Altersversicherung in Deutschland
Gesamtwirtschaftliche Problematik und individuelle Strategien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian van Heynsbergen
- Abgabedatum: Januar 2004
- Umfang: 63 Seiten
- Dateigröße: 535,2 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4064-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4064-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4064-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: van Heynsbergen, Christian Januar 2004: Altersversicherung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Altersvorsorge, Betriebliche Altersvorsorge, Gesetzliche Rentenversicherung, Demografie, Sozialversicherung
In den Warenkorb
74,00 €
Diplomarbeit von Christian van Heynsbergen
Einleitung:
Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) und ihre zukünftige Finanzierung kommen aus der aktuellen Diskussion nicht heraus. Fast täglich prägen Begriffe wie „Rentenkrise“, „Rentenlücke“ oder „Altersarmut“ die Berichterstattung deutscher Medien. In diesem Zusammenhang wird oftmals vom Problem der demografischen Entwicklung gesprochen, welches in den nächsten Jahrzehnten einschneidende Veränderungen unumgänglich macht.
Über alle politischen und gesellschaftlichen Gruppen hinweg besteht jedoch keineswegs Einigkeit darüber, welche Konzepte am besten geeignet sind, den künftigen Herausforderungen zu begegnen. So verschlossen vor allem die politischen Entscheidungsträger die Augen vor vorhersehbaren Problemen und begnügten sich lange Zeit mit „kosmetischen Operationen“, anstatt wirklich zukunftsweisende Reformschritte einzuleiten.
Ziel dieser Arbeit ist es, durch eine objektive Darstellung und fundierte Analyse von einzelnen Problembereichen, Fakten und Konzepten, einen konstruktiven Beitrag zur aktuellen Diskussion zu leisten. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie es zu den aktuellen Problemen kam, was diese für die Zukunft bedeuten und mit welcher Strategie den Problemen am besten begegnet werden kann.
Im Anschluss an den zweiten Teil, der sich vor allem mit der Entstehung und Entwicklung, den spezifischen Merkmalen und dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung auseinandersetzt, widmet sich der dritte Teil den gesamtwirtschaftlichen Problemen der Altersversicherung. Dabei werden die wesentlichen Problemfelder aufgezeigt, das Umlageverfahren und das Kapitaldeckungsverfahren miteinander verglichen sowie Ansätze beschrieben, die die vorhandenen Probleme lösen könnten.
Ziel des vierten Teils ist es, dem Leser einen Überblick und umfassende Informationen über die am Markt erhältlichen Alters-vorsorgeprodukte zu geben, um so ein individuelles Altersvorsorgekonzept planbar zu machen. Im fünften Teil, werden die Vorschläge der in Deutschland viel beachteten und mit zahlreichen Experten besetzten „Rürup-Kommission“ vorgestellt. Mit der kritischen Würdigung und dem Ausblick schließt diese Arbeit im letzten Teil ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 3 | |
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| Tabellenverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Die gesetzliche Rentenversicherung im Überblick | 8 |
| 2.1 | Geschichte | 8 |
| 2.2 | Merkmale | 10 |
| 2.3 | Leistungen | 10 |
| 3. | Gesamtwirtschaftliche Problematik | 13 |
| 3.1 | Problemfelder | 13 |
| 3.1.1 | Die Folgen der demografischen Entwicklung | 13 |
| 3.1.1.1 | Fertilität | 14 |
| 3.1.1.2 | Mortalität | 15 |
| 3.1.1.3 | Migration | 16 |
| 3.1.2 | Das Beschäftigungsproblem | 17 |
| 3.1.3 | Das Ausgabenproblem (versicherungsfremde Leistungen) | 19 |
| 3.2 | Finanzierungsverfahren | 20 |
| 3.2.1 | Das Umlageverfahren | 20 |
| 3.2.2 | Das Kapitaldeckungsverfahren | 22 |
| 3.3 | Lösungsansätze | 23 |
| 3.3.1 | Reformoptionen | 23 |
| 3.3.1.1 | Anhebung der Altersgrenze | 23 |
| 3.3.1.2 | Ausweitung des versicherungspflichtigen Personenkreises | 24 |
| 3.3.1.3 | Ausweitung der Beitragsbemessungsgrundlage | 24 |
| 3.3.1.4 | Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze | 25 |
| 3.3.1.5 | Erhöhung der Bundesmittel | 25 |
| 3.3.1.6 | Veränderung der Höhe der Rentenabschläge | 25 |
| 3.3.1.7 | Differenzierung der Rentenbeiträge bzw. der Rentenhöhe nach der Kinderzahl | 26 |
| 3.3.1.8 | Veränderung der Höhe der Schwankungsreserve | 26 |
| 3.3.2 | Das „drei Säulen-Modell“ der Altersversorgung | 27 |
| 3.3.3 | Das Schweizer Modell der Altersversorgung | 28 |
| 4. | Individuelle Strategien | 33 |
| 4.1 | Die Vorsorgelücke | 33 |
| 4.2 | Betriebliche Altersversorgung | 33 |
| 4.2.1 | Begriffserklärung | 33 |
| 4.2.2 | Die fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung | 36 |
| 4.2.2.1 | Direktzusage | 36 |
| 4.2.2.2 | Pensionskasse | 37 |
| 4.2.2.3 | Unterstützungskasse | 38 |
| 4.2.2.4 | Direktversicherung | 39 |
| 4.2.2.5 | Pensionsfonds | 40 |
| 4.3 | Private Altersversorgung | 41 |
| 4.3.1 | Begriffserklärung | 41 |
| 4.3.2 | Die Riester-Rente (Rentenreform 2001) | 43 |
