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Analyse ausgewählter Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten von Anwendungssystemen

Prüfung der Ergebnisse am Beispiel des Kostenvergleichs zwischen einer Client/Server-Anwendung und einer Web-Applikation

Analyse ausgewählter Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten von Anwendungssystemen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bernd Oster
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: AKAD Fachhochschule Pinneberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7237-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7237-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7237-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Oster, Bernd Januar 2003: Analyse ausgewählter Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten von Anwendungssystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Komplexität, Konsolidierung, Rechenzentrum, Kostendruck, Betriebswirtschafltiche Datenverarbeitung

Diplomarbeit von Bernd Oster

Problemstellung:

Seit dem Ende der 90er Jahre wird nicht nur in der Fachpresse über steigenden Kostendruck berichtet. Dieser sollte bereits für das Jahr 2002 zu Budgetkürzungen um bis zu 30% führen. Insolvenzen und Kurzarbeit bei den großen Systemhäusern waren im Laufe der Jahre 2001 und 2002 zu beobachten. Als Gründe für Misserfolge wird von Seiten der Berater übereinstimmend die schwache Konjunktur genannt. Diese führt zu mangelnder Investitionsbereitschaft bei den Kunden und einem hohen Kostendruck – auch auf die vormals oft als „Lieblingskind des Managements“ bezeichnete DV.

Die 90er Jahre waren von einem unkritischen Umgang mit der Erweiterung des Einsatzes der betrieblichen Datenverarbeitung geprägt. Dem Einsatz eines neuen Anwendungssystems wurde ohne Überprüfung stets ein Rationalisierungspotential zugeschrieben. Dieses wird heute angezweifelt. Vor Einführung neuer Systeme oder Technologien wird von Seiten der Unternehmensführung ein nachvollziehbarer Beweis der Wirtschaftlichkeit gefordert: Aus der bekannten Frage „Make-Or-Buy“ wird „Make-Or-Buy-Or-Not“. Um den Aspekt „Not“ zu berücksichtigen, werden jetzt neue Konzepte wie das Anwendungs-Portfolio-Management oder Methoden der Strategischen Projektpriorisierung eingeführt, deren Ergebnisse auch zu der Ablehnung eines Projektes aufgrund fehlender Mittel oder nicht darstellbarer Wirtschaftlichkeit führen können.

Das Zusammenwirken von konjunktureller Lage, ausgeschöpftem Rationalisierungspotential und den Zweifeln der Unternehmensführung an der Angemessenheit der DV-Kosten führt zu der Forderung, die betriebliche Datenverarbeitung zu niedrigeren Kosten zu betreiben und eine Transparenz der Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Informationstechnologie im Unternehmen zu schaffen.

Gang der Untersuchung:

Zu einer Kostensenkung ist aus Sicht des Autors nur dann zu gelangen, wenn die Historie der Entstehung von Kosten bzw. des behaupteten Kostenanstiegs untersucht wird, um die Ursachen wirkungsvoll bekämpfen zu können. Die Tatsache, dass betriebliche Datenverarbeitung nicht am „grünen Tisch“ neu gestaltet werden kann, sondern die bereits bestehenden Leistungen (dem Nutzer in Form von Anwendungen transparent) berücksichtigt werden müssen, führte zu der Themenauswahl in Form der Frage nach Maßnahmen zur Senkung der (benutzertransparenten) Betriebskosten von Anwendungssystemen und die Forderung, diese zu findenden Maßnahmen in Hinblick auf ihre Architekturabhängigkeit zu überprüfen.

Die Leitfragestellung der Arbeit ist die Suche nach Ansatzpunkten für die Reduzierung von Kosten der betrieblichen Datenverarbeitung und soll zu der Entwicklung eines Maßnahmenkataloges führen, anhand dessen der bestehende DV-Betrieb in Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit optimiert werden kann. Besondere Beachtung sollen dabei die Betriebskosten von Anwendungssystemen erhalten, da diese für den Endabnehmer der Leistung des DV-Betriebes (die Fachbereiche) entscheidend sind.

