Analyse der touristischen Vermarktung des Landschaftsparkes Duisburg-Nord mit Handlungsempfehlungen für eine verbesserte touristische Inwertsetzung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Julia Hafer
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 116 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Hochschule Harz (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9032-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9032-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9032-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hafer, Julia Juli 2005: Analyse der touristischen Vermarktung des Landschaftsparkes Duisburg-Nord mit Handlungsempfehlungen für eine verbesserte touristische Inwertsetzung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tourismus, Fremdenverkehr, Ruhrgebiet, Industriekultur, Marktforschung
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Diplomarbeit von Julia Hafer
Einleitung:
Dem Ruhrgebiet hängt immer noch das Image des staubigen, dreckigen Kohlenpotts an, der geprägt ist von Industriebrachen, Ruinen und verseuchten Flächen. Dass dieses Bild falsch ist, zeigen die diversen Projekte, in denen alte Industrieanlagen einer neuen Nutzung zugeführt wurden und dadurch die Attraktivität der Region maßgeblich gesteigert haben. Durch verschiedene Arten der Inwertsetzung, sei es als Museum, Landmarke, Landschaftspark, origineller Schauplatz kultureller Veranstaltungen oder neuer Standort für gewerbliche Einrichtungen, bekommen diese Relikte des Industriezeitalters eine neue Funktion und helfen, das Image dieser Region aufzuwerten.
Diese so genannte „Industriekultur“ ist mittlerweile auch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der Vermarktung des Ruhrgebietes als Tourismusdestination geworden. Keine andere Region ist so stark von der Industrie geprägt wie das Ruhrgebiet und bietet somit zahlreiche Ansatzpunkte für die Entdeckung durch Kultur- oder Industrietouristen sowie interessierte Ausflügler aus der Umgebung. So ist die Route der Industriekultur, die 46 Industriekultur-Schauplätze verbindet, ein Beispiel für die touristische Erschließung der Region durch eine Themenroute.
Die Vielfalt an industriekulturellen Einrichtungen bringt natürlich auch eine starke Konkurrenz mit sich. Die reine Existenz reicht dabei als Anreiz häufig nicht mehr aus. Denn der Trend im Reise- und Ausflugsverhalten geht weg vom bildungs- hin zum erlebnisorientierten Aufenthalt. Bedingt durch diesen wachsenden Anspruch der Besucher und Touristen an Qualität und Angebotsgestaltung touristischer Einrichtungen auf der einen Seite und starker Preissensibilität auf der anderen Seite, müssen auch Industriekulturdenkmäler diese Bedürfnisse berücksichtigen.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit soll herausfinden, welche Aktivitäten bzw. welche Aspekte die Attraktivität der Einrichtung erhöhen und somit die Bedürfnisse der Besucher und Touristen nachhaltig befriedigen. Das Untersuchungsobjekt wird der Landschaftspark Duisburg-Nord sein, der als herausragendes Beispiel einer gelungenen Nachnutzung gilt. Seine Vermarktungsaktivitäten werden analysiert und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die touristische Inwertsetzung noch verbessert und somit eine nachhaltige Ansprache der Zielgruppe erreicht werden könnte.
Das zweite Kapitel beginnt mit einer kurzen Darstellung des Ruhrgebietes und seiner Geschichte und klärt, inwieweit der Strukturwandel der Anlass für die jetzige Situation in der Region ist. Im Anschluss daran wird der Landschaftspark Duisburg-Nord als Untersuchungsobjekt vorgestellt und seine Entstehungsgeschichte näher erläutert.
Die theoretischen Grundlagen zum Tourismus werden in Kapitel drei vermittelt. Dabei wird geklärt, welches die Alleinstellungsmerkmale des Ruhrgebietes sind und welche Tourismusformen sich auf dieser Basis herausgebildet haben. Es werden ebenfalls die Begrifflichkeiten erläutert, die Bestandteil der weiteren Vorgehensweise sind.
Kapitel vier beschäftigt sich mit der Situationsanalyse der Vermarktung des Landschaftsparks. Vorher sind jedoch die marketingtechnischen Besonderheiten der touristischen Vermarktung von kulturellen Einrichtungen zu klären, zu denen Industriekulturdenkmäler selbstverständlich auch zählen.
