Eine Analyse der Beziehung zwischen Mensch und Tier
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Verena Hofer-Probst
- Abgabedatum: April 1984
- Umfang: 198 Seiten
- Dateigröße: 6,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4163-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4163-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4163-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hofer-Probst, Verena April 1984: Eine Analyse der Beziehung zwischen Mensch und Tier, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bedeutung des Tieres, Empirische Untersuchung, Mensch-Tier-Beziehung, Das Tier in der Geistesgeschichte
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Diplomarbeit von Verena Hofer-Probst
Einleitung:
Im Rahmen dieser Arbeit sollten einige Faktoren untersucht werden, die die Mensch-Tier-Beziehung beeinflussen können. Dabei wurden die drei Kriterien gewählt, die nach Unruh einen Einfluss auf diese Beziehung haben können, nämlich einmal Eigenart des Tieres, zum anderen Eigenart des Menschen und Umweltbedingungen.
Es konnte gezeigt werden, dass die Wahl eines bestimmten Tieres nicht zufällig erfolgt, sondern dass der Mensch hier genauso verfährt wie mit seinen Mitmenschen, er sucht sich jenes Tier zum Partner, das seinen psychischen Bedürfnissen am ehesten entspricht, dem er irgendwie wesensähnlich ist. Bezüglich der Persönlichkeitseigenschaften konnte gezeigt werden, dass Geschlechtsunterschiede einen Einfluss auf die Mensch-Tier-Beziehung haben. Bedeutungsgehalt und Beziehung zum Tier werden von Männern und Frauen unterschiedlich erlebt. Während für Frauen das Tier ein „Objekt“ zum Liebhaber ist, ist es für den Mann eher der „Kumpel“, der Gefährte. Demzufolge überwiegt in der Schilderung der Beziehung zum Tier bei Frauen mehr der emotionale, zärtliche Aspekt, bei Männern eher der Freundschaftsaspekt. Für emotionale Regungen (Trauer, Freude) der Tiere sind Frauen empfänglicher als Männer. In einer Welt ohne Tiere würden Männer am ehesten die Ausgewogenheit der Natur vermissen, Frauen die Wärme und Geborgenheit, die diese Lebewesen vermitteln können. An erster Stelle der Tierquälerei steht bei den Männern die körperliche Gewaltanwendung gegenüber dem Tier, bei Frauen Tierversuche. Auch die Motivationen für Tierquälerei werden unterschiedlich gesehen; so geben zwar Männer wie Frauen als hauptsächliche Motive unbewältigte Aggressionstriebe und Sadismus an, wesentlich mehr Frauen als Männer glauben aber, dass Menschen Tiere aus erlebter eigener Minderwertigkeit, aus Unzulänglichkeitsgefühlen heraus quälen.
Bezüglich der Persönlichkeitsvariablen Einsamkeit konnte gezeigt werden, dass ältere Menschen eher wie jüngere glauben, dass ein Tier eine menschliche Beziehung ersetzen kann. Bei Menschen, die sich infolge von Enttäuschungen vom Mitmenschen abgewandt haben, erfolgt eine stärkere Hinwendung zum Tier.
Umweltkontexte, die die Mensch-Tier-Beziehung beeinflussen können, sind zum einen Einflüsse der Vergangenheit, die erlebte Beziehung zum Tier in der Kindheit, Erfahrungen, die durch das Elternhaus vermittelt wurden, zum anderen gegenwärtig vorhandene oder nicht vorhandene Sozialkontakte.
Das Tier scheint für den Menschen eine zweifache Bedeutung als Partner zu haben. - Soziale Ergänzung: Als Ergänzung der eigenen Wesensmerkmale, als Erweiterung des eigenen Selbst, als Familienmitglied, als „geliebtes Kind“ unter den Kindern einer Familie. -Sozialer Ersatz: Im Alter, bei Einsamkeit, nach erlebten Enttäuschungen mit Menschen, bei fehlenden Sozialkontakten.
