Analyse ausgewählter Gartenschauen in Deutschland hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oliver Höhn
- Abgabedatum: August 2005
- Umfang: 220 Seiten
- Dateigröße: 3,5 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Weihenstephan Deutschland
- Bibliografie: ca. 90
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2008-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Höhn, Oliver August 2005: Analyse ausgewählter Gartenschauen in Deutschland hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bundesgartenschau, Internationale Gartenschau, Erfolgskritierien, Untersuchung, Analyse
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Diplomarbeit von Oliver Höhn
Einleitung:
Zur Lebensqualität in Städten gehören Parks und sonstige Grünflächen schon seit langer Zeit ins Stadtbild. Sie werden sogar immer wichtiger, weil bereits heute in den Industrieländern Europas, Nordamerikas und in Japan 75 % der Bewohner in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern leben.
Waren die Anlagen früher für den gemeinen Bürger nicht gedacht, sondern für den gehobenen Bürgerstand oder gar den Adel, änderte sich dies mit der französischen Revolution. Der normale Bürger kam ebenfalls in den Genuss des Flanierens, Entspannens und Entdeckens im Park. Der Stellenwert der Parks wuchs in zunehmendem Maße, gerade die dichter werdende Bebauung in den Städten zur Zeit der Industrialisierung übte ein noch höheres Verlangen nach Grün aus. In der Stadtentwicklung wurde dem durch Landschaftspläne, Flächennutzungspläne und Bebauungspläne Rechnung getragen.
Die ersten Vorläufer der heutigen Gartenschauen waren im 18. Jahrhundert die Blumenschauen (siehe dazu Kapitel Gartenschauen: Vergangenheit und Gegenwart, ab Seite 5). Heute dienen Gartenschauen auch dazu, die Stadtentwicklung voranzutreiben bzw. bei der Verwirklichung von Großprojekte zu helfen, die aufgrund ihrer Kosten sonst nicht oder erst viel später realisiert werden würden. Der Imagegewinn für die jeweilige Stadt spielt auch eine gewisse Rolle. Je nach Größe der Stadt finden entweder Regionalgartenschauen, Landesgartenschauen, Bundesgartenschauen oder sogar Internationale Gartenbauausstellungen statt.
Der Zeitgeist veränderte auch die Anforderungen an die Schauen bzw. die zu behandelnden Themen (siehe dazu Kapitel 6, Einschübe Zeitgeist).
Der eigentliche Zweck der Ausstellungen ist aber weiterhin die Leistungsschau und Information des Fachpublikums, auch wenn dies nicht auf Anhieb in den Programmen ersichtlich ist. Um viele Interessenten anzulocken und damit das Defizit für die Stadt möglichst klein zu halten, wird ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Diese ‘Eventkultur’ oder ‘Festivalisierung’ trifft jedoch nicht immer auf Zuspruch.
In den letzten Jahren hat unter anderem durch die Rio-Konferenz 1992 der Begriff Nachhaltigkeit Einzug in dieses Metier gehalten. Eine Definition folgt (siehe dazu im Anhang).
Vielfach ist bereits die Frage gestellt worden, ob es nicht auch ohne Gartenschauen möglich, und damit auch billiger wäre, Grünflächen zu erhalten oder neu zu schaffen.
Die Veranstalter kontern häufig mit dem Argument, dass ohne die Schau derart große Projekte nicht durchsetzungsfähig wären.