Die Situationsanalyse richtet sich im Wesentlichen nach dem Marketing-Management-Prozess und wendet die Analysen an, die auch zur Erstellung einer Marketingkonzeption durchgeführt werden. Mittels einer Betriebs-, einer Markt- und einer Umfeldanalyse werden Informationen gesammelt, die dann im Weiteren in die strategische Diagnose einfließen.
Im fünften Kapitel schließt sich eine empirische Analyse an, die als zweiter Teil der Situationsanalyse fungiert. Hier wird ein Bild von der momentanen Situation des Parks, insbesondere der Angebotsgestaltung und der Zufriedenheit aus Sicht der Besucher und Touristen gezeichnet. Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen behandelt, bevor im zweiten Teil die Datenerhebung in ihren konkreten Phasen dargestellt wird.
Das sechste Kapitel hat die Auswertung der Daten der empirischen Analyse zum Thema als auch die Zusammenfassung der Ergebnisse. In einer strategischen Diagnose werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken dargestellt und analysiert und aufgrund dieser Informationen werden Handlungsempfehlungen gegeben. Hier werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Vermarktung des Parks verbessert und das Angebot stärker an die Bedürfnisse der Besucher angepasst werden kann.
Das siebte Kapitel stellt eine kapitelübergreifende Schlussbetrachtung dar. Sie dient vor allem der kritischen Bewertung der Ergebnisse dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| TABELLENVERZEICHNIS | III | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 1 |
| 2. | DAS RUHRGEBIET UND DER LANDSCHAFTSPARK DUISBURG-NORD | 3 |
| 2.1 | Das Ruhrgebiet | 3 |
| 2.1.1 | Geschichtliche Entwicklung | 4 |
| 2.1.2 | Strukturwandel | 5 |
| 2.2 | Vorstellung des Landschaftspark Duisburg-Nord | 6 |
| 2.2.1 | Geschichtliche Entwicklung und touristische Inwertsetzung | 6 |
| 2.2.2 | Wesentliche Akteure | 8 |
| 3. | TOURISMUS IM RUHRGEBIET | 9 |
| 3.1 | Alleinstellungsmerkmale des Ruhrgebietes | 9 |
| 3.2 | Industriekultur | 10 |
| 3.2.1 | Definition und geschichtliche Entwicklung | 11 |
| 3.2.2 | Typisierung von industriekulturellen Institutionen | 12 |
| 3.2.3 | Chancen und Risiken | 13 |
| 3.3 | Kulturtourismus | 15 |
| 3.3.1 | Definition Kulturtourismus | 16 |
| 3.3.2 | Formen des Kulturtourismus | 17 |
| 3.4 | Industrietourismus | 18 |
| 3.4.1 | Definition und Eingliederung in den Kulturtourismus | 18 |
| 3.4.2 | Determinanten des Industrietourismus | 19 |
| 4. | SITUATIONSANALYSE DER VERMARKTUNG DES LANDSCHAFTSPARKES DUISBURG-NORD | 21 |
| 4.1 | Kulturmarketing | 21 |
| 4.1.1 | Begriff Kulturmarketing und Besonderheiten | 22 |
| 4.1.2 | Komponenten des Kulturmarketing | 24 |
| 4.2 | Spezifische Anforderungen an Kultureinrichtungen in der touristischen Vermarktung | 25 |
| 4.3 | Sekundäranalyse der Vermarktung des Landschaftsparks | 26 |
| 4.3.1 | Einordnung des Landschaftsparks in den Marketingkontext | 27 |
| 4.3.2 | Betriebsanalyse | 28 |
| 4.3.2.1 | Zielsetzung | 29 |
| 4.3.2.2 | Funktionsbereich "Naturschutz" | 30 |
| 4.3.2.3 | Funktionsbereich "Naherholung und Freizeit" | 30 |
| 4.3.2.4 | Funktionsbereich "Industriegeschichte und Tourismus" | 32 |
| 4.3.2.5 | Funktionsbereich "Veranstaltungen an einzigartigen Orten" | 34 |
| 4.3.2.6 | Funktionsbereich "Berufliche Qualifizierung und Arbeiten" | 36 |
| 4.3.3 | Marktanalyse | 36 |
| 4.3.3.1 | Marktabgrenzung | 37 |
| 4.3.3.2 | Analyse der touristischen Nachfragesituation | 38 |
| 4.3.3.3 | Analyse der touristischen Angebotssituation | 41 |
| 4.3.4 | Umfeldanalyse | 45 |
| 5. | EMPIRISCHE ANALYSE ZU MÖGLICHKEITEN EINER VERBESSERTEN TOURISTISCHEN INWERTSETZUNG | 50 |
