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Akzeptanzförderung der Mitarbeiter bei informationstechnischen Veränderungsprozessen

Untersucht am Beispiel eines mittelständischen Unternehmens

Akzeptanzförderung der Mitarbeiter bei informationstechnischen Veränderungsprozessen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Fernis
  • Abgabedatum: November 2005
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9411-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9411-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9411-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fernis, Jörg November 2005: Akzeptanzförderung der Mitarbeiter bei informationstechnischen Veränderungsprozessen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Change Management, Organisationsentwicklung, Software-Ergonomie, Mitarbeiterportal, Konfliktmanagement

Diplomarbeit von Jörg Fernis

Zusammenfassung:

Für die erfolgreiche Umsetzung informationstechnischer Veränderungen ist die Benutzerakzeptanz von entscheidender Bedeutung. In dieser Arbeit wird der soziotechnische Systemansatz nach einer Untersuchung unterschiedlicher Akzeptanzmodelle in den Mittelpunkt gestellt. Auf der einen Seite ist das soziale Teilsystem von Change Management als akzeptanzfördernde Managementdisziplin zu begleiten. Dabei sind verschiedene Interventionsinstrumente - von der Kommunikation bis zur Motivation - hervorzuheben, die neben einem effizienten Konfliktmanagement und einer stabilen Organisation die Mitarbeiter in neuen Situationen unterstützen.

Auf der anderen Seite ist das technische Teilsystem an die personellen Bedürfnisse anzupassen. Dabei ist die Softwareergonomie vor dem Hintergrund benutzerfreundlicher Softwareentwicklung das zentrale Element. Die Akzeptanzförderung wird am praktischen Beispiel eines mittelständischen Unternehmens untersucht, das mit dem Einsatz eines Mitarbeiterportals eine völlige Umstrukturierung seines bisherigen Informations- und Kommunikationskultur anstrebt. Die Akzeptanz der Mitarbeiter spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Einleitung:

Gerade in der heutigen Informationsgesellschaft ist die technologische Weiterentwicklung im Unternehmen zu einem obligatorischen Alltagsgeschäft geworden. Die Einführung von Unternehmensportalen, die Integration einer neuen Enterprise Resource Planning (ERP)-Software, die Umstellung der Kundendaten in ein Customer Relationship Management (CRM)-System oder die Schulung der Vertriebsmitarbeiter durch ein Computer Based Training (CBT)-Modul - Informationstechnische Veränderungen finden nahezu in allen Unternehmensbereichen statt. Eine Vielzahl der im Unternehmen eingeführten IT-Projekte scheitern jedoch im Laufe des Entwicklungsprozesses oder werden nach der Implementierung eingestellt.

Oftmals werden die eigentlichen Gründe des Scheiterns nicht entdeckt, zu erkennen sind frustrierte Benutzer, die den Einsatz der neuen Technologie vermeiden und ihre alten Arbeitsgewohnheiten weiterhin bevorzugen. Denn häufig wird vergessen, dass sich die Technologien in der Regel rasanter entwickeln als die Fähigkeit der Mitarbeiter, sich der neuen Technologie anzupassen. Zudem kann die wirkungsvolle und dauerhafte Umsetzung einer Veränderung nur durch den Menschen als Individuum oder als Teil einer Organisation erreicht werden, nicht durch die Strategien, Technologien oder Prozesse.

Die Akzeptanz der Mitarbeiter stellt daher bei informationstechnischen Veränderungen im Unternehmen den bedeutendsten Faktor dar, der über den Erfolg beziehungsweise Misserfolg der technologischen Neuerung entscheidet. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, von welchen Faktoren die Benutzerakzeptanz abhängig ist und welche Maßnahmen durchzuführen sind, um von den Mitarbeitern eine breite Zustimmung und Mithilfe bei einer erfolgreichen Umsetzung zu erfahren. Die vorliegende Arbeit versucht Antworten auf diese Frage zu finden und untersucht die Akzeptanzförderung der Mitarbeiter bei informationstechnischen Veränderungsprozessen am praktischen Beispiel eines mittelständischen Unternehmens.

Dieses Unternehmen strebt mit der Einführung eines Mitarbeiterportals eine völlige Umstrukturierung der bisherigen Informations- und Kommunikationsstruktur an. Auf Grund der seit Jahrzehnten bestehenden Kommunikationskultur ist bei dieser Veränderung mit Blockaden zu rechnen. Da dies in der Hauptsache auf die mangelnde Akzeptanz der Mitarbeiter zurückzuführen ist, wird hier die Thematik der Akzeptanzförderung in den Mittelpunkt gerückt.

