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Altersvorsorge durch Pensionsfonds

Altersvorsorge durch Pensionsfonds
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tanja Michelberger
  • Abgabedatum: April 1998
  • Umfang: 161 Seiten
  • Dateigröße: 684,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3067-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3067-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3067-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Michelberger, Tanja April 1998: Altersvorsorge durch Pensionsfonds, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kapitalmarkt, Alterssicherung, Kapitaldeckung, Betriebliche Altersvorsorge, Rente

Diplomarbeit von Tanja Michelberger

Gang der Untersuchung:

Der im internationalen Vergleich starke Ausbau des Pensionsfonds-Sektor in den USA eignet sich besonders, die grundsätzlichen Eigenschaften dieses Alterssicherungssystems aufzuzeigen. Deshalb wird im weiteren - sofern nicht anders vermerkt - die Thematik der Pensionsfonds anhand den Gegebenheiten in den USA behandelt.

Der erste Teil vermittelt einen Überblick über das Themengebiet der Alterssicherung. Um Pensionsfonds besser in das Gesamtgefüge der Alterssicherung einordnen zu können, befasst sich das erste Kapitel mit den möglichen Ausgestaltungsformen von Pensionssystemen. Anhand den Kriterien Zielsetzung, Finanzierungsart, Pensionssystemträger und eventuellem Zwangscharakter werden die Eigenschaften von Pensionsfonds herausgearbeitet und gegenüber anderen Alterssicherungssystemen abgegrenzt.

Das zweite Kapitel untersucht die Anforderungen an eine Alterssicherung. In Verlauf dieses Kapitels wird deutlich werden, dass die vielschichtigen Aufgaben der Alterssicherung nicht von einem Vorsorgesystem allein gelöst werden können. Vielmehr sind es möglichst drei Arten von Pensionssystemen - jeweils mit unterschiedlicher Zielsetzung und Ausgestaltung - die zusammen eine ausgewogene Alterssicherung gewährleisten. Zur Verdeutlichung wird das von der Weltbank präferierte Drei-Säulen-Modell vorgestellt. Dieses gliedert sich in eine staatliche, eine betriebliche und eine private (im Sinne von individuelle) Säule. Pensionsfonds sind eine Form der betrieblichen Vorsorge, die in der Regel auf Freiwilligkeit basiert.

Das folgende dritte Kapitel greift diesen Umstand auf und befasst sich mit der Sichtweise der Unternehmen. In einem Umfeld, in dem Unternehmen frei sind in ihrer Entscheidung, betriebliche Alterssicherungssysteme anzubieten, ist es wichtig, die damit verbundenen finanzwirtschaftlichen und personalpolitischen unternehmerischen Zielsetzungen zu hinterfragen.

Kapitel 4 untersucht in einem Vergleich von Pensionsfonds mit anderen Formen der betrieblichen Alterssicherung, inwieweit Pensionsfonds diese Unternehmensziele umsetzen können. Da es unterschiedliche Organisationsformen von Pensionsfonds gibt, die sich grob in leistungsorientierte und beitragsorientierte Systeme einordnen lassen, ist zum weiteren Verständnis eine genaue Differenzierung dieser Vorsorgeformen in Kapitel 5 notwendig. Kapitel 6 befasst sich mit den Problemen der individuellen Vorsorge und ihrer möglichen Lösung durch Pensionsfonds. Der erste Teil schließt mit der Feststellung, dass Pensionsfonds anderen Alterssicherungsformen überlegen sein können.

Der zweite Teil informiert über den Status Quo betrieblicher Altersvorsorge in den USA, Deutschland und der Schweiz. Diese drei Länder wurden gewählt, da sie jeweils besondere Modelle der Alterssicherung beschreiben. Für die USA ist eine hohe Kapitaldeckung, ein ausgebauter Pensionsfonds-Sektor und gleichzeitig eine geringere staatliche Vorsorge kennzeichnend. Deutschland mit seiner dominanten, auf Umlage aufgebauten, staatlichen Vorsorge kann demzufolge als Gegenstück aufgefasst werden. Die Möglichkeit von Direktzusagen mittels Pensionsrückstellungen als Form der betrieblichen Vorsorge nimmt zudem im internationalen Vergleich eine Art Sonderstellung ein. Auch die Schweiz schuf mit ihrem obligatorischen System ein besonderes nationales Modell betrieblicher Alterssicherung.

