Alte Marke, neuer Erfolg
Der Retro-Trend und Auswirkungen auf den Einsatz der Marketing-Instrumente
- Art: Diplomarbeit
- Autor: David Müller
- Abgabedatum: Mai 2005
- Umfang: 156 Seiten
- Dateigröße: 7,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9473-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9473-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9473-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Müller, David Mai 2005: Alte Marke, neuer Erfolg, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Retro, Marketing-Mix, Instrument, Marktsegmentierung, Markenpositionierung
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Diplomarbeit von David Müller
Einleitung:
„Retro-Trend“ oder „Retro-Welle“ sind Schlagwörter, die uns heute immer öfter begegnen. Wer hätte schon in den 70er Jahren gedacht, dass man im angebrochenen Jahrtausend wieder Schlaghosen trägt? Und wer sich das riesige Angebot in den Regalen des Einzelhandels anschaut, wird permanent auf Retro-Produkte stoßen – seien dies die Turnschuhe, die vor 30 Jahren getragen wurden, oder die Feuchtigkeitscreme, die schon unsere Mütter benutzten.
Auch die chronologische Aufarbeitung vergangener Jahrzehnte durch die Medien zeigt eine wiederkehrende Rückbesinnung der Konsumenten. Nicht ohne Grund standen Bücher wie „Die Generation Golf“ auf den Bestsellerlisten ganz oben.
Verschiedenste erfolgreiche Retro-Produkte haben bewiesen, dass dieser Trend durchaus Chancen bietet, mit alten Marken und Produkten wieder erfolgreich zu sein.
Retro-Produkte treten dabei in verschiedensten Formen auf. Zum einen können dies Waren sein, die es in der heutigen Form auch damals schon gab, zum anderen kann auch die Gestaltung allein dem Konsumenten den Eindruck vermitteln, dass ein Retro-Produkt vorliegt. Selbst innovativste Produktbereiche wie Automobile sind dabei nicht vom Retro-Design verschont geblieben.
Das Phänomen, Erinnerungen an Musik, Kleidung oder andere Güter aus vergangener Zeit wieder aufzugreifen, muss auch Beachtung bei der Planung von Marketingstrategien finden. Es bieten sich augenscheinlich große Chancen zur Vermarktung „neuer alter“ Güter.
Der Produktlebenszyklus, und der damit verbundene Kosten- und Gewinnverlauf eines Retro-Produkts, unterscheidet sich hinsichtlich der Dauer der einzelnen Phasen und der auftretenden Kosten, weil RP kürzere Entwicklungszeiten beanspruchen.
Allerdings lässt sich selbst ein national erfolgreiches Retro-Produkt nur bedingt international vermarkten, da der Retro-Trend naturgemäß eng an die Erlebnisse und Wertvorstellungen der Konsumenten und deren jeweiliger Kultur gebunden ist – hier muss schon ein gleiches oder zumindest sehr ähnliches Angebot in der Vergangenheit vorhanden gewesen sein.
Die Motive, welche zum Kauf eines Retro-Produkts verleiten, sind von entscheidender Bedeutung für die Wahl des anzubietenden Produkts, da sie sich maßgeblich von den Motiven unterscheiden, die zum Kauf eines neuartigen Artikels führen.
Die Marktsegmentierung muss auf Basis einer psychografischen Betrachtung erfolgen, da demografische Merkmale nur bedingt Aufschluss über das Konsumentenverhalten liefern können.
Eine Markenpositionierung ist im Hinblick auf das Erscheinungsbild der Marke und des Retro-Produkts zwangsläufig beizubehalten, um die Emotionen und die verbundenen Werte beim Kunden wieder in Erinnerung zu rufen.
Die Vermarktung „unmoderner“ Produkte kann nicht mit dem üblichen Mitteleinsatz erfolgreich sein, da neuere Produkte im Hinblick auf technische Lösung, Handhabbarkeit und Design in der Regel innovativer oder zumindest ausgereifter sind.