Seit 1951 haben in der Bundesrepublik 6 Internationale Gartenbauausstellungen (IGA) und 22 Bundesgartenschauen (Buga) stattgefunden (Buga 2005 in München mitgezählt). Die erste Bundesgartenschau nach dem 2. Weltkrieg, begann mit einer Fläche von 20 ha und 1,6 Mio. Besuchern in Hannover. Die Entwicklung zu immer größeren Flächen (Spitzenwert Buga Kassel 1981: 235 ha) und zu mehr Besuchern (Spitzenwert IGA München 1983: 8,3 Mio. Besucher) verlief bis Mitte der 80er Jahre konstant steigend. Spätere Gartenschauen waren nicht annähernd so gut besucht. Ein Vergleich der Gartenschauen findet mehrheitlich nur über die erreichte Besucherzahl bzw. über die Größe der Schau statt. Dies sind jedoch keine aussagekräftigen Kriterien, denn sie berücksichtigen zu wenig die Einflüsse, Wetter, Lage der Stadt, negative Presse im Vorfeld und ähnliche. Außerdem sollten auch andere Ziele, die viel wichtiger einzustufen sind, einbezogen werden. Zum Beispiel: Nachhaltigkeit einer Gartenschau, die Wirkung als Impulsgeber einer Region und langfristige Image- und Ansehenssteigerung der jeweiligen Stadt, um nur einige zu nennen.
Problemstellung:
Im Vorfeld von Gartenschauen gibt es sehr viele Erwartungen von verschiedensten Gruppen. Bürger, Politiker, Verbände und ‘Spezialisten’ wollen sich und ihre Anliegen berücksichtigt sehen. Die Euphorie ist allerseits sehr groß. Es wird viel diskutiert in den Gremien und in den Medien. Lokalpolitiker wollen sich profilieren und sich teilweise ‘ein Denkmal setzen’. Bis zu Beginn der Schau konnten viele Versprechen nicht eingehalten werden. Viele Beteiligte zwingen zu vielen Kompromissen. In der Presse schlägt sich dies mit entsprechend gefärbten Artikeln nieder. Die Schauen der letzten Jahre blieben meist hinter den in sie gesetzten (Besucher-) Erwartungen zurück. Der langfristige Nutzen wird dabei selten berücksichtigt.
Nach der Schau gibt es kaum Veröffentlichungen um die Veranstaltung. Es gibt zwar Anschlussberichte der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG), diese werden jedoch ‘unter Verschluss’ gehalten.
Nach der Schau werden die pflegeaufwändigeren Teile ab- bzw. rückgebaut. Zurück bleibt ein Park, der desöfteren nur gegen Eintritt zu betreten ist. Die ngespannte Finanzlage zwingt zu weiteren Einsparungen und die ehemaligen Gartenschauen führen ein unterschiedliches Schicksal. Einige von ihnen werden sehr gut angenommen (Beispiel Stuttgart, Hamburg), andere verlieren nach der Schau weiter an Attraktivität (Magdeburg, Rostock). Eine Untersuchung zu den Gründen, warum dies bei der jeweiligen Schau der Fall ist, gibt es nicht.
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit soll eine Analyse ausgewählter Gartenschauen anhand eines selbst erstellten Kriterienkataloges durchgeführt werden.
Zuvor wird die Geschichte der Gartenschauen in Deutschland vorgestellt. Es folgen Informationen, die die Vorgänge vor der Gartenschau betreffen.
Nach der Vorstellung der Geschichte der Gartenschauen in Deutschland, folgt ein Überblick zum Aufbau, den beteiligten Organisationen, den Interessengruppen und der Finanzierung der Schauen. Die Informationen sollen das Bild der Gartenschauen zu ergänzen und aufzuzeigen, warum es unter Umständen schwierig ist, eine erfolgreiche Schau durchzuführen.
In Kapitel 5, ab Seite 42 werden Pro-Argumente und Contra-Argumente zusammen getragen. Daraus ergeben sich schon die ersten Kriterien.
