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Alkaloide aus dem Aphrodisiakum Catuaba

Alkaloide aus dem Aphrodisiakum Catuaba
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Wolfgang Stindl
  • Abgabedatum: Juli 2001
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4546-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4546-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4546-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stindl, Wolfgang Juli 2001: Alkaloide aus dem Aphrodisiakum Catuaba, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Alkaloide, Aphrodisiakum, Catuaba, Chemische Strukturaufklärung

Magisterarbeit von Wolfgang Stindl

Einleitung:

Catuaba ist das Pseudonym für eine brasilianische Rindendroge mit langer Tradition in der südamerikanischen Ethnomedizin.

Erst in den letzten Jahren tauchte diese Droge auch vermehrt im europäischen Raum auf - einerseits durch das Boomen der Ethnomedizin, andererseits durch Wirkungsbeschreibungen, die dieser Droge potenzsteigernde und aphrodisierende Wirkung zuschreiben. Im Internet findet man unzählige Firmen, die diese aphrodisierende Droge in Tee- oder Kapselform anbieten, ohne detaillierte Informationen über die Herkunft und Stammpflanze zu besitzen. Bisherige Recherchen im Rahmen von Diplomarbeiten lassen vermuten, dass unter dem Namen „Catuaba“ nicht nur eine Stammpflanze zu verstehen ist, sondern dass damit verschiedene Pflanzen sogar aus unterschiedlichen Familien gemeint sind. Marques nennt in seiner Arbeit beispielsweise folgende Pflanzen, die unter dem Namen „Catuaba“ in Brasilien verwendet werden: Anemopaegma arvense (Bignoniaceae), Erythroxylum catuaba (E-rythroxylaceae), Erythroxylum vacciniifolium (Erythroxylaceae), Phyllanthus no-bilis (Euphorbiaceae), Pouteria subgenus Micropholis sp. (Sapotaceae), Secundatia floribunda (Apocynaceae), Tetragastria catuaba (Buseraceae), Tommadenia violaceae (Apocynaceae), Trichilia sp. (Meliaceae).

Dementsprechend fehlen auch hinsichtlich der Isolierung gezielte Hinweise auf einzelne Stoffgruppen, die ein Fokussieren auf bestimmte Inhaltsstoffe er möglichen. Im Rahmen dreier vorangegangener Diplomarbeiten konnten ätherisches Öl, Gerbstoffe vom Catechintyp (10%), die freien Monosaccharide Glucose, Fructose, Galaktose und Arabinose, sowie das Disaccharid Saccharose, Chlorogensäure, Kaffeesäure und Alkaloide detektiert werden. Außerdem enthält die Droge intensiv färbende rotbraune Inhaltsstoffe unbekannter Struktur. Diese Stoffe scheinen nicht stabil zu sein, da es beim Stehenlassen der Droge in Lösung (gekühlt und ungekühlt) zu einer Farbvertiefung kommt.

Basische Stickstoffverbindungen wie Betain, ß-Alanin, Cholin und andere konnten dünnschichtchromatographisch ausgeschlossen werden, da sie um vieles polarer als die isolierten Verbindungen waren.

Die Alkaloide wurden nach dünnschichtchromatographischen Auftrennungsmethoden unter Verwendung von Dragendorff- Reagenz nachgewiesen. Die Aufgabestellung folgender Diplomarbeit bestand darin, die Alkaloidfraktion aufzutrennen und die gereinigten Einzelkomponenten mit Hilfe der NMR und GC-MS strukturell aufzuklären. Außerdem sollte der Extraktionsweg der Alkaloide in Hinblick auf die Optimierung der Ausbeute nochmals überprüft werden. Der Grund für das Interesse an den Alkaloiden liegt einerseits in einem möglichen pharmakologischen Effekt dieser Stoffe, andererseits in der relativ leichten Greifbarkeit.

