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Analyse von Existenzgründungen von Freiberuflern im besonderen Hinblick auf die Finanzierungsmöglichkeiten

Analyse von Existenzgründungen von Freiberuflern im besonderen Hinblick auf die Finanzierungsmöglichkeiten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tobias Urban
  • Abgabedatum: Januar 2008
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 381,6 KB
  • Note: 2,5
  • Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 87
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2226-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Urban, Tobias Januar 2008: Analyse von Existenzgründungen von Freiberuflern im besonderen Hinblick auf die Finanzierungsmöglichkeiten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzierung, Existenzgründung, Freiberufler, Arztpraxis, Rating

Diplomarbeit von Tobias Urban

Einleitung:

Jahr für Jahr wechseln viele Arztpraxen den Besitzer. Hauptgrund ist das Alter des vorher in der Praxis praktizierenden Arztes. Viele junge Ärzte haben den Wunsch sich in einer Praxis niederzulassen, um bessere Arbeitszeiten zu bekommen. So sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, im Rahmen einer Veranstaltung zum Rheinischen Ärztetag am 15. September 2007, dass etwas im deutschen Gesundheitswesen nicht stimmen könne, wenn jeder zweite Arzt nicht mehr in einer Klinik arbeiten möchte oder mit dem Gedanken spielt ins Ausland zu gehen. Aber auch in den anderen Berufszweigen der so genannten Katalogberufe gibt es eine immer größere Zahl von Selbstständigen in Freien Berufen und eine konstant hohe Zahl von Existenzgründungen. Doch die Zeiten, in denen sich z.B. ein Arzt ohne eine gründliche Vorbereitung und ohne größere Prüfungen durch die Banken einfach Finanzierungen sichern konnte, sind vorbei. Somit ist die Hauptfrage, die sich allen Existenzgründern stellt, die der Finanzierbarkeit. Den Wenigsten der Existenzgründer sind dabei alle Finanzierungsmöglichkeiten bekannt. Auch werden sie nicht immer optimal beraten. So bieten nicht alle Banken den Existenzgründern zinsgünstige Darlehen aus öffentlichen Mitteln an. Eine gute und vor allem auch bezahlbare Finanzierung beeinflusst aber ganz entscheidend den späteren Erfolg der Existenzgründung. Diese Arbeit soll verschiedene Finanzierungsansätze aufzeigen.

