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Analysen zu den Strukturanpassungsprogrammen von IWF und Weltbank

Analysen zu den Strukturanpassungsprogrammen von IWF und Weltbank
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Daniel Walth
  • Abgabedatum: Oktober 2005
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 510,0 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9332-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9332-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9332-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Walth, Daniel Oktober 2005: Analysen zu den Strukturanpassungsprogrammen von IWF und Weltbank, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konsens von Washington, Finanzkrise, Ostasienkrise, PRSP, Argentinienkrise

Staatsexamensarbeit von Daniel Walth

Einleitung:

Der Internationale Währungsfond sowie die Weltbank, die seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts eng zusammen arbeiten, sahen sich vor allem im Rahmen der Ostasienkrise der Jahre 1997 und 1998 mit einer massiven internationalen Beanstandung ihrer Tätigkeiten konfrontiert. Laut Kritikern wie Joseph Stiglitz, Jörg Huffschmid und anderen haben diese Institutionen nicht nur an der Entstehung der Krise mitgewirkt, sondern durch die Strukturanpassung während der Krise die Lage für die betroffenen Länder verschlechtert und damit zugleich der gesamten Weltwirtschaft geschadet.

Da selbst der Internationale Währungsfond mittlerweile anerkannt hat, dass einige seiner wirtschaftspolitischen Diktate während der Krise ihr Ziel verfehlt haben und eine übereilte Liberalisierung und Deregulierung von Kapital- und Finanzmärkten ernste Gefahren bergen, macht es Sinn, die kritische Perspektive zu Verfolgen und diese bei der Analyse der Strukturanpassungsprogramme in Ostasien in den Mittelpunkt zu rücken. Damit man die Probleme im Kontext der Strukturanpassungsprogramme auch tatsächlich heraus arbeiten kann, ist es notwendig, die Ursachen der Ostasienkrise zu beleuchten. Eine bloße Analyse der Strukturanpassung könnte nicht hinreichend erklären, wieso bestimmte Fehler während der Krise gemacht wurden.

Diese Erkenntnis soll sich im Verlauf der Arbeit entwickeln. Es geht also um die Frage, inwiefern die wirtschaftspolitische Praxis der beiden Institutionen den Krisenländern in ihrer ökonomischen und sozialen Entwicklung vor und während der Krise geholfen oder geschadet hat.

Das zweite Kapitel gibt Auskunft über die Entstehungsgeschichte des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Dabei geht es im wesentlichen um den Wandel der Ideologie und der Tätigkeitsbereiche, um den strukturellen Aufbau dieser Institutionen und ihre Symbiose im Laufe der Zeit. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem „Konsens von Washington“ und folglich mit dem Aufbau der Strukturanpassungsprogramme bzw. deren allgemeine Wirkungen für eine Volkswirtschaft.

Da die Ostasienkrise sehr häufig als Finanzkrise definiert wird, offenbart das vierte Kapitel die Gründe für Finanzkrisen der jüngeren Geschichte und zeigt deren Gemeinsamkeiten auf. Im fünften Kapitel werden die Wirkungsweisen des ideologischen Wandels, der Ursachen für jüngere Finanzkrisen und der Strukturanpassungsprogramme auf Ostasien projiziert.

Es soll zum einen gezeigt werden, inwiefern der Internationale Währungsfond und die Weltbank die Krise mit zu verantworten haben, zur Verschärfung derselben beitrugen und welche ökonomischen und sozialen Konsequenzen durch die von ihnen betriebene Politik für die betroffenen Länder und die Weltwirtschaft dadurch entstanden. Zum anderen sollen die Beweggründe für die vollzogene Wirtschaftspolitik erarbeitet werden. Abschließend werden alternative Konzepte bezüglich der Strukturanpassungsprogramme dargestellt, die in bestimmten Ländern Ostasiens angewendet wurden.

Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, ob der Internationale Währungsfond und die Weltbank aus den Ereignissen im Rahmen der Ostasienkrise gelernt haben. Zunächst soll dies am Beispiel der Strukturanpassungsprogramme des Jahres 1998 in Ostasien erfolgen. Anschließend wird auf die Milleniums Deklaration der Vereinten Nationen und die neuen Strukturanpassungsprogramme, die seit der Ostasienkrise „Programme zur Förderung des Wachstums und zur Verminderung der Armut” genannt werden, verwiesen. Damit man sich ein Bild über den scheinbaren wirtschaftspolitischen Wandel nach der Ostasienkrise machen kann, wird dann das Krisenmanagment des Internationalen Währungsfond und der Weltbank anhand der Argentinienkrise untersucht.

Das siebte Kapitel beinhaltet Reformvorschläge, die sich auf eine geeignetere Integration der Entwicklungsländer in die internationalen Kapital- und Finanzmärkte bezieht und zugleich einen Vorschlag für eine sinnvolle Reformierung des Internationalen Währungsfond liefert.

Das letzte Kapitel setzt sich noch einmal kritisch mit den Erfahrungen der Ostasien- und Argentinienkrise auseinander.