| 4.3.3 | Die „klassische“ Lebens- / Rentenversicherung | 46 |
| 4.3.4 | Fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte | 49 |
| 5. | Aktuelle Entwicklungen - Vorschläge der „Rürup-Kommission“ | 51 |
| 6. | Kritische Würdigung und Ausblick | 53 |
| Literaturverzeichnis | 56 |
Die Mehrheit der erwerbstätigen Deutschen wird im Rentenalter weit weniger an gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersversorgung erhalten als erwartet. Mehr als die Hälfte aller rentenversicherungspflichtigen Bürger überschätzen die Gesamtheit ihrer bereits erbrachten und zukünftigen Vorsorgeleistungen im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der betrieblichen und individuellen Vorsorge erheblich. Besonders stark klaffen Wunsch und Wirklichkeit bei den zu erwartenden Einkünften aus der gesetzlichen Rentenversicherung auseinander.60 Um den erreichten Lebensstandard auch im Rentenalter beibehalten zu können, werden somit in erheblichem Maße zusätzliche Rücklagen benötigt. Je höher das Einkommen im Berufsleben ist, desto höher muss auch die Sparleistung sein, um die Versorgungslücke im Alter ausgleichen zu können. Je kürzer die Ansparphase ist, desto höher fallen die monatlichen Belastungen aus. Das bedeutet, dass ältere Arbeitnehmer wesentlich höhere Sparbeiträge erbringen müssen, da sich zusätzlich der fehlende Zinseszinseffekt immer weiter verstärkt. Aufgrund der längeren Lebenserwartung müssen Frauen entsprechend höhere Ersparnisse bilden, um die gleiche Alterssicherung aufzubauen wie Männer.61 [...]
32 Das „Schweizer Modell“ zeigt jedoch auch spezifische Defizite und Schwachstellen auf. So ist das Zusammenspiel der ersten und zweiten Säule bei den kleinen und mittleren Einkommensgruppen zu hinterfragen. Der Zugang zur Lebensstandard sichernden zweiten Säulen ist erst ab einem Jahresverdienst von derzeit 25.320 SFr / 17.210 € möglich. Wer nicht auf die Zahlungen der zweiten Säule oder andere Vorsorge zurückgreifen kann, ist auf Ergänzungsleistungen (Sozialhilfe) angewiesen. Die demografische Entwicklung sowie die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt haben auch die Schweizer Alterssicherung unter Druck gesetzt.57 Auch für versicherte Personengruppen mit sehr hohem Einkommen erscheinen aufgrund der nicht vorhandenen Beitragsbemessungsgrenze die Regelungen der AHV/IV ungerecht. Unabhängig davon, wie viele Beiträge im Laufe eines Erwerbslebens gezahlt werden, ist die maximale Rente auf 2.110 SFr begrenzt.58 Abschließend ist festzuhalten, dass sich das Rentenmodell der Schweiz aufgrund zahlreicher verfassungsrechtlicher sowie sozialpolitischer Gründe nicht unmittelbar auf Deutschland übertragen lässt. Die Vorteile, die dieses System bietet, wurden jedoch auch in Deutschland erkannt. Durch die Rentenreform 2001 wurde ein Paradigmenwechsel zugunsten der kapitalgedeckten Altersvorsorge eingeleitet, die das bestehende Umlageverfahren ergänzen soll und einige Elemente der Schweizer Altersversorgung aufweist. 59 [...]
31 Durchschnitt tragen die Arbeitnehmer ca. 60 % der Beiträge.54 Anspruch auf eine Altersrente, die in Prozent des Altersguthabens berechnet wird, haben Männer ab dem 65., Frauen ab dem 62. bzw. 63. Lebensjahr. Das Altersguthaben setzt sich aus der Summe der von der Vorsorgeeinrichtung vorgenommenen jährlichen Altersgutschrift sowie der Verzinsung zusammen. Auch hier ist ein vorzeitiger Renteneintritt mit reduzierten Leistungen möglich, wenn die jeweiligen Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtungen das zulassen. Die dritte Säule bildet das steuerlich begünstigte Vorsorgesparen (Versicherungen oder Banksparpläne) auf freiwilliger Basis.55 Die Aufwendungen sind bei der Zugehörigkeit zu einer Vorsorgeeinrichtung der zweiten Säule bis zu 6.077 SFr / 4.131 € jährlich steuerlich voll abzugsfähig. Selbstständige, die nicht vom Obligatorium der zweiten Säule erfasst werden, können bis zu einem Fünftel ihres Einkommens (max. 30.384 SFr / 20.652 €) voll steuerlich abziehen. Eine vorzeitige Verfügung über das angesparte Vorsorgekapital ist nur in Ausnahmefällen möglich. Neben der steuerlich begünstigten Selbstvorsorge besteht die Möglichkeit einer weiteren freien Selbstvorsorge die allerdings nur in sehr geringem Umfang steuerlich begünstigt wird. Diese auf unterschiedlichen Finanzierungsverfahren beruhenden drei Säulen der Schweizer Altersversicherung ermöglichen eine Risikoverteilung und verschaffen dem System neben einer hohen Stabilität auch eine für Anpassungen notwendige Flexibilität. So befürwortet auch die Weltbank dieses Altersvorsorgesystem und schreibt ihm Modellcharakter zu.56 [...]
In den Warenkorb
74,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832440640
Arbeit zitieren:
van Heynsbergen, Christian Januar 2004: Altersversicherung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Altersvorsorge, Betriebliche Altersvorsorge, Gesetzliche Rentenversicherung, Demografie, Sozialversicherung