| 5.1 | Allgemeines zur Marktforschung | 50 |
| 5.1.1 | Methoden der Datenerhebung | 50 |
| 5.1.1.1 | Primärdatenerhebung | 51 |
| 5.1.1.2 | Sekundärdatenerhebung | 52 |
| 5.1.2 | Auswahlverfahren | 52 |
| 5.1.2.1 | Zufallsauswahl | 53 |
| 5.1.2.2 | Bewusste Auswahl | 53 |
| 5.1.3 | Gütekriterien | 54 |
| 5.2 | Aufbau der empirischen Analyse | 54 |
| 5.2.1 | Zielfestlegung (Definitionsphase) | 54 |
| 5.2.2 | Bestimmung der Forschungsmethode (Designphase) | 55 |
| 5.2.2.1 | Wahl der Stichprobe | 56 |
| 5.2.2.2 | Thematischer Aufbau des Fragebogens | 57 |
| 5.2.3 | Durchführung der Datenerhebung (Erhebungsphase) | 59 |
| 6. | AUSWERTUNG UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER DATENERHEBUNG | 60 |
| 6.1 | Zusammenfassung und Strukturierung der Ergebnisse | 60 |
| 6.1.1 | Besucherbefragung im Landschaftspark Duisburg-Nord | 60 |
| 6.1.1.1 | Themenkomplex Besucherprofil | 60 |
| 6.1.1.2 | Themenkomplex Zufriedenheit | 64 |
| 6.1.1.3 | Themenkomplex Veranstaltungen | 66 |
| 6.1.1.4 | Themenkomplex Angebotserweiterung | 67 |
| 6.1.2 | Nichtbesucher-Befragung | 68 |
| 6.1.2.1 | Nichtbesucher-Profil | 68 |
| 6.1.2.2 | Ursachen für die Nicht-Wahrnehmung des Parks als Besuchsziel | 70 |
| 6.2 | Strategische Diagnose | 73 |
| 6.3 | Handlungsempfehlungen für den Marketing-Mix im Landschaftspark | 77 |
| 6.3.1 | Produktpolitik | 77 |
| 6.3.2 | Preispolitik | 79 |
| 6.3.3 | Distributionspolitik | 80 |
| 6.3.4 | Kommunikationspolitik | 81 |
| 6.3.5 | Servicepolitik - Personalpolitik, Ausstattungspolitik und Prozesspolitik | 85 |
| 7. | SCHLUSSBEMERKUNG UND AUSBLICK | 88 |
| STICHWORTVERZEICHNIS | 89 | |
| ANHANG | 90 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 101 |
Eine Unterscheidung ist hinsichtlich ihres Aufbaus bzw. ihres Angebotes zu treffen. So sind einige dieser Ziele reine Museumseinrichtungen wie zum Beispiel das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum oder das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg oder Panoramen der Industrielandschaft wie die Halden Rheinelbe oder die Schurrenbachhalde. Diese Einrichtungen sind zur weiteren Konkurrenz zum Landschaftspark zu zählen. Ihr Angebot ist zwar ähnlich (es hat als Basisthema die Industriekultur) aber es ist fraglich, ob sie als Substitut zum Landschaftspark fungieren können. Zur engeren Konkurrenz, mit gleichem Produkt für eine gleiche Zielgruppe, zählen hingegen Einrichtungen wie der Maximilianpark in Hamm und der Nordsternpark in Gelsenkirchen. Beide Attraktionen sind wie der Landschaftspark ehemalige Industrieanlagen, die erhalten und in einen Park integriert wurden und diverse Attraktionen bieten. Ihre Gestaltung vollzog sich im Rahmen einer Landes- bzw. Bundesgartenschau, was den Bekanntheitsgrad sehr gesteigert hat. Beide Parks verfügen über herausragende touristische Attraktionen wie den gläsernen Elefanten, der aus der ehemaligen Kohlenwäsche entstanden ist, als Wahrzeichen des Maximilianparks und eine der größten Märklin-Modelleisenbahnen der Welt, dem „Deutschland Express“, im Nordsternpark. Ferner besteht im Nordsternpark die Möglichkeit, mit dem Schiff andere Standorte der Route der Industriekultur zu besuchen und einen künstlichen Bergbaustollen zu besichtigen. Beide Parks sind ebenfalls Schauplätze für diverse kulturelle Veranstaltungen. Der Nordsternpark ist wie der Landschaftspark rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Der Maximilianpark hingegen hat bestimmte Öffnungszeiten und es wird ein Eintrittsgeld erhoben. In Bezug auf die touristische Nachfrage kann man sie als Konkurrenz für den Landschaftspark bezeichnen, obwohl sie nicht in direkter Nachbarschaft zueinander