Anschließend werden weitere Kriterien aus Literatur und sonstigen Quellen dazu gefügt. Dabei sollen sie kurz erläutert werden, um zu verdeutlichen, warum diese ausgewählt wurden. Nach der Erstellung des Kriterienkatalogs folgt das Kapitel mit den Analysen. Dazwischen finden sich kurze Einschübe zum Zeitgeist der jeweiligen Dekade, um das Verständnis zu fördern. Die Gartenschauen werden kurz vorgestellt und anschließend bewertet. Am Ende der Arbeit findet sich eine zusammenfassende Tabelle und ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Einleitung | 1 |
| 1.2 | Heutige Situation | 2 |
| 1.3 | Problemstellung | 3 |
| 1.4 | Ziel der Arbeit | 3 |
| 1.5 | Arbeitsschritte | 3 |
| 2. | Gartenschauen: Vergangenheit und Gegenwart | 5 |
| 2.1 | Entwicklungen bis zum Zweiten Weltkrieg | 5 |
| 2.2 | Entwicklungen ab dem Zweiten Weltkrieg | 9 |
| 2.3 | Kategorien von Gartenschauen | 9 |
| 2.4 | Exkurs Landesgartenschauen | 9 |
| 3. | Beweggründe für Gartenschauen | 12 |
| 3.1 | Motivation zur Durchführung einer Buga oder IGA | 12 |
| 3.2 | Aufgaben und Ziele einer Buga oder IGA | 14 |
| 3.3 | Anforderungen an die veranstaltende Stadt | 16 |
| 3.4 | Anforderungen an Gartenschauen | 17 |
| 3.5 | Fazit der Erfahrungen | 23 |
| 4. | Organisatorisches zu Gartenschauen | 24 |
| 4.1 | Interessengruppen | 24 |
| 4.2 | Zentralverband Gartenbau e.V. | 25 |
| 4.3 | Die Deutsche Bundesgartenschau GmbH | 26 |
| 4.4 | Gremien einer Gartenschau | 28 |
| 4.5 | Vertragsverhältnisse | 29 |
| 4.6 | Beteiligungsverhältnisse | 31 |
| 4.7 | Finanzierung einer Gartenschau | 32 |
| 4.8 | Blick in die benachbarten Staaten | 33 |
| 4.9 | Grenzüberschreitende Gartenschauen | 36 |
| 5.0 | Besucherbefragung | 37 |
| 5.1 | Negative Einflussfaktoren auf die Besucherzahlen | 39 |
| 5.2 | Auswertung der Besucherbefragungen | 40 |
| 5.3 | Abschlussberichte | 41 |
| 6.0 | Erfolgskriterien | 42 |
| 6.1 | Erläuterung der Vorgehensweise | 42 |
| 6.2 | Kritik an Gartenschauen | 43 |
| 6.3 | Positive Äußerungen zu Gartenschauen | 48 |
| 6.4 | Sammlung der Erfolgskriterien | 50 |
| 6.5 | Komponentenbildung | 53 |
| 7. | Analyse von Gartenschauen | 58 |
| 7.1 | Einschub Zeitgeist 50er Jahre | 58 |
| 7.2 | Analyse Buga Hannover 1951 | 60 |
| 7.2.1 | Analyse IGA Hamburg 1953 | 68 |
| 7.3 | Einschub Zeitgeist der 60er und 70er Jahre | 75 |
| 7.4 | Analyse Buga Stuttgart 1961 | 77 |
| 7.4.1 | Analyse IGA Hamburg 1963 | 87 |
| 7.4.2 | Analyse Buga Karlsruhe 1967 | 92 |
| 7.4.3 | Analyse IGA Hamburg 1973 | 99 |
| 7.4.4 | Analyse Buga Mannheim 1975 | 106 |
| 7.4.5 | Analyse Buga Stuttgart 1977 | 116 |
| 7.5 | Einschub Zeitgeist 80er Jahre | 124 |
| 7.6 | Analyse IGA München 1983 | 125 |
| 7.6.1 | Analyse Buga Berlin 1985 | 135 |
| 7.7 | Einschub Zeitgeist 90er Jahre | 142 |
| 7.8 | Analyse Buga Stuttgart 1993 | 143 |
| 7.8.1 | Analyse Buga Magdeburg 1999 | 156 |
| 7.8.2 | Analyse Buga Potsdam 2001 | 168 |
| 7.8.3 | Analyse IGA Rostock 2003 | 177 |
| 8. | Auswertung der Analysen | 189 |
| 8.1 | Fazit der Analysen | 190 |
| 9. | Resümee | 192 |
| Abkürzungsverzeichnis | 196 | |
| Literaturverzeichnis | 198 | |
| Danksagung | 206 |
Textprobe:
Kapitel 5., Besucherbefragungen:
