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Analyse des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen

Eine Analyse am Beispiel von Fußball-Länderspielen der Fernsehsender ARD und ZDF

Analyse des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tony Ebers
  • Abgabedatum: April 2006
  • Umfang: 135 Seiten
  • Dateigröße: 572,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 33
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2145-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ebers, Tony April 2006: Analyse des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sportjournalismus, Live-Kommentar, Fußball, Länderspiel, Fernsehübertragung

Diplomarbeit von Tony Ebers

Einleitung:

Der im Juni 2005 zu Ende gegangene FIFA-Confederations-Cup, welcher im Vorfeld einer Fußball-Weltmeisterschaft immer ein Jahr zuvor als Generalprobe im Gastgeberland stattfindet, hat wieder einmal Millionen von Menschen in Deutschland vor den Fernsehgeräten vereint und die volle Aufmerksamkeit der Bevölkerung genossen. Fußballfans, Sportinteressierte, sowie neutrale Fernsehzuschauer gleichermaßen verfolgten dieses mediale Großereignis entweder live im Stadion, oder fieberten vor den Fernsehgeräten mit. Sportliche Ereignisse wie der FIFA-Confederations-Cup, zumal noch im eigenen Land, werden nach Dankert nicht selten leidenschaftlicher und ausgiebiger in der Bevölkerung diskutiert, als beispielsweise Alltagsprobleme der Menschen oder politische Entscheidungen. Die Regeln des Sports sind fest fixiert, über nationale Grenzen hinweg verbindlich und oft bekannter, als z.B. die Spielregeln der Politik. Am Gespräch über den Fußball nehmen nicht nur Fußballer und der engere Kreis der Fußballfans teil, sondern auch ein sehr weit gezogener Kreis von Laien.

Eine Untersuchung des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen berührt ein gesellschaftliches Phänomen von hohem Interesse und weitreichender Verbreitung. Mehr als 6 Millionen Menschen sind Mitglied im Deutschen Fußballbund, also aktiv oder passiv direkt mit dem Fußball verbunden; ein weitaus größerer Teil der Bevölkerung erlebt den Fußball indirekt als Medienkonsument. Neben seiner aktiven und erlebnisorientierten Seite ist der Fußball auch ein Medienereignis, dessen umsatzsteigernder Wirkung sich weder die Printmedien, noch der Rundfunk oder das Fernsehen entziehen können. Das „Produkt“ bzw. die „Ware“ Fußball soll dem Zuschauer verkauft werden.

Mit dem Ansehen der Spiele im Fernsehen rezipiert man aber nicht nur bewegte Bilder, sondern auch einen bewusst oder unbewusst wahrgenommenen Live-Kommentar des fortlaufenden Spielgeschehens. Der Kommentar soll dem Zuseher bei seinen visuell wahrgenommenen Erkenntnissen unterstützen, sowie erlebte Gefühle und Ausdrücke in ihm auslösen. Kommentatoren lassen den Rezipienten durch die Art ihrer Berichterstattung am Spielgeschehen teilhaben, wodurch man als Zuschauer die Spiele mit mehr Emotionen erlebt.

Die Zuschauer werden somit in eine Form des Dialogs mit dem Medium verwickelt, obwohl der Kommunikationsprozess nur einseitig in Richtung des Zusehers verläuft. Der Empfänger interpretiert durch den Kommentar das Spielgeschehen eines Fußball-Länderspiels in veränderter und emotionaler Form.

Die Mitteilungen des Kommentators werden dabei in dieser Untersuchung methodisch analysiert und anschließend in Bezug auf Kommunikationsmerkmale ausgewertet.

