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Analyse von Leistungs- und Persönlichkeitsstrukturen bei Kindern mit dem Ullrich-Turner-Syndrom unter besonderer Berücksichtigung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit und ihrer spezifischen Defizite

Analyse von Leistungs- und Persönlichkeitsstrukturen bei Kindern mit dem Ullrich-Turner-Syndrom unter besonderer Berücksichtigung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit und ihrer spezifischen Defizite
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Hans-Dieter Zoch
  • Abgabedatum: Februar 1999
  • Umfang: 134 Seiten
  • Dateigröße: 5,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2582-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2582-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2582-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zoch, Hans-Dieter Februar 1999: Analyse von Leistungs- und Persönlichkeitsstrukturen bei Kindern mit dem Ullrich-Turner-Syndrom unter besonderer Berücksichtigung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit und ihrer spezifischen Defizite, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ullrich-Turner-Syndrom, Leistungsdiagnostik, Therapieempfehlungen, Persönlichkeitsdiagnostik

Dissertation / Doktorarbeit von Hans-Dieter Zoch

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit stellt eine Analyse von Teilbereichen der Leistungs- und Persönlichkeitsstruktur von Kindern mit dem Ullrich-Turner-Syndrom dar. Sie basiert auf Erfahrungen im klinisch-psychologischen Bereich, die in der Betreuung von Mädchen mit dem Turner-Syndrom in der Kinderklinik der Städtischen Krankenanstalten Krefeld gesammelt wurden. Den Schwerpunkt der als defizitär zu bezeichnenden Bereiche stellten Anteile der Leistungsumsetzungen im schulischen Sektor dar, die vorrangig im logisch-deduktiven Bereich und hierbei speziell in den Fächern Mathematik mit dem Leistungszweig Geometrie beschrieben wurden.

Die Persönlichkeitsmerkmale der Mädchen mit dem Ullrich-Turner-Syndrom wurden bezüglich der sozialen Intelligenz im praktischen und theoretischen Teil sowie in Fragen der Empathie und der sozialen Akzeptanz in der Sozietät der Gleichaltrigen untersucht.

Die Zielsetzungen der Überprüfungen sind teilweise praxisbezogen ausgerichtet, um über die Analyse von Leistungsstrukturen ein pädagogisches Förderungsmodell konzipieren zu können, das die als krankheitsgebundene Leistungsbeeinträchtigung erkannte Schwäche therapeutisch veränderbar machen kann.

Tendenziell bezieht sich dieser Untersuchungsaspekt auch auf die soziale Integration und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Als relevant wurde dabei die Frage angesehen, ob und in welchem Ausmaß eine primäre und/oder eine sekundäre soziale Desintegration vorliegt. Zusammenhängend damit wurden auch soziale Interaktionsmöglichkeiten der Mädchen mit dem Ullrich-Turner-Syndrom in Bezug auf die Pubertät sowie auf den postpubertären Bereich analysiert.

Inhaltsverzeichnis:

