Analyse von Qualitätsmanagementsystemen im Einzelhandel
Dargestellt am praktischen Beispiel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Astrid Juric
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 108 Seiten
- Dateigröße: 933,8 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5061-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5061-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5061-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Juric, Astrid Dezember 2001: Analyse von Qualitätsmanagementsystemen im Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualitätsmanagementsysteme, Balanced Scorecard, TQM, Einzelhandel
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Diplomarbeit von Astrid Juric
Einleitung:
Nicht das bloße Unternehmenswachstum, sondern vielmehr die dauerhafte Sicherung des Unternehmensfortbestands ist in der heutigen Marktsituation für das Management der meisten Handelsbetriebe mehr denn je die größte Herausforderung.
Bedingt durch die hohe Substituierbarkeit der Leistungsangebote von Handelsbetrieben, die stagnierenden Haushaltseinkommen sowie die rückläufige einzelhandelsrelevante Nachfrage wird die erfolgreiche Gewinnung von Neukunden erschwert. Hierzu belegen Studien sehr eindrucksvoll, dass die Neukundenakquisition im Vergleich zur Bindung bereits gewonnener Kunden etwa fünfmal so teuer ist. Mithin wird die Kundenbindung zur Sicherung des Unternehmensfortbestand mehr den je zum Erfolgsfaktor unternehmerischen Handelns.
Die steigende Erwartung an Dienst- und Serviceleistungen, die Kunden in zunehmenden Maße an Unternehmen des Einzelhandels stellen, machen deutlich, dass es schon lange nicht mehr ausschließlich der Preis ist, mit dem Kunden an eine Einkaufsstätte gebunden werden können. Ausschlaggebend für die intensive Kundenbindung ist vielmehr der Grad der Zufriedenheit der Kunden mit der als Resultat der Qualität der ihnen angebotenen Leistung.
Um Kunden über die Qualität der Gesamtleistung an das Unternehmen binden zu können, ist das konsequente Streben nach der Erfassung der Kundenbedürfnisse eine notwendige Voraussetzung. Nur so ist es möglich, ein anforderungsgerechtes Leistungsbündel anzubieten, dass Gesamtqualität in der kundenindividuellen Beurteilung gewährleistet und Zufriedenheit mit der unternehmerischen Leistung auslöst.
In Unternehmen des institutionellen Handels nimmt die Komplexität des Strebens nach Kundenbindung durch eine zusätzlich Dimension zu: Handelsbetriebe, deren Leistungsangebot sich über die Kombination fremderstellter Sachleistungen mit eigenerstellten Dienstleistungen konstituiert, müssen in ihrem Bemühen nach einem anforderungsgerechten Leistungsangebot die Qualität der von ihnen angebotenen Dienstleistungen einbeziehen. Diese zweidimensionale Betrachtung der Qualität handelsbetrieblicher Leistungserstellung erfordert demgemäss auch ein ganzheitliches auf Qualität ausgerichtetes Managementkonzept.
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit soll analysiert werden, welche Qualitätsmanagementsysteme für einen Handelsbetrieb besonders geeignet sind, und wie die Qualitätserfüllungen anhand von Kennzahlen überprüft werden können.
Dazu wird zunächst auf die Bedeutung (Kapitel 2) und die Grundlagen der Ermittlung von Qualität im Einzelhandel (Kapitel 3) eingegangen. Kapitel 4 beschreibt die Einführung ganzheitlicher Qualitätsmanagementsysteme. Auf die Analyse des Total Quality Management als ganzheitlicher Ansatz (Kapitel 5) eines Qualitätsmanagementsystems folgt die Beurteilung ausgewählte Qualitätsmanagementsysteme zur Erreichung ganzheitlicher Qualität im Einzelhandel (Kapitel 6).
Kennzahlen als Methode zur Messung ganzheitlicher Qualität im Einzelhandel werden in Kapitel 7 beschrieben und bilden die Grundlage für die Beschreibung und Bewertung der Balanced Scorecard in einem Handelsunternehmen (Kapitel 8).