Gang der Untersuchung:

Die Diplomarbeit soll Aufschluss darüber geben, mit welchen Kommunikationstechniken und Stilmerkmalen des Sprechens der Kommentator eines Fußball-Länderspiels arbeitet. Charakteristische Merkmale des Kommunizierens mit Hilfe der Sprache könnten in diesem Zusammenhang eine gewisse Ungezwungenheit und Lockerheit in der Kommentierung, sowie ökonomisches Sprechen, Fußball spezifische Fachsprache und Ausdrucksfülle sein. Bei Betrachtung der einschlägigen Literatur über Sprachkommunikation im Sport sind Kommunikationstechniken wie Metaphern, idiomatische Redewendungen und Fremdwörter wichtige Stilmerkmale der Sportsprache. Hierbei gilt es zu untersuchen, ob der Kommentator eines Fußball-Länderspiels sich dieser Kommunikationsformen bedient. Zudem wird bei der Betrachtung des Kommentars von Fußball-Länderspielen untersucht, ob besondere Auffälligkeiten in der Sprache zu erkennen sind. Die Sprechpausen des Kommentators an gewissen Stellen im tatsächlichen Spielverlauf werden ebenfalls erfasst und in die Analyse mit einbezogen.

Darauf aufbauend soll geklärt werden, welchen Stereotypen Live-Kommentare unterliegen. Stereotypen sind in der Psychologie Meinungen bzw. vereinfachte Abbilder komplizierter Zusammenhänge, denn häufig sind Sachverhalte so komplex, dass sich der Mensch ersatzweise auf ein Urteil verlässt, das nur ein oder zwei Seiten einer Sache in Betracht zieht.

Fernsehkommentatoren unterliegen der ständigen Kritik des mitschauenden Hörers und können bei allzu häufigen Äußerungen das unmittelbare visuelle Erfassen stören und den Zuseher somit eventuell verärgern. Der Kommentator soll nur ein unterstützender Informant des laufenden Spiels sein, wobei er sich verschiedenster Kommunikationsformen bzw. -techniken bedienen darf.

Da das visuelle Bild die vorrangige und entscheidende Informationsquelle ist, stellt der Kommentar nur eine Hilfestellung für das Verständnis des Zuschauers dar. So sind etwa zur Information des Zuschauers einleitende Bemerkungen, die Vorstellung der teilnehmenden Mannschaften, die Art und Bedeutung des Spiels, sowie die häufige Nennung der Namen der Spieler notwendig.

Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind drei Vorrundenspiele des FIFA-Confederations-Cup 2005 in Deutschland, die von den Fernsehsendern ARD und ZDF übertragen wurden. Von beiden Sendeanstalten wurde bei der Auswahl der zu analysierenden Spiele darauf geachtet, dass unterschiedliche Reporter die Spiele kommentieren, um eine umfassende Analyse und ausgewogene Betrachtungsweise gewährleisten zu können.

Im ersten Schritt der Diplomarbeit werden die durch den Kommentator eines Fußball-Länderspiels einseitig an die mitschauenden Hörer gerichteten Mitteilungen mit Hilfe der Inhaltsanalyse methodisch untersucht. Die Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen im Kommunikationsprozess. Dabei gilt es mit Hilfe eines Codeplans die Mitteilungen in Kategorien einzuordnen und anschließend zu codieren.