Das erste Kapitel zeigt richtungsweisend den Trend der betrieblichen Alterssicherung in den USA auf. Daran schließt sich in Kapitel 2 eine Darstellung der dortigen Anspruchsberechtigten sowie ihrer Rechtstellung. Eine Beurteilung von Pensionsfonds kann nicht umhin, die Art und Auswirkungen der staatlichen Einflussnahme darzustellen. Daher befassen sich Kapitel 3 und 4 jeweils in einer normativen Analyse und einer sich anschließenden Darstellung der US-amerikanischen Gegebenheiten mit der Besteuerung und Regulierung von Pensionsfonds. Die besonderen Modelle Deutschlands und der Schweiz sind Thema des fünften Kapitels.

Teil II. zeigt durch drei unterschiedliche Sichtweisen die unterschiedliche Ausgestaltung und Bedeutung betrieblicher Altersversorgung auf. Um Pensionsfonds für das deutsche System der Altersversorgung vorschlagen zu können, sind noch weitere Bereiche zu untersuchen, auf die Pensionsfonds Einflus nehmen oder anhand derer man sie beurteilen kann. Der nachfolgende Teil III soll dazu dienen, die Bedeutung von Pensionsfonds besser verstehen zu können.

Der dritte Teil befasst sich am Beispiel der USA mit den unterschiedlichen Wirkungsebenen von Pensionsfonds. Das erste Kapitel greift die Fragestellung auf, ob Pensionsfonds das Einkommen und die Ersparnis der betreffenden Arbeitnehmer beeinflussen. Kapitel 2 vermittelt einen Überblick über mögliche Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt, die durch Pensionsfonds hervorgerufen wurden. Im dritten Kapitel wird die Sichtweise der Kapitalmärkte aufgegriffen. Es untersucht die Bedeutung von Pensionsfonds im Bereich der Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance), beurteilt ihr Fondsmanagements und weist - darauf aufbauend - auf ihre Rolle im Bereich der Unternehmenskontrolle (Corporate Governance) hin.

Teil IV fasst die vorangegangenen Kapitel zusammen und beurteilt Pensionsfonds als eine Form der betrieblichen Altersvorsorge anhand den Kriterien Allokation, Verteilung, Angemessenheit und Sicherheit. Aufgrund dieser Beurteilung ergeben sich schließlich die für die Politik relevanten Implikationen.

