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Alterssicherung und Individualprinzip

Eine Ordnungspolitische Stellungnahme zu den Problemen der Gesetzlichen Rentenversicherung

Alterssicherung und Individualprinzip
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Matthias Ries

Gang der Untersuchung:

Im ersten der insgesamt drei Kapitel wird (nach einer knapp gehaltenen Einführung) anhand ausgewählter Fakten das Problem des derzeitigen staatlichen Alterssicherungssystems beschrieben und der wirtschaftspolitische Handlungsbedarf aufgezeigt.

Die ordnungspolitischen Grundlagen einer rationalen Wirtschaftspolitik werden im zweiten Kapitel entwickelt. Dabei werden folgende Punkte erörtert:

- Was ist das Wesen einer rationalen Wirtschaftspolitik?

- Warum bedarf rationale Politik der Beachtung fundamentaler Ordnungsprinzipien?

- Individualprinzip versus Kollektivprinzip.

- Freiheit, Markt und staatlicher Zwang aus individualistischer Sicht.

- Vorzüge und Grenzen der Demokratie.

Im dritten Kapitel, dem Hauptteil der Arbeit, wird nun eine individualistisch rationale Lösung des Alterssicherungsproblems entwickelt.

Im Zentrum der Analyse steht die Frage nach dem optimalen Finanzierungssystem. Kapitaldeckungsverfahren und Umlageverfahren werden sowohl in ihrer grundsätzlichen Funktionsweise erklärt als auch anhand ihrer gesamtwirtschaftlichen Implikationen verglichen. Im Rahmen eines Overlapping-Generations-Modell erweist sich das Kapitaldeckungsverfahren im Gegensatz zum Umlageverfahren als effizient.

Der wirtschaftstheoretischen Sicht des Problems wird anschließend eine politökonomische Analyse gegenübergestellt:

Welche Ziele bzw. Restriktionen gelten für Politiker und Sozialversicherungsbürokraten? Welches Abstimmungsverhalten ist für den einzelnen Wähler rational?

Es zeigt sich, daß eine rationale Lösung des Alterssicherungsproblems im demokratischen Prozeß systematisch verfehlt wird. Das aus dem demokratischen Prozeß resultierende staatliche Alterssicherungssystem ist mit großer Wahrscheinlichkeit ineffizient, instabil und ungerecht.

Aus den theoretischen Überlegungen folgt:

Gründe für eine umfassende Alterssicherung durch ein staatlich organisiertes Zwangssystem sind nicht erkennbar. Der einzelne Bürger sollte den Ruhestand als wichtigen Teil seines Lebens gemäß seiner eigenen Präferenzen gestalten können. Der Wettbewerb privater Institutionen um die Gunst des Vorsorgenden gewährleistet eine effiziente Herstellung des Gutes "materielle Sicherheit im Alter".

Es scheint jedoch im Hinblick auf die Rentensicherheit vertretbar, dem Staat subsidiäre Aufgaben zuzuweisen. Diese würden ausschließlich darin bestehen, durch geeignete Auflagen und eine staatliche Versicherungsaufsicht die Zahlungsfähigkeit privater Sicherungsinstitutionen zu gewährleisten.

Inhaltsverzeichnis:

Kapitel I Alterssicherung - eine Herausforderung für die Wirtschaftspolitik? 1
1. Grundproblem der Alterssicherung 1
2. Typologie der Alterssicherungsverfahren 1
2.1. Die charakteristischen Merkmale 1
2.2. Die Finanzierungsverfahren 4
2.3. Mögliche Kombinationen 4
3. Geschichte der staatlichen Alterssicherung 6
3.1. Die Entwicklung des staatlichen Alterssicherungssystems 6
3.2. Das Alterssicherungssystem als politisches Instrument 8
4. Probleme des derzeitigen Alterssicherungssystems 10
4.1. Finanzierbarkeit 10
4.2. Sicherheit 11
4.3. Gerechtigkeit 12
5. Wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf 12
Kapitel II Das Individualprinzip als Leitbild rationaler Wirtschaftspolitik 14
1. Vorüberlegungen 14
1.1. Zur Rationalität wirtschaftspolitischer Entscheidungen 14
1.2. Leitbilder und rationale Wirtschaftspolitik 15
2. Individualprinzip oder Kollektivprinzip 17
3. Markt und individueller Freiheitsanspruch 19
3.1. Allokative Aspekte 20
3.2. Verteilungsaspekte 21
4. Individualistische Legitimation von kollektivem Zwang 23
4.1. Allgemeine Regeln und Gesetze 25
4.2. Das Kollektivgutproblem 26
5. Individualprinzip und Demokratie 29
5.1. Einstimmigkeit oder Mehrheitsentscheidung 29
5.2. Vorzüge und Grenzen einer "Herrschaft der Mehrheit" 31
Kapitel III Zur Ausrichtung der Alterssicherung am Individualprinzip 34
1. Präzisierung des Individualprinzips für das Alterssicherungsproblem 34
1.1. Vorrang der freiwilligen privaten Vorsorge 34
1.2. Subsidiarität staatlicher Alterssicherung 37
2. Theorie der Alterssicherung und rationale Wirtschaftspolitik 41
2.1. Positiver Vergleich der Finanzierungsverfahren 41
2.2. Normativer Vergleich der Finanzierungsverfahren 62
2.3. Grenzen der modelltheoretischen Betrachtung 71
2.4. Rationale Lösung des Alterssicherungsproblems 75
3. Staatliche Alterssicherung im demokratischen Prozeß 77
3.1. Staatliche Alterssicherung als politischer Interaktionsprozeß 77
3.2. Zum Verhalten der staatlichen Akteure 77
3.3. Zum Wahlverhalten des Bürgers 83
3.4. Demokratische Alterssicherung aus individualistischer Sicht 93
4. Konsequenzen für die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 95
4.1. Die derzeitige Situation als Fall von Demokratieversagen . 95
4.2. Zur politischen Akzeptanz aktueller Reformvorschläge 96
4.3. Mögliche Wege aus dem bestehenden Alterssicherungssystem 98
Literaturverzeichnis 100

Arbeit zitieren:
Ries, Matthias Januar 1997: Alterssicherung und Individualprinzip, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Alterssicherungssysteme, Demokratische Alterssicherung, Grundsätze Rationaler Wirtschaftspolitik, Normative Theorie der Alterssicherung, Positive Theorie der Alterssicherung

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