Mit dieser Arbeit soll ein Überblick über die verschiedenen möglichen Finanzierungsformen und die Kapitalgeber gegeben werden. Eine empirische Umfrage soll zeigen, inwieweit der Wunsch nach einer freiberuflichen Existenzgründung vorhanden ist und Kenntnisse über Finanzierungsformen gegeben sind.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit geht von den Grundüberlegungen aus, die sich jeder Existenzgründer vor dem Schritt in die Selbstständigkeit stellt. Welche Chancen und Risiken bietet die Existenzgründung, welche Formen der freiberuflichen Selbstständigkeit gibt es und welche Voraussetzungen sind zu erfüllen. Da das Spektrum der Freien Berufe sehr groß ist, konzentriert sich die Arbeit auf die Gruppe der medizinischen Berufe, da diese im Bereich der Freien Berufe die zahlenmäßig größte Gruppe bilden. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die wirtschaftstheoretischen Hintergründe einer Existenzgründung und die Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie und Property-Rights-Theorie auf eine Existenzgründung untersucht. Im dritten Teil wird der komplette Ablauf einer Finanzierung einer Existenzgründung dargestellt. Die Wahl des Fremdkapitalgebers, die Form der verschiedenen Darlehen und die benötigten Unterlagen. Der vierte Teil der Arbeit ist eine empirische Studie über mögliche Existenzgründer und die Bekanntheit der Fremdkapitalgeber. Diese Studie wurde unter Zuhilfenahme der Software ‘WebTourCreator’ angefertigt und die Umfrage per Email verteilt. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick erstellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Aktualität des Themas 1
1.2 Ziele der Arbeit 1
1.3 Methodischer Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise 1
2. Formen und Voraussetzungen der Existenzgründung von Freiberuflern 3
2.1 Begriffsabgrenzung 3
2.1.1 Freiberufler 3
2.1.2 Existenzgründung 6
2.1.3 Fremd- und Eigenfinanzierung 6
2.1.4 Basel II und Rating 6
2.2 Chancen und Risiken einer Existenzgründung 8
2.3 Formen der Existenzgründung 10
2.3.1 Neugründung einer Praxis 10
2.3.2 Übernahme und Fortführung einer Praxis 11
2.3.2.1 Gegen Einmalzahlung 12
2.3.2.2 Gegen Ratenzahlungen 12
2.3.2.3 Gegen wiederkehrende Zahlungen (Leibrente) 12
2.3.2.4 Tätige Beteiligung mit einer folgenden schrittweisen Übernahme 13
2.4 Persönliche Voraussetzungen 13
2.5 Wirtschaftliche Voraussetzungen 14
2.6 Rechtliche Voraussetzungen 14
2.6.1 Mögliche Rechtsformen 14
2.6.2 Haftungsfragen bei Freiberuflern 14
2.6.3 Fortführung und Übernahme von bestehenden Vertragsverhältnissen 15
2.7 Wirtschaftstheoretische Hintergründe 16
2.7.1 Grundlagen der Prinzipal-Agent-Theorie 16
2.7.2 Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie 17
2.7.3 Grundlagen der Theorie der Verfügungsrechte 17
2.7.4 Anwendung der Theorie der Verfügungsrechte 19
3. Ablauf der Finanzierung 21
3.1 Kapitalgeber von Existenzgründungen 21
3.1.1 Kreditinstitute 21
3.1.1.1 Anteilseigner 21
3.1.1.2 Kapitalherkunft 22
3.1.1.3 Kreditgrundsätze und Ziele 22
3.1.2 Öffentliche Stellen (KfW Bank, NRW.BANK) 22
3.1.2.1 Anteilseigner 23
3.1.2.2 Kapitalherkunft 23
3.1.2.3 Kreditgrundsätze und Ziele 24
3.1.2.4 Produkte der KfW für Freiberufler 24
3.1.2.4.1 KfW-StartGeld 24
3.1.2.4.2 ERP-Kapital für Gründung 25
3.1.2.4.3 KfW-Unternehmerkredit 27
3.1.2.4.4 ERP-Regionalförderprogramm 28
3.1.2.5 Produkte der NRW.BANK für Existenzgründer 30
3.1.2.5.1 NRW.BANK.Mittelstandskredit 31
3.1.2.5.2 NRW.BANK.Universalkredit 31
3.1.3 Business Angels 32
3.1.3.1 Anteilseigner 32
3.1.3.2 Kapitalherkunft 33
3.1.3.3 Kreditgrundsätze und Ziele 33
3.1.4 Stiftungen 34
3.1.4.1 Anteilseigner 35
3.1.4.2 Kapitalherkunft 35
3.1.4.3 Kreditgrundsätze und Ziele 35
3.2 Unterlagen für eine Finanzierungsanfrage bei Kreditinstituten 36
3.2.1 Der Businessplan 36
3.2.1.1 Zweck des Businessplanes 36
3.2.1.2 Inhalt des Businessplanes 37
3.2.1.3 Muster-Businessplan 37
3.2.2 Selbstauskunft 39
3.2.3 SCHUFA-Auskunft 40
3.2.4 Einkommensteuerbescheide 40
3.2.5 Eigenkapitalnachweise 41
3.2.6 Qualifikationsnachweise 41
3.2.6.1 Abschlusszeugnisse 41
3.2.6.2 Approbationsurkunden 41
3.2.6.3 Zusatzqualifikationen 42
3.2.7 Nachweis über Kreditsicherheiten 42
3.2.7.1 Abtretung einer Kapitallebensversicherung 42
3.2.7.2 Abtretung einer Risiko-Lebensversicherung 43
3.2.7.3 Abtretung der Honoraransprüche 43
3.2.7.4 Sicherungsübereignung 43
3.2.7.5 Bürgschaft 43
3.2.7.6 Grundpfandrechte 43
3.3 Kreditentscheidungsprozess 44
3.3.1 Kontaktaufnahme 44
3.3.2 Erstgespräch 44
3.3.3 Prüfung der Unterlagen 44
3.3.4 Rating 45
3.3.5 Beiziehung von Kreditsicherheiten 47
3.3.6 Votum 47
3.3.7 Marktfolge 48
3.4 Kreditzusage 51
3.5 Abruf der Mittel 51
3.6 Zins- und Tilgungsphase 51
4. Empirische Studie über die Existenzgründung von Freiberuflern 52
4.1 Wahl der Testpersonen 52
4.2 Testverfahren 52
4.3 Fragenkatalog 53
4.4 Auswertung 54
4.5 Wertung der Testergebnisse 61
5. Zusammenfassung der Ergebnisse 66
6. Fazit und Ausblick 67
Literaturverzeichnis 68

