Ist-Analyse und konzeptionelle Weiterentwicklung der Mitarbeiterführung im Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Universitätsklinika
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kalle Jung
- Abgabedatum: Juli 1999
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 519,7 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Ostdeutsche Hochschule für Berufstätige Studienzentrum Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4562-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4562-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4562-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jung, Kalle Juli 1999: Ist-Analyse und konzeptionelle Weiterentwicklung der Mitarbeiterführung im Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Universitätsklinika, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Universitätsklinikum, Personalmanagement, Mitarbeiterführung, Krankenhausmanagement, Personalentwicklung
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Diplomarbeit von Kalle Jung
Einleitung:
Mit dem Gesundheitsstrukturgesetz und der Abschaffung des Selbstkostendeckungsprinzips haben marktwirtschaftliche Elemente in die Krankenhäuser Einzug gehalten. Der wirtschaftliche Druck nimmt zu, die Konkurrenz unter den Krankenhäusern steigt. Zugleich steigt der Anteil chronisch Kranker und älterer Patienten. Krankenhäuser behandeln Patienten mit fortschreitender medizinischer Entwicklung sicherer und schneller; verbesserte Methoden und kürzere Verweildauer führen zu intensiverer Betreuung und kosten mehr Geld.
Unter diesem zweifachen Druck wird für die Krankenhäuser die Frage immer drängender: Wie lässt sich der Qualitätsstandard in der Krankenversorgung halten und ausbauen ohne einen weiteren Kostenschub? Das Krankenhaus gehört zu den personalintensiven Dienstleistungsunternehmen. Den Mitarbeitern kommt eine Schlüsselposition hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit der Krankenhäuser zu.
Das Personalmanagement ist als zentraler Erfolgsfaktor des Krankenhausmanagements momentan unterschätzt. Über den hohen Stellenwert hinaus, den Mitarbeiter in stark kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen generell haben, gewinnt der Personalaspekt in Krankenhäusern durch die der Krankenversorgung eigene enge Beziehung zwischen Mitarbeitern und Patienten zusätzlich an Bedeutung. Im Rahmen der Ist-Analyse der Mitarbeiterführung im Krankenhausmanagement wurden Entwicklungen und Defizite herausgearbeitet.
Im Rahmen der Diplomarbeit wurde eine Befragung an den bundesdeutschen Universitätsklinika durchgeführt mit dem Ziel, anhand operabler Indikatoren zu erheben, in welchem Umfang aktuelle Führungsmethoden und –konzepte Eingang in die Mitarbeiterführung finden. Befragt wurden mit der Fragebogentechnik die Leiter des Personalwesens, die Pflegedirektoren sowie die Personalratsvorsitzenden. Die schriftliche Befragung wurde durch halbstrukturierte Einzelinterviews vertieft. Der Rücklauf war erfreulich hoch.
Die in der Diplomarbeit herausgearbeiteten Lösungsansätze bewegen sich um die Themen - strategische Personalführung durch Formulierung von Führungsgrundsätzen oder Personalpolitiken und durch Implementierung von Personalentwicklungsstrategien.
- Abbau der berufsständischen Versäulung durch Stärkung der Personalführungskompetenz, Ausbau von Projekt- und Teamarbeit sowie am Prozess der Patientenversorgung orientierte Arbeitsorganisation.
- Entwicklung eines ganzheitlich und prozesshaft ausgerichteten Qualitätsmanagements nach dem EFQM-Modell.
Die Ausarbeitungen im Rahmen der Diplomarbeit führen abschließend zu der Überzeugung, dass diejenigen Krankenhäuser, denen es gelingt, Qualitätsmanagement als Organisations- und Personalentwicklungsinstrument zu nutzen, auf Dauer nicht nur über zufriedenere und motiviertere Mitarbeiter verfügen, sondern im sich verschärfenden Wettbewerb unter den Krankenhäusern langfristig auch die Nasen vorne haben werden.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | 2 | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 4 | |
| 1. | EINLEITUNG | 5 |
| 1.1 | Lage der Krankenhäuser | 5 |
| 1.2 | Bedeutung der Ressource Personal | 6 |
| 1.3 | Probleme der Personalführung im Krankenhaus | 6 |
| 1.4 | Spezielle Situation der Universitätsklinika | 7 |
| 1.5 | Eigenmotivation, Ziele und Methoden | 8 |
| 2. | STELLUNG DER MITARBEITERFÜHRUNG IM RAHMEN DER UNTERNEHMENSFÜHRUNG | 10 |
| 2.1 | Definition von Führung im Unternehmen | 10 |
| 2.2 | Ziele und Aufgaben des Management | 11 |
| 2.3 | Die vertikalen Führungsebenen | 12 |
| 2.4 | Horizontale Sicht der Führungsbereiche | 14 |
| 2.5 | Die ganzheitliche Sicht des St. Galler Management-Konzepts | 14 |
| 3. | ZIELE UND AUFGABEN DES KRANKENHAUSMANAGEMENT | 17 |
| 3.1 | Unternehmen Krankenhaus | 18 |
| 3.2 | Besonderheiten von Universitätsklinika | 21 |
| 3.3 | Aktuelle Problemfelder des Krankenhausmanagements | 23 |
| 3.4 | Personalführung als wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung | 26 |
| 3.5 | Wertewandel und Krankenhaus | 31 |
| 4. | PERSONALARBEIT UND PERSONALFÜHRUNG IN KRANKENHÄUSERN | 34 |