Im zweiten Schritt werden die aus der Inhaltsanalyse der Mitteilungen gewonnenen Erkenntnisse auf die Kommunikationsmerkmale, welche ein Reporter eines Fußball-Länderspiels verwendet, untersucht. Ein schwerpunktmäßiger Anteil kommt der Betrachtung der Sprache während des tatsächlichen Spielverlaufs zu. Die Fachsprache sollte zudem über terminologische Bestimmungen verfügen, welche die im Fußballspiel verbindlichen Normen eindeutig fixieren. Darüber hinaus ist zu prüfen, welcher Jargonwendungen sich der Reporter bedient, um mit diesem ungezwungeneren und unverbindlicheren Sprachinstrument zu beweisen, dass er zur Gruppe der Fußballer gehört und mit den Besonderheiten des Fußballspiels vertraut ist. Die Anwendung des spezifischen Fachvokabulars ermöglicht dies dem Kommentator nicht in jenem Ausmaß.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
Teil I: Analyse, Theorie und Konzeption
1. Einleitung 6
1.1 Hintergrund 6
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit 7
2. Kommunikationswissenschaftlicher Hintergrund des Themas 9
2.1 Systematik der Massenkommunikationsforschung 9
2.2 Aussagen- und Inhaltsforschung 11
2.3 Medienforschung 12
3. Begriffserklärungen und Erläuterungen 13
3.1 Die Funktion des Kommentars in der Sportberichterstattung des Fernsehens 13
3.2 Sportsprache als Sondersprache 14
3.2.1 Fußballsprache als Beispiel für eine Fachsprache 17
3.2.2 Fußballjargon als Beispiel für eine Sondersprache 18
3.3 Zusammenfassung 19
4. Die Kommentatoren der Fußball-Länderspiele 20
4.1 Der ARD-Kommentator 20
4.2 Die ZDF-Kommentatoren 21
5. Methodisches Vorgehen und Analysedesign 23
5.1 Forschungsleitende Fragen 26
5.2 Hypothesen 27
5.3 Kategoriensystem 29
5.4 Testphase 32
5.5 Untersuchungsmaterial 34
5.6 Untersuchungsverlauf 35
Teil 2: Ergebnisse und Interpretation
6. Präsentation und Interpretation der Ergebnisse 37
6.1 Formale Analyse 37
6.2 Die Sprache der Kommentierung von Fußball-Länderspielen 45
6.2.1 Spielernennungen 46
6.2.2 Grammatikalische Fehler in der Kommentierung 49
6.2.3 Vergleiche 51
6.2.4 Umgangssprache 53
6.2.5 Superlative 55
6.2.6 Hyperbolik 58
6.2.7 Metaphorik und idiomatische Redewendungen 59
6.2.8 Fremdwörter 62
6.2.9 Fachliche Fehler 64
6.2.10 Zuschaueransprachen 66
6.2.11 Kollegenansprachen 67
6.2.12 Ich-Wir-Formulierungen 68
6.2.13 Zusammenfassung 71
6.3 Die Themen in der Kommentierung von Fußball-Länderspielen 72
6.3.1 Standardthemen 72
6.3.2 Hintergrundthemen 76
6.3.3 Zusammenfassung 79
6.4 Das Fachwissen der Kommentatoren 80
6.4.1 Spieler/Trainer/Schiedsrichter 85
6.4.2 Taktik 87
6.4.3 Reglement 89
6.4.4 Technik 91
6.4.5 Ausrüstung 93
6.4.6 Zusammenfassung 94
6.5 Bewertungen in der Kommentierung 95
6.5.1 Spekulationen/Prognosen 96
6.5.2 Positive/Negative Bewertungen 98
6.5.3 Extrem moderate Bewertungen 101
6.5.4 Moderate Bewertungen 103
6.5.5 Eindeutige Bewertungen 105
6.5.6 Zusammenfassung 106
7. Ergebniszusammenfassung 107
8. Fazit 111
Literaturverzeichnis 114
Anhang 119

Textprobe:

Kapitel 5, Methodisches Vorgehen und Analysedesign:

Bei der Analyse des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen des FIFA-Confederations-Cup muss darauf geachtet werden, dass die Untersuchung der Spiele den Kriterien der Wissenschaftlichkeit genügt. Angestrebt wird ein Höchstmaß an Objektivität (bezeichnet die Offenlegung des Verfahrens) und Reliabilität (wird auch als Verlässlichkeit bezeichnet; das Erhebungsinstrument gilt als verlässlich, wenn verschiedene Personen unabhängig voneinander das selbe Material untersuchen - meistens eine typische oder repräsentative Stichprobe aus den zu untersuchenden Mitteilungen im Kommunikationsprozess - und die Ergebnisse der unabhängigen Analysen hinreichend übereinstimmen). Weiter wird Wert gelegt auf Validität (auch als Gültigkeit bezeichnet; allgemein gilt eine Untersuchung bzw. Analyse dann als gültig, wenn sie tatsächlich das misst, was sie zu messen vorgibt). Die einzelnen Schritte der Erforschung und die Ergebnisse müssen also intersubjektiv nachvollziehbar, überprüfbar und diskutierbar sein.

