Alterssicherung und Individualprinzip
Eine Ordnungspolitische Stellungnahme zu den Problemen der Gesetzlichen Rentenversicherung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Ries
- Abgabedatum: Januar 1997
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 5,8 MB
- Note: 2,7
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0247-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0247-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0247-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ries, Matthias Januar 1997: Alterssicherung und Individualprinzip, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Alterssicherungssysteme, Demokratische Alterssicherung, Grundsätze Rationaler Wirtschaftspolitik, Normative Theorie der Alterssicherung, Positive Theorie der Alterssicherung
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Diplomarbeit von Matthias Ries
Gang der Untersuchung:
Im ersten der insgesamt drei Kapitel wird (nach einer knapp gehaltenen Einführung) anhand ausgewählter Fakten das Problem des derzeitigen staatlichen Alterssicherungssystems beschrieben und der wirtschaftspolitische Handlungsbedarf aufgezeigt.
Die ordnungspolitischen Grundlagen einer rationalen Wirtschaftspolitik werden im zweiten Kapitel entwickelt. Dabei werden folgende Punkte erörtert:
- Was ist das Wesen einer rationalen Wirtschaftspolitik?
- Warum bedarf rationale Politik der Beachtung fundamentaler Ordnungsprinzipien?
- Individualprinzip versus Kollektivprinzip.
- Freiheit, Markt und staatlicher Zwang aus individualistischer Sicht.
- Vorzüge und Grenzen der Demokratie.
Im dritten Kapitel, dem Hauptteil der Arbeit, wird nun eine individualistisch rationale Lösung des Alterssicherungsproblems entwickelt.
Im Zentrum der Analyse steht die Frage nach dem optimalen Finanzierungssystem. Kapitaldeckungsverfahren und Umlageverfahren werden sowohl in ihrer grundsätzlichen Funktionsweise erklärt als auch anhand ihrer gesamtwirtschaftlichen Implikationen verglichen. Im Rahmen eines Overlapping-Generations-Modell erweist sich das Kapitaldeckungsverfahren im Gegensatz zum Umlageverfahren als effizient.
Der wirtschaftstheoretischen Sicht des Problems wird anschließend eine politökonomische Analyse gegenübergestellt:
Welche Ziele bzw. Restriktionen gelten für Politiker und Sozialversicherungsbürokraten? Welches Abstimmungsverhalten ist für den einzelnen Wähler rational?
Es zeigt sich, daß eine rationale Lösung des Alterssicherungsproblems im demokratischen Prozeß systematisch verfehlt wird. Das aus dem demokratischen Prozeß resultierende staatliche Alterssicherungssystem ist mit großer Wahrscheinlichkeit ineffizient, instabil und ungerecht.
Aus den theoretischen Überlegungen folgt:
Gründe für eine umfassende Alterssicherung durch ein staatlich organisiertes Zwangssystem sind nicht erkennbar. Der einzelne Bürger sollte den Ruhestand als wichtigen Teil seines Lebens gemäß seiner eigenen Präferenzen gestalten können. Der Wettbewerb privater Institutionen um die Gunst des Vorsorgenden gewährleistet eine effiziente Herstellung des Gutes "materielle Sicherheit im Alter".
Es scheint jedoch im Hinblick auf die Rentensicherheit vertretbar, dem Staat subsidiäre Aufgaben zuzuweisen. Diese würden ausschließlich darin bestehen, durch geeignete Auflagen und eine staatliche Versicherungsaufsicht die Zahlungsfähigkeit privater Sicherungsinstitutionen zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis:
| Kapitel I | Alterssicherung - eine Herausforderung für die Wirtschaftspolitik? | 1 |
| 1. | Grundproblem der Alterssicherung | 1 |
| 2. | Typologie der Alterssicherungsverfahren | 1 |
| 2.1. | Die charakteristischen Merkmale | 1 |
| 2.2. | Die Finanzierungsverfahren | 4 |
| 2.3. | Mögliche Kombinationen | 4 |
| 3. | Geschichte der staatlichen Alterssicherung | 6 |
| 3.1. | Die Entwicklung des staatlichen Alterssicherungssystems | 6 |
| 3.2. | Das Alterssicherungssystem als politisches Instrument | 8 |
| 4. | Probleme des derzeitigen Alterssicherungssystems | 10 |
| 4.1. | Finanzierbarkeit | 10 |
| 4.2. | Sicherheit | 11 |
| 4.3. | Gerechtigkeit | 12 |
| 5. | Wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf | 12 |
| Kapitel II | Das Individualprinzip als Leitbild rationaler Wirtschaftspolitik | 14 |
| 1. | Vorüberlegungen | 14 |
| 1.1. | Zur Rationalität wirtschaftspolitischer Entscheidungen | 14 |
| 1.2. | Leitbilder und rationale Wirtschaftspolitik | 15 |
| 2. | Individualprinzip oder Kollektivprinzip | 17 |
| 3. | Markt und individueller Freiheitsanspruch | 19 |
| 3.1. | Allokative Aspekte | 20 |
| 3.2. | Verteilungsaspekte | 21 |
| 4. | Individualistische Legitimation von kollektivem Zwang | 23 |
| 4.1. | Allgemeine Regeln und Gesetze | 25 |
| 4.2. | Das Kollektivgutproblem | 26 |
| 5. | Individualprinzip und Demokratie | 29 |
| 5.1. | Einstimmigkeit oder Mehrheitsentscheidung | 29 |
| 5.2. | Vorzüge und Grenzen einer "Herrschaft der Mehrheit" | 31 |
| Kapitel III | Zur Ausrichtung der Alterssicherung am Individualprinzip | 34 |
| 1. | Präzisierung des Individualprinzips für das Alterssicherungsproblem | 34 |
| 1.1. | Vorrang der freiwilligen privaten Vorsorge | 34 |
| 1.2. | Subsidiarität staatlicher Alterssicherung | 37 |
| 2. | Theorie der Alterssicherung und rationale Wirtschaftspolitik | 41 |
| 2.1. | Positiver Vergleich der Finanzierungsverfahren | 41 |
| 2.2. | Normativer Vergleich der Finanzierungsverfahren | 62 |
| 2.3. | Grenzen der modelltheoretischen Betrachtung | 71 |
| 2.4. | Rationale Lösung des Alterssicherungsproblems | 75 |
| 3. | Staatliche Alterssicherung im demokratischen Prozeß | 77 |
| 3.1. | Staatliche Alterssicherung als politischer Interaktionsprozeß | 77 |
| 3.2. | Zum Verhalten der staatlichen Akteure | 77 |
| 3.3. | Zum Wahlverhalten des Bürgers | 83 |
| 3.4. | Demokratische Alterssicherung aus individualistischer Sicht | 93 |
| 4. | Konsequenzen für die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung | 95 |
| 4.1. | Die derzeitige Situation als Fall von Demokratieversagen . | 95 |
| 4.2. | Zur politischen Akzeptanz aktueller Reformvorschläge | 96 |
| 4.3. | Mögliche Wege aus dem bestehenden Alterssicherungssystem | 98 |
| Literaturverzeichnis | 100 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832402471
Arbeit zitieren:
Ries, Matthias Januar 1997: Alterssicherung und Individualprinzip, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Alterssicherungssysteme, Demokratische Alterssicherung, Grundsätze Rationaler Wirtschaftspolitik, Normative Theorie der Alterssicherung, Positive Theorie der Alterssicherung



