Analyse der Wertentwicklung deutscher offener Immobilienfonds
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Nowak
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 876,9 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4391-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4391-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4391-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Nowak, Michael Mai 2001: Analyse der Wertentwicklung deutscher offener Immobilienfonds, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Aktien, Analyse, Immobilien, offene Immobilienfonds, Wertentwicklung
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Diplomarbeit von Michael Nowak
Einleitung:
Durch den Kauf von Anteilscheinen an einem offenen Immobilienfonds gelangt der Erwerber indirekt an Haus- und Grundbesitz und partizipiert somit an deren Wertveränderung. Damit besteht auf der Seite von Anlegern und Initiatoren Informationsbedarf hinsichtlich deren langfristiger nomineller sowie inflationsbereinigter, realer Renditeentwicklung.
Gegenstand der Untersuchungen der Diplomarbeit war der Vergleich der Performance der acht größten offenen Immobilienfonds zum einen untereinander und zum anderen mit der aus der Fondsrendite der Grundstücks-Sondervermögen extrahierten Immobilienrendite (Indexrendite) als Benchmark der Wertentwicklung von Immobilienanlagen bzw. Immobilienmärkten. Darüber hinaus galt es auch einen Vergleich mit der Rendite von Aktienanlagen sowie festverzinslichen Wertpapieren herzustellen. Die Analyse erfolgt auf der Basis nomineller sowie inflationsbereinigter Renditen.
Insbesondere ist darauf zu verweisen, dass der vorgenommene empirische Renditevergleich rollierend erfolgt. Dies bedeutet, dass die Wertentwicklung der betrachteten Anlagekategorien in Abhängigkeit von Investitionsperioden mit einer Dauer von 5, 10, 15, 20 sowie 25 Jahren innerhalb des Gesamtbetrachtungszeitraumes von 1971 bis 1999 dargestellt wird.
Im Ergebnis der Untersuchungen lässt sich beispielhaft feststellen, dass die Indexrendite der Immobilienanlagen der Grundstücks-Sondervermögen im Zeitraum 1980 bis 1999 eine Höhe von durchschnittlich jährlich 6,04 % erreichte, dagegen betrug der Mittelwert der Fondsrenditen 6,56 % p.a. Das zeigt, dass für den betrachteten Zeitraum eine Belastung bzw. eine Verwässerung der Gesamtperformance durch die Renditebeiträge der anteiligen Liquiditätsanlagen im Durchschnitt nicht festzustellen ist (nomineller Ergebnisausweis).
Weiter kann festgestellt werden, das zum Beispiel für die Anlageperiode der schlechtesten 20 Jahre innerhalb des Gesamtbetrachtungszeitraumes die unbereinigte Rendite für Aktien mit 5,43 % p.a. (1973-1992) deutlich geringer ist wie die für die offenen Immobilienfonds mit im Mittel 6,56 % p.a. (1980-1999) sowie die der Rentenanlagen mit 7,14 % p.a. (1971-1990). Bei Betrachtung der schlechtesten 10 Jahre erreichten offenen Immobilienfonds im Mittel 6,20 % p.a. (1974-1983) und Rentenanlagen 6,52 % p.a. (1972-1981), während deutsche Aktien vor diesem Szenario auf 0,30 % p.a. (1973-1982) einbrachen. Dies zeigt, dass eine Definition von Langfristigkeit hinsichtlich einer erfolgreichen Aktienanlage eben nicht mit einer Anlagedauer von nur 10 oder 20 Jahren gegeben ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies für den risikoaversen Anleger, dass für kürzere Investitionszeiträume den offenen Immobilienfonds bzw. auch den Rentenanlagen ein Vorrang einzuräumen ist. Entsprechende Ergebnisinterpretationen können auch bei der Betrachtung inflationsbereinigter Renditen vorgenommen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Formelverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | VIII | |