Im Rahmen des Marketing-Mix muss insbesondere die Kommunikationspolitik einen Bezug zu den Motiven, Einstellungen und Werten des Konsumenten herstellen, weil genau in diesen die Kaufgründe für Retro-Produkte liegen.
Die Produktpolitik muss die Chance zur Erweiterung der Produktpalette sorgsam bedenken, um den Trend nicht frühzeitig auszureizen und ihn damit unattraktiv zu machen.
Strategische Marketingplanung sowie operative Zielumsetzung müssen demnach auf die Besonderheiten von Retro-Produkten und die sich von modernen Produkten unterscheidenden Käufersegmente und Kaufmotive abgestimmt werden.
Bei allen Vorteilen, die sich bieten, birgt der Retro-Trend durch seine wellenförmig auftretende Ausprägung aber auch Risiken beim „Aufsprung auf die Welle“. Der richtige Zeitpunkt muss somit gut gewählt sein.
Inhaltsverzeichnis:
| VORWORT | II | |
| INHALTSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| TABELLENVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | RETRO-TREND | 3 |
| 2.1 | Definition Retro-Trend | 3 |
| 2.2 | Produktklassifizierungen | 3 |
| 2.2.1 | Echte Retro-Produkte | 3 |
| 2.2.2 | Unechte Retro-Produkte | 6 |
| 2.2.3 | Generische Retro-Produkte | 7 |
| 2.2.4 | Produkte im Retro-Design | 8 |
| 3. | PRODUKTLEBENSZYKLEN | 12 |
| 3.1 | Das PLC-Modell | 12 |
| 3.1.1 | Verkürzung von Produktlebenszyklen | 14 |
| 3.2 | Besonderheiten bei Retro-Produkten | 14 |
| 4. | KAUFENTSCHEIDUNGSPROZESS | 17 |
| 4.1 | Involvement | 19 |
| 4.2 | Motive | 20 |
| 4.2.1 | Motivstärke | 22 |
| 4.2.2 | Relevante Motivkategorien | 23 |
| 4.2.2.1 | Identifikation | 24 |
| 4.2.2.2 | Orientierung | 25 |
| 4.2.2.3 | Ironie und Spiel | 26 |
| 5. | MARKTSEGMENTIERUNG | 29 |
| 5.1 | Psychografische Marktsegmentierung | 29 |
| 5.2 | Bestimmung der Kundengruppen nach dem Sinus-Milieu-Modell | 33 |
| 5.2.1 | Sinus-Milieus und Retro-Produkte | 38 |
| 5.2.2 | Konzentrierte Marketingstrategie | 40 |
| 6. | MARKENPOSITIONIERUNG | 48 |
| 6.1 | Markenfunktionen | 50 |
| 6.1.1 | Funktionen der Marke für den Anbieter | 50 |
| 6.1.2 | Funktionen der Marke für den Nachfrager | 53 |
| 6.2 | Markenstrategie | 55 |
| 6.3 | Markenlizensierung | 55 |
| 6.4 | Markenerscheinung | 58 |
| 6.4.1 | Bildmarken | 59 |
| 6.4.2 | Wortmarken | 62 |
| 6.4.3 | Kombination | 63 |
| 7. | MARKETING-MIX | 65 |
| 7.1 | Produktpolitik | 65 |
| 7.1.1 | Produktgestaltung | 66 |
| 7.1.2 | Produktliniengestaltung | 68 |
| 7.1.3 | Laterale Diversifikation | 71 |
| 7.1.4 | Produkt- und Produktliniengestaltung innerhalb des integrierten Markenkonzepts | 73 |
| 7.2 | Preispolitik | 74 |
| 7.2.1 | Kalkulatorischer Ansatz | 74 |
| 7.2.2 | Marketingspezifischer Ansatz | 74 |
| 7.2.2.1 | Erhöhung des Nettonutzens | 76 |
| 7.2.2.2 | Preisimage | 77 |
| 7.2.2.3 | Durchsetzbarkeit einer Hochpreispolitik | 78 |
| 7.2.3 | Preissenkungen | 81 |
| 7.2.4 | Preisermittlung innerhalb des integrierten Markenkonzepts | 81 |
| 7.3 | Distributionspolitik | 82 |
| 7.3.1 | Distributionsmanagement | 82 |
| 7.3.1.1 | Vor- und Nachteile des direkten und indirekten Absatzweges | 84 |