I. EINLEITUNG 6
1.1 THEMENSTELLUNG 6
1.1.1 ZIELSETZUNG DER UNTERSUCHUNG 6
II. DAS ULLRICH-TURNER-SYNDROM 7
II.1 FRÜHE ÄTIOLOGIE UND NAMENSGEBUNG 7
II.2 CHARAKTERISTISCHE KLINISCHE SYMPTOMATIK 8
II.2.1 CHROMOSOMALE KRITERIEN 8
II.2.2 VARIATIONEN VON GESCHLECHTSCHROMOSOMENKONSTITUTIONEN 9
II.2.3 PHÄNOTYPISCHE MERKMALE 12
II.3 PSYCHOLOGISCHE KRITERIEN 13
II.3.1 LEISTUNGSGEBUNDENE FAKTOREN 13
II.3.1.1 Psychische Spezifika 16
II.4 HÄUFIGKEIT DES ULLRICH-TURNER-SYNDROMS 18
II.5 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ABERRATIONEN 19
II.5.1 STRUKTURIERUNGSSTÖRUNGEN ALS FOLGE SPEZIFISCHER RECHTSHEMIS 19
III. HYPOTHESEN ZUR VORLIEGENDEN ARBEIT 21
III.1 HYPOTHESEN ZUR INTELLEKTUELLEN LEISTUNGSSTRUKTUR BEI MÄDCHEN MITDEM U-T-S 21
III.1.1 INTELLIGENZVERTEILUNG 21
III.1.2 RÄUMLICHE WAHRNEHMUNG 22
III.1.2.1 Hypothese zur Leistungsminderung im Bereich der räumlichen Wahrnehmung bei Mädchen mit dem U-T-S 22
III.2 PERSÖNLICHKEITSMERKMALE 23
III.2.1 SOZIALE INTEGRATION 23
III.2.1.1 Hypothese zur sozialen Desintegration von Mädchen mit dem 23
IV. U-T-S in der Sozietät der Gleichaltrigen 23
IV.1 LEISTUNGSMESSUNGEN 25
IV.1.1 INTELLEKTUELLE FAKTOREN 25
IV.1.2 VISUELLE WAHRNEHMUNG 25
IV.1.2.1 Darstellung der eingesetzten Prüfverfahren 25
IV.1.2.1.1 Coloured Progressive Matrices 25
IV.1.2.1.2 Standard Progressive Matrices 27
IV.1.2.1.3 Motor-Free Visual Perception Test 28
IV.1.2.1.4 Test d2 (Aufmerksamkeits-Belastungs-Test) 30
IV.1.2.1.5 G - F - T 30
IV.1.2.1.5.1 Testanweisung 34
IV.1.2.1.5.2 Bewertung des G-F-T in Bezug auf dievorliegende Untersuchung 35
V. ERFASSUNG VON PERSÖNLICHKEITSMERKMALEN 37
V.1 ANAMNESE 37
V.2 EXPLORATION 37
VI. TESTGEBUNDENE UNTERSUCHUNGEN DER SOZIALEN INTELLIGENZ 38
VI.1 DEFINITIONEN ZUM INTELLIGENZBEGRIFF 38
VI.1.1 STRUKTUREN DER INTELLIGENZ 39
VI.1.2 FAKTORENMODELLE DER INTELLIGENZ 39
VI.1.3 INTELLIGENZSTRUKTURMODELL VON GUILFORD 41
VII. TESTS ZUR MESSUNG DER SOZIALEN INTELLIGENZ 44
VII.1 GRUNDLAGENFORSCHUNG ZUR S-I-MESSUNG 44