Mit anderen Worten muss die Untersuchung derartig gestaltet werden, dass bei einer Wiederholung derselben unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse erzielt werden.

Bei dem in dieser Arbeit vorgestellten Forschungsvorhaben geht es im Wesentlichen um die Untersuchung von Mitteilungen im Kommunikationsprozess. Als klassische Methode für diese Analyse bietet sich hierfür die Inhaltsanalyse an. Wie bereits in der Einleitung erwähnt ergibt eine kritische Reflexion der bisher erschienenen Literatur zur Thematik Live-Kommentierung von Fußball-Länderspielen, dass die Forschung bisher nur unzureichend diesem Aufgabenfeld wissenschaftlich Betrachtung entgegengebracht hat.

„Die Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen; (häufig mit dem Ziel einer darauf gestützten interpretativen Inferenz)“. Sie bietet sich in der Thematik dieser Untersuchung an, da durch die Inhaltsanalyse eventuelle Aussagen über den gesamten Kontext der Live-Kommentierung von Fußball-Länderspielen getroffen werden können.

Diese Definition verzichtet bewusst auf Begriffe, wie „objektiv“, „quantitativ“ und „manifest“, wie sie die Definition von Berelson („Content Analysis is a research technique for the objective, systematic, and quantitative description of the manifest content of communication“) enthält. Die Begriffe sind sicherlich nicht falsch, aber Früh ist der Meinung, dass sie in der Vergangenheit der Forschung oft mehr Verwirrung gestiftet, als zur Klärung beigetragen haben. Zudem sind die damit angesprochenen Kriterien mit einer etwas modifizierten Bedeutung auch in der Definition von Früh enthalten.

Der Begriff „empirische Methode“ bezeichnet die Art und Weise, in der die Inhaltsanalyse zu wissenschaftlichen Erkenntnissen führt bzw. die Modalität des Zugangs zur Realität. Empirisch ist das Vorgehen dann, wenn das Erkenntnisobjekt ein wahrnehmbares und intersubjektiv identifizierbares korrelatives Objekt in der Realität besitzt. Dies darf nicht im Sinne einer konkreten Existenz der Erkenntnisobjekte missverstanden werden. Beispielsweise sind Werte und Normen keine realen Objekte, sondern Konstrukte, die sich an Hand beobachtbarer Merkmale erkennen und unterscheiden lassen. Beobachtbar und wahrnehmbar bedeuten in diesem Fall nicht nur primärsinnliche Erkenntnisse, wie z.B. riechen, sehen, hören, tasten etc.. Vielmehr geht es um innerpsychische Vorgänge, wie Erlebnisse und Vorstellungen, sofern es gelingt, sie systematisch zu objektivieren. Dies kann etwa dadurch erfolgen, dass die Vorstellungen und Erlebnisse von der betreffenden Person selbst nach vorgegebenen Kriterien in ein allgemein gültiges, verständliches Zeichensystem codiert werden. (z.B. verbale Kommentierung von Spielszenen im Spielablauf) Die Begriffe „beobachtbar“ und „wahrnehmbar“ bezeichnen lediglich die prinzipielle Möglichkeit, einen gemeinten Tatbestand intersubjektiv zu reproduzieren, indem angegebene Operationen erneut durchgeführt werden. Beobachtete empirische Sachverhalte werden registriert bzw. in Daten überführt. Die Methode bestimmt dabei die Art und Weise des Zugriffs auf die Realität und die Modalität der Daten. Als Daten kann man so inhaltsanalytische Codierungen erhalten.