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | PROBLEMSTELLUNG UND VORGEHENSWEISE | 1 |
| 2. | DIE BEDEUTUNG VON QUALITÄT IM EINZELHANDEL | 3 |
| 2.1 | QUALITÄT ALS ERGEBNIS VERÄNDERTER GESAMTWIRTSCHAFTLICHER RAHMENBEDINGUNGEN | 3 |
| 2.2 | ZUSAMMENHANG VON QUALITÄT UND UNTERNEHMENSERFOLG | 9 |
| 2.2.1 | Der Erfolg in empirischen Studien | 9 |
| 2.2.2 | Theoretische Diskussion der Berücksichtigung von Qualität im Rechnungswesen | 10 |
| 2.2.3 | Wirtschaftlichkeitsanalyse des Qualitätsmanagementsystems | 10 |
| 3. | GRUNDLAGEN DER ERMITTLUNG VON QUALITÄT IM EINZELHANDEL | 12 |
| 3.1 | QUALITÄT IM ALLGEMEINEN | 12 |
| 3.2 | QUALITÄT IM EINZELHANDEL | 16 |
| 3.3 | WESEN UND BESONDERHEITEN BEI DER LEISTUNGSERSTELLUNG IN EINZELHANDELSBETRIEBEN | 17 |
| 3.3.1 | Dualität der Handelsleistung | 18 |
| 3.3.1.1 | Sachleistung | 18 |
| 3.3.1.2 | Dienstleistung | 19 |
| 3.3.2 | Notwendigkeit der ganzheitlichen Betrachtung der Handelsleistung | 20 |
| 3.3.3 | Qualität in den Phasen der Leistungserstellung im Einzelhandel | 22 |
| 3.4 | DIMENSIONEN DER QUALITÄT VON HANDELSLEISTUNGEN | 25 |
| 3.5 | QUALITÄTSWAHRNEHMUNG UND KUNDENZUFRIEDENHEIT IM EINZELHANDEL | 33 |
| 3.6 | KUNDENZUFRIEDENHEIT IN DEUTSCHLAND | 35 |
| 4. | EINFÜHRUNG GANZHEITLICHER QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEME IM EINZELHANDEL | 37 |
| 4.1 | GRUNDLAGEN UND DEFINITION VON QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEMEN | 37 |
| 4.2 | ENTWICKLUNGSSTUFEN VON QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEMEN | 38 |
| 4.3 | PHASENSCHEMA ZUR UMSETZUNG EINES QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEMS | 40 |
| 5. | TOTAL QUALITY MANAGEMENT (TQM) ALS GANZHEITLICHER ANSATZ EINES QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEMS | 41 |
| 5.1 | BEDEUTUNG UND ZIELE DES TOTAL QUALITY MANAGEMENT | 41 |
| 5.2 | GRUNDPRINZIPIEN DES TOTAL QUALITY MANAGEMENT | 45 |
| 5.2.1 | Kundenorientierung | 45 |
| 5.2.2 | Prozessorientierung | 46 |
| 5.2.3 | Managementverhalten | 46 |
| 5.3 | SCHWIERIGKEITEN BEI DER EINFÜHRUNG VON TQM | 47 |
| 6. | BEURTEILUNG AUSGEWÄHLTER QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEME ZUR ERREICHUNG GANZHEITLICHER QUALITÄT IM EINZELHANDEL | 48 |
| 6.1 | DIE NORMENFAMILIE DER DIN ISO 9000 FF | 48 |
| 6.1.1 | Probleme und Kritische Würdigung bei der Anwendung von DIN ISO 9000 ff. im Einzelhandel | 50 |
| 6.1.2 | Die Grenzen der DIN ISO 9000 ff für die Erreichung von TQM im Einzelhandel | 52 |