Zusammenfassung:

Das in der Arbeit entwickelte kostensenkende Konzept führt über die Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit bei der Entscheidungsfindung zur aktiven Steuerung des Leistungsbezugs, zur Begrenzung von Neueinführungen und zur Einführung einer verursachungsgerechten Kostenverrechnung. Um eine für den Anwender verständliche Kosten- und Nutzentransparenz zu erreichen, muss eine vereinfachende, die Komplexität der eingesetzten Informationstechnologie verringernde Architektur-Strategie entworfen werden. Deren Ergebnisse sollten den Anwendern in Form eines DV-Produkt- und -Leistungskataloges kommuniziert werden.

Parallel zu dieser Tätigkeit empfiehlt sich die Vereinheitlichung der Verfahren der Nutzenberechnung, so dass anhand der dann geschaffenen Kosten- und Nutzentransparenz die betriebliche Datenverarbeitung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden kann.

Durch die Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen, kann dem Ziel, die Datenverarbeitung unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit zu betreiben, wesentlich näher gekommen werden. Dies führt von der „Betrieblichen Datenverarbeitung“ zur „Betriebswirtschaftlichen Datenverarbeitung“.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung I
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis X
1. Einleitung 1
1.1 Motivation für die Themenauswahl 1
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit 3
1.3 Aufbau der Arbeit 4
2. Grundlagen 5
2.1 Begriffsdefinitionen 5
2.1.1 Informationstechnologie und -verarbeitung, Datenverarbeitung 5
2.1.2 DV-Infrastruktur 6
2.1.3 DV-Architektur 7
2.1.4 Anwendung, Anwendungssystem, Anwendungsarchitektur 7
2.1.5 Zentralisierung und Dezentralisierung 8
2.1.6 Outsourcing 9
2.1.7 Benchmarking 9
2.1.8 Gesamtkosten 10
2.2 Gliederung von Kosten in der Datenverarbeitung 10
2.3 Ursache-Wirkungs-Analyse 11
3. Kostenanstieg in der betrieblichen Datenverarbeitung 12
3.1 „Betriebswirtschaftliche“ Datenverarbeitung 12
3.2 Kostensteigernde Phänomene in der betrieblichen DV 13
3.2.1 Anstieg von Heterogenität und Komplexitätskosten 14
3.2.2 Fehlentscheidungen durch mangelhafte Kosten-Nutzen-Betrachtung 15
3.2.3 Abweichung von Standards 16
3.2.4 Dezentralisierung 16
3.2.5 Existenz von funktional redundanten Anwendungen 16
3.2.6 Aufstockung bestehender Strukturen 17
3.2.7 Teufelskreis der IV 17
3.3 Ursachen des Kostenanstiegs 18
3.3.1 Organisatorische Ursachen 18
3.3.1.1 Mangelhafte Abstimmung zwischen DV- und Fachbereich 18
3.3.1.2 Dezentralisierung der DV-Verantwortung 19
3.3.1.3 Stetiges Wachstum der Benutzerzahlen 20
3.3.1.4 Stetiges Wachstum der Anzahl von eingesetzten Anwendungen, Betriebssystemen und Hardwareplattformen 20
3.3.2 Technologische Ursachen 21
3.3.2.1 Rapider Technologiewechsel 21
3.3.2.2 Einführung des PCs und Übertragung der Verantwortung auf den Anwender. 21
3.3.2.3 Einführung von Client/Server-Lösungen 22
3.3.2.4 Individualisierung der Anwendungen 23
3.3.2.5 Exorbitantes Datenwachstum 23
3.3.3 Kaufmännisches Unverständnis im DV-Bereich 24
3.3.3.1 Defizite in der Kostenbetrachtung 24
3.3.3.2 Defizite in der Nutzenbetrachtung 24
3.3.3.3 Fehlendes oder mangelhaftes Controlling im DV-Bereich 25
3.3.3.4 Mangelhafte Kostentransparenz für die Fachbereiche 25
3.4 Herleitung der Ziele eines kostensenkenden Konzeptes 26
3.4.1 Ursache-Wirkungs-Geflecht 26
3.4.2 Ziele eines kostensenkenden Konzeptes 28
3.4.3 Stellenwert der Kosten von Anwendungssystemen 29
4. Entwicklung eines Konzeptes zur Senkung der Betriebskosten von Anwendungssystemen 31
4.1 Aktive Steuerung der eingesetzten Technologie 32
4.1.1 Entwicklung von strategischen Architekturvorgaben 32
4.1.2 Zyklische Anpassung der Architekturstandards 33
4.1.3 Standardisierung von Leistungen und DV-Infrastruktur 34
4.1.4 Negative Sanktionierung von Abweichungen 34
4.2 Reduzierung der Komplexität der DV-Infrastruktur 35
4.2.1 Standardisierung von eingesetzten Komponenten, Anwendungen und Architekturen 36
4.2.1.1 Bildung von Klassen für Sicherheit, Verfügbarkeit, Ausstattung 37
4.2.1.2 Standardisierung von Anwendungen und Architekturen 39
4.2.2 Zentralisierung / Rezentralisierung 39
4.2.2.1 Organisatorische Zentralisierung 39
4.2.2.2 Serverkonsolidierung 40
4.2.2.3 Zentralisierung von Anwendungen 40
4.2.3 Automatisierung 41
4.2.4 Kommunikation von gesetzten Standards 42
4.3 Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit bei der Entscheidungsfindung 43
