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Analyse unscharfer Ansätze zur Bewertung strategischer Risiken im industriellen Bereich

Analyse unscharfer Ansätze zur Bewertung strategischer Risiken im industriellen Bereich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Peter Holrick
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 826,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Darmstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0249-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0249-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0249-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Holrick, Peter April 2003: Analyse unscharfer Ansätze zur Bewertung strategischer Risiken im industriellen Bereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Neuronale Netz, Fuzzy Logik, Risiko, Bewertung, Fuzzy Systeme

Diplomarbeit von Peter Holrick

Einleitung:

Eine Betrachtung zu Insolvenzen in Deutschland in den letzten Jahren führt zu folgenden Feststellungen. In den letzten zehn Jahren ist, bis auf 1999, die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen gestiegen, zuletzt auf 37700 in 2002. Der dadurch entstandene Gesamtschaden in diesen Jahren betrug jährlich 25-38 Milliarden Euro. Zusätzlich waren in den letzten sechs Jahren jährlich durchschnittlich über eine halbe Million Arbeitsplätze aufgrund von Insolvenzen negativ betroffen. Insgesamt wurden 1,3% aller Unternehmen 2002 insolvent. Dadurch hatten über 50% mittelständischer Unternehmen Forderungsverluste durch Kundeninsolvenzen. 2002 stieg in Europa in 14 von 17 Ländern die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr auf über 150000 an. In den USA ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 3,9% auf ca. 38500 zurück, während sie in Japan um 4,7% auf knapp 20000 anstieg.

Insolvenzen können auf die Verwirklichung von Risiken zurückgeführt werden, sodass die steigende Anzahl von Insolvenzen deutlich macht, dass sich jedes Unternehmen mit Risiken beschäftigen muss. Außerdem sorgen die zunehmende Globalisierung der Unternehmenstätigkeit und des Wettbewerbs, der Eintritt in das Informationszeitalter, die starke Technologisierung, die fortschreitende Dynamisierung und die wachsende Komplexität im Umfeld der Unternehmen für neue Herausforderungen, die mit erheblichen Risiken verbunden sind.

Die rechtzeitige Identifizierung und Einstufung, d. h. Bewertung eines Risikos ist notwendig, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten und so das Risiko einzudämmen. Das sichert die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens. Dabei verdienen besonders strategische Risiken wegen ihrer möglichen existenzgefährdenden Auswirkung eine erhöhte Beachtung.

Problemstellung:

Bestehende Bewertungsansätze für strategische Risiken sind mit Defiziten behaftet. Die Kombination des wirtschaftlichen Bereiches der Risikobewertung mit unscharfen Ansätzen aus dem technischen Bereich scheinen das Potential zu haben, einige dieser Defizite kompensieren zu können, weil die ausgewählten unscharfen Ansätze, Fuzzy Systeme, Neuronalen Netze und NeuroFuzzy Systeme, menschliches Verhalten nachbilden können. Fuzzy Systeme nutzen dabei Wissen über bekannte Zusammenhänge, während Neuronale Netze unbekannte Zusammenhänge nachahmen können. NeuroFuzzy Systeme können die Vorteile der beiden anderen unscharfen Ansätze verbinden. Daher sollen Kombinationsmöglichkeiten dieser beiden Bereiche in der vorliegenden Arbeit analysiert werden.

Erstes Ziel ist deshalb, unscharfe Ansätze für die strategische Risikobewertung bzw. zu deren Unterstützung zu identifizieren und auszuwählen. Zweitens müssen diese Ansätze genauer analysiert und potentielle Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der strategischen Risikobewertung gefunden werden. Drittens müssen die gefundenen Einsatzmöglichkeiten näher untersucht und darauf aufbauend beurteilt werden. Schließlich kann mit diesen Ergebnissen herausgefunden werden, ob sich der Einsatz unscharfer Ansätze bei der strategischen Risikobewertung lohnt.