| 6.2 | QUALITÄTSPREISE UND IHRE NUTZUNG FÜR DIE EINFÜHRUNG VON TQM IM EINZELHANDEL | 53 |
| 6.3 | EFQM-MODELL | 55 |
| 6.3.1 | Die Kriterien des EFQM-Modells | 56 |
| 6.3.2 | Selbstbewertung | 63 |
| 6.3.3 | Die Beurteilung des EFQM-Modells im Vergleich zur DIN ISO 9001 und Hinblick auf die Erreichung eines ganzheitlichen Qualitätsgedankens im Handel | 65 |
| 7. | KENNZAHLEN ALS METHODE ZUR MESSUNG GANZHEITLICHER QUALITÄT IM EINZELHANDEL | 68 |
| 7.1 | ANFORDERUNGEN EINES KENNZAHLENSYSTEMS IN EINEM NACH DEM EFQM- MODELL GEFÜHRTEN UNTERNEHMEN | 69 |
| 7.2 | DIE BALANCED SCORECARD ALS MESSINSTRUMENT DER QUALITÄT IM HANDEL | 70 |
| 8. | DIE EINFÜHRUNG DER BALANCED SCORECARD IN EINEM HANDELSUNTERNEHMEN | 72 |
| 8.1 | DIE UMSETZUNG DER BALANCED SCORECARD BEIM DISCOUNTER-A | 72 |
| 8.1.1 | Der Ablaufplan | 75 |
| 8.1.2 | Die Kennzahlen: | 77 |
| 8.1.3 | Die Messinstrumente | 79 |
| 8.1.4 | Das Berichtswesen | 81 |
| 8.2 | BEWERTUNG DER BALANCED SCORECARD IM DISCOUNTER-A IM HINBLICK AUF DIE ERREICHUNG EINES GANZHEITLICHEN QUALITÄTSANSATZES IM EINZELHANDEL | 82 |
| 8.3 | WEITERENTWICKLUNG DER BALANCED SCORECARD IM DISCOUNTER-A IM HINBLICK AUF DIE ERREICHUNG EINES GANZHEITLICHEN QUALITÄTSANSATZES IM EINZELHANDEL | 86 |
| 9. | FAZIT | 92 |
| Literaturverzeichnis | 94 | |
| Lebenslauf | 101 | |
| Erklärung | 102 | |
| Anhang | 103 |
Die Prozessorientierung soll dazu beitragen, im Unternehmen ein Denken und Vorgehen zu erzeugen, in dem unter Qualität nicht nur das Ergebnis eines Leistungsprozesses verstanden wird, sondern die einzelnen Schritte der Leistungserstellung analysiert werden sollen. Ziel ist es, Fehler zu verringern bzw. zu vermeiden, und somit Kosten zu sparen und Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Die geforderten Qualitätsziele sollen während des Leistungsprozesses erreicht werden. Prozessorientierung bedeutet also, dass Prozesse im Vordergrund stehen und nicht die Ergebnisse.154 Die Prozessorientierung berücksichtigt den natürlichen Verlauf des Wertschöpfungsprozesses im Unternehmen und unterstützt die Kundenorientierung. Dabei erfolgt die Umsetzung durch das Management, welches strategische, organisatorische und kontrollierende Maßnahmen einsetzt, um die Prozessqualität zu verbessern. Hummel und Malorny beschreiben diesbezüglich folgende Schritte: Prozesse und Prozessketten bestimmen und aufzeichnen Prozessverantwortlichkeit festlegen Kunden- Lieferanten- Übergänge ermitteln und Anforderungen klären Prozessbeherrschung herstellen Prozessregelungen betreiben [...]
