noch besser aus als bei der Entscheidung und die schlechten noch schlechter. Dieses Ergebnis entspricht der Dissonanze-Theorie von Festinger und zeigt ein konträres Bild zur Self-Perception Theory von Bem. Nach dieser Theorie sind sich Menschen nicht über ihre Grundeinstellungen und Bewertungen bewusst, und der Mensch erinnert sich eher an zweideutige oder labile Merkmale. Die Studie beweist, wie bedeutend die Post-Phase in der Entscheidungsforschung ist, da sich die Wichtigkeit eines Attributes während und nach einer Entscheidung ändern kann.

Anhand der Phasen hat sich der Fokus erweitert, indem eine Entscheidung betrachtet wird. Im Kontrast zum strukturorientierten Ansatz stehen hier der kognitive Prozess sowie die Informationssuche während des Entscheidungsprozesses im Mittelpunkt.

Für AutorInnen dieses Zuganges ist der Mensch ein ‘information processor with limited capabilities which, in turn, could explain the deviations form theoretical expectations’ und basiert auf den Annahmen der begrenzten Rationalität von Simon.

In den Jahren um 1980 beklagten die Autoren Slovic, Fischhoff und Lichtenstein noch den Mangel an Studien, in denen der Entscheidungsprozess untersucht wird. Mittlerweile gibt es viele Methoden, mit deren Hilfe die kognitiven Prozesse in einer Entscheidung analysiert werden können. Im nächsten Kapitel werden die prozessorientierten Methoden näher beleuchtet.

Arbeit zitieren:
Manthei, Ingrid Dezember 2008: Anciennitätsheuristik - Ist das Ältere das Bessere?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Heuristik, Bauchentscheidung, Faustregel, Entscheidung, Mouselab

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