Textprobe:

Kapitel 3.1.3, Business Angels:

So genannte ‘Business Angels’, auch Wagnisfinanzierer genannt, unterstützen Existenzgründer durch den Einsatz von Wagniskapital.

Anteilseigner:

Meist ist es ein einzelner Business Angel, der mit seinem Privatvermögen für das nötige Kapital für eine Existenzgründung sorgt. Häufig ist es so, dass neben der Bereitstellung von Kapital der Business Angel auch als Coach zur Verfügung steht und den Existenzgründer berät und unter Umständen auch mit Kontakten versorgt, da die Business Angels meist selbst Gründungserfahrung und kaufmännische Erfahrung haben. Dabei wird das private Vermögen direkt ohne Intermediäre investiert. Die Business Angel sind nicht hauptberuflich als Kapitalgeber tätig. Business Angel sind aktive Privatinvestoren. Es gibt ebenso passive Privatinvestoren, die nur Kapital geben aber keine Beratungsfunktion erfüllen. Die Tradition der Business Angel entstammt aus den USA. Dort sind sie häufig in Netzwerken organisiert. Auch in Deutschland gibt es inzwischen ein bundesweites Netzwerk von Business Angel sowie zahlreiche regionale Netzwerke. Die Netzwerke dienen als Anlaufstelle für die Kapitalsuchenden. Das bundesweite Netzwerk nennt sich BAND, Business Angels Netzwerk Deutschland.

Kapitalherkunft:

Charakteristisch für die Business Angels ist der Einsatz des privaten Eigenkapitals. Dabei gilt eine Größe von wenigstens 500.000 Euro freien Eigenkapitals, das für die Finanzierung von Existenzgründungen eingesetzt wird. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass der Investor seine Investition refinanziert oder einen Co-Investor mit hinzuzieht. Eine mögliche Refinanzierung kann über die KfW Mittelstandsbank erfolgen. Diese hat das Programm ERP-Innovationsprogramm aufgelegt. Bis zu 75 % der Investition des Business Angel können so refinanziert werden, in den neuen Bundesländern 85 %.

Kreditgrundsätze und Ziele:

Bei den Business Angels muss es richtigerweise Beteiligungsgrundsätze und nicht Kreditgrundsätze heißen, da es ja de facto kein Kredit sondern eine Beteiligung ist. Und da Privatkapital eingesetzt wird, besitzt jeder Business Angel auch eigene Beteiligungsgrundsätze. Dennoch kann man einige allgemeingültige Grundsätze definieren. Der Grundsatz eines Business-Angel besagt, dass ein Business-Angel immer zwei Flügel besitzt. Zum einen den Flügel ‘Kapital’ zum anderen den Flügel ‘Know-how’. Wobei nicht beide Flügel gleichmäßig groß sind. Es ist durchaus möglich, dass der eine Business Angel mehr Kapital, der andere mehr Know-how einbringt. Nicht selten fordern die Business Angels, dass es wenigsten ein Team von zwei Existenzgründern gibt, um ein möglichst breites Spektrum an vorhandenen Fähigkeiten abzudecken und die Belastungen der Gründungsjahre auf zwei Schultern zu verteilen. Die Business Angels sind häufig in Netzwerken organisiert, an die sich Kapital suchende Existenzgründer wenden können. Die Vorstellung des Projektes erfolgt dabei zumeist über einen Business Plan. Dieser muss kein ausgefeiltes Unternehmenskonzept darstellen, sondern sollte die wesentlichen Punkte eines Businessplanes abdecken.