Zusätzlich sollte die dünnschichtchromatographische Überprüfung verschiedener am Markt befindlicher Catuaba Spezialitäten bezüglich ihrer Alkaloidmuster erfolgen. Diese Handelsmuster wurden via Internet und Großhändler bestellt. Die Proben sollten parallel dazu von botanischer Seite am Institut für Pharmakognosie der Universität Wien mikroskopisch untersucht und verglichen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Problemstellung
2. Drogenmaterial und Methoden
2.1 Drogenmaterial
2.2 Methoden
2.2.1 Dünnschichtchromatographie
2.2.2 Säulenchromatographie
2.2.3 Hochleistungsflüssigkeitschromatographie
2.2.4 Massenspektrometrie
2.2.5 Kernresonanzspektroskopie
2.2.6 Infrarotspektroskopie
3. Isolierung der Alkaloide aus dem Produkt „Catuaba“
3.1 Darstellung der Arbeitsschritte
3.2 Auftrennung der Alkaloidfraktion mittels Säulenchromatographie
3.3 Dünnschichtchromatographische Überprüfung der Säulenfraktionen
3.4 Reinigung und Isolierung der zwei Hauptalkaloide mittels HPLC
4. Strukturaufklärung der zwei Hauptalkaloide Alkaloid 1 (WS 2) und Alkaloid 2 (WS 1)
4.1 Massenspektrometrie und Infrarotspektroskopie
4.2 NMR-Spektroskopie
5. Dünnschichtchromatographische Überprüfung verschiedener Catuaba Handelsmuster
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abbildung 11) sowie der prominente Massenpeak bei m/z=357 im EI-Spektrum (Abbildung 11). Aufgrund der ungeraden Molekulargewichte war für beide Verbindungen eine ungerade Anzahl von Stickstoffatomen anzunehmen. Da keine weiteren Hinweise auf detailliertere Teilstrukturen vorlagen, gingen wir mit diesen Informationen an die Interpretation der NMR-Spektren, welche für beide Verbindungen einen Ester des Tropan-diols mit zwei N-Methyl-Pyrrolcarbonsäuren ergaben. Erst nach Vorliegen dieser Information erfolgte die Interpretation der Fragmentierungsmuster von WS1 (M+=387, C20H25N3O5) und WS2 (M+=357, C19H23N3O4) anhand der EI-Spektren, ersichtlich aus den Tabellen 11 und 12 in den Abbildungen 10 und 11. Die Infrarotspektren beider Verbindungen (Abbildungen 14 und 15) zeigten zusätzlich zum Fingerprintbereich Banden bei 1708-1769cm-1 [...]

Ammoniak-Spektrum (Abbildung 10) von WS1 war ein Basepeak bei m/z=388 zu sehen, der entweder als [M+1]+ oder [M+18]+ zu deuten war. Im zweiten Fall wäre ein zusätzlicher Massenpeak mit deutlicher Intensität bei m/z=371 zu erwarten gewesen, dem Addukt [M+1]+ entsprechend. Dieses jedoch fehlte, weshalb wir für WS1 ein Molekulargewicht von 387 annahmen. Das Fehlen des oftmals mit Ammoniak auftretenden Addukts [M+18]+ ließen wir vorerst unberücksichtigt, da dieses nicht zwingend gebildet werden muß und z. B. auch bei einigen Sesquiterpenen grundsätzlich fehlt. Der Cluster im Bereich m/z=388 mit geringer Intensität im stark fragmentierten EI-Spektrum (Abbildung 10) stand mit dieser Annahme in Einklang. Das Vorliegen mehrerer Cluster in höheren Massenbereichen als 388amu erklärt sich durch die Tatsache, daß für die Vermessung nicht die Reinsubstanz sondern eine angereicherte Fraktion verwendet worden war. Analog war die Vorgangsweise zur Ermittlung des Molekulargewichts von 357 für WS2. Dafür sprachen das mit Isobutan erhaltene Addukt [M+1]+ (m/z=358, [...]

Aus den HPLC Läufen ist ersichtlich, daß fünf Substanzen bei 270 nm im UV Spektrum ein Absorptionsmaximum zeigen, wobei sich vier Peaks als Hauptpeaks hervorheben lassen: Die Substanzen Fr.21-24 (Alkaloid 3); Fr.34-40 (Alkaloid 4) Fr.40-45 (Alkaloid 1) und Fr.45-51 (Alkaloid 2) konnten von uns mit Hilfe der HPLC getrennt werden (Abbildung 7.1 bis Abbildung 7.6). Die gesammelten Fraktionen wurden mit Dichlormethan ausgeschüttelt, weil wir feststellten, daß die Alkaloide optimal in Dichlormethan löslich waren und das Lösungsmittel leicht zu entfernen war. Dann wurden die Fraktionen nochmals mittels Dünnschichtchromatographie überprüft, wobei sich schließlich zwei Hauptalkaloide (Alkaloid 1 und Alkaloid 2 siehe Abbildung 7.1) und drei Nebenalkaloide (siehe Abbildung 7.6) herauskristallisierten. Die drei Nebenalkaloide (Alkaloid 3, Akaloid 4, Fr.28-32) waren in so geringer Menge vorhanden, so daß sie nicht zur NMR gelangten. Die zur Trockene gebrachten HPLC Fraktionen wurden auf eine Kieselgel-DC aufgebracht und mit dem Fließmittel Toluol-Aceton-Methanol-konz. Ammoniak (45+45+7+3) entwickelt. Als Vergleich dienten das Alkaloid Emetin und das Alkaloidgemisch aus der Droge (Tabelle 7). Der Nachweis der Alkaloide erfolgte mittels Dragendorff-Reagenz unter Nachbesprühen mit 6N Ameisensäure. [...]

Arbeit zitieren:
Stindl, Wolfgang Juli 2001: Alkaloide aus dem Aphrodisiakum Catuaba, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Alkaloide, Aphrodisiakum, Catuaba, Chemische Strukturaufklärung

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