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Analyse und Dokumentation von Stressoren und -faktoren in den Berufsfeldern „Feuerwehr und Rettungsdienst“ einschließlich der akuten- / posttraumatischen Belastungsstörung

Analyse und Dokumentation von Stressoren und -faktoren in den Berufsfeldern „Feuerwehr und Rettungsdienst“ einschließlich der akuten- / posttraumatischen Belastungsstörung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor:
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 416,9 KB
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8431-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8431-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8431-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: , Mai 2004: Analyse und Dokumentation von Stressoren und -faktoren in den Berufsfeldern „Feuerwehr und Rettungsdienst“ einschließlich der akuten- / posttraumatischen Belastungsstörung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitspsychologie, Traumaforschung, PTSD, Stressforschung

Diplomarbeit von

Zusammenfassung:

Mittels eines eigens geschaffenen Erfassungsinstrumentes wurden berufsbedingte Belastungsfaktoren der Berufsfelder „Feuerwehr und Rettungsdienst“ eruiert. Insbesondere wurde nach dem Auftreten und den Auswirkungen von „Critical Incidents“ und deren Auswirkungen auf akute und posttraumtische Belastungsstörungen geforscht.

Die primär zu untersuchenden Fragen waren:

a) Wie oft und bei wem treten Critical Incidents auf?

b) Welche Folgen haben diese bei Betroffenen?

c) Mit welchen Belastungen bzw. Bedingungen sind Critical Incidents assoziiert?

d) Wie gehen Betroffene mit Critical Incidents um?

Es hat sich herausgestellt, dass die Mitarbeiter insgesamt ihrem Beruf mit einem hohen Grad an Motivation nachgehen und Freude an ihrer Arbeit haben, obwohl diese häufig aufgrund von physischen wie auch psychischen Einflüssen sehr belastend und beanspruchend sein kann.

Abhilfe kann hier der konsequente Einsatz persönlicher Schutzausrüstung, in Maßen eine gute Arbeitsorganisation und Training, sowie psychische Betreuungsangebote schaffen. Jedoch haben insbesondere Mitarbeiter der Rettungsdienststellen Sorge um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Sie arbeiten überwiegend als Angestellte, und auf dem Arbeitsmarkt ist derzeit noch eine große Masse an arbeitssuchenden Rettungssanitätern und –assistenten vorhanden. Des Weiteren ist der Beruf körperlich anspruchsvoll (verschleißend) und es existieren wenige Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten für ältere bzw. körperlich nicht mehr „arbeitstaugliche“ Kollegen, im Gegensatz zu den Möglichkeiten der Feuerwehrkollegen (überwiegend verbeamtet auf Lebenszeit).

Die soziale Unterstützung der Mitarbeiter durch Kollegen und Vorgesetzte brachte keine bemerkenswerten Ergebnisse, alle Angaben lagen hier eng zusammen im Mittelfeld. Am deutlichsten war dies bei den Berufsfeuerwehren, wo erfahrungsgemäß auch eine sehr effektive und enge sozial-hierarchische Bindung und ein hoher Teamgeist unter den Kollegen besteht.

Auch die Auswertung des allgemeinen Gesundheitszustands (SF-36 [13]) zeigt, dass die Mitarbeiter diesen überwiegend im mittleren Bereich einschätzen, in jedem Fall aber nicht besonders auffällig zu anderen Berufsgruppen.

Überraschend war es, dass die emotionalen Anforderungen eines anspruchsvollen Berufsbildes (Menschenrettung) eher mittelmäßig eingeschätzt wurden.

Es ist denkbar, dass die Beschäftigten sich im Laufe ihrer Berufstätigkeit mit den besonderen Bedingungen arrangiert haben. Überwiegend die jüngeren, dienstunerfahrenen sowie die sehr lange im Beruf tätigen Mitarbeiter waren von den emotionalen Anforderungen des Berufes stärker belastet. Dies lässt sich mit den neuen Eindrücken bei den jüngeren, und einer evtl. vorhandenen Überbeanspruchung (Burnout) bei den älteren Kollegen erklären. In den letzten Jahren sind jedoch die Möglichkeiten und Einrichtungen zur psychologischen Betreuung von Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes verbessert worden, zum Beispiel durch die Methoden der Supervision, Krisenintervention und Stressbewältigung. Auf diesen Punkt wird später noch weiter eingegangen, jedoch kann man insgesamt feststellen, dass diese Möglichkeiten von den Betroffenen begrüßt und genutzt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Hilfe immer professionell erfolgt und vor allem unter ehrlicher Einbeziehung der Nutzer durchgeführt wird, da sonst das eigentliche Ziel verfehlt wird und unter Umständen sogar in psychischer Hinsicht Schaden entstehen kann.

