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Amerikanische Interest Groups und die NATO-Osterweiterung

Amerikanische Interest Groups und die NATO-Osterweiterung
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Christoph Alexander Müller
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 166 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2368-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2368-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2368-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Christoph Alexander April 1999: Amerikanische Interest Groups und die NATO-Osterweiterung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: amerikanische Innen- und Außenpolitik, Nato-Osterweiterung, ethnische Lobby, Rüstungslobby, amerikanische Interessenverbände

Magisterarbeit von Christoph Alexander Müller

Einleitung:

Nach dem Epochenwandel zu Beginn dieses Jahrzehnts gehörte die im Juli 1997 von den Staats- und Regierungschefs in Madrid beschlossene Erweiterung der NATO um Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik zweifellos zu den wichtigsten Ereignissen in der euroatlantischen Sicherheitspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges.

Diese Arbeit untersucht, welche Institutionen, Persönlichkeiten und Lobbies mit welchen Mitteln in den Vereinigten Staaten durch gezielte Interessenvertretung versuchten, politische Entscheidungsträger für die NATO-Osterweiterung zu gewinnen.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Bemühungen der ostmitteleuropäisch-ethnischen Lobby und des militärisch-industriellen Komplexes. Beide konnten aus unterschiedlichen Gründen maßgeblich Einfluss auf die amerikanische Erweiterungsdebatte nehmen.

Des weiteren wird der Zusammenhang und das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis zwischen den einzelnen amerikanischen Interessenverbänden, der Exekutive und der Legislative beispielhaft untersucht. Hierbei werden auch sekundäre Interessen, wie die der jüdisch-amerikanischen Lobbies und der Veteranenverbände, geschildert.

Die Arbeit analysiert ein außenpolitisches Feld vor dem Hintergrund amerikanischer nationaler Interessen. Die kennzeichnenden Gegebenheiten des politischen Systems Amerikas lassen dabei folgende Fragen in den Vordergrund treten, die diese Arbeit leiten:

1. Die wirtschaftlichen und ethnischen Einzelinteressen sind im amerikanischen politischen Prozess aus strukturellen Gründen weitaus größer und einflussreicher als in anderen westlichen Demokratien. Was sind die strukturellen Gründe, und wie werden die erfolgreich genutzt?

2. Aufgrund der geringen politischen Eigenheiten der Parteien und der deutlichen Gewaltenteilung im Kongress haben Interessenverbände in den Vereinigten Staaten weitaus größere Chancen als in Westeuropa. Welche Prozesse laufen dabei ab, und wie können sie am besten umschrieben werden?

3. Die NATO-Osterweiterung berührte zum Teil Interessen, die nicht im Vordergrund der außenpolitischen Agenda standen. Um was für Interessen handelte es sich, und wie machten sie sich bemerkbar?