4.3.1 Kostentransparenz und Kostenverrechung 44
4.3.2 Schaffung von Nutzentransparenz 46
4.3.2.1 Unterteilung in Standard- und Non-Standard-Services 46
4.3.2.2 Abschluss von Service Level Agreements 47
4.3.2.3 Einführung eines DV-Produkt- und -Leistungskataloges 48
4.3.2.4 Vereinheitlichung von Verfahren zur Nutzenberechnung von Anwendungssystemen 49
4.3.3 Auswahl von strategischen Projekten 50
4.3.4 Einführung von Überprüfungszyklen für bestehende Anwendungssysteme 51
4.3.5 Aktive Steuerung des Leistungsbezugs 51
4.3.5.1 Überprüfung der angemessenen Bezugsquelle 51
4.3.5.2 Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungserstellung 52
4.3.5.3 Regelmäßige Überprüfung der Verträge mit externen Dienstleistern 53
4.4 Ausrichtung der DV auf den Anwender und Verbesserung der Abstimmung zwischen DV-Bereich und Fachbereich 54
4.4.1 Ausrichtung der DV auf den Unternehmenszweck 55
4.4.2 Implementierung der Funktion „DV-Produktmanager“ 56
4.5 Verbesserung der Abstimmung zentraler und dezentraler Organisationseinheiten 57
4.6 Zusammenfassende Darstellung der Maßnahmen 58
5. Maßnahmen bei speziellen Anwendungsarchitekturen 61
5.1 Architekturabhängigkeit von Maßnahmen 61
5.2 Spezielle Maßnahmen für Client/Server-Umgebungen 63
5.2.1 Standardisierung des Betriebes dezentraler Server 63
5.2.2 Automatisierung von Verträglichkeitstests 63
5.2.3 Verbesserung der Schätzung von Betriebskosten 64
5.3 Spezielle Maßnahmen für Web-Architekturen 65
5.3.1 Festlegung der Basis-Dienste 65
5.3.2 Vereinfachung der Arbeitsplatzrechner 65
6. Kritische Würdigung 66
6.1 Gefahren bei der Umsetzung kostensenkender Maßnahmen 66
6.1.1 Übertriebene Standardisierung 66
6.1.2 Verschiebung zwischen Anwendungs- und Infrastrukturkosten 67
6.1.3 Kostenverschiebung innerhalb des Lebenszyklus 67
6.1.4 Kostenverschiebung zwischen zentral und dezentral 68
6.2 Anwendbarkeit der Ergebnisse in der Praxis 68
6.3 Ausblick auf künftige Entwicklungen 69
7. Deskriptive Zusammenfassung 70
Anhang A: Architekturmodelle der Datenverarbeitung 72
Anhang B: Varianten, Ziele und Bewertung des Outsourcings 74
Anhang C: Total Cost of Ownership (TCO) und verwandte Modelle der DV-Gesamtkostenbetrachtung 78
Anhang D: DV-Kontenrahmen der GARTNER GROUP 83
Anhang E: Service Level Agreements 84
Anhang F: Umfrage zum Zusammenhang zwischen den Ursachen des Kostenanstiegs in der betrieblichen Datenverarbeitung und deren Auswirkungen 85
Literaturverzeichnis 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.3.3 Kaufmännisches Unverständnis im DV-Bereich 3.3.3.1 Defizite in der Kostenbetrachtung Da die Gesamtkosten entweder nicht transparent sind oder den Verantwortlichen deren korrekte Ermittlung zu umständlich erscheint, werden meistens lediglich die Buchwerte für DV-Systeme betrachtet. Eine genaue Ermittlung der Gesamtkosten, inklusive Betreuung, Wartung und Helpdesk, wie sie durch neue Instrumente, z.B. die von GARTNER eingeführte TCO ermöglicht wird, bleibt aus. Beschränkt sich eine Betrachtung auf den Anlagen-Buchwert des einzuführenden DV-Systems, führt dies zu einer Unterbewertung des tatsächlichen Aufwands, der mit der Anschaffung und dem Betrieb der DV-Infrastruktur verbunden ist.99 Entscheidungen werden somit nicht auf Basis einer kaufmännischen Berechnungsgrundlage getroffen. Ein weiterer Effekt ist das Fehlen einer verursachungsgerechten Kostenverteilung: Die ermittelten Kosten der Datenverarbeitung werden in vielen Unternehmen nach einem Per-Kopf- oder Per-Endgerät-Schlüssel verteilt100. Ein weiteres Modell ist die Verrechnung der ohne großen Aufwand direkt zuordenbaren Kosten zu den verursachenden Fachbereichen und die Verteilung aller weiteren Kosten „per Gießkanne“, also Schlüsselung über Mitarbeiter oder Endgerät. 3.3.3.2 Defizite in der Nutzenbetrachtung Der Nutzen einer DV-Anwendung ist ebenso schwer zu bemessen wie die Kosten. Sind die Ziele der Einführung einer neuen Anwendung formuliert als „Erhöhung des Marktanteils“ oder „Steigerung der Kundenbindung“, so lässt sich hierfür schwerlich ein quantitativer Nutzen beziffern101. Dieses wird aber gerade von KARGL gefordert, wenn er die Rechtfertigung eines jeden DV-Projektes durch den Nachweis quantitativer Wirtschaftlichkeit einfordert102. Wird der Nutzen einer neuen DV-Anwendung nicht ausreichend betrachtet, so wird auch nicht überprüft, ob es bereits bestehende Anwendungen gibt, welche die [...]

