Analyse, Typologisierung und Evaluierung von virtuellen Kongressen
Supplement oder Substitut für reale Kongresse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christin Schmidt
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 105 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Aalen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5932-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5932-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5932-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmidt, Christin Juni 2002: Analyse, Typologisierung und Evaluierung von virtuellen Kongressen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Streaming Media, Kommunikationsmix, Rich Media, Multimedia, eBusiness
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Diplomarbeit von Christin Schmidt
Zusammenfassung:
Hauptaufgabe dieser Diplomarbeit war es einerseits, für das Unternehmen SAP zu konkretisieren, was sich hinter dem Begriff virtueller Kongress verbirgt. Andererseits galt es in Erfahrung zu bringen, wie sich ein virtueller Kongress als Kommunikationsinstrument in der praktischen Unternehmenskommunikation einordnen und charakterisieren lässt. Als Teilaufgabe sollte die Frage beantwortet werden, ob ein virtueller Kongress einen realen Kongress lediglich als unterstützendes Instrument (Supplement) begleiten kann oder ob er in der Lage ist, einen realen Kongress gänzlich zu ersetzen (Substitut).
Im ersten Schritt wurde aufgezeigt, dass das Internet sowie die Planungsobjekte Information und Kommunikation für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Neben der Darstellung geschichtlicher sowie kommunikationswissenschaftlicher Grundlagen, beschreibt die Arbeit virtuelle Kongresse als innovatives Kommunikationsinstrument im Kontext der Streaming Media Technologie und bestehenden web-basierten Konferenztechniken. Im Ergebnis können virtuelle Kongresse zunächst dem Bereich Event-TV zugeordnet werden. Zu beachten ist jedoch der technische Unterschied zum klassischen Business-TV, welches auf Fernsehtechnik basiert.
Im zweiten Schritt wurde eine detaillierte Analyse der komplexen technischen Zusammenhänge eines virtuellen Kongresses durchgeführt. Dargestellt wurde einerseits die Funktionsweise der Streaming Technologie sowie deren Abgrenzung zur Typologie herkömmlicher protokollbasierter Kommunikation in Rechnernetzen. Unterschiede zeigten sich hierbei zum herkömmlichen Datenaustausch (z.B. Download) sowie in der Nutzung von speziellen Echtzeitprotokollen und Servern. Streaming ermöglicht die Übertragung multimedialer Daten in Echtzeit, d.h. ohne Verzögerung vom Sender zum Empfänger. Zudem zeichnet sich Streaming Media durch eine effiziente Nutzung vorhandener Bandbreiten mittels Codecs und Kompressionsverfahren aus. Ein Streaming-Prozess gliedert sich in mehrere Phasen. So kann zwischen Produktion, Enkodierung, Distribution und Empfang der Daten unterschieden werden. Die Kombinationsmöglichkeit aller am Streaming-System beteiligten Komponenten ergibt sich retrograd durch die Ausstattung des Nutzers, der erreicht werden soll.
Um virtuelle Kongresse in die funktionale Organisation eines Unternehmens einordnen zu können, beschreibt die Ausarbeitung zunächst die allgemein-theoretischen Strukturen im Kontext des Begriffes Kommunikations-Mix. Ausgehend von der Theorie wurden weiterhin die praktischen Strukturen im Unternehmen SAP beschrieben, welches den Bereich Kommunikation differenziert unterteilt. Hierbei wurde insbesondere der Bereich Eventmarketing fokussiert, in den sich virtuelle Kongresse einordnen.
Weiterhin wurde eine praxisnahe Wirtschaftlichkeitsbetrachtung virtueller Kongresse anhand des Business Case Modells durchgeführt. Diesem wurde ein reales Szenario zum transparenten Datenvergleich zu Grunde gelegt. Unter Berücksichtung aller Einflussfaktoren zeigte sich im Vergleich zu einem realen Kongress, dass bei der Realisierung eines Online-Kongresses mit gleichem Kostenaufwand bei geringerem Nutzen zu rechnen ist.
Die Ausführungen münden in einer Evaluation, die virtuelle Kongresse sowohl hinsichtlich ihres Umsetzungspotentials bewertet, als auch die Frage nach Supplement oder Substitut beantwortet.