Bei der Einschätzung der emotionalen Anforderungen des Berufsbildes überrascht es, dass die Burnout-Problematik durch die Befragten als nur gering vorhanden eingeschätzt wird. Hier gilt ebenfalls das oben gesagte, es kann nicht durch das Ergebnis dieser Untersuchung rückgeschlossen werden, dass eine solche Problematik nicht vorhanden ist oder in kürzester Zeit entstehen kann. Vielmehr sollten die verantwortlichen Führungskräfte der Hilfsorganisationen sowie auch die Kollegen untereinander diesem Problem offen und konstruktiv entgegentreten.

Eine besondere Aufmerksamkeit wurde den akuten, sowie posttraumatischen Belastungs-störungen gewidmet. Immerhin gaben bis zu 40% der Befragten an, bereits bei sich Symptome einer solchen Störung wahrgenommen zu haben. Die Beeinflussungszeit dieser Belastungen reichten von einem Monat bei 30% und mehr als drei Monaten bei 26% der Befragten. Rund 20% der Mitarbeiter fühlten sich innerhalb des letzten Monats durch ein solches Ereignis in einem oder mehreren Bereichen des täglichen Lebens beeinträchtigt.

Dennoch ist es erfreulich, dass rund 95% der Mitarbeiter über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten ihrer Dienststelle oder ähnlicher Einrichtungen informiert sind. Zwar würden über 75% der Mitarbeiter die Möglichkeit eines Gespräches mit Kollegen oder mit einem Stressbewältigungsteam nutzen, allerdings würden sich nur rund 10% einem Arzt, Psychologen oder einer sonstigen Fachkraft anvertrauen und rund 50% bewältigten die Auswirkungen einer akuten oder posttraumatischen Belastungsstörung allein.

Ein bemerkenswertes Ergebnis war die Ursachenermittlung, welche Faktoren die akute oder posttraumtische Belastungsreaktion verstärken bzw. mildern konnte. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 8 auf der Seite 32 dargestellt.

Es zeigte sich, dass Einsatzkräfte, die aktiv ein solches Stresserlebnis bewältigen, meist weniger belastet waren als Kollegen, die sich nicht mit der Bewältigung des Ereignisses auseinandergesetzt hatten oder für die keine Lösungsstrategie bestand.

Bei den Mitarbeitern beider Berufsgruppen traten Gefühls-, Verhaltens- und körperliche Reaktionen, akute- sowie chronische Belastungen etwa gleichermaßen auf. Hierbei ist, wie bei allen anderen Auswertepunkten auch zu beachten, dass auch die Mitarbeiter der Feuerwehren überwiegend im Rettungsdienst eingesetzt werden und man somit, was die Einflüsse und Belastungen angeht, doch eine relativ homogene Stichprobe vorliegen hat. Es ist also kaum verwunderlich, dass wenigesignifikante Unterschiede zwischen den reinen Rettungsdienststellen und den Feuerwehren beobachtet wurden.

Bei dem oben beschriebenen Teil der Untersuchung, spezifiziert nach den Organisationen, ist die deutlich unterschiedliche Anzahl der befragten Mitarbeiter pro Organisation zu beachten, um die Ergebnisse nicht misszuverstehen.

Aufgrund der in dieser Untersuchung herausgefundenen Ergebnisse erscheint es sinnvoll, die bereits unternommenen Schritte in den Bereichen Stressbewältigung und Supervision fortzusetzen, die Mitarbeiter und die Vorgesetzten verstärkt für eine solche Problematik zu sensibilisieren und zu schulen. Ziel aller Bemühungen muss es sein, auftretende Symptome akuter und posttraumatischer Belastungsstörungen zu erkennen um rechtzeitig intervenieren zu können. Somit bleibt die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten, es wird ihnen ein positives Arbeitsklima vermittelt und das Gefühl des Verständnisses für die auftretenden Probleme gegeben.