3.3.2.4 Individualisierung der Anwendungen Die Anpassungsmöglichkeiten von Software an die Bedürfnisse des Benutzers sind gestiegen97. Allerdings wurde gekaufte vermeintliche Standardsoftware durch die Anpassung häufig vom Entwicklungsstrang abgekoppelt und damit nicht mehr durch den Hersteller gepflegt. Eine Kontrolle, inwieweit der Aufwand zur Anpassung an die Wünsche des Anwenders gerechtfertigt ist, kann nur im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse erfolgen. Die Forderung, dass sich die DV-Systeme dem Unternehmen anpassen müssen und nicht umgekehrt, ist zwar begründet, aber eine sinnvolle Grenze zwischen „Funktion und Feature“ können nur Fachbereich und DV-Bereich gemeinsam festlegen, indem der Fachbereich den Nutzen und der DV-Bereich die Kosten beziffert, so dass die Wirtschaftlichkeit der Individualisierung beurteilt werden kann. 3.3.2.5 Exorbitantes Datenwachstum Moderne Anwendungssysteme gehen nicht mehr so sparsam mit Speicherplatz um, wie die Legacy Systeme aus der Großrechnerzeit. Anwendungen wie z.B. LOTUS NOTES sind nicht mehr in Hinblick auf Speicherplatz optimiert, sondern auf Geschwindigkeit, Anpassbarkeit und andere Funktionalitäten, wie zum Beispiel die Möglichkeit zur Spiegelung der Daten. Der nicht mehr bestehende Fokus auf Speicherplatzoptimierung, verbunden mit dem Anstieg der Anzahl von Benutzern und Anwendungen, führt zu einem massiven Anstieg der Datenmenge und einer dadurch ausgelösten rapiden und teuren Aufstockung der gesamten DV-Infrastruktur98. Der Anstieg der Datenmenge hat nicht nur direkten Einfluss auf den bereitzustellenden Plattenplatz, sondern auch indirekten Einfluss auf die zu übertragende und zu sichernde Datenmenge. Die zu sichernde Datenmenge hat wiederum direkte Auswirkung auf die Größe und Anzahl der Datensicherungsmedien, aber auch auf die Dauer einer Wiederherstellung nach einem Systemausfall, was direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit des Systems hat. Geringere Verfügbarkeit hat wiederum den Anstieg der indirekten DV-Kosten, wie beispielsweise Umsatzeinbußen, zur Folge. [...]

