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Die Analyse der Standortentscheidung von Medienunternehmen aus der Sicht des Standortmarketing

Die Analyse der Standortentscheidung von Medienunternehmen aus der Sicht des Standortmarketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Guido Schenk
  • Abgabedatum: März 1997
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 729,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5024-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5024-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5024-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schenk, Guido März 1997: Die Analyse der Standortentscheidung von Medienunternehmen aus der Sicht des Standortmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Medienunternehmen, Standortmarketing, Kaufprozeß, Buying Center

Diplomarbeit von Guido Schenk

Einleitung:

Vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Defizite versuchen Länder, Städte und Gemeinden in zunehmendem Maße, die unternehmerische Standortentscheidung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Seit Anfang der achtziger Jahre spricht man in diesem Zusammenhang von dem Einsatz von Marketing für Gebietskörperschaften, einem sog. „Standortmarketing“. In zahlreichen Quellen werden Erkenntnisse und Strategien aus dem Konsumgütermarketing und dem Non-Profit-Marketing auf das neue Einsatzgebiet übertragen. Die unternehmensinternen Prozesse, die im Verlauf einer Standortentscheidung ablaufen, werden bisher nicht berücksichtigt.

In der vorliegenden Arbeit wird die These vertreten, dass die Analyse dieser Prozesse wichtige Hinweise für das Standortmarketing liefern kann. Eine Standortentscheidung wird zwar nicht mit „Kauf“, „buy“ oder „purchase“ bezeichnet, aber ebenso wie bei der Beschaffung von Investitionsgütern treten hier jedoch Organisationen (Unternehmen, Behörden usw.) als Nachfrager auf. Sollte eine Standortentscheidung die selben Merkmale wie das organisationale Kaufverhalten aufweisen und daraus ein spezifisches Nachfrageverhalten folgen, so erscheint es gerechtfertigt, bei der Konzeption von Standortmarketing Anlehnungen an das Investitionsgütermarketing und nicht an das Konsumgütermarketing oder Non-Profit-Marketing zu nehmen.

Gang der Untersuchung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Standortentscheidung auf Merkmale des organisationalen Kaufverhaltens zu überprüfen und Implikationen für das Standortmarketing aufzuzeigen. Dies soll exemplarisch an der Standortentscheidung von Medienunternehmen und dem Standortmarketing der Stadt Köln dargestellt werden. Insbesondere wird überprüft, in welcher Form das Buying Center-Modell und das BUYGRID-Raster einen Planungsrahmen für Maßnahmen im Standortmarketing bieten könnten.

Im 1. Kapitel werden Theorie und Praxis des Standortmarketing vorgestellt und es wird aufgezeigt, auf welche Modelle und Ansätze Marketing-Maßnahmen bisher aufbauen können. In Kapitel 2 wird die Standortentscheidung auf die Merkmale des organisationalen Kaufverhaltens überprüft. Anschließend werden einige Implikationen für die Kommunikationspolitik im Standortmarketing abgeleitet. Flankiert wurden die Literaturstudien zu dieser Arbeit von offenen Interviews des Verfassers mit Vertretern von Organisationen, die Standortmarketing betreiben, und von Medienunternehmen, die in jüngerer Vergangenheit Standortentscheidungen zu fällen hatten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Standortmarketing 2
1.1 Konzeption einer Standortmarketing-Theorie 2
1.1.1 Terminologie 2
1.1.2 Abgrenzung zu Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklungsplanung 4
1.1.3 Abgrenzung zu anderen Formen des kommunalen Marketing 6
1.1.4 Akteure im Standortmarketing 7
1.2 Betriebswirtschaftliche Bedeutung der Standortentscheidung 8
1.2.1 Terminologie 8
1.2.2 Klassen von Standortentscheidungen 9
1.2.3 Bedeutung des Standorts im Rahmen der Wertkette 11
1.3 Modelle zur Standortentscheidung 12
1.3.1 Gesamtwirtschaftliche Ansätze 13
1.3.2 Ansatz auf Basis der Produktlebenszyklus-Hypothese 14
1.3.3 Normativ-deduktive Ansätze 15
1.3.4 Verhaltens- und entscheidungstheoretische Ansätze 17
1.4 Standortmarketing-Praxis der Medienstadt Köln 18
1.4.1 Zielgruppe Medienunternehmen 18
1.4.2 Wirtschaftsfaktor Medienunternehmen 20
1.4.3 Bedeutung der Landesmedienanstalten 22
1.4.4 Entwicklung der Medienstadt Köln 24
2. Standortentscheidung als organisationales Kaufverhalten 26
2.1 Konflikte und Interaktion bei der Standortentscheidung 27
2.1.1 Ursachen von Konflikten 27
2.1.2 Konfliktlösung durch Interaktion und Reglementierung 30
2.1.3 Konflikte und Konfliktlösung in Medienunternehmen 31
2.2 Rollenstruktur im Entscheidungsgremium 32
2.2.1 Übertragung der Rollenstruktur auf Standortentscheidungen 33
2.2.2 Betroffener 34
2.2.3 Einflußnehmer 37
2.2.4 Genehmigungsinstanz 38
2.2.5 Verhandlungspartner nach außen 39
2.2.6 Gatekeeper 40
2.3 Situationsbezogenheit des Entscheidungsgremiums 41
2.3.1 Gründung 42
2.3.2 Verlagerung 44
2.3.3 Erweiterung 46
2.3.4 Problemerkennung 49
2.3.5 Informationssuche und -bewertung 51
2.3.6 Festlegung 53
2.3.7 Nachkaufphase 54
3. Implikationen für das Standortmarketing 57
3.1 Strategie-Entscheidungen 57
3.1.1 Konzeptionelle Nähe zum Investitionsgütermarketing 57
3.1.2 Strategische Stoßrichtung 58
3.1.3 Primat der Kommunikationspolitik 59
3.2 Konzentration auf den „Center of Gravity“ 61
3.2.1 Unterstützung bei der Suche nach Kriterien bei einer Gründung 61
3.2.2 Verlagerung nach Berücksichtigung neuer Kriterien 61
3.2.3 Erweiterung als Bestätigung vorangegangener Standortentscheidungen 63
3.3 Kommunikationselemente in den einzelnen Phasen 64
3.3.1 Problemerkennungsphase als Center of Gravity einer Gründung 65
3.3.2 Entscheidung zwischen Erweiterung und Verlagerung in der Phase der Informationssuche und -bewertung 67
3.3.3 Nutzung der Festlegungsphase als Indikator 69
3.3.4 Nachkaufphase als Center of Gravity einer Erweiterung 69
3.4 Vorschläge für Kommunikationsmaßnahmen 71
3.4.1 Emotionale Bindung des Betroffenen an einen Standort 71
3.4.2 Kommunikation mit dem Einflussnehmer via „Ingredient Branding“ 74
3.4.3 Eine vorbildliche Standortwahl für die Genehmigungsinstanz 76
3.4.4 Informationsfluss zwischen Entscheidungsgremium und Standort 77
Fazit 79
Anhang 1: Ergänzende Abbildungen und Tabellen zum Text 81
Anhang 2: Anschreiben und Liste der Interviewpartner 85
Literaturverzeichnis 87
Erklärung 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