Die Belastungen und Stressoren werden von außen durch den Einsatz erzeugt und wirken beeinträchtigend auf den Betroffenen ein, die einzige Gegenwehr für ihn kann ausschließlich eine gute psychische Grundkondition und das Wissen über Bewältigungsstrategien und –möglichkeiten sein.

Einleitung:

Aufgrund der Tatsache, dass Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes durch ihre Tätigkeit zu den Hochrisikopopulationen für die Entwicklung von akuten und posttraumatischen Belastungsstörungen zählen, werden in der vorliegenden Arbeit Faktoren untersucht, die bei den Mitarbeitern der beiden Berufsgruppen als Stressoren, aber auch als Kompensationsmechanismen gegen berufsbedingten Stress wirken können. Des weiteren wurde ein besonderes Augenmerk auf die Entstehung und Auswirkungen von „posttraumatischen“, d.h. längerfristig manifestierten psychischen Belastungsstörungen gelegt. Hier sind insbesondere die Häufigkeit und Zusammenhänge des Auftretens, sowie die Reaktionen der Betroffenen von Bedeutung. Um sich ein Bild über die Arbeitsbedingungen und –inhalte der beiden Berufsgruppen machen zu können, erfolgt eine Berufsbeschreibung, anschließend werden die arbeitsbedingten Belastungsfaktoren des Rettungsdienstes dargestellt. Danach wird erklärt, was unter den besonderen Ereignissen „Critical Incidents“ zu verstehen ist und warum diese bei den beiden Berufsgruppen von großer Bedeutung sind.

Es wurde anschließend ein Modell entwickelt, welches die auf das Individuum einwirkenden Belastungen, die Kompensationsmechanismen und die daraus resultierenden Reaktionen, insbesondere auf das Stressverhalten aufzeigt.

Danach wurde aus bestehenden Erfassungsinstrumenten für physischen und psychischen Arbeitsstress ein eigenes Instrument entwickelt und der speziellen Arbeitssituation der Betroffenen angepasst. Anschließend wurde eine Befragung von Berufsfeuerwehr-Einsatzkräften und Mitarbeitern der Rettungsdienste deutscher Großstädte durchgeführt. Es folgt eine detaillierte Beschreibung des Instrumentes und Erklärung der verwendeten Skalen.

Die von den Organisationen zurückgesendeten Erfassungsbögen wurden statistisch ausgewertet und die Ergebnisse dargestellt und diskutiert, anschließend werden Lösungsansätze aufgezeigt und Kompensationsmöglichkeiten des Arbeitsstresses dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
Eidesstattliche Erklärung 8
1. Zusammenfassung 9
2. Einleitung / Übersicht 13
3. Berufsbeschreibung 14
3.1 Rettungsdienst 14
3.2 Feuerwehr (mittlerer Dienst) 15
4. Arbeitsbedingte Belastungsfaktoren des Rettungsdienstes 16
4.1 Besondere berufliche Belastungen 17
4.2 Critical Incidents (CI) 18
4.3 Resultierende Fragestellungen 20
5. Material und Methoden 20
5.1 Entwicklung eines Instrumentes zur Ermittlung derArbeitsbelastung 20
5.1.1 Aufbau des Exposition-Kompensation-Reaktion Modells 21
5.1.2 Übersicht des Erfassungsinstruments 23
5.1.3 Beschreibung der Skalen 24
5.2 Rekrutierung der Einrichtungen 30
5.3 Datenbehandlung 32
6. Ergebnisse der Untersuchung 32
6.1 Teilnahmequote 32
6.2 Psychosoziale Belastung und Beanspruchung 33
6.2.1 Commitment zur Arbeit / Tätigkeit und zum Beruf 33
6.2.2 Arbeitsplatzsicherheit 35
6.2.3 Soziale Unterstützung 36
6.2.4 Allgemeiner Gesundheitszustand 37
6.2.5 Physikalische-chemische-biologische, u.a. Ursachen 38
6.2.6 Emotionale Anforderungen 39
6.2.7 Psychosomatische Reaktionen / Burnout 40
6.2.8 Anzeichen für Belastungsstörungen 43
6.2.9 Ursachen und Einflussfaktoren für Belastungsstörungen 46
6.2.10 Arten von Belastungsstörungen und Bewältigungsstrategien 47
6.2.11 Auswirkungen aktiver und passiver Bewältigungsstrategien auf den Belastungsgrad 48
6.2.12 Spezifische Auswertungen der Belastungsreaktionen 52
7. Interpretation der Ergebnisse und Schlussfolgerungen 55
7.1 Teilnahme an der Untersuchungen 55
7.2 Antwort auf die Leitfragen (Abschnitt 4.3) 57
7.2.1 Wie oft und bei wem treten Critical Incidents auf? 57
7.2.2 Welche Folgen haben diese Critical Incidents bei Betroffenen? 57
7.2.3 Mit welchen Belastungen bzw. Bedingungen sind Critical Incidents assoziiert? 58
7.2.4 Wie gehen Betroffene mit Critical Incidents um? 59
Quellenverzeichnis 60
Anhang 63