VII.2 FAKTOREN DER SOZIALEN INTELLIGENZ 44
VII.2.1 COGNITION OF BEHAVIORAL UNITS (CBU) 44
VII.2.2 COGNITION OF BEHAVIORAL CLASSES (CBC) 45
VII.2.3 COGNITION OF BEHAVIORAL RELATIONS (CBR) 45
VII.2.4 COGNITION OF BEHAVIORAL SYSTEMS (CBS) 45
VII.2.5 COGNITION OF BEHAVIORAL TRANSFORMATIONS (CBT) 45
VII.2.6 COGNITION OF BEHAVIORAL IMPLICATIONS (CBI) 46
VIII. DEFINITION UND DARSTELLUNG DER FAKTORENTESTS 47
VIII.1 „FACIAL SITUATIONS“ (CBS) 47
VIII.2 „FACES“ (CBU) 48
VIII.3 „EXPRESSION GROUPING“ (CBC) 48
VIII.4 „CARTOON EXCHANGE“ (CBT) 49
VIII.5 „STICK FIGURE OPPOSITES“ (CBR) 50
VIII.6 „CARTOON IMPLICATIONS“ (CBI) 51
IX. TRÄGHEIT DES AROUSAL BEIM U-T-S 52
X. MESSUNG DER NEUROTIZISMUS- UND EXTROVERSIONSWERTE 53
X.1 ENTWICKLUNG UND DARSTELLUNG DER HANES KJ 53
XI. PROBANDINNEN 55
XI.1 PROBANDINNEN MIT DEM U-T-S 55
XI.2 KONTROLLGRUPPE 56
XII. AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE 57
XII.1 INTELLIGENZVERTEILUNG UND DIFFERENZEN DER V-TEILE DES HAWIK 57
XII.2 DIFFERENZEN DER H-TEILE DES HAWIK SOWIE UNTERSCHIEDE IM GIQ 58
XII.3 BEWERTUNG DER ERGEBNISSE DER SOZIALEN INTELLIGENZTESTS ZUR MESSUNG DER FAKTOREN CBS - CBC - CBU - CBT - CBI UND CBR 58
XII.4 VERGLEICHSWERTE DER HANES KJ I + II 60
XII.4.1 NEUROTIZISMUSWERTE 60
XII.4.2 EXTROVERSIONSWERTE 62
XII.5 BIOGRAPHISCH ERHOBENE PERSÖNLICHKEITSKOMPONENTEN 62
XII.6 ERGEBNISSE DES G-F-T 63
XII.6.1 VORUNTERSUCHUNGEN UND STRUKTURMERKMALE 63
XII.6.2 G-F-T-WERTE IM KONTROLLGRUPPENVERGLEICH 65
XII.6.2.1 Bewertung der G-F-T-Differenzen 66
XII.7 ERGEBNISSE DES D2 TESTES 67
XII.8 ERGEBNISSE VISUELL GEBUNDENER LEISTUNGSUMSETZUNGEN 69
XII.8.1 VERGLEICHSWERTE DER CPM 69
XII.8.2 VERGLEICHSWERTE DER SPM 69
XII.9 ERGEBNISSE DES MVPT 70
XII.9.1 ANALYSE DER ABWEICHUNGSINSIGNIFIKANZ 70
XIII. ÜBERPRÜFUNG DER ERGEBNISSE DER ERSTUNTERSUCHUNGEN 72
XIV. RESÜMIERENDE ZUSAMMENFASSUNG UND PROGNOSE 78
XV. ASPEKTE DER PROPHYLAXE UND THERAPIE 81
XVI. ANHANG 82
XVII. GRAFIKEN 101
XVIII. TESTANWEISUNGEN 105
LITERATURVERZEICHNIS 114