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Vorwort 6
Erstes Kapitel: Das Anliegen der Arbeit 7
A. Untersuchungsgegenstand 8
1. Abgrenzung 8
2. Die Messung von Einfluss 8
3. Fragestellungen 10
Zweites Kapitel: Übersicht 11
A. Die amerikanischen Interest Groups und ihre Arbeits- und Organisationsformen 11
1. Begriffsdefinition und Arten von Interest Groups 11
2. Die Entstehung und Entwicklung des amerikanischen Verbändewesens 12
3. Das Selbstverständnis 15
4. Die Rolle im politischen System der U.S.A. 17
4.1 Die Vielfalt der amerikanischen Gesellschaft und die politische Kultur 18
4.2 Die dezentralisierte Natur des politischen Systems 18
4.3 Die schwache Parteiführung 19
B. Die NATO-Osterweiterung 21
1. Gegenstand 21
2. Problematik 23
C. Die Beteiligung amerikanischer Interest Groups an der NATO-Osterweiterung 24
1. Die beteiligten Interest Groups 24
2. Art und Umfang der Beteiligung 25
D. Theoretische Grundlagen der Fallstudien 26
1. Die Stellung ethnischer Interest Groups in der politischen Theorie 26
2. Die Stellung des militärisch-industriellen Komplexes in der politischen Theorie 27
Drittes Kapitel: Die erste Fallstudie: Der Polish American Congress 29
A. Struktur, Einflußformen und Entwicklung 29
1. Struktur 29
1.1 Darstellung 29
1.2 Stärken und Schwächen der Struktur 29
1.2.1 Stärken 29
1.2.2 Schwächen 30
2. Einflußformen 31
3. Entwicklung 33
3.1 Darstellung 33
3.1.1 Von Teheran bis Solidarnocz: Die Wurzeln für die Erweiterungsforderung 33
B. Orientierungswandel mit Ende des Kalten Krieges 38
1. Darstellung 38
1.1 Die Suche nach einem neuen Selbstverständnis 38
2. Die Bedeutung für das Interesse an der NATO-Osterweiterung 41
C. Einflussnahme auf die NATO-Osterweiterung 42
1. Anfangsphase: Einleitung einer Kampagne 42
1.1 Darstellung 42
1.1.1 Entscheidungsfindung 42
1.1.2 Startschwierigkeiten 45
1.1.3 Erster Schwung in der Kampagne 49
1.1.3.1 Partnerschaft für den Frieden 49
1.1.3.2 Die Medien als Einflußinstrument und die Wertung des wissenschaftlichen Beweises für das Unrecht von Jalta 50
1.2 Bewertung der Anfangsphase 53
2. Hochphase: Druck auf die Administration in Hinblick auf Partnerschaft für den Frieden und Clintons Wiederwahl 53
2.1 Darstellung 53
2.1.1 Interessenkonflikte der Administration 54
2.1.2 Wählerabhängigkeit: Gründe für Clinton’s Aufmerksamkeit 58
2.1.3 Druck auf die Administration 61
2.1.3.1 Der Entwurf einer neuen Lobbystrategie 63
2.1.3.2 Die Gründung der Central and East European Coalition 64
2.1.3.3 Einfluss mit Hilfe technischer Mittel: Ein Beispiel 66
2.1.3.4 Erstes Treffen der Administration mit der Central and East European Coalition 66
2.1.3.5 Der Interessenzwiespalt des Präsidenten 68
2.1.3.6 Die Wertung russischer und amerikanischer Rhetorik durch den Polish American Congress 71
2.1.3.7 Zweites Treffen der Administration mit der Central and East European Coalition 72
2.2 Bewertung der Hochphase 73
3. Endphase: Konstante Erweiterungsbemühungen 75
3.1. Darstellung 75
3.1.1 Die anhaltende Russlandproblematik 75
3.1.2 Einfluss auf die Republikanische Partei 76
3.1.3 Bedeutende Lobbybeispiele 77
3.1.4 Das außenpolitische Desinteresse des U.S. Kongresses 79
3.1.5 Kooperation mit anderen Verbänden 80
3.1.6 Die öffentliche Diskussion 86
3.2 Bewertung der Endphase 89
Viertes Kapitel: Die Zweite Fallstudie: Die Rüstungslobby 91
A. Struktur und Entwicklung 91
1. Struktur 91
1.1 Darstellung 91
1.1.1 Der militärisch-industrielle Komplex 91
1.1.2 Das Phänomen der ‘Revolving Door’ 93
2. Entwicklung 95
2.1 Darstellung 95
2.1.1 Das Ende des Kalten Krieges: eine veränderte Marktsituation 95
2.1.2 Die Entwicklung des Erweiterungsinteresses 100
2.2 Die Bedeutung für das Erweiterungsinteresse 101
B. Einflussnahme auf die NATO-Osterweiterung 102
1. Die Möglichkeiten des ostmitteleuropäischen Marktes 102
1.1 Darstellung 102
1.1.1 Die Anforderungen der NATO 102
1.1.2 Amerikanische Ambitionen auf dem ostmitteleuropäischen Marktes 103
1.2 Bewertung der Möglichkeiten 105
2 Kooperationsformen zwischen Staat und Rüstungsindustrie 105
2.1 Finanzierungsmöglichkeiten 106
2.1.1 Darstellung 106
2.1.1.1 Foreign Military Financing 106
2.1.1.1.1 Central East European Defense Loan Fund 107
2.1.1.1.2 Defense Export Loan Guarantee Program 108
2.1.1.2 Export-Import Bank 108
2.1.1.3 Excess Defense Articles 109
2.1.1.4 Leasing 110
2.1.1.5 Offsets 111
2.1.2 Bewertung der Finanzierungsmöglichkeiten 113
2.2 Institutionen und Organisationen 114
2.2.1 Darstellung 114
2.2.2 Bewertung des Einflusses 116
3. Lobbyaktivitäten der Rüstungsinteressen in den U.S.A. 117
3.1 Darstellung 117
3.1.1 Fallbeispiel: U.S.Committee to Expand NATO 117
3.1.2 Wahlkampfunterstützung 122
3.1.3 Einfluss auf den U.S. Kongress 124
3.2 Bewertung der Aktivitäten 125
4. Rüstungs- und Regierungsaktivitäten in Ostmitteleuropa 126
4.1 Darstellung 126
4.1.1 Flugzeughandel 128
4.1.2 Air Shows 132
4.1.3 Fallbeispiel Rumänien 133
4.2 Bewertung der Aktivitäten 135
5. Bewertung der Aktivitäten des militärisch-industriellen Komplexes 136
Fünftes Kapitel: Zusammenfassung und Ergebnis 140
Literatur- und Quellenverzeichnis 144
Lebenslauf 154
Eidesstattliche Erklärung 156
Anhang 157