Automatisiert erstellter Textauszug:

Allgemeine Gesundheit: Die sechs Items (Frage 41-43) wurden aus dem NEXT Instrument [2] entnommen und gaben den Beschäftigten die Möglichkeit, in fünf Abstufungen ihren allgemeinen Gesundheitszustand zwischen „schlecht“ bis „ausgezeichnet“ einzuordnen. In den folgenden Fragen sollte dann der eigene Gesundheitszustand mit anderen verglichen bzw. eine Selbsteinschätzung getroffen werden, wie sich die eigene Gesundheit vermutlich entwickeln wird und wie sie sich innerhalb des letzten Jahres entwickelt hat. Es schloss sich dann die -mit 20 Items größte- im Fragebogen verwendete Skala zu den psychosomatischen Faktoren an, die ebenfalls aus dem NEXT-Bogen [2] entnommen wurde. Hier wurden die Beschäftigten befragt (Frage 45), wie oft sie innerhalb der letzten drei Monate unter diversen körperlichen Beeinträchtigungen litten. [...]

Arbeitszufriedenheit: Dieser Komplex umfasst insgesamt sechs Items (Frage 26) und wurde aus NEXT [2], COPSOQ [1] und einer eigenen Frage zusammengestellt. Unter der Frage: „Wie zufrieden sind Sie mit…“ wurden die Beschäftigten nach den Zukunftsaussichten, den körperlichen Arbeitsbedingungen, ihrem Einsatz nach persönlichen Fähigkeiten, ihrem Nettolohn und Aufstiegsmöglichkeiten, sowie ihrer Arbeitszufriedenheit insgesamt befragt. Hier konnten die Beschäftigten in vier Abstufungen von „sehr unzufrieden“ bis „sehr zufrieden“ antworten. Der letzten Abschnitte des Erfassungsinstrumentes umfasste die Skalen für allgemeine Gesundheit, psychosomatische Faktoren, psychische Erschöpfung, Reaktionen und Verhaltensweisen auf belastende Situationen und wurde aus den Instrumenten NEXT [2], Copenhagen Burnout Inventory [8], dem Instrument zur Erforschung von posttraumatischen Belastungsstörungen [3] und eigenen, entwickelten Fragen zusammengestellt. [...]

Dieser Punkt wird im Teil D weiter ausgeführt. Hier werden spezifische Fragen zur Dienstplangestaltung und zum Schichtplan bzw. –wechsel gestellt. Im Abschnitt E werden Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand der Beschäftigten gestellt, z.B. wie die Betroffenen ihren Gesundheitszustand selbst einschätzen und ihre Erwartungen, wie sich die Gesundheit vermutlich in nächster Zeit entwickeln wird. Desweiteren wird eine Anzahl möglicher körperlicher Beschwerden aufgezählt, bei denen die Befragten angeben sollten, ob und wie oft sie unter diesen Problemen leiden. Der letzte Fragenkomplex (F) besteht aus speziellen Fragen, die sich mit dem Auftreten und den Auswirkungen von akuten und chronischen Belastungsstörungen beschäftigten und wie oft bzw. wie lang die Beschäftigten ggf. unter diesen Störungen gelitten haben bzw. welche Hilfs- und Therapieangebote ggf. in der Einrichtung vorhanden sind. [...]

Arbeit zitieren:
, Mai 2004: Analyse und Dokumentation von Stressoren und -faktoren in den Berufsfeldern „Feuerwehr und Rettungsdienst“ einschließlich der akuten- / posttraumatischen Belastungsstörung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitspsychologie, Traumaforschung, PTSD, Stressforschung

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