| 1. Abschnitt: Asset-Allocation in offenen Immobilienfonds | 1 | |
| A. | Vermögensstruktur nach dem KAGG | 1 |
| I. | Rechtliche Bestimmung des offenen Immobilienfonds | 1 |
| II. | Anlagegrundsätze des Grundstücks-Sondervermögens | 2 |
| III. | Anlagegrenzen der Vermögensgegenstände | 3 |
| a). | Liegenschaften des Grundstück-Sondervermögens | 4 |
| b). | Beteiligungen an Grundstücks-Gesellschaften | 4 |
| c). | Liquiditätsanlagen | 5 |
| 1. | Mindestliquidität | 5 |
| 2. | Höchstliquidität | 6 |
| d). | Sonstige Vermögensgegenstände | 7 |
| e). | Verbindlichkeiten | 7 |
| f). | Rückstellungen | 8 |
| B. | Analysebezogene Aufteilung des Grundstücks-Sondervermögens | 8 |
| I. | Abgrenzung der Asset-Klassen | 9 |
| a). | Liquiditätsanteil des Sondervermögens | 10 |
| 1. | Kurzfristige Zinsanlagen | 10 |
| 2. | Mittel- bis langfristige Zinsanlagen | 11 |
| b). | Immobilienanteil des Sondervermögens | 12 |
| II. | Quantitative Entwicklung | 14 |
| a). | Tendenzen der Entwicklung | 15 |
| b). | Ursachen der Entwicklung | 18 |
| 1. | Höhe des Zinsniveaus | 18 |
| 2. | Time Lag zwischen Mittelzufluss und Investition | 18 |
| 3. | Knappheit des Immobilienangebotes | 20 |
| 4. | Wertentwicklung des Aktienmarktes | 21 |
| 2. Abschnitt: Extrahierung von Immobilienrenditen | 23 | |
| A. | Zielstellung der Extrahierung | 23 |
| I. | Erhöhung der Transparenz | 23 |
| a). | Ermittlung von Ergebniskomponenten | 24 |
| b). | Ausweis von Ergebniskomponenten im Rechenschaftsbericht | 25 |
| II. | Benchmarking von Immobilienanlagen | 26 |
| a). | Etablierte Immobilienindizes | 28 |
| 1. | Jones Lang LaSalle Index | 28 |
| 2. | Bulwien Index | 29 |
| 3. | Dix | 30 |
| b). | Extrahierte Immobilienrenditen als Benchmark | 31 |
| B. | Methodik der Extrahierung | 32 |
| I. | Grundlagen des Berechnungsverfahrens | 33 |
| II. | Zeitliche Transformation | 35 |
| III. | Bestimmung von Renditekomponenten | 37 |
| a). | Rendite der Sondervermögen | 37 |
| b). | Rendite der mittel- bis langfristigen Zinsanlagen | 38 |
| c). | Rendite der kurzfristigen Zinsanlagen | 38 |
| IV. | Rendite der Immobilienanlagen als Zielgröße der Extrahierung | 39 |
| 3. Abschnitt: Empirischer Renditevergleich | 41 | |
| A. | Rollierende Performanceanalyse | 41 |
| I. | Grundlagen des Berechnungsverfahrens | 42 |
| a). | Bestimmung der Investitionszeiträume | 42 |
| b). | Berechnung historischer Renditen | 43 |
| 1. | Arithmetisches Mittel | 43 |
| 2. | Geometrisches Mittel | 44 |
| c). | Berechnung der Volatilität | 47 |
| II. | Nomineller Ergebnisausweis der Performanceanalyse | 48 |
| a). | Vergleich der offenen Immobilienfonds untereinander | 48 |
| b). | Vergleich der offenen Immobilienfonds mit Aktien- u. Rentenanlagen | 50 |
| III. | Inflationsbereinigter Ergebnisausweis der Performanceanalyse | 51 |
| a). | Berechnung inflationsbereinigter Renditen | 51 |
| b). | Vergleich der offenen Immobilienfonds untereinander | 53 |
| c). | Vergleich der offenen Immobilienfonds mit Aktien- u. Rentenanlagen | 54 |
| B. | Korrelationsanalyse der Renditen | 55 |
| I. | Grundlagen der Korrelationsrechnung | 55 |
| II. | Matrix der Korrelationskoeffizienten | 56 |
| Schlussbemerkung | 59 | |
| Anhang | IX | |
| Abstract | XXI | |
| Quellenverzeichnis | XXIII | |
| Eidesstattliche Erklärung | XXVII |