| 7.3.1.2 | Einflussfaktoren bei der Wahl des Absatzsystems | 85 |
| 7.3.2 | Wahl des Distributionssystems innerhalb des integrierten Markenkonzepts | 87 |
| 7.4 | Kommunikationspolitik | 87 |
| 7.4.1 | Werbung | 88 |
| 7.4.2 | Werbeträger | 89 |
| 7.4.2.1 | Print- und Außenwerbung | 90 |
| 7.4.2.2 | Fernseh- und Kinowerbung | 91 |
| 7.4.2.2.1 | TV-Sponsoring | 92 |
| 7.4.2.2.2 | Product-Placement | 93 |
| 7.4.2.3 | Onlinewerbung | 95 |
| 7.4.2.4 | Klassisches Sponsoring | 96 |
| 7.4.3 | Partizipation von innovativen Produkten am Retro-Trend | 98 |
| 7.4.4 | Werbemaßnahmen innerhalb des integrierten Markenkonzepts | 98 |
| 8. | FALLBEISPIEL: CREME 21 | 99 |
| 8.1 | Produktklasse | 99 |
| 8.2 | Relevante Kaufentscheidungsmotive | 99 |
| 8.3 | Relevante Konsumentencluster | 99 |
| 8.4 | Markenpositionierung | 100 |
| 8.4.1 | Markenlizensierung | 100 |
| 8.4.2 | Markenerscheinung | 101 |
| 8.5 | Marketing-Mix | 101 |
| 8.5.1 | Produktpolitik | 101 |
| 8.5.2 | Preispolitik | 103 |
| 8.5.3 | Distributionspolitik | 104 |
| 8.5.4 | Kommunikationspolitik | 105 |
| 8.5.4.1 | Print- und Außenwerbung | 105 |
| 8.5.4.2 | Fernseh- und Kinowerbung | 106 |
| 8.5.4.3 | Onlinewerbung | 107 |
| 8.5.4.4 | Klassisches Sponsoring | 107 |
| 9. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 108 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 111 | |
| ANHANGSVERZEICHNIS | 119 | |
| LEBENSLAUF | 146 | |
| ERKLÄRUNG | 147 |
Die gewählte Art der Markenstrategie unterliegt stark den bereits gegebenen Umständen: Bei Retro-Produkten liegt einer der wesentlichen Kaufgründe für den Konsumenten in der Marke selbst. Somit müssen der damalige Markenname und der Produktname zwingend beibehalten werden, da sonst der Wiedererkennungswert der Ware verloren geht. Hat das Unternehmen ein heute bestehendes Markenimage mit moderner und innovativer Prägung, kann es allerdings sinnvoll sein, eine Zweitmarke zu schaffen, um dieses Image nicht durch die technische Rückständigkeit von Retro-Produkten zu gefährden – das Beispiel des Herstellers Adidas zeigt hier eine eindeutige Unterscheidung zwischen RetroArtikeln und modernen Produkten. Was in der Bekleidungsbranche durch das Angebot verschiedener Kollektionen noch sehr gut funktioniert, gestaltet sich in anderen Bereichen vielleicht schon schwieriger. Die gewählte Markenstrategie ist demnach stark vom Innovationsgrad abhängig und muss sehr individuell auf das bestehende Portfolio angepasst sein. Bei Produkten im Retro-Design ist ebenfalls abzuwägen, inwieweit ein RetroDesign dem Charakter der aktuellen Marke nützen oder sogar schaden kann. Das Beispiel Chrysler zeigt jedoch auf, dass auch innerhalb eines technisch-innovativ geprägten Produktportfolios ein Fahrzeug mit dominanten Designmerkmalen einer vergangenen Ära Erfolg haben kann, ohne negativ auf die Markenmerkmale abzustrahlen. Eine generelle Empfehlung zur anzuwendenden Markenstrategie kann es demnach bei Retro-Produkten nicht geben, denn die Gegebenheiten der unterschiedlichen Branchen und Marktsegmente sind zu verschieden. [...]