Deutschland bietet sich die Chance, von den Erfahrungen der Vereinigten Staaten und anderen Ländern zu profitieren, die Vorteilhaftigkeit und auch die, angesichts der sich abzeichnenden Veränderungen der Altersstruktur, Notwendigkeit privater Pensionsfonds auszunutzen, ohne deren Fehler zu wiederholen. Deswegen soll auch diese Arbeit dem notwendigen Überdenken der heute in Deutschland bestehenden Strukturen dienen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 6
Abbildungsverzeichnis 7
Einleitung 8
Aufbau der Arbeit 16
Teil I: Einordnung von Pensionsfonds in den Bereich der Altersvorsorge
1. Ausgestaltung von Pensionssystemen 18
1.1 Kriterienübersicht 18
1.1.1 Zielsetzung 18
1.1.2 Finanzierungsart 18
1.1.3 Pensionssystemträger 20
1.1.4 Zwangscharakter 21
1.2 Pensionsfonds 22
2. Anforderungen an eine Alterssicherung 22
2.1 Normative Betrachtung 22
2.2 Das Drei-Säulen-Modell als Beispiel eines ausgewogenen Alterssicherungssystems 24
3. Betriebliche Alterssicherung im Kontext unternehmerischer Ziele 26
3.1 Finanzwirtschaftliche Zielsetzung 27
3.1.1 Der Eigenhandel 27
3.1.2 Die Planterminierung 27
3.1.3 Die Steuer-Arbitrage 27
3.1.4 Die Risikoerhöhung 28
3.2 Personalpolitische Zielsetzung 31
3.2.1 Verhaltenswissenschaftliche bzw. motivationstheoretische Ansätze 32
3.2.2 Ökonomische Ansätze 32
3.2.3 Ansätze der betrieblichen Willensbildung 32
4. Besonderheiten von Pensionsfonds gegenüber anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge 33
5. Grundsätzliche Organisationsformen der Pensionsleistungen 35
5.1 Beitragsorientierte Pensionssysteme 35
5.2 Leistungsorientierte Pensionssysteme 36
5.3 Vergleich der Organisationsformen 38
6. Die Überlegenheit betrieblicher Alterssicherungssysteme 42
6.1 Adverse Selektion bei individueller Altersvorsorge 42
6.2 Pensionsfonds als Lösung des Informationsproblems 43
Teil II: Status Quo betrieblicher Altersvorsorge in den USA, Deutschland und der Schweiz
1. Trend der betrieblichen Alterssicherung in den USA 46
2. Kreis der Anspruchsberechtigten und ihre Rechtstellung 48
3. Besteuerung von Pensionsfonds 52
3.1 Normative Betrachtung 52
3.1.1 Steuerprivilegien 52
3.1.2 Steuerpflicht 53
3.2 Steuerliche Regelungen in den USA 54
4. Regulierung von Pensionsfonds 56
4.1 Normative Betrachtung 56
4.1.1 Monopol 56
4.1.2 Externalitäten 57
4.1.3 Öffentliche Güter 58
4.1.4 Informationsasymmetrie 59
4.2 Regulierung in den USA 60
4.2.1 Einräumung unverfallbarer Anwartschaften 60
4.2.2 Portfolio - Regulierungen 61
4.2.3 Informations- und Mitteilungspflichten 61
4.2.4 Bilanzierungsrichtlinien 62
4.2.5 Vermögensdeckung von leistungsorientierten Pensionsleistungen 62
4.2.6 Garantieversicherungsgesellschaft für leistungsorientierte Pensionsfonds (Pension Benefit Guaranty Corporation, PBGC) 64
4.2.6.1 Normative Betrachtung 64
4.2.6.2 Deskriptive Betrachtung 66
5. Besondere nationale Modelle betrieblicher Alterssicherung 68
5.1 Betriebliche Altersversorgung in Deutschland 68
5.1.1 Die Direktzusage als Form der intern finanzierten betrieblichen Altersversorgung 70
5.1.1.1 Steuerliche Effekte 71
5.1.1.2 Bilanzierung 72
5.1.1.3 „Asset Funding“ als Zwischenschritt zur externen Finanzierung 73
5.1.2 Die externe Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung 73
5.1.2.1 Pensionskassen 74
5.1.2.2 Direktversicherungen 75
5.1.2.3 Unterstützungskassen 76
5.1.3 Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) 78
5.1.4 Politische Implikationen 80
5.2 Betriebliche Altersversorgung in der Schweiz 83
5.2.1 Grundstruktur, Rechtsgrundlagen und Träger 83
5.2.2 Einbezogener Personenkreis, Leistungen und Finanzierung 84
5.2.3 Beurteilung 85
Teil III: Die verschiedenen Wirkungsebenen von Pensionfonds
1. Der Einfluss von Pensionsfonds auf das Einkommen und die Ersparnis des begünstigten Arbeitnehmers 87
2. Pensionsfonds innerhalb des Arbeitsmarkts 88
2.1 Arbeitsmarktinflexibilität 88
2.2 Abfall des Verrentungsalters und der Arbeitsmarktbeteiligung älterer Arbeitnehmer 90
2.3 Reaktionen auf staatliche Regulierungen 90
3. Pensionsfonds innerhalb des Finanzmarkts 91
3.1 Corporate Finance 91
3.1.1 Finanzmarktentwicklung 92
3.1.2 Entwicklung neuer Finanzinstrumente und -techniken 93
3.1.3 Marktorientierung 94
3.1.3.1 Shareholder Value 95
3.1.3.2 Status Quo in Deutschland 96
3.2 Fondsmanagement 97
3.2.1 Anlagepolitik 97
3.2.1.1 Opportune Anlagepolitiken 99
3.2.1.2 Portfolio - Aufteilung 100
3.2.2 Diversifikation 100
3.2.2.1 Inlandspräferenz 101
3.2.2.2 Volkswirtschaftliche Betrachtung internationaler Kapitalströme 103
3.2.3 Performance 104
3.2.3.1 Allgemeine Betrachtung 104
3.2.3.2 Performance - Vergleich 105
3.3. Corporate Governance 106
Teil IV: Fazit
1. Resümee 112
1.1 Allokation 113
1.2 (Gerechte) Verteilung 114
1.3 Angemessenheit 116
1.4 Sicherheit 118
2. Implikationen für die Politik 119
Anhang
A. Die Bedingungen für eine staatliche Anerkennung der Unternehmensbeiträge in einen Pensionsfonds als Betriebsausgabe in den USA 124
B. Übersicht über die Anlagevorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes 125
C. Vergleich der Regulierungen in den USA, Deutschland und der Schweiz 127
D. Finanzierungsformen der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland 128
Literaturverzeichnis 129