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.1.2. Einfluß auf die Republikanische Partei Vor dem Präsidentschaftswahlkampf weiteten sich die Einflußbemühungen auch auf die Republikanische Partei aus. Am 6. Februar 1995 erging an alle Divisions und Chapters des Polish American Congress ein fünf-seitiger Legislative Alert, da eine Woche später im Repräsentantenhaus über den republikanische ‘Contract with America’ abgestimmt werden sollte. Erfolgreich konnte nach der Intervention der CEEC ein überparteiliches Quartett, besetzt mit den Abgeordneten Richard J. Durbin (IL-D), dem Vorsitzenden des International Relations Committee Benjamin A Gilman (NY-R),148 Joseph Knollenberg (MI-R) und William O. Lipinski (IL-D), dem National Security Revitalization Act einen mit NATO-freundlicher Sprache formulierten Zusatzartikel hinzufügen. Dieser forderte die Unterstützung für "other countries that are emerging from Communist domination“, und sollte eine NATO-Mitgliedschaft Polens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei vorantreiben. Anstelle einer Allianzerweiterung „including Russia“, wurde lediglich die vorsichtige Forderung einer rußlandnahen Kooperation der NATO formuliert. Schließlich beseitigte der Abgeordnete Torricelli (NJ-D) in einem Antrag das Schlüsseldatum einer Erweiterung im Januar 1999. Es wurde durch die Worte: „in the near future“ ersetzt. Nach der erfolgreichen Abstimmung mit 241-181 Stimmen war die Zuständigkeit des Repräsentantenhauses beendet, und die Gesetzgebung wurde [...]

3. Endphase : Konstante Erweiterungsbemühungen 3.1. Darstellung 3.1.1. Die anhaltende Rußlandproblematik Die Fortsetzung des ethnischen Lobbyismus stützte sich weiterhin auf einer Rußlandfeindlichen Haltung. Im Frühjahr 1995 konnte Clinton auf einer White House Conference on Trade and Investment in Cleveland den ethnischen Interessenverbänden wieder seine Aufmerksamkeit schenken. Unterstützt mit jeweils $250.000 von der amerikanischen Handelskammer und der Agency for International Development, stellte das Forum Informationen für potentielle Investoren und Dienstleister in der ostmitteleuropäischen Region zur Verfügung. Teilnehmer der Konferenz waren neben dem Präsidenten weitere hochrangige Vertreter der Administration wie dem Commerce Secretary Ronald H. Brown, Assistant Secretary of State for European and Canadian Affairs Richard Holbrooke und Nicholas Burns, ehem. White House Specialist on the Former Soviet Republics und dann Chief Spokesman of the State Department. Auf der Gästeliste standen auch 30 Vertreter ostmitteleuropäischer Interessenverbände, denen am Rande der Konferenz die Möglichkeit für umfangreiche Gespräche mit den Teilnehmern der Administration und dem Präsidenten eingeräumt wurde. In ihrer Anwesenheit verurteilte Präsident Clinton in seiner Rede erstmals öffentlich die Brutalität der russischen Offensive gegen Tschechenien und forderte Moskau auf, das ‘spilling of blood’ zu beenden. Zugleich betonte er aber auch, daß die Sicherheit Europas von der demokratischen Entwicklung Rußlands, das nicht von seinen Nachbarn isoliert wird, abhänge: [...]

Während der Hochphase ist die Administration von Seiten des Polish American Congress und der Central and East European Coalition systematisch und wesentlich besser organisiert als in der Einleitungsphase unter Druck gesetzt worden. Die Gründe hierfür sind vielfältig, Ausgangsgrund war die Verabschiedung des Programms ‘Partnerschaft für den Frieden’. Zur Diskussion gestellt war erstmals die zukünftige Struktur der Allianz, erweitert oder lediglich ergänzt durch das PfP-Konzept, und hier konnte die amerikanische Administration ihre Stimme maßgeblich zur Geltung bringen. Die ethnischen Verbände waren sich darüber bewußt, und hatten sich besonders in dieser Zeit in den Vereinigten Staaten dafür eingesetzt, die Administration von einer Erweiterung der Allianz zu überzeugen. Es ist bereits angesprochen worden, [...]

Arbeit zitieren:
Müller, Christoph Alexander April 1999: Amerikanische Interest Groups und die NATO-Osterweiterung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
amerikanische Innen- und Außenpolitik, Nato-Osterweiterung, ethnische Lobby, Rüstungslobby, amerikanische Interessenverbände

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