Im Ergebnis zeigt diese Arbeit, dass ein virtueller Kongress kein Substitut für einen realen Kongress sein kann, da nicht der gleiche Nutzen eines realen Kongresses erreicht werden kann. Dies ergibt sich aus der eingeschränkten multisensitiven Ansprachemöglichkeit der Online-Teilnehmer sowie der mangelnden Wirkungskraft im Bereich der Emotionalisierung. Die spezifischen Vorteile des realen Kongresses können durch eine Virtualisierung nicht generiert werden. Die Gesetzmäßigkeit der Komplementarität nach Riepl wird somit bestätigt. Dieses konstatiert, dass neue Medien alte nicht vollständig verdrängen, sondern diese allenfalls auf ihre spezifischen Vorteile zurückdrängen. Zur Erreichung dieser Ergebnisse wurde in der Arbeit ein Vergleichsmodell aus der Marketingtheorie und der Verhaltenspsychologie erarbeitet.
Abschließend wird in der Arbeit die Umsetzung als Supplement eines realen Kongresses für SAP dennoch positiv beurteilt. Gründe hierfür liegen in der retardierten nationalen Marktentwicklung und einer Wahrnehmungsverzerrung der spezifischen Vorteile eines virtuellen Kongresses. Dieser ist klar von anderen Anwendungen (z.B. E-Learning) und deren Negativimage zu trennen. Mehrwerte, strategische Synergieeffekte im Kontext von Imageverbesserung, CRM und Innovationsmanagement sowie Markttrends, technische Weiterentwicklungen von Inkrementalanwendungen und Infrastruktur rechtfertigen diese Empfehlung einer frühen Partizipation. Desweiteren bietet die Streaming Technologie enorme Kostenvorteile gegenüber klassischen, auf Fernsehtechnik basierenden Anwendungen.
Basierend auf dieser Erkenntnis gibt die Arbeit, logisch auf der Kernthemenstellung aufbauend, erste konkrete Anhaltspunkte für die Realisierung eines virtuellen Kongresses als Supplement. Dies umfasst einen konkreten Maßnahmenkatalog aus Sicht marketing-spezifischer sowie technischer Aspekte.
Die Diplomarbeit wurde mit der Höchstnote 1,0 bewertet, da sie fächerübergreifend komplexe Inhalte der Disziplinen Informatik, Medientechnik und Wirtschaft bündelt, sowie neue Ansätze durch wissenschaftliche Arbeitsweise auf höchstem Niveau vermittelt.
Inhaltsverzeichnis:
| Tabellenverzeichnis | ii | |
| Abbildungsverzeichnis | iii | |
| Executive Summary [English] | 1 | |
| 1. | Grundlagen | 3 |
| 1.1 | Entwicklung des Internet im Sektor Medien- und Kommunikation | 3 |
| 1.1.1 | Perspektiven für die multimediale Kommunikation und Information | 10 |
| 1.1.2 | Virtuelle Kongresse als aktueller Trend und potentieller Bestandteil unternehmerischen Handelns | 14 |
| 1.2 | Darstellung bereits existenter Konferenztechniken | 15 |
| 1.2.1 | Telekonferenz | 17 |
| 1.2.2 | Business-TV | 19 |
| 1.3 | Problemstellung: Supplement oder Substitut? | 21 |
| 1.4 | Vorgehensweise | 22 |
| 2. | Technische Grundlagen zur Implementierung und Typologisierung virtueller Kongresse | 24 |
| 2.1 | Kommunikation in Rechnernetzen | 24 |
| 2.1.1 | ISO/OSI-Referenzmodell | 24 |
| 2.1.2 | TCP/IP-Modell | 27 |
| 2.2 | Protokolle | 28 |
| 2.2.1 | IP | 28 |
| 2.2.2 | TCP | 28 |
| 2.2.3 | UDP | 29 |
| 2.2.4 | http | 30 |
| 2.2.5 | FTP | 30 |
| 2.3 | Auszeichnungssprachen | 31 |
| 2.3.1 | HTML | 31 |
| 2.3.2 | SMIL | 33 |
| 2.4 | Streaming Media | 34 |
| 2.4.1 | Produktion | 36 |
| 2.4.2 | Encodierung | 37 |
| 2.4.3 | Distribution und Empfang | 38 |
| 3. | SAP im Kontext der Marketingkommunikation | 43 |
| 3.1 | Unternehmensprofil SAP | 43 |
| 3.2 | Begriffsabgrenzung: Kommunikationspolitik und -Mix | 44 |
| 3.2.1 | Werbung | 47 |
| 3.2.2 | Sales Promotion | 48 |
| 3.2.3 | Persönlicher Verkauf/Beratung | 49 |
| 3.2.4 | Public Relations | 49 |
| 3.2.5 | Event-Marketing als integriertes Kommunikationsinstrument | 50 |
| 3.3 | Einordnung virtueller Kongresse in den SAP Kommunikations-Mix | 51 |
| 3.4 | Eigenschaften und Kommunikationsziele von Events | 52 |
| 4. | Vorstellung des Business Case Modells zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung virtueller Kongresse | 58 |
| 4.1 | Spezifikation | 59 |