Sehr häufig wird in der Literatur die Behauptung aufgestellt, dass Grausamkeit gegenüber Mensch und Tier identisch ist. Die Verfasserin stimmt dem zu, möchte aber ergänzen, warum sollte nicht auch Liebe gegenüber Mensch und Tier identisch sein, und möchte daher mit einem Zitat von Meves (1981, S. 122) schließen:
„So mag der Umgang mit Tieren uns alle lehren, wen menschliche Liebe und Sehnsucht nach Zuwendung und Gefährtenschaft eigentlich unter allen Geschöpfen meint: den Menschen.“.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Eine Analyse der Mensch-Tier-Beziehung von den Anfängen bis zur Gegenwart | 1 |
| I. | Die Beziehung Mensch-Tier am Beginn der Menschheitsentwicklung | 1 |
| 1. | Altsteinzeit | 1 |
| 2. | Mittelsteinzeit | 2 |
| 3. | Jungsteinzeit | 2 |
| II. | Das Tier in der Geistesgeschichte der Menschheit | 3 |
| 1. | Das Tier in der Religion | 3 |
| 1.1 | Naturreligionen | 3 |
| 1.2 | Tierkulte der Hochreligionen | 4 |
| 1.3 | Christliche. Religionen | 6 |
| 2. | Das Tier in der Dichtung | 6 |
| 2.1 | Die Fabel | 7 |
| 2.2 | Das Märchen | 8 |
| 2.3 | Die Legende | 8 |
| 3. | Das Tier in der Kunst | 10 |
| 3.1 | Malerei | 10 |
| 3.2 | Plastik | 11 |
| 3.3 | Karikatur | 12 |
| 4. | Das Tier in der Philosophie | 13 |
| 4.1 | Die Stellung des Tieres dem Menschen gegenüber | 13 |
| 4.2 | Die Frage nach der Tierseele | 15 |
| III. | Tierquälerei | 17 |
| 1. | Tierquälereien früherer Jahrhunderte | 17 |
| 1.1 | Tierkämpfe und Tierhetzen im alten Rom | 17 |
| 1.2 | Tierkämpfe unter August dem Starken, am sächsischen Hof | 18 |
| 1.3 | Tierkämpfe im Fechthaus in Nürnberg (18. Jahrh.) | 18 |
| 2. | Tierquälereien der heutigen Zeit | 18 |
| 3. | Verschiedene Formen von Tierquälerei | 19 |
| 3.1 | Bestimmte Jagd- und Fangmethoden | 19 |
| 3.2 | Stier- und Hahnenkämpfe | 21 |
| 3.3 | Die Ausnutzung des Tieres in der Landwirtschaft | 22 |
| 3.4 | Das Tier als Versuchskaninchen | 22 |
| 3.5 | Tierversuche in der Medizin | 22 |
| 3.6 | Tierquälerei durch Unwissenheit | 24 |
| 3.7 | Tierquälereien durch die Errungenschaften der modernen Technik | 24 |
| 3.8 | Tierquälereien durch Luxusartikel | 25 |
| Exkurs: Die ethische Problematik des Schlachtens | 25 | |
| 3.9 | Einige Beispiele zur Tierquälerei | 26 |
| IV. | Schulderleben des Menschen bei der Tiertötung | 27 |
| 1. | Entschuldung, Rationalisierung, Selbstbestrafung | 27 |
| 2. | Ein Zusammenhang zwischen Tiertötung und Menschentötung | 29 |
| 3. | Aussprüche einiger bedeutender Persönlichkeiten zur Tierquälerei | 31 |
| 4. | Die Tierschutzbewegung | 33 |
| V. | Einstellungen des Menschen zum Tier | 35 |
| 1. | Intergesellschaftliche Differenzen | 35 |
| 2. | Intragesellschaftliche Differenzen | 35 |
| 3. | Ambivalenz der Einstellung beim einzelnen Individuum | 36 |
| VI. | Bedeutung des Tieres für den Menschen | 41 |
| 1. | Bedeutung des Tieres in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens | 41 |
| 2. | Das Tier als Erziehungshilfe, als echter pädagogischer Wert | 42 |