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die betriebliche Altersversorgung wird, im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung, überwiegend durch Kapitaldeckung finanziert. Es können vier Finanzierungs- bzw. Gestaltungsformen unterschieden werden:184 1. die Direktzusage durch das Unternehmen verbunden mit der Bildung von Pensionsrückstellungen in der Unternehmensbilanz (interne Finanzierungsform), 2. die Zuweisung der Finanzierungsmittel an eine Pensionskasse als unternehmensexternen Versorgungsträger, 3. die Einrichtung einer ebenfalls externen Unterstützungskasse sowie 4. die Direktversicherung, bei der das Unternehmen als Versicherungsnehmer zugunsten des Arbeitnehmers eine Lebensversicherung abschließt. Für die Unternehmen stellt die betriebliche Altersversorgung eine beachtliche Kostenbelastung dar. Die Betriebsrenten machen mittlerweile knapp ein Fünftel der tariflichen und betrieblichen Personalzusatzkosten aus. Die Deckungsmittel der betrieblichen Altersversorgungssysteme [...]

Das System der Alterssicherung in Deutschland basiert mit einem Anteil von über 83%179 am gesamten Leistungsvolumen in 1993 größtenteils auf der gesetzlichen Rentenversicherung (einschließlich Beamtenpensionen und Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst)180. Der Anteil der privaten Vorsorge in Form von Lebensversicherungen am Leistungsvolumen beträgt 10% und der von der Privatwirtschaft eingerichteten betrieblichen Altersversorgung etwas mehr als 5%. Das Gesetz über die Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung vom 19. Dezember 1974 (Betriebsrentengesetz BetrAVG) ist die zentrale Rechtsgrundlage für die betriebliche Altersversorgung, wodurch sie im System der sozialen Sicherung als Ergänzung der gesetzlichen Rentenversicherung fest verankert wurde. Dieses Rahmengesetz dient mit seinen arbeitsrechtlichen Vorschriften vorrangig dem Schutz der Arbeitnehmer vor einem Verlust oder Einbußen bei ihrer Versorgung und möchte mit steuerrechtlichen Anreizen den weiteren Ausbau betrieblicher Altersversorgungssysteme fördern. Aus unternehmenspolitischer Sicht ist die Alterssicherung ein Hauptbestandteil der betrieblichen Sozialpolitik, die es Unternehmen unter den gegebenen gesetzlichen Regelungen ermöglicht, Mitarbeiter für eine langjährige Betriebstreue zu belohnen. Die gesetzlich zulässige und von den Unternehmen grundsätzlich in vollem Umfang ausgenutzte Unverfallbarkeitsfrist von zehn Jahren (vorausgesetzt der Arbeitnehmer ist mindestens 35 Jahre alt)181 ist ein bedeutendes Beispiel dieser unternehmensfreundlichen Bestimmungen. Diese Regelung besagt, daß ein Unternehmen eine Mindestbetriebszugehörigkeitsdauer von maximal zehn Jahren zur Voraussetzung dafür machen kann, daß seine (über 35 Jahre alten) Arbeitnehmer Anspruch auf betriebliche Pensionsleistungen haben. Alternativ tritt die Unverfallbarkeit der Ansprüche dann ein, wenn der Beginn der Betriebszugehörigkeit mindestens 12 Jahre zurückliegt und die Versorgungszusage mindestens 3 Jahre bestanden hatte182. [...]