Für die Veranstalter einer Gartenschau, aber vorrangig für die DBG, ist es ein Anliegen, durch Besucherbefragungen den Gartenschaubesucher näher zu betrachten und damit in Zukunft noch besser auf seine Bedürfnisse eingehen zu können. Denn nur so lässt sich der Erfolg einer Gartenschau auch in Zukunft sichern. Es soll versucht werden, die Interessen der Besucher zu berücksichtigen aber ihnen auch neue Anreize zu bieten. Der Eventcharakter, der sich in den letzten Jahren auf den Schauen verstärkt gezeigt hat, ist auf der einen Seite nützlich, um neue Interessenten(-gruppen) zu erreichen. Auf der anderen Seite steigt dadurch auch der Finanzbedarf, und der eigentliche Grund der Schau darf nicht zu sehr in den Hintergrund gedrängt werden, wie es das Beispiel Oktoberfest in München zeigt. Hervorgegangen aus einer landwirtschaftlichen Leistungsschau, später ergänzt durch einen Biergarten, verselbständigte sich das Geschehen nach und nach immer mehr zu Gunsten des Biergenusses.
Auf den Gartenschauen Stuttgart 1977, Bonn 1979, Kassel 1981, München 1983, Berlin 1985, Düsseldorf 1987 und Frankfurt 1989 führte der Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Gartenbaus der Technischen Universität München-Weihenstephan unter Leitung von Prof. Dr. Werner Rothenburger im Auftrag des ZVG Besucherbefragungen durch.
Das Verfahren war folgendermaßen: Es wurde ein Fragebogen mit 18-20 Fragen erarbeitet. Es wurden Fragen zur Anfahrt (Entfernung, genutztes Verkehrmittel), Fachspezifisches (Gartenschauerfahrung, Gründe für den Besuch, Lob und Kritik) und statistische Fragen zu Alter, Geschlecht und Eintrittskartenart abgefragt.
Der Fragebogen wurde nicht ausgeteilt, da eine geringere Rücklaufquote zu erwarten gewesen wäre, sondern im persönlichen Gespräch abgearbeitet (Rücklaufquote über 90 %). Dazu wurden ca. 20 Studenten und Mitarbeiter des Lehrstuhls engagiert. Diese führten an mehreren (17-19) Tagen die Befragungen durch, um eine möglichst repräsentative Befragung zu gewährleisten, z.B. wurden 1977 in Stuttgart an 9 Werktagen, 9 Sonn- und Feiertagen, an Tagen mit (15) und ohne Hallenschauen (3) gefragt. 7 Befragungen fanden bei schönem Wetter statt, 11 bei weniger schönem. Die Befragungszeit lag zwischen 13 und 16 Uhr, da früheres Ausfüllen meist unvollständiges Ausfüllen zur Folge hatte, da im Laufe des Vormittages noch nicht alles besichtigt werden konnte. Ferner wurde auf in Gleichgewicht zwischen Jung und Alt, Frauen und Männern geachtet.
Heute existiert dieser Lehrstuhl nicht mehr. Die Besucherbefragungen seit der Gartenschau in Cottbus 1995 führt die ift (Freizeit- und Tourismusberatung GmbH) durch. Sie veröffentlicht die Ergebnisse nicht, da diese Eigentum der jeweiligen Gartenschau GmbH sind.
Seit 1997 werden elektronische Zählungen der Besucher vorgenommen. Dadurch wurde es möglich noch genauer zu ermitteln, wie viel Besucher tatsächlich auf der Veranstaltung waren. Dauerkartenbesitzer wurden früher entweder nur einmal gezählt oder es wurde ein statistischer Mittelwert der Besuche angenommen. In München 1983 wurde angenommen, dass alle Dauerkartenbesitzer täglich die Buga besuchen würden. Daher auch die hohe Besucherzahl von offiziellen 11 Mio. Besuchern. Die Bundesgartenschaugesellschaft geht von 8,3 Millionen Besuchern aus.