Verlagerung für das Unternehmen nicht existentiell (wie bei einer Gründung). Anforderungen an Standorte können daher auch auf die Gefahr einer ergebnislosen Suche hin aufrecht erhalten werden. Die empfundene Sicherheit der an der Entscheidung beteiligten Personen ist größer als bei einer Gründung, da die eigene Erfahrung eine Beurteilung der Informationen über andere Standorte ermöglicht. Signifikante Änderungen im Verhalten sind zu erwarten, wenn die Suche im näheren Umfeld ergebnislos geblieben ist. Die Suche nach einem Standort in größerer Distanz konkurriert mit dem Abbruch der Suche. Nun sind auch andere Entscheidungskriterien zu erwarten, wenn z. B. die Betroffenen die Auswirkungen auf ihr privates Leben erkennen und in der Entscheidung berücksichtigen2. Im Gegensatz zur Gründung oder Erweiterung kann bei einer Verlagerung der Wunsch nach Geheimhaltung der Pläne bestehen, sofern sich die Beteiligten von der Einbeziehung der Öffentlichkeit keine Erleichterung der Entscheidung versprechen3. [...]

gliedern im Entscheidungsgremium. In empirischen Untersuchungen wird festgestellt, daß bei Standortentscheidungen zunächst eine Erweiterung des bestehenden Standortes geprüft wird2. Anschließend beginnt die Suche im näheren und weiteren Umfeld. Diese Beobachtung legt den Schluß nahe, daß die Betroffenen diese Reihenfolge beeinflussen konnten. Hypothesen zur Charakterisierung des Betroffenen: • • Der Betroffene interessiert sich in größerem Maße für die weichen Standortfaktoren als die übrigen Gremiumsmitglieder. Mit Fortdauer der Standortentscheidung verfügt er über einen Wissensvorsprung gegenüber den übrigen Gremiumsmitgliedern hinsichtlich weicher Standortfaktoren. • Je mehr Mitglieder im Entscheidungsgremium von der Standortentscheidung persönlich betroffen sind, desto größer ist die Bedeutung weicher Standortfaktoren. • • Je wichtiger der Betroffene für das Unternehmen ist, desto größere Bedeutung haben weiche Standortfaktoren. Bei einer Gründung hat der Betroffene keinen Einfluß, da erst nach der Entscheidung Mitarbeiter für den neuen Standort eingestellt werden. Die Interviews mit Vertretern von Medienunternehmen haben gezeigt, daß sich die Rolle des Betroffenen identifizieren läßt. Bei den kleineren Medienunternehmen war das Phänomen der Rollenüber- [...]

erster Linie auf die regionale Kulturwirtschaft. Da diese wiederum zur Lebensqualität am Standort signifikant beiträgt, entsteht ein fruchtbares Wechselspiel gegenseitiger Unterstützung2. Die Ausgaben des WDR an die Kultur- und Medienwirtschaft betrugen 1985 ca. 180 Millionen DM. Außerdem wurden etwa 65 Millionen DM Honorar an feste und 50 Millionen DM an freie Mitarbeiter gezahlt, die überwiegend in Köln leben3. Zusätzlich fördert der WDR seit 1991 mittels der Filmstiftung NRW Produktionen sowie Projekt- und Drehbuchentwicklungen in Nordrhein-Westfalen4. Massenmedien haben eine wichtige Funktion als Werbeträger. Lokal orientierte Unternehmen (z. B. Einzelhandel, Klein- und Mittelständige Unternehmen) benötigen lokale Medien für ihre Werbung. Eine breit differenzierte Medienwirtschaft ist daher auch ein [...]

Arbeit zitieren:
Schenk, Guido März 1997: Die Analyse der Standortentscheidung von Medienunternehmen aus der Sicht des Standortmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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