| 4.1 | Grundlagen der Personalführung | 36 |
| 4.1.1 | Motivation als zentrale Determinante der Mitarbeiterzufriedenheit | 36 |
| 4.1.2 | Führungsprinzipien | 39 |
| 4.1.3 | Führungsgrundsätze | 42 |
| 4.1.4 | Führungsstil | 43 |
| 4.2 | Werteorientierte Personalpolitik | 44 |
| 4.3 | Personalpolitik und strategische Ausrichtung | 45 |
| 4.4 | Hierarchische Strukturen und Macht im Krankenhaus | 47 |
| 4.5 | Berufsständische Barrieren | 49 |
| 4.6 | Ansätze zur Überwindung der berufsständischen Barrieren | 50 |
| 4.7 | Qualifikation der Führungskräfte | 52 |
| 5. | BEFRAGUNG ZU SPEZIELLEN PROBLEME DER PERSONALFÜHRUNG IN UNIVERSITÄTSKLINIKA | 55 |
| 5.1 | Inhalt, Umfang und Methode der Befragung | 56 |
| 5.2 | Organisations- und Personalentwicklung | 58 |
| 5.2.1 | Fort- und Weiterbildung | 60 |
| 5.2.2 | Stellenwert der Fort- und Weiterbildung in Universitätsklinika | 60 |
| 5.2.3 | Management by Objectives | 63 |
| 5.2.4 | Management by Objectives an den bundesdeutschen Universitätsklinika | 64 |
| 5.3 | Führungsgrundsätze im Rahmen der Krankenhauskultur | 66 |
| 5.4 | Einbettung der Personalführung in ein umfassendes Konzept des Qualitätsmanagements | 69 |
| 5.4.1 | Qualitätsmanagement im Krankenhaus - Ziele und Aufgaben | 69 |
| 5.4.2 | Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung im Krankenhaus | 70 |
| 5.4.3 | Mitarbeiterorientierung und Qualitätsmanagement im Krankenhaus | 71 |
| 5.4.4 | Das EFQM-Modell | 72 |
| 5.4.5 | EFQM und zentrale Elemente der Personalführung im Krankenhaus | 74 |
| 5.4.6 | Stand der Umsetzung in den Krankenhäusern, Ergebnisse der Befragung | 75 |
| 6. | FAZIT | 79 |
| 7. | ZUSAMMENFASSUNG IN THESEN UND AUSBLICK | 80 |
| ANLAGEN | 83 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 111 |
Die Erkenntnisse über das Fehlen von Führungs-Know-How im Krankenhausmanagement, insbesondere im ärztlichen Bereich, hat dazu geführt, dass zahlreiche betriebsinterne und betriebsübergreifende Weiterbildungsangebote entstanden sind.138 Mit Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen allein kann das Problem im ärztlichen Bereich aber auf Dauer nicht gelöst werden. So wird die Forderung erhoben, dass ein Fach Gesundheitsökonomie mit Elementen der Krankenhausbetriebslehre bereits in das humanmedizinische Studium integriert werden muss.139 Aufgrund des ökonomischen Drucks, unter dem Krankenhäuser momentan stehen, wird dabei der Vermittlung von stark ökonomisch geprägtem Wissen Priorität eingeräumt. Aufgrund der speziellen Situation der Krankenhäuser als stark patientenzentriertem Dienstleistungsbetrieb werden langfristig Führungsdefizite bestehen bleiben, wenn nicht zumindest gleichgewichtig Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeiterführung und sozialen Kompetenz in die Lehrpläne integriert werden. [...]
Die berufliche Qualifikation gilt insbesondere in Dienstleistungsunternehmen als zentraler Produktivitätsfaktor und wesentliche Determinante für die Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt in besonderem Maße für Führungskräfte. Als zentrales Element der Qualifikation kommt zur Fachkompetenz insbesondere die soziale und Führungskompetenz hinzu, da der Leistungsprozess im Krankenhaus aufgrund der Einbeziehung des Patienten als externem Produktionsfaktor weitgehend undeterminiert bleibt. Somit ergeben sich durch die Defizite in der Führungsqualifikation erhebliche Effizienzprobleme im Krankenhaus. Können diese Defizite im Pflegebereich, in der Verwaltung und vor allen Dingen im ärztlichen Bereich in einem überschaubaren Zeitrahmen nicht behoben werden, könnte dies dazu führen, dass das Krankenhausmanagement zunehmend stärker von Ökonomen dominiert wird.136 [...]
Zielrichtung der auf die Überwindung der berufsständischen Barrieren gerichteten Maßnahmen muss die Entwicklung eines gemeinsamen Grundverständnisses über Ziele und Aufgaben des Krankenhauses sein. Hierfür notwendig ist ein integratives Zusammenspiel von Personalarbeit und Gesamtmanagement. Eine Professionalisierung in diese Richtung meint sowohl den Aufbau der Personalabteilung als Fachabteilung für Systemgestaltung im Bereich der Humanressourcen, als auch die Qualifizierung der Führungskräfte in den Fachbereichen für ihre alltäglichen Führungsaufgaben. Orientierungspunkt muss dabei sein, die Abläufe im Krankenhaus patientenbezogen und nicht berufsgruppenbezogen zu strukturieren und festzulegen.133 Konkrete Maßnahmen zur Überwindung der Aufsplittung der Berufsgruppen sind Projekt- und Teamarbeit als typische Arbeitsformen zur Stärkung von Kooperation und Kommunikation. Darüber hinaus zu nennen sind Maßnahmen der Organisationsentwicklung sowie des Qualitätsmanagements, die im Verlaufe dieser Diplomarbeit noch näher erläutert werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832445621
Arbeit zitieren:
Jung, Kalle Juli 1999: Ist-Analyse und konzeptionelle Weiterentwicklung der Mitarbeiterführung im Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Universitätsklinika, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Universitätsklinikum, Personalmanagement, Mitarbeiterführung, Krankenhausmanagement, Personalentwicklung