Anmerkung: Aus den Erfahrungen aus den Besucherbefragungen der DBG geht hervor, dass der Durchschnittsbesucher schon mehrere Gartenschauen besucht hat, sich durch Vergleich ein Urteil bilden kann. Es können nur Besucher befragt werden, die auf die Gartenschau gekommen sind, d.h. dadurch sind diese Befragungen schon an einen speziellen Besuchertyp gebunden. Faktoren, die das Besucheraufkommen beeinflussen können:
Negative Einflussfaktoren auf die Besucherzahl:
Die Lage der Stadt:
Liegt die Stadt z.B. an einer Urlaubsroute, in reizvoller Umgebung sind die Chancen höher, dass auch Publikum die Schau ansteuert, das dies sonst nicht tun würde. Liegt die Stadt eher abgelegen (z.B. Rostock) wirkt sich dies wahrscheinlich ungünstig auf die Zahl der Besucher aus.
Die Größe einer Stadt:
Die meisten Besucher einer Buga/IGA kommen aus der eigenen Stadt bzw. den Landkreisen im direkten Einzugsgebiet der Stadt. Größere Städte haben hier einen Vorteil gegenüber den kleineren Städten.
Die Abhängig vom Wetter:
Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel spielt das Wetter eine größere Rolle als bei Veranstaltungen, die nur in Gebäuden stattfinden.
Werbung im Vorfeld:
Für die Stammgäste spielt die Werbung keine entscheidende Rolle, dass diese die Veranstaltung sowieso besuchen. Für das ‘normale’ Publikum ist das Aufmerksam-machen wichtiger.
Abschreckung durch negative Presse:
Negative Berichterstattung kann viele Besucher abschrecken, da die Meinung sehr stark von der Berichterstattung beeinflusst wird. Herr Evert vom Garten- und Friedhofsamt Stuttgart ist überzeugt, dass die negative Presse im Zuge der IGA 1993 in Stuttgart bis zu 200.000 Besucher gekostet hat.
Veranstaltungsprogramm:
Ein attraktives Begleitprogramm kann zusätzliche Besucher anlocken, ist aber ein zusätzlicher Kostenfaktor.
Externe Veranstaltungen:
Außenstützpunkte der Gartenschau können der Stadt zusätzliche Attraktivität verleihen (Beispiel Potsdam), können aber auch zu verkehrlichen Problemen werden, wenn die Besucher diese nicht schnell, einfach und preiswert erreichen können.
Gesamtwirtschaftliches Umfeld:
Bei schlechter wirtschaftlicher Lage, geben die Leute weniger Geld aus. Zum einen könnten Besucher fern bleiben, die eine längere Anreise haben. Zum anderen geben die Besucher weniger Geld für Gastronomie und ‘am Rand’ der Gartenschau aus.
Auswertungen der Besucherbefragungen:
Die Ergebnisse der Fragebögen wurden mit dem SPSS (Statistik-Programmsystem für die Sozialwissenschaften) aufgenommen und ausgewertet. Mit diesem Programm lassen sich umfangreiche Ergebnislisten nach mehreren Gesichtspunkten und Aufgliederungen errechnen.
Für diese Arbeit wäre es interessant herauszufinden, den Gartenschaubesucher näher zu betrachten und damit in Zukunft noch besser auf seine Bedürfnisse eingehen zu können. Denn nur so lässt sich der Erfolg einer Gartenschau auch in Zukunft sichern. Es soll versucht werden, die Interessen der Besucher zu berücksichtigen aber Ihnen auch neue Anreize bieten um nicht zur reinen ‘Blümchenschau’ herabzusinken. Der Eventcharakter, der sich in den letzten Jahren auf den Schauen verstärkt gezeigt hat, ist auf der einen Seite nützlich, um neue Interessenten(-gruppen) zu erreichen. Auf der anderen Seite steigt dadurch auch der Finanzbedarf und der eigentliche Grund der Schau darf nicht zu sehr in den Hintergrund gedrängt werden (Beispiel Oktoberfest in München, siehe weiter oben!) zeigt.