Automatisiert erstellter Textauszug:

Guilford et al. (1965) bezeichnet die Fähigkeit zur sozialen Intelligenz und deren Umsetzung als essentielle und lebensnotwendige Komponente menschlicher Leistungsfaktoren. Somit sei diese Wichtigkeit auch auf die Messung dieser Fähigkeit zu beziehen, die in exakter Form bislang nicht gelungen war. Erste Versuche von Moss et al. (1927) mit dem George-Washington-Social-Intelligence-Test müssen aufgrund ungenügender Testgütekriterien als gescheitert angesehen werden. Woodrow (1939) fand so enge Anbindungen an die klassischen Intelligenzfaktoren, daß er eine Eigenständigkeit sozialer Intelligenzfaktoren negierte. Auf die von Welleck (1947) vorgestellten Arbeiten baute Guilford dann die in der Folge zu beschreibenden und in dieser Arbeit verwendeten Intelligenzfaktoren und deren Meßverfahren auf. [...]

Bereits bei der Erstvorstellung dieses Intelligenzmodelles bezieht sich Guilford (1956) auf die Komponente "behavioral". Dieser Bereich wird nach umfangreichen Forschungen (Guilford, 1965) so weit spezifiziert, daß testgebundene Untersuchungen gestaltet werden können. Die Inhalte des Leistungsbereiches "Soziale Intelligenz" definiert Guilford als die Fähigkeit des Menschen, Beziehungen zu anderen herzustellen, Interaktionen mit ihnen zu schaffen und zu erhalten und damit eine soziale Integration in der jeweils relevanten Sozietät zu erreichen. Als unabdingbare Voraussetzung hierfür sieht Guilford die Fähigkeit an, Voraussagen über Gedanken und Gefühle sowie Intentionen anderer machen zu könne Diese Bereiche bezeichnet Guilford als "social cognition". Mit diesen Grundkomponenten der sozialen Intelligenz werden jene Leistungsbereiche angesprochen, die bei Mädchen mit dem Ullrich-Turner-Syndrom nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen teilweise als primär defizitär und teilweise als sekundär geschädigt angesehen wurden. Bedeutsam ist die Abgrenzung hinsichtlich der Umsetzungsmöglichkeiten dieser Fähigkeiten. Guilford betrachtet diese Leistungsfähigkeit als theoretische Leistung im Erkennen sozialer Gegebenheiten. Die "social cognition" schließt seiner Definition nach nicht die praktische Umsetzung dieser Fähigkeit mit ein. Dieser Faktor ist nach den Darstellungen von Guilford als autonom anzusehende Fähigkeit zu definieren. Er bezeichnet sie als "behavioral" und stellt damit inhaltlich eine theoretische soziale Intelligenz einer praktischen sozialen Intelligenz gegenüber. Bereits Thorndike (1920) hatte diese Komponente erkannt und beschrieben. Er formulierte im Gegensatz zu Guilford jedoch nicht die Trennung zwischen theoretischer Erkenntnis und praktischer Umsetzung. Auch Klages (1962) definierte eine "sozialwissenschaftliche Intelligenz", die inhaltlich jedoch eine primär bewertende Komponente beinhaltete. Tendenziell vergleichbar stellt dies auch Elsenhans (1939) mit dem Begriff der "Sozialgefühle" dar, die gleichfalls auf philosophisch-ethischer Basis definiert werden. [...]

Von Guilford (1956, 1957 und 1959) wurde eine Theorie zum Aufbau der Intelligenzstruktur vorgestellt, die eine weite Fächerung beinhaltet, und die sich auch auf diejenigen Faktoren bezieht, die in der vorliegenden Arbeit unter dem Begriff "social intelligence" ihre Anwendung finden, um diesbezügliche Reaktionen bei Mädchen mit dem Ullrich-Turner-Syndrom von denen einer Vergleichsstichprobe abgrenzen zu können, und um auch bei diesem Personenkreis einen Vergleich der testgebundenen Messungen zu den anamnestisch erhobenen Daten zu ermöglichen. Das Gesamtmodell von Guilford bezieht sich auf eine Zweiteilung, die sich einerseits auf die Gedächtnisfähigkeiten und zum anderen auf sogenannte Denkfähigkeiten bezieht. Begriff und Inhalt der Gedächtnisfaktoren sind in keine weitere Untergruppen aufgeteilt. Der Terminus "Denken" umfaßt insgesamt drei Haupt- und zwei weitere Untergruppen. Die "kognitiven" Fähigkeiten sind so definiert, daß sie sich auf das Aufgreifen von Informationen und auf das Wiederentdecken und das Wiedererkennen von Gegebenheiten beziehen. Die "produktiven" Leistungen in der Definition von Guilford stellen die Leistungsfähigkeit dar, die die Strukturierung bereits bekannter Informationen betrifft. Diese Anwendung kann auch instrumentalen Charakter haben und somit bekannte Informationen für die Aufdeckung unbekannter Informationen verwendbar machen. Das von Guilford so beschriebene "bewertende Denken" wird zur Beurteilung bekannter Sachverhalte genutzt. [...]

Arbeit zitieren:
Zoch, Hans-Dieter Februar 1999: Analyse von Leistungs- und Persönlichkeitsstrukturen bei Kindern mit dem Ullrich-Turner-Syndrom unter besonderer Berücksichtigung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit und ihrer spezifischen Defizite, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ullrich-Turner-Syndrom, Leistungsdiagnostik, Therapieempfehlungen, Persönlichkeitsdiagnostik

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