Gang der Untersuchung:

Entsprechend dieser identifizierten Ziele ist die vorliegende Arbeit aufgebaut. Im zweiten Kapitel wird auf Risiko eingegangen. Dabei werden zuerst Grundlagen zu strategischen Risiken und zu ihrer Bewertung erarbeitet sowie der industrielle Bereich abgegrenzt, bevor relevante Bewertungsansätze für strategische Risiken vorgestellt werden. Diese werden schließlich an Hand von hergeleiteten Anforderungen an und Beurteilungskriterien für Bewertungsansätzen charakterisiert.

In Kapitel drei werden zuerst näher zu betrachtende unscharfe Ansätze ausgewählt, bevor deren Grundmethodik vorgestellt wird. Anschließend wird auf die Entwicklung von Systemen auf der Grundlage von den ausgewählten unscharfen Ansätzen eingegangen.

Im vierten Kapitel erfolgt eine Analyse der ausgewählten unscharfen Ansätze für den Bereich der strategischen Risikobewertung. Dazu werden Kombinationsmöglichkeiten zwischen den beschriebenen relevanten Bewertungsansätzen und den ausgewählten unscharfen Ansätzen betrachtet sowie auf sonstige Einsatzmöglichkeiten unscharfer Ansätze bei der strategischen Risikobewertung eingegangen. Schließlich werden die unscharfen Ansätze zur strategischen Risikobewertung beurteilt und mit den relevanten traditionellen Bewertungsansätzen verglichen.

Am Ende erfolgt eine Schlussbetrachtung zu der durchgeführten Analyse unscharfer Ansätze zur Bewertung strategischer Risiken im industriellen Bereich.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Risiko 3
2.1 Grundlagen 3
2.1.1 Begriff und rechtlicher Hintergrund 3
2.1.2 Strategische Risiken 8
2.1.3 Industrieller Bereich 11
2.1.4 Risikobewertung 12
2.2 Relevante Bewertungsansätze 16
2.3 Anforderungen an und Beurteilungskriterien für Bewertungsansätze 26
3. Unscharfe Ansätze 32
3.1 Auswahl unscharfer Ansätze 32
3.2 Grundmethodik 37
3.2.1 Fuzzy Systeme 37
3.2.2 Neuronale Netze 41
3.2.3 NeuroFuzzy 44
3.3 Systementwicklung 47
4. Risikobewertung mit unscharfen Ansätzen 52
4.1 Kombination mit relevanten Bewertungsansätzen 52
4.2 Sonstige Einsatzmöglichkeiten 61
4.3 Beurteilung 71
5. Schlussbetrachtung 78
6. Literaturverzeichnis 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

und privaten Dienstleistungen aufgeteilt.80 Im Bereich der industriellen Produktion wird im Gegensatz zur handwerklichen Produktion primär die Befriedigung einer prinzipiellen anonymen Nachfrage angestrebt. Weiterhin werden öfter wissenschaftliche Methoden benutzt, regelmäßig mehr Menschen beschäftigt und wegen der Anlagenintensität mehr Kapital benötigt sowie häufiger Maschinen als handwerkliche Arbeit eingesetzt.81 Industrielle Unternehmen setzen Lohnarbeit, Maschinen und Kapital ein und verarbeiten damit und mit Hilfe von physikalischen, chemischen und biologischen Verfahren Rohstoffe und Halbfabrikate zu Konsum- oder Produktionsgütern. Dabei konzentrieren sie sich im Rahmen der Spezialisierung und Arbeitsteilung auf verschiedene Gütermärkte.82 Eine andere Einteilung kann nach der Institution erfolgen, d. h. Unternehmen werden nach ihrem Wirtschaftszweig oder ihrer Branchenzugehörigkeit unterschieden.83 Für die zu untersuchende Institution sind alle Funktionen zu betrachten und deren Relevanz zu beurteilen, wobei die wichtigsten zuerst zu untersuchen sind. Bei Industriebetrieben steht die Produktion im Mittelpunkt, aber andere Bereiche, wie der Vertrieb, sind auch zu berücksichtigen. Im Endeffekt müssen alle Grundfunktionen der gewählten Institution behandelt werden. In dieser Arbeit werden typische Risiken industrieller Unternehmen betrachtet, was u. a. Banken und Versicherungsunternehmen explizit ausschließt. [...]