Leider sind die Ergebnisse der Besucherbefragungen nicht öffentlich zugänglich. Ein Verweis auf den Datenschutz seitens der ausführenden Firma und eine abgelehnte Freigabe seitens der Bundesgartenschaugesellschaft verhindern dies.
Abschlußberichte:
Genau wie die Besucherbefragungen werden solche Berichte zwar angefertigt, beinhalten auch eine Fülle von Informationen (vornehmlich Zahlen, Fakten rund um die Schau und den chronologischen Ablauf), aber diese Berichte werden nicht publik gemacht.
Erfolgskriterien:
Erläuterungen zur Vorgehensweise:
In diesem Kapitel wird die Entstehung der Kriterien deutlich. Als erstes wird die Sammlung negativer und positiver Äußerungen vorangestellt. Aus der Kritik konnte der Verfasser erste Kriterien für die Untersuchung ableiten. Aus den ‘rohen’ Kriterien werden in dem nächsten Unterpunkt die Kriterien, mit denen die Untersuchung durchgeführt wird. Dieser Prozess war nötig, weil sich nicht alle Punkte hätten analysieren lassen, teils aus Gründen von zu hohem Arbeitsaufwand, teils aus dem Grund des Nichtvorhandenseins von Informationsmaterial. Eine Analyse strikt nach diesen Kriterien wurde durch die Betreuer als nicht sinnvoll erachtet, da sie nicht die gewünschte Einordnung bringen, da jedes dieser Kriterien für sich steht. Daher wurden sie in Gruppen zusammengefasst und um weitere Erfolgskriterien ergänzt. Jedes Ergebnis konnte entweder mit ja/nein, mit Schulnoten oder mit einem mehr oder minder ausführlichen Text abgearbeitet werden. Die Entscheidung fiel auf das + / - Bewertungssystem, weil das Schulnotensystem eine Genauigkeit vorgetäuscht hätte, die nicht gegeben ist.
Da Gartenschauen sehr verschieden sind, was ihre Umgebung, Intention, Finanzausstattung, vorherige Nutzung, usw. angeht, und eine Bewertung nach ein paar einzelnen, jeweils nur ein Kriterium umfassenden Block nicht tauglich war, entschloss sich der Verfasser einen größeren Block mit Kriterien des selben Untersuchungsbereiches zu finden. Daraufhin war es möglich, die Untersuchung auf ein Kriterium zu verfeinern, weil mehr Möglichkeiten gab, einen Sachverhalt einzuordnen. Diese Komponenten (Komponenten von lat. componere = zusammensetzen), vier Stück an der Zahl, setzen sich aus 5 bis sechs Kriterien zusammen. Ein einfaches System mit fünf Wertungsmöglichkeiten schien ausreichend, weil eine größere Wertungsmöglichkeit nicht nur die Präzision steigert, es kann dadurch auch zu Unsicherheit und Unübersichtlichkeit kommen.
Die Ergebnisse der einzelnen Kriterien werden in ihrer Komponente zusammen ’addiert’ und bilden eine Komponentennote. Dies ermöglicht eine bessere Übersicht, gleichzeitig bleibt jedes Kriterium in der Tabelle sichtbar und ggf. vergleichbar.
Die Zusammensetzung der jeweiligen Komponente wird im Unterpunkt 6.5 (ab Seite 53) erläutert.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836620086
Arbeit zitieren:
Höhn, Oliver August 2005: Analyse ausgewählter Gartenschauen in Deutschland hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bundesgartenschau, Internationale Gartenschau, Erfolgskritierien, Untersuchung, Analyse