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort 1
2. Die Entwicklungsgeschichte des IWF und der Weltbank: Gründung, Aufgaben, Ziele und weltpolitische Bedeutung 3
2.1 Der wirtschaftspolitische Rahmen sowie die Tätigkeitsfelder von IWF und Weltbank im Wandel 7
2.2 Die „Symbiose“ von IWF und Weltbank 9
3. Der Konsens von Washington- die Strukturanpassungsprogramme 11
3.1 Das Konzept der Strukturanpassungsprogramme 12
4. Die Deregulierung sowie Liberalisierung als Motor für Finanzkrisen?! 14
4.1 Die Entstehung der internationalen Finanzmärkte in ihrer heutigen Form 15
4.2 Die Ursachen für Finanzkrisen in einem neoliberalen Kontext 16
4.2.1 Die Vergabe von Krediten 17
4.2.2 Die Hochkonjunktur als Ursache für Finanzkrisen 19
4.2.3 Mangelnde Investitionen und sinkende Gesamtnachfrage 21
5. Die Ostasienkrise- Der IWF als Ursache und Motor der Krise?! 23
5.1 Die ökonomische Lage in den Ländern Ostasiens vor dem massiven wirtschaftspolitischen Einfluss des IWF 23
5.2 Die Vorläufer der Krise- makroökonomische Schwächen oder wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen durch den IWF? 26
5.2.1 Über die Notwendigkeit von Liberalisierung bzw. Deregulierung der Finanz- und Kapitalmärkte vor der Krise in den betroffenen Ländern Ostasiens 28
5.3 1997 bis 1998- Wirtschaftskrise in Ostasien 31
5.3.1 Ein Überblick bezüglich der Ereignisse 31
5.3.2 Der Ablauf der Krise im Rahmen der Liberalisierung bzw. Deregulierung der Finanz- und Kapitalmärkte in Ostasien 35
5.3.3 Die Krise spitzt sich zu 39
5.3.4 Der IWF als Retter in der Not?! 43
5.3.5 Die Aktivitäten des IWF vor und während der Ostasienkrise- kurze Zusammenfassung der Vorläufer und eine genaue Betrachtung der Auflagen des Jahres 1997 47
5.3.6 Beweggründe für die Wirtschaftspolitik des IWF 61
5.3.7 Die sozialen Konsequenzen der Wirtschaftskrise für Ostasien und mögliche Konsequenzen für die Zukunft Ostasiens und den Rest der Welt 66
5.4 Der andere Weg- Malaysia, die Volksrepublik China und teilweise Südkorea 71
5.5 Zwischenfazit 76
6. Hat der IWF aus seinen Fehlern gelernt? 77
6.1 Von den Strukturanpassungsprogrammen zu den Programmen zur Förderung des Wachstums und zur Verminderung der Armut 81
6.1.1 Die Argentinienkrise 84
7. Reformvorschläge bezogen auf den IWF und damit auf die Weltbank sowie die internationale Finanzarchitektur 89
8. Schlussbemerkungen 93
Literaturverzeichnis 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

ausgeglichene Staatshaushalte sowie über geringe Inflationsraten, lediglich die Unternehmen sahen sich mit hohen kurzfristigen Kreditbelastungen konfrontiert. Eine restriktive Fiskalpolitik, die im Grunde dazu dient die Inflation einzudämmen und das Haushaltsdefizit zu reduzieren, war in Ostasien also völlig fehl am Platz. Sie (Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen, usw.) führte lediglich dazu, dass die Länder, die nun von einer Rezession bedroht wurden, die ohnehin schwindende Nachfrage mit der sie zu kämpfen hatten und die Armut noch verstärkten.128Zudem bezog sich die Ausgabenkürzung neben den sozialen Leistungen zu weiten Teilen auf die geplanten Infrastrukturprojekte in den Ländern, obwohl die Verkehrsinfrastruktur oftmals gravierende Mängel aufwies (hierbei sei auf eine Überlastung der selbigen in Bangkok und Jakarta in der Vergangenheit [...]

Zusammenhänge werden in der Fachliteratur als „moral hazard“ klassifiziert. Zuletzt sollte noch darauf hingewiesen werden, dass die finanziellen Mittel, die im Kontext des „bail out“ bereitgestellt werden, an den jeweiligen Staat in Form von Krediten vergeben werden. Zum einen gerät der IWF damit in den Status eines Gläubigers und zum anderen werden diese Kredite, die die Zahlungsunfähigkeit der privaten Unternehmen verhindern oder zumindest mindern sollen, in öffentliche Schulden transformiert. Foglich müssen auch all diejenigen, die nicht an der Entstehung der privaten Schulden beteiligt waren, die Kosten tragen.126 Kommen wir nun zu den eigentlichen Strukturanpassungselementen. Der IWF machte zunächst den entscheiden(den Fehler, seine Konzepte zur Krisenbewältigung nicht länderoder regionalspezifisch [...]

Strukturanpassung einverstanden erklärt. Das Problem das hierbei entsteht ist, konstituiert sich vor allem durch die riskante Kreditvergabe (siehe Kapitel 4), die im Vorfeld einer Krise begünstigt wird. Dadurch nämlich, dass der Kreditgeber davon ausgehen kann, dass der IWF durch finanzielle Hilfen in Zeiten einer Krise eine Art der Bürgschaft übernimmt, neigt er eher dazu unsichere Kredite zu vergeben und weniger dazu einen aktiven Beitrag zur Zahlungsfähigkeit seiner Schuldner zu leisten (diese könnten zum Beispiel eine Versicherung für den Fall der Zahlungsunfähigkeit abschließen). Auch der Kreditnehmer neigt so eher dazu, auf die riskanten Kreditangebote einzugehen. Folglich begünstigt die bail-out Strategie die Entstehung von PonziFinanzierungen und daran anlehnend Schwierigkeiten auf dem Produktionsund Finanzsektor einer Volkswirtschaft. Diese [...]

Arbeit zitieren:
Walth, Daniel Oktober 2005: Analysen zu den Strukturanpassungsprogrammen von IWF und Weltbank, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konsens von Washington, Finanzkrise, Ostasienkrise, PRSP, Argentinienkrise

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