Zum Messen dieser Daten stehen verschiedene „empirische Messinstrumente“ und „empirische Erhebungstechniken“ zur Verfügung. Alle wählen die gleiche Art des Zugangs zur Realität und produzieren den selben Datentypus. Nach Früh wird beim Messen ein empirisches Relativ, das heißt, ein beobachteter Realitätsausschnitt, in ein numerisches (Zahlen-) Relativ (Datenstruktur) überführt. Dieses numerische Relativ soll das empirische Relativ homomorph abbilden. Dies wiederum bedeutet eine einseitige Abbildungsfunktion zwischen empirischer Struktur und numerischer Datenstruktur: will man z.B. die Länge der Ski messen, so muss jeder möglichen Skilänge eine reelle Zahl zugeordnet werden können, aber nicht notwendig muss jeder reellen Zahl eine Skilänge entsprechen. Das Relativ muss also analoge Elemente und Beziehungen aufweisen.

In dieser Untersuchung wird als konkretes Mittel das „Kategoriensystem mit Codieranweisungen“ verwendet, mit dessen Hilfe die Beobachtungen des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen in Daten übergeleitet werden. Beim Codieren werden sukzessiv bestimmten Mitteilungsmerkmalen Kennziffern für Kategorien zugeordnet, die im Grunde nur als Namen dieser Kategorien fungieren. Bis hierher haben wir es also in der Regel lediglich mit systematischen Beobachtungen zu tun, einer laut Orth notwendigen Vorbedingung des Messens.

In der Definition von Früh wird weiter die Forderung nach Systematik genannt. Sie richtet sich einerseits auf eine klar strukturierte Vorgehensweise beim Umsetzen der Forschungsaufgabe in eine konkrete Untersuchungsstrategie und andererseits auf deren konsequente, durchgängig invariante Anwendung dieser auf das Untersuchungsmaterial. Zur Umsetzung in konkrete Forschungsoperationen gehören die Formulierung empirisch prüfbarer Hypothesen, die Festlegung des relevanten Untersuchungsmaterials (drei Spiele des FIFA-Confederations-Cup), Analyse-, Codier- und Messeinheiten. Auch die Entwicklung des Kategoriensystems mit Definitionen, die allgemeinen Codieranweisungen und die Überprüfung von Reliabilität und Validität sind erforderlich.

Die dritte in der Definition von Früh enthaltene Forderung ist die nach Objektivität des Verfahrens und gleichzeitig ein ganz zentrales Qualitätsmerkmal jeder Inhaltsanalyse. Die Methode soll vom analysierenden Subjekt abgespalten werden, das heißt, die Ergebnisse müssen intersubjektiv nachvollziehbar und somit auch reproduzierbar, kommunizierbar und kritisierbar sein. Jede Inhaltsanalyse, die diesem Qualitätskriterium nicht genügen kann, ist ohne jede Aussagekraft und damit irrelevant.

Sinn dieser Inhaltsanalyse ist es, die Komplexität der Live-Kommentierung von Fußball-Länderspielen in Bezug auf verschiedene Fragestellungen zu reduzieren und kommunizierbar zu machen. Die vorliegenden Aussagen in der Kommentierung sollen mit Hilfe des Kategoriensystems strukturiert und in einem Codebuch zusammengefasst werden. Die einzelnen Kategorien müssen entsprechend den Vorgaben eindimensional, valide, trennscharf, erschöpfend und unabhängig sein.

Um mit Hilfe der Inhaltsanalyse Aussagen über die Live-Kommentierung von Fußball-Länderspielen machen zu können, müssen die Hypothesen so formuliert sein, dass sie die Forschungsfrage beantworten.

Arbeit zitieren:
Ebers, Tony April 2006: Analyse des Live-Kommentars von Fußball-Länderspielen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sportjournalismus, Live-Kommentar, Fußball, Länderspiel, Fernsehübertragung

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