versuchen sie selbst im Fehlerfall wieder in Stand zu setzen und führen die Backups selbst durch92. Die durch diesen „Self-Support“93 entstehenden Kosten sind weder für den DVBereich, noch für Fachbereiche und Controlling kalkulierbar. Eine verbreitete Ansicht der Benutzer ist, dass der PC „ihr persönlicher Computer“94 ist, und nicht ein Arbeitsgerät, über dessen Ausstattung, Konfiguration und Nutzung jemand anderes zu entscheiden hat. 3.3.2.3 Einführung von Client/Server-Lösungen Client/Server-Anwendungen ermöglichen zwar eine schnelle Lösung eines konkreten Problems, sind aber kostenintensiv in der Pflege. Da die Anwender nie den Begriff „mission-critical“ und die damit verbundenen (kostenintensiven) Maßnahmen verstanden95, wurden oftmals für das Unternehmen kritische Geschäftsprozesse mit dezentral betriebenen Client/Server-Lösungen realisiert. Durch die steigende Anforderung nach hoher Verfügbarkeit müssen diese Systeme aber nach einem streng organisierten Verfahren betrieben werden, so dass Vorteile, wie die flexible Handhabung von Programm-Updates, teilweise wieder zunichte gemacht werden. Zu Beginn der Einführung von Client/Server-Systemen wurde für jede neue Anwendung ein neues Hardware-System genutzt. Die Konsolidierung der ServerSysteme auf gemeinsame Hardware reduziert zwar die Betreuungskosten, erschwert aber deren Zuordnung. Eine weitere Ursache für den Kostenanstieg durch die Einführung von Client/ServerSystemen, ist in den fehlenden Möglichkeiten zu sehen, die Hunderte von beteiligten Endpunkten effizient ohne menschlichen Eingriff zu managen. Dies wird verstärkt durch die zu Beginn des Client/Server-Zeitalters noch nicht zur Verfügung stehenden Architekturmodelle, wodurch eine Aufteilung in sinnvolle Schichten der Entscheidung des Programmierers überlassen wurde96. [...]

Arbeit zitieren:
Oster, Bernd Januar 2003: Analyse ausgewählter Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten von Anwendungssystemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Komplexität, Konsolidierung, Rechenzentrum, Kostendruck, Betriebswirtschafltiche Datenverarbeitung

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