| 4.1.1 | Funktionale Spezifikation | 59 |
| 4.1.2 | Technische Spezifikation | 63 |
| 4.2 | Datengewinnung | 66 |
| 4.2.1 | Marktpotential | 66 |
| 4.2.2 | Kosten | 68 |
| 4.3 | Analyse | 76 |
| 4.4 | Umsetzung | 77 |
| 4.4.1 | Betreibermodell | 77 |
| 4.4.2 | Marketing-Konzept | 79 |
| 5. | Virtuelle Kongresse als Erfolgsfaktor für SAP | 84 |
| 5.1 | Swot-Analysis | 84 |
| 5.1.1 | Strenghts | 84 |
| 5.1.2 | Weaknesses | 86 |
| 5.1.3 | Opportunities | 88 |
| 5.1.4 | Threats | 89 |
| 5.2 | Evaluation | 90 |
| 6. | Zusammenfassung | 93 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 96 |
| 8. | Verzeichnis von Internet-Quellen | 99 |
| 9. | Ehrenwörtliche Erklärung | 100 |
So wird die Werbung in verschiedenen Wirkungsstufen zunächst versuchen, den Bekanntheitsgrad eines Gutes oder einer Leistung zu steigern, was sich primär auf einen Namen bezieht . Im Folgeschritt werden mit diesem Namen nähere Informationen publiziert. So kann der von der Werbung Angesprochene mit dem Namen Eigenschaften oder Leistungen assoziieren und gedanklich verknüpfen. Bestehen auf Seiten des Marktes Fehlinformationen, kann das Unternehmen dies mittels Werbung beeinflussen. Beispielsweise zeigen einige, interne Studien von Unternehmen, dass ihr Firmen- oder Markenname nicht mit den richtigen Leistungen oder nicht mit allen, unter dem Namen angebotenen Leistungen verknüpft wird. Weiterhin muss Werbung sicherstellen, dass neben dem reinen informativen Angebot auch wohlwollende, emotionale Vorstellungen mit einem umworbenen Gut verbunden bzw. Aversionen abgebaut werden. Im günstigsten Fall lösen diese Aktivitäten beim Angesprochenen eine Handlungsbereitschaft zu einer Tat aus, von der er selbst überzeugt ist (z.B. Surfen auf der Unternehmenshomepage). [...]
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Fachliteratur die beiden Begriffe Kommunikationspolitik und Kommunikations-Mix zuweilen synonym verwendet. Hering beispielsweise vereint sie, indem er mit dem Begriff Kommunikations-Mix „alle Möglichkeiten den Kunden und die Öffentlichkeit über das Unternehmen zu unterrichten und die Vorteile der Produkte und Dienstleistungen zu zeigen“ umschreibt [Hering et al. 1999: S. 483]. Dies ist jedoch bei näherer Betrachtung kritisch zu bewerten. Kommunikationspolitik als bewusste Gestaltung der auf den Markt gerichteten Informationen hat traditionell eine andere Bedeutung als Kommunikations-Mix. Ziel- und Maßnahmenentscheidungen gestalten die Marktkommunikation als integriertes Element aktiver Marketingpolitik. Zweck der Kommunikationspolitik ist es, zielgruppengerechte ist die Kommunikations-Mixe Kombination von zu finden. Ein und Kommunikations-Mix informations- [...]
relevantes Wissen“ [Wöhe 1996: S. 205] wird an verschiedene Empfänger übermittelt. Kommunikation verdeutlicht unternehmensinternen bzw. externen Empfängern das unternehmerische Handeln und ist in allen Bereichen der funktionalen Organisation präsent. Besonders im Marketing ist Kommunikation nicht nur Planungsgegenstand, sondern essentielles Instrument zur Durchsetzung unternehmensspezifischer Ziele. Die Gesamtheit aller kombinierten Maßnahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen, wird als Marketing-Mix bzw. Modell der „4P´s“ in Anlehnung an McCarthy bezeichnet. Der Begriff Marketing-Mix vereint die primär absatzorientierten Instrumente der Produkt(„Product“), Preis(„Price“), Distributions(„Place“) und Kommunikationspolitik („Promotion“). Da ein virtueller Kongress ein potentiell einsetzbares Kommunikationsinstrument bei SAP darstellt, soll der Bereich der Kommunikationspolitik respektive des Kommunikations-Mix im folgenden näher dargestellt werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832459321
Arbeit zitieren:
Schmidt, Christin Juni 2002: Analyse, Typologisierung und Evaluierung von virtuellen Kongressen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Streaming Media, Kommunikationsmix, Rich Media, Multimedia, eBusiness