Des TQM als ganzheitliches Konzept setzt seinen Schwerpunkt auf die Mitwirkung des „Menschen“ und auf permanente Verbesserungen der Unternehmensstrukturen.149 Beim TQM werden die Faktoren Qualität, Zeit und Kosten gleichzeitig berücksichtigt, so dass das TQM in vielerlei Hinsicht wirkt und über den Bereich der singulären Bewirtschaftung der Qualität deutlich hinausgeht. Nach Witte verlangt ein integriertes Qualitätsmanagement eine Qualitätssteuerung, welche die qualitätsbeeinflussenden Aktivitäten und Maßnahmen unter Einbeziehung der anbieter– und nachfragerorintierten Sicht koordiniert.150 Das TQM beinhaltet langfristige und integrierte Konzepte mit dem Ziel, die Qualität von Produkten und Dienstleistungen eines Unternehmens hinsichtlich Kosten, Einkauf, Kundenservice usw. zu verbessern. Durch die ständige Verbesserung des Qualitätsniveaus sollen die Kundenbedürfnisse befriedigt werden. Wilmes und Radtke sind der Meinung, dass das TQM ein äußerst erfolgsversprechendes Managementkonzept ist, welches auf die dynamischen Rahmenbedingungen gut reagiert.151 Als Ziele werden dabei ein langfristiger Geschäftserfolg und ein Nutzen für alle Mitglieder der Organisation sowie für die Gesellschaft angestrebt. [...]
Kunden-Lieferanten-Beziehung interpretiert und gestaltet werden.145 Mit der Einbeziehung der internen Prozesse geraten die innerbetrieblichen Voraussetzungen von Qualität ins Blickfeld, und die Qualitätssicherung wird zu einer zentralen Führungsaufgabe des Managements. Zugleich wird deutlich, dass Qualitätsbereitstellung und –sicherung nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich einer bestimmten Abteilung fallen, sondern zu Pflichten und Verantwortlichkeiten aller Mitarbeiter auf allen Unternehmensebenen werden. Damit aber die Mitarbeiter diese Pflichten auch akzeptieren, verinnerlichen und dem Prozess der ständigen Verbesserungen selbständig Dynamik verleihen können, bedarf es des Einsatzes vielfältiger personalorientierter Instrumente und einer nachhaltigen Beteiligung der Mitarbeiter an qualitätsbezogenen Entscheidungsprozessen.146 Die Vernetzung von Mitarbeiterintegration und Kundenorientierung im Zusammenhang mit der Diskussion um die Vermarktung von Dienstleistungen erscheint plausibel, weil hier die Unmöglichkeit bzw. Dysfunktionalität einer isolierten betriebswirtschaftlichen Betrachtung von Marketing, Qualität, Personal und Prozessmanagement besonders offenkundig ist. Kunden sind in der Regel an der Dienstleistungserstellung beteiligt und machen ihre Qualitätseinschätzungen davon abhängig, wie sie die Mitarbeiter und die unternehmerischen Ressourcen und Systeme in der Kontaktsituation erleben. Die erfolgreiche Umsetzung von TQM in der Praxis setzt die Einbeziehung und Aktivierung aller Mitarbeiter sämtlicher Hierarchiestufen voraus. Die Mitarbeiter müssen von der Unternehmensleitung überzeugt werden. Die Prozesse sind wertschöpfungs- und kundengerecht zu gestalten und umzusetzen. Die einmalige optimale Gestaltung des Unternehmens und seiner Prozesse ist aber weder möglich noch ausreichend; es muss eine kontinuierliche Weiterentwicklung stattfinden, damit das Unternehmen bei veränderten Kundenanforderungen und in einer dynamischen Umwelt wettbewerbsfähig bleibt.147 Es gibt keine „Normen“ für das TQM. Dadurch unterscheidet sich die Einführung von TQM-Systemen grundsätzlich von Qualitätsmanagementsystemen nach DIN EN ISO 9000ff. Da keine Normen für TQM existieren, kann auch keine Zertifizierung durch eine neutrale Stelle erfolgen. Zur Zertifizierung wird beim TQM-System das Verfahren der Selbstbewertung angewandt, welches sich grundsätzlich von Konformitätsbewertungsverfahren der Zertifizierung unterscheidet. Eine Form der Selbstbewertung sind beispielsweise Checklisten, Fragebögen aber auch Workshops zur Selbstbewertung: Eine Kombination der verschiedenen Verfahren ist durchaus möglich und in der Praxis üblich.148 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832450618
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Juric, Astrid Dezember 2001: Analyse von Qualitätsmanagementsystemen im Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
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Qualitätsmanagementsysteme, Balanced Scorecard, TQM, Einzelhandel