betraglich definiertem Leistungsanspruch sind. Ziel der staatlichen Politik ist die generelle (nominelle) Kapitaldeckung aller (leistungsorientierter) Pensionsfonds, die aber durch zahlreiche Ausnahmen174 unterlaufen werden kann. Versichert werden unverfallbare Pensionen bis zu einer maximalen Höhe von 2.420$ (1993) pro Monat. Bei den Arbeitnehmern verbleiben die Risiken höherer oder noch nicht unverfallbarer Pensionen, spezieller zusätzlicher Hilfen bei vorzeitiger Verrentung oder im Falle beschäftigungsdauerabhängiger Systeme zu geringer Leistungen. Nachträgliche Pensionserhöhungen werden nur vollständig versichert, soweit sie mindestens 5 Jahre vor Insolvenz vereinbart wurden. Bei geringerer Zeitspanne übernimmt die PBGC 20% der Leistungen für jedes Jahr seit der Planterminierung. Der durchschnittliche Arbeitnehmer, der am meisten von der Versicherungsleistung der PBGC profitieren konnte, war laut Statistik männlich, über 50 Jahre alt und hatte ein relativ hohes Einkommen sowie eine lange Beschäftigungsdauer175. Die gesetzlich festgelegten Prämien der PBGC reflektieren nicht das wahre Risiko des Schadenseintritts. Der Omnibus Budget Reconciliation Act von 1987 verpflichtet zwar unterfundierte Pensionsfonds zu höheren Prämienzahlungen, führt aber gleichzeitig eine maximale Beschränkung der Prämienhöhe ein. Das Konkurs- und Investitionsrisiko bleiben weiterhin unberücksichtigt. Der für das Unternehmen substantielle Unterschied zwischen Versicherungswert und zu zahlender Prämie ist das zentrale strukturelle Defizit der Garantieversicherungsgesellschaft. Es kann dazu führen, daß ein Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten seine Beitragszahlungen reduziert oder aussetzt, Pensionen anstelle von Löhnen verspricht oder das Risiko seines Pensionsfonds erhöht. Die PBGC mit ihren etwa 700 Mitarbeitern verfügt weder über effektive Interventionsrechte, noch über die praktischen Möglichkeiten, ein System von mehr als 65.000 verschiedenen Pensionsplänen adäquat zu überwachen, um Insolvenzen noch rechtzeitig abwenden zu können. Dr. Alicia Munnell beschrieb dieses Problem folgendermaßen: „The PBGC’s vulnerability stems from ist inability to control the actions of plan sponsors. Often it does not have access to detailed information about a pension plan until the company decides to terminate. Hence, the PBGC will always remain financially vulnerable and the federal government may well end up as the insurer of the nation’s private pension system.“176 Der Anreiz des nicht-marktkonformen Prämiensystems gefährdet zusammen mit der unter dem US-Konkursrecht relativ geringen Priorität der PBGC-Forderungen gegenüber den restlichen Kreditoren des Unternehmens die langfristige Solvenz der Versicherungsgesellschaft. Zu diesem Schluß kamen in 1990 auch Ökonomen der Federal Reserve Bank of New York: „We have estimated the funding status of the PBGC to be significantly worse than ist financial statements would indicate. If net liabilities arising from future terminations are taken into account, its total funding deficiency is more than $16 billion. This funding deficiency derives from plans that are currently overfunded as well [...]

Arbeit zitieren:
Michelberger, Tanja April 1998: Altersvorsorge durch Pensionsfonds, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kapitalmarkt, Alterssicherung, Kapitaldeckung, Betriebliche Altersvorsorge, Rente

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