| 3. | Das Tier in seiner Bedeutung für die psychischen Belange des Menschen | 43 |
| 4. | Das Tier als Therapiemittel | 44 |
| VII. | Beziehungen zwischen Mensch und Tier, Motive der Tierliebe | 47 |
| 1. | Einteilungsmuster nach Welk | 47 |
| 2. | Echte Tierliebe-Tierliebhaberei | 49 |
| 3. | Die Frage nach den Motiven der Tierliebe | 50 |
| VIII. | Tierhaltung in der heutigen Zeit | 53 |
| 1. | Einige statistische Angaben | 53 |
| 2. | Untersuchungen über Einstellungen der Bundesbürger zum Tier | 55 |
| 3. | Definition von „Haustier“ und „Heimtier“ | 56 |
| 4. | Beliebte Heimtiere | 57 |
| B. | Empirische Untersuchung zu einer Analyse der Mensch-Tier-Beziehung | 58 |
| I. | Einleitung | 58 |
| II. | Diskussion einiger Variablen, die einen Einfluss auf die Mensch-Tier-Beziehung haben | 59 |
| 1. | Wesenseigenschaften des Tieres | 60 |
| 2. | Wesenseigenschaften des Tierhalters | 61 |
| 2.1 | Geschlecht | 61 |
| 2.1.1 | Die Auswirkungen der äußeren Gestalt des Tieres, in Abhängigkeit von Geschlecht des Betrachters | 61 |
| 2.1.2 | Das unterschiedliche Bedürfnis nach Liebe | 63 |
| 2.2 | Die Einsamkeit des Menschen | 64 |
| 3. | Umweltfaktoren | 65 |
| 3.1 | Soziale Einflüsse der Vergangenheit | 65 |
| 3.2 | Soziale Einflüsse der Gegenwart | 66 |
| III. | Darstellung von Stichprobe und Untersuchungsmaterial | 67 |
| 1. | Zur Stichprobenerhebung | 67 |
| 2. | Darstellung des Untersuchungsmaterials | 68 |
| IV. | Verwendetes Untersuchungsverfahren | 69 |
| 1. | Voraussetzungen für die Anwendung der X2-Vierfeldermethode | 69 |
| V. | Untersuchung | 71 |
| Teil 1 | 72 | |
| 1.1 | Darstellung der Struktur der Stichprobe | 72 |
| 1.2 | Einige allgemeine Aussagen zur Tierhaltung | 74 |
| 1.3 | Einstellungen und Meinungen der Befragungspersonen zu aktuellen Fragen der Mensch-Tier-Beziehung | 82 |
| Teil 2 | 91 | |
| 1. | Darstellung einiger Persönlichkeitsvariablen im Zusammenhang mit der Haltung bestimmter Tiere | 91 |
| Teil 3 | 104 | |
| 3. | Überprüfung der Hypothesen | 104 |
| 3.1 | Eigenschaften des Tieres | 104 |
| 3.1.1 | Der Hund, das Familientier - die Einzelgängerin Katze | 104 |
| 3.1.2 | Der Hund, das älteste Haustier des Menschen | 105 |
| 3.2 | Persönlichkeitseigenschaften des Tierhalters | 107 |
| 3.2.1 | Geschlecht | 107 |
| 3.2.2 | Einsamkeit und Älterwerden | 128 |
| 3.2.3 | Einsamkeit durch menschliche Enttäuschung | 129 |
| 3.3 | Umwelteinflüsse | 131 |
| 3.3.1 | Umwelteinflüsse der Vergangenheit: Familie | 131 |
| 3.3.2 | Umwelteinflüsse der Gegenwart | 132 |
| 3.3.2.1 | Kinderlosigkeit | 132 |
| 3.3.2.2 | Freundeskreis | 134 |
| VI. | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 137 |
| 1. | Signifikante Ergebnisse | 137 |
| 2. | Nicht-signifikante Ergebnisse | 142 |
| VII. | Zusammenfassung | 144 |
| Literaturverzeichnis | ||
| Anhang | ||
| Fragebogen | ||
| Tabellen 1 - 7 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832441630
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Bedeutung des Tieres, Empirische Untersuchung, Mensch-Tier-Beziehung, Das Tier in der Geistesgeschichte