Viel wichtiger für den Business Angel ist dann die Qualität der Geschäftsidee selbst. Die Leistung und der Nutzen für den Kunden sollten hier hervorragend sein. Ebenfalls muss es einen klar erkennbaren Wettbewerbsvorteil geben sowie eine gute Umsetzbarkeit der Idee vorliegen. Des Weiteren ist es für den Business Angel wichtig, dass die Finanzierungssituation und Ertragserwartung stimmig ist. Wichtig für den Business Angel ist hierbei, dass das Verhältnis von Rendite-Erwartungen zu kalkulierbaren Risiko stimmig ist. Die Beteiligung erfolgt dann zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Existenzgründung, so dass bei einem erfolgreichen Verlauf, eine hohe Rendite der Investition erzielt werden kann. Die Laufzeit der Investition liegt zumeist zwischen drei und sieben Jahren. Neben der guten Geschäftsidee muss auch das persönliche Verhältnis zwischen Investor und Existenzgründer stimmen. Eine Entscheidung über eine Beteiligung des Business Angel ist somit meist intuitiv. Das Vertrauen zu dem Existenzgründer oder dem Existenzgründerteam muss von Seiten des Business Angel vorhanden sein. Als Hauptbeweggrund für eine Investition eines Business Angel ist die Rendite anzusehen. Doch die Reduzierung auf diesen einen Punkt greift zu kurz. Das gezielte Fördern von jungen Existenzen, gerade in der eigenen Region, ist oftmals ein Motivationsgrund. Daneben hat der Regionalbezug noch einen anderen triftigen Grund. Wenn der Business Angel einen hohen Reiseaufwand betreiben muss, um den Existenzgründer zu besuchen, leidet häufig die Betreuungsintensität. Ebenfalls gibt es zahlreiche Business Angels, die Spaß an der unternehmerischen Tätigkeit haben. Interessante Zielgruppen für Business Angels stellen häufig Existenzgründungen dar, die im Bereich der so genannten ‘New Economy’ stattfinden. Zu diesem Bereich gehören z.B. die folgenden Bereiche, in denen speziell Freiberufler eine Existenzgründung wagen können:

- Medizintechnik (Life Science / Health Care).

- Biotechnologie.

- Medien.

Interessant sind die Branchen der ‘New Economy’ für Business Angels, da in diesen Branchen das Wertsteigerungspotential oftmals enorm ist. Allerdings ist es nicht unmöglich für Existenzgründer im Bereich der ‘Old Economy’ Business Angels zu finden. Denn oftmals geben auch subjektive Persönlichkeitsfaktoren den Ausschlag für eine Investitionsentscheidung des Business Angel.

Stiftungen:

Es gibt Stiftungen, deren Zweck es ist junge Existenzgründer zu unterstützen und zu begleiten. Eine davon ist das Hans-Lindner-Institut.

Anteilseigner:

Definiert ist eine Stiftung als Widmung einer Vermögensmasse für einen vom Stifter bestimmten Zweck. Die Stiftung selbst ist dann die daraus erwachsene Einrichtung.

Kapitalherkunft:

Das Kapital entstammt entweder einem Privatvermögen, kann aber auch aus einem Vermögen einer juristischen Person entstammen.

Arbeit zitieren:
Urban, Tobias Januar 2008: Analyse von Existenzgründungen von Freiberuflern im besonderen Hinblick auf die Finanzierungsmöglichkeiten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzierung, Existenzgründung, Freiberufler, Arztpraxis, Rating

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