liegen. Ein Entscheidungskriterium für den Besucher wird einmal das touristische Umfeld des Parks sein und die Tatsache, ob er eher einen durch Landes- oder Bundesgartenschau gestalteten oder einen noch zum größten Teil ursprünglich erhaltenen Park besuchen möchte. Engere Konkurrenz ist auch die Henrichshütte in Hattingen, die ebenfalls ein ehemaliges Hüttenwerk und einer von acht Standorten des Westfälischen Industriemuseums ist. Sie ist nicht in eine Parklandschaft eingegliedert, bietet dafür aber im Museum Informationen zum „Weg des Eisens“ und verfügt über eine Schaugießerei zum Mitmachen. Touristische Attraktionen, die dem Landschaftspark fehlen. Allerdings ist die Bekanntheit der Henrichshütte weit geringer als die des Landschaftsparks, wie auch die untenstehende Tabelle deutlich macht, in der die Henrichshütte nicht unter den Top Ten vorkommt. [...]
positive Aspekte übernommen werden. Hauptschwierigkeiten bei Konkurrenzanalysen sind aber die richtigen Vergleichsobjekte zu finden, die eine ähnliche Kundenstruktur, ähnliche Lage und eine ähnliche touristische Angebotsstruktur haben.112 Wie dargestellt, wird das Ruhrgebiet vor allem als kulturelles Reiseziel wahrgenommen. Es gibt eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen im ganzen Ruhrgebiet, die von Hochkultur bis Alltagskultur eine immense Bandbreite an Angeboten zur Verfügung stellen. So werden in der Bewerbungsschrift „Essen für das Ruhrgebiet - Kulturhauptstadt Europas 2010“ allein vierzig Festivals aufgelistet, die in den verschiedensten Städten des Ruhrgebiets und teilweise auch Städte übergreifend, stattfinden.113 Viele dieser Veranstaltungen haben Weltruf, wie zum Beispiel die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen, das Klavierfestival Ruhr oder die Ruhrfestspiele Recklinghausen. Aufgrund dieser Dichte von Angeboten im Bereich Kulturfestivals, die zum Teil auch ähnliche Zielgruppen anvisieren, ist die Konkurrenz groß. Zusätzlich werden in der oben genannten Bewerbungsschrift auch 35 Theater, 8 Musiktheater, 32 Orchester und Konzerthäuser, 28 Kinder- und Jugendtheater, 30 Kleinkunstbühnen und mehr als 250 Museen aufgelistet, was beweist, dass das Ruhrgebiet über ein sehr dichtes Netz an kulturellen Angeboten verfügt. Dies zeigt aber auch, dass die Konkurrenz unter den kulturellen Anbietern dementsprechend hoch ist. Der Besucher oder Tourist hat somit die Qual der Wahl. Für die Kulturbetriebe ergibt sich daraus die Notwendigkeit, einzigartige Erlebnisse oder Merkmale zu schaffen, die den Besucher gerade zu ihrer Einrichtung oder Veranstaltung ziehen. Andererseits bewirbt sich das Ruhrgebiet als Region um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2010“, was beweist, dass die einzelnen Städte ihr Potential nicht gegeneinander ausspielen, sondern eine gemeinsame Angebotsvermarktung anstreben. Für den Bereich Industriegeschichte bzw. Industriekultur und Tourismus ist das Angebotsspektrum ebenfalls sehr groß. 46 industriekulturelle Anlagen, Arbeitersiedlungen, Museen oder Panoramen werden durch die „Route der Industriekultur“ verbunden. Dieser 400km lange Rundkurs soll einen umfassenden Überblick über die Geschichte liefern, die einzelnen Industriedenkmäler verbinden und dadurch touristisch erschließen. Der Besucher hat so die Möglichkeit, entweder die ganze Route abzufahren und die Einrichtungen zu besuchen oder er kann sich punktuell die für ihn interessantesten aussuchen. Somit stehen alle industriekulturellen Einrichtungen in direkter Konkurrenz zu einander um die Gunst des Besuchers, der das Thema Industriekultur zum Schwerpunkt seiner Reise oder seines Ausflugs macht. [...]