3. Marken wirken als Qualitätsgaranten, denen man sein Vertrauen entgegenbringt. Der Konsument kann davon ausgehen, dass eine gleich bleibende oder verbesserte Qualität über einen längeren Zeitraum Bestand hat.1 Insbesondere bei Retro-Marken kann das Vertrauen in diesen Qualitätserhalt bzw. die Qualitätssteigerung des damaligen Produktes ein entscheidendes Kaufmotiv sein (siehe auch 4.2 Motive). 4. Durch die vermutete Qualität und die anzunehmende Kontinuität einer Marke kann der Kunde auch von Sicherheit bei Gebrauch, Verbrauch und Entsorgung der Ware ausgehen.2 Diese Sicherheit kann der Konsument besonders bei Retro-Produkten unterstellen, da Kinderkrankheiten und Produktfehler im Laufe der Jahre vom Hersteller behoben sein sollten. 5. Ist der Konsument durch Gebrauchs- oder Verbrauchserfahrungen von den positiven Eigenschaften eines einzelnen Produkts überzeugt, kann er Rückschlüsse auf das gesamte Angebot einer Marke ziehen. Hier wird durch die Marke eine Orientierungshilfe angeboten, die Unsicherheiten beim Erstkauf von Waren abbaut. In der Vergangenheit gemachte Erfahrungen werden heute von RetroMarken und -produkten durch das gezielte Ansprechen dieses gespeicherten Wissens genutzt. 6. Der Kaufentscheidungsprozess kann, insbesondere beim Wiederkauf, durch Gebrauchs- oder Verbrauchserfahrung mit der jeweiligen Marke verkürzt werden. Das Vertrauen in eine bewährte Marke, die in der Vergangenheit schon ihre Qualität unter Beweis gestellt hat, macht das Testen einer neuen unbekannten Ware unnötig. 7. Konsumenten können durch den Kauf von Markenartikeln eine emotionale Bedürfnisbefriedigung in Form von psychologischem Zusatznutzen erfahren.3 Markenwaren dienen als Statussymbole und können sowohl das [...]
Wo aus Unternehmenssicht eine Absatzförderung als Grundfunktion vorliegt, ist die Marke für den Verbraucher in erster Linie eine Informationsbasis bei der Auswahl von Gütern und Dienstleistungen. Die wichtigsten Funktionen, die eine Marke für den Konsumenten erfüllt, stellen sich folgendermaßen dar: 1. Die Marke erleichtert dem Konsumenten bei großem Angebot die Identifikation eines bestimmten Produktes.2 Durch die über einen langen Zeitraum gespeicherten Informationen über eine Retro-Marke fällt dem Konsumenten das Erscheinungsbild voraussichtlich eher auf als das eines modernen Angebotes. 2. Eine grundsätzlich gegebene Ubiquität von Marken gibt dem Kunden die Gewissheit, dass ein Markenprodukt dauerhaft in einem weiten Gebiet angeboten und zum erwünschten Kaufzeitpunkt auch verfügbar sein wird. [...]
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Müller, David Mai 2005: Alte Marke, neuer Erfolg, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Retro, Marketing-Mix, Instrument, Marktsegmentierung, Markenpositionierung