Einzelrisiken sind selten existenzgefährdend.73 Das Zusammenspiel vieler einzelner Risiken kann jedoch ein erhebliches Gefährdungspotential darstellen.74 Insbesondere können operative Risiken durch Zunahme ihrer Häufigkeit oder bei gleichzeitigem Auftreten zur Existenzgefährdung führen.75 Daher ist die Aggregation von Risiken unter Berücksichtigung ihrer Interdependenzen auch unter dem Konzept strategischer Risiken einzuordnen.76 Zusammenfassend soll in dieser Arbeit unter strategischen Risiken verstanden werden: • Risiken, die zur Verfehlung langfristiger, strategischer Ziele führen können und • Risiken sowie deren Aggregation, die für das Unternehmen existenzgefährdend sind oder werden könnten. Der gewählte Umfang macht deutlich, dass strategische Risiken überall in der Umwelt und im Unternehmen selbst, auch zwischen den einzelnen Bereichen, auftreten können. Einige Beispiele für das Entstehen bzw. Vorhandensein strategischer Risiken sind u. a. die Festlegung neuer Distributionskanäle, die Abhängigkeit von nur einem Großkunden oder nur einem Lieferanten und Veränderungen in den regulatorischen Rahmenbedingungen oder dem Konjunkturverlauf.77 Im industriellen Bereich entstehen strategische Risiken aber z. B. auch durch Investitionsentscheidungen oder die Entwicklung eines neuen Produktes, das evtl. nicht den gewünschten Erfolg bringt. Streik stellt ein weiteres Risiko dar, das auch zur Existenzgefährdung führen kann.78 Zudem kann der Zahlungsausfall durch Insolvenz mehrerer eigener Kunden zu einem strategischen Risiko werden. Eine genaue Zuordnung der identifizierten Risiken zum operativen oder strategischen Bereich bleibt schwierig, weil der Übergang des Zeithorizonts fließend ist. Jedoch sind strategische Risiken dadurch charakterisiert, dass noch weniger, vor allem quantitative, Information als bei operativen Risiken verfügbar ist.79 [...]

operative Risiken definiert werden. Operative Risiken entstehen durch mögliche Zielverfehlung in Zusammenhang mit operativer Planung. Operative Planung ist dabei kurzfristig orientiert und hat die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit betrieblicher Prozesse, des Gewinns und der Rentabilität als zentrale Zielgrößen.70 Diese indirekte Definition für strategische Risiken erscheint mangelhaft. Daher soll eine direkte Definition über den Begriff Strategie weiterhelfen. Um strategische Risiken identifizieren zu können, müssen erst strategische Ziele bestimmt werden. Strategische Ziele werden bei der Strategischen Planung festgelegt. Strategische Planung bedeutet, langfristige Unternehmensziele zu bestimmen, den Weg zu ihrer Erreichung zu beschreiben und die Beschaffung notwendiger Ressourcen zu planen, um das Ziel der Existenzsicherung des Unternehmens zu erreichen.71 Der Fokus strategischer Entscheidungen liegt auf Langfristigkeit und Existenzsicherung, sodass strategische Risiken entsprechend abzugrenzen sind. Sie umfassen alle Risiken, die sich langfristig auswirken und/oder das Potential besitzen, die Existenz des Unternehmens zu gefährden.72 Strategische Risiken können dazu führen, dass strategische Ziele verfehlt werden. [...]

Arbeit zitieren:
Holrick, Peter April 2003: Analyse unscharfer Ansätze zur Bewertung strategischer Risiken im industriellen Bereich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Neuronale Netz, Fuzzy Logik, Risiko, Bewertung, Fuzzy Systeme

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