sitiven Leverage-Effekt zur Folge hatte. Während eine Immobilienrendite vor Darlehenszinsen in Höhe von 9,9 Prozent erreicht wurde, so konnte nach Abzug der Darlehenszinsen eine Immobilienrendite von 12,9 Prozent ausgewiesen werden. Darüber hinaus wurden die Ergebnisbeiträge der Auslandsanlagen, auf Grund von Währungsveränderungen, um -1,6 Prozent bereinigt. Des weiteren ist zu erwähnen, dass die Verkehrswertsteigerung der Immobilienanlagen des Auslands mit einem Bewertungsergebnis von + 3,7 Prozent insbesondere zu einem deutlich besseren Ergebnis gegenüber den Liegenschaftsanlagen des Inlands beigetragen hat. Im Gegensatz dazu war bei der Bewertung der Immobilien des Inlandes ein Abschlag von -0,5 Prozent zu verzeichnen.95 Die Rendite der Liquiditätsanlagen erreichte im betrachteten Geschäftsjahr 1,7 Prozent. Ursächlich für die geringe Verzinsung waren Kursrückgänge festverzinslicher Wertpapiere, hervorgerufen durch den Anstieg der Kapitalmarktzinsen im Berichtszeitraum.96 Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass durch den detaillierten Ausweis einzelner Ergebniskomponenten der Rendite eines offenen Immobilienfonds, eine vielschichtigere Betrachtung der Vermögens- sowie insbesondere der Ertrags- und Ergebnissituation möglich ist. [...]
Seit einigen Jahren weisen die offenen Immobilienfonds die exakten Performancebestandteile in den Rechenschaftsberichten der Grundstücks-Sondervermögen detailliert aus. Dabei geht die Differenzierung über eine Unterteilung in lediglich Liquiditäts- und Immobilienanlagen hinaus. Einzeln ausgewiesen werden neben den Brutto- sowie Nettomieterträgen der Immobilienanlagen auch die Ergebnisbeiträge, die sich aus der mindestens einmal jährlich vorzunehmenden Bewertung92 der Liegenschaften des Sondervermögens ergeben. Weiterhin werden die Immobilienrenditen vor und nach Darlehenszinsen aufgeführt. Darüber hinaus erfolgt eine nach Inland und Ausland getrennte Darstellung der Ergebnisbeiträge sowie in diesem Zusammenhang eine Bereinigung um zu berücksichtigende Währungsveränderungen.93 Die nachfolgende Abbildung zeigt das Schema für den Ausweis der Ergebniskomponenten der Fondsrendite eines Grundstück-Sondervermögen, wie es beispielhaft im Rechenschaftsbericht des Grundbesitz-Invest für das Geschäftsjahr 1999/2000 angewandt wurde. [...]
Eine Möglichkeit zur Ermittlung von Ergebniskomponenten der Rendite offener Immobilienfonds besteht in dem Verfahren der Extrahierung der Rendite der Immobilienanlagen von Grundstücks-Sondervermögen. Es handelt sich dabei um ein approximatives Näherungsverfahrens.89 Ziel ist es „... die Gesamtrendite des Sondervermögens um die Ergebnisbeiträge der Zinsanlagen zu korrigieren.“90 Im Einzelnen wird dabei eine differenzierende Unterteilung nach kurzfristigen sowie mittel- bis langfristigen Zinsanlagen gemäß der analysebezogenen Aufteilung des GrundstücksSondervermögens in einen Liquiditäts- und Immobilienanteil vorgenommen.91 Der Verzinsung der Liquiditätsanlagen wird die Performance einer den kurz- sowie mittelbis langfristigen Zinsanlagen entsprechenden Benchmark unterstellt. Die Rendite der Immobilienanlagen ergibt sich somit aus der Gesamtrendite des Fonds nach Abzug der Ergebnisbeiträge der Liquiditätsanlagen unter Beachtung ihrer anteiligen Gewichtung am Fondsvermögen. Im Einzelnen wird die Vorgehensweise dieses Verfahrens im Punkt B „Methodik der Extrahierung“ aufgezeigt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832443917
Arbeit zitieren:
Nowak, Michael Mai 2001: Analyse der Wertentwicklung deutscher offener Immobilienfonds, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Aktien, Analyse, Immobilien, offene Immobilienfonds, Wertentwicklung