Heimatort, 15% kamen aus dem übrigen NRW, der Rest waren Fernbesucher.108 Auch wenn diese Zahlen aus einer Erhebung von 1995 stammen, zeigen auch die aktuelleren Daten des statistischen Landesamtes von 2004, dass der Anteil an ausländischen Besuchern bei den Gästeankünften und Gästeübernachtungen immer noch sehr gering ist. Über 80% der Tages- als auch Übernachtungsgäste, die NRW besuchen, kommen aus Deutschland, nur ca. 18% sind Ausländer. Bei den ausländischen Gästen liegt das Herkunftsland zu ca. 77% in Europa wobei die Quellgebiete vor allem die Niederlande, Großbritannien, Belgien, Frankreich und Italien sind.109 In absoluten Zahlen lag das Ruhrgebiet im ersten Halbjahr 2004 bei den Gästeankünften mit 1,04 Millionen Gästen an erster Stelle in Nordrhein-Westfalen. Leider lässt diese Zahl keine Aufschlüsselung der Besuchsmotive zu. So kann nicht festgestellt werden, ob der Aufenthalt im Ruhrgebiet aus geschäftlichen, kulturellen oder anderen Gründen stattfand. In Bezug auf ausländische Gäste konnte das Ruhrgebiet bei den Gästeankünften und auch Übernachtungen jeweils starke Zuwächse verzeichnen. Die Gästeankünfte ausländischer Gäste stieg um 15,2% gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um 19,9% und erreichte damit den höchsten Zuwachs in Nordrhein-Westfalen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Ruhrgebiet beträgt 2,0 Tage.110 Dies bedeutet, dass das Ruhrgebiet für Urlaubsreisen keine große Bedeutung hat. Von Urlaubsreisen wird gesprochen, wenn der vorübergehende Ortswechsel länger als 5 Tage dauert.111 Daraus kann gefolgert werden, dass das Ruhrgebiet vor allem als Ziel von Kurz- oder Städtereisen und Ausflügen gilt. Noch zu analysieren wäre die Nachfragesituation im Eventsektor, da Firmen dieser Branche ebenfalls ein relevantes Marktsegment darstellen. Es ist festzustellen, dass die Nachfrage in dieser Branche stetig steigt. Besonders ausgefallene, so genannte „special locations“ liegen im Trend und Agenturen und Firmen sind immer wieder auf der Suche nach neuen einzigartigen Veranstaltungsorten. Ein Plus besitzen die Veranstaltungsräume, die über eine gute Infrastruktur verfügen, sowohl im logistischen, als auch im technischen Bereich, möglichst authentisch sind und ein gewisses Flair besitzen. 4.3.3.3 Analyse der touristischen Konkurrenzsituation [...]
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Arbeit zitieren:
Hafer, Julia Juli 2005: Analyse der touristischen Vermarktung des Landschaftsparkes Duisburg-Nord mit Handlungsempfehlungen für eine verbesserte touristische Inwertsetzung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Tourismus, Fremdenverkehr, Ruhrgebiet, Industriekultur, Marktforschung