Inhaltsverzeichnis:

ZUSAMMENFASSUNG / SUMMARY II
INHALTSVERZEICHNIS III
1. EINLEITUNG 1
1.1 BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG 2
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 3
2. AKZEPTANZMODELLE IM FOKUS 4
2.1 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: ETABLIERTE AKZEPTANZMODELLE AUS DER AKZEPTANZFORSCHUNG 4
2.1.1 Input-Modelle 5
2.1.2 Input-/Output-Modelle 6
2.1.3 Rückkopplungsmodelle 8
2.1.4 Phasenmodelle 9
2.1.4.1 Das dynamische Phasenmodell von Kollmann 10
2.1.4.2 Der Akzeptanzbildungsprozess im Modell 12
2.2 KRITISCHE BEWERTUNG DER BISHERIGEN AKZEPTANZMODELLE 14
2.3 DAS SOZIOTECHNISCHE SYSTEM ALS GANZHEITLICHER MODELLANSATZ 16
3. AKZEPTANZFÖRDERUNG DURCH CHANGE MANAGEMENT 18
3.1 DAS ANWENDUNGSSPEKTRUM DES CHANGE MANAGEMENTS 18
3.2 INTERVENTIONSINSTRUMENTE DES CHANGE MANAGEMENTS 20
3.2.1 Diagnoseinstrumente 20
3.2.2 Kommunikationsinstrumente 21
3.2.3 Qualifikationsinstrumente 22
3.2.4 Motivationsinstrumente 22
3.2.5 Organisationsinstrumente 24
3.3 KONFLIKTMANAGEMENT IN VERÄNDERUNGSPROZESSEN 24
3.3.1 Der Widerstand als Persönlichkeitsmerkmal 25
3.3.2 Ausprägungen von Widerständen 26
3.3.3 Ursachenanalyse 29
3.3.4 Der Umgang mit Widerständen 31
3.4 ORGANISATIONSENTWICKLUNG 33
3.4.1 Das 3-Phasen-Modell von Kurt Lewin 33
3.4.2 Leitsätze in Veränderungsprozessen 35
3.4.2.1 Zielorientiertes Management 36
3.4.2.2 Keine Maßnahme ohne Diagnose 36
3.4.2.3 Ganzheitliches Denken und Handeln 37
3.4.2.4 Beteiligung der Betroffenen 37
3.4.2.5 Hilfe zur Selbsthilfe 38
3.4.2.6 Prozessorientierte Steuerung 39
3.4.2.7 Sorgfältige Auswahl der Schlüsselpersonen 39
3.4.2.8 Lebendige Kommunikation 40
3.4.3 Unterstützung im Wandel 41
3.4.3.1 Change Agents 42
3.4.3.2 Das Promotorenmodell 42
3.4.4 Einführungsstrategie 44
3.4.4.1 Bombenwurf versus Mitarbeiterpartizipation 45
3.4.4.2 Partizipative Systementwicklung 46
4. DIE NEUE TECHNOLOGIE – ANGEPASST AN MENSCH UND AUFGABE 50
4.1 VORGEHENSMODELL BENUTZERORIENTIERTER SYSTEMGESTALTUNG 51
4.1.1 Die Analyse des Nutzungskontexts 52
4.1.2 Die Interpretation der Benutzeranforderungen 53
4.1.3 Prototyping als kontinuierliche Gestaltungsentwicklung 54
4.1.4 Abgleich der Evaluationsergebnisse mit der Anforderungsspezifikation 55
4.2 GESTALTUNGSPRINZIPIEN BENUTZERFREUNDLICHER SOFTWARE 55
4.2.1 Aufgabenangemessenheit 56
4.2.2 Selbstbeschreibungsfähigkeit 56
4.2.3 Steuerbarkeit 57
4.2.4 Erwartungskonformität 57
4.2.5 Fehlertoleranz 58
4.2.6 Individualisierbarkeit 59
4.2.7 Lernförderlichkeit 59
4.3 QUALITATIVE INFORMATION ALS GRUNDLAGE AKZEPTIERTER INFORMATIONSMEDIEN 61
4.3.1 Informationsrelevanz 61
4.3.2 Informationsrechtzeitigkeit 62
4.3.3 Informationsaktualität 62
4.3.4 Informationsreliabilität 64
4.3.5 Informationspräzision 65
5. PRAXISTEIL: DAS MITARBEITERPORTAL DER ABC-HOLDING 67
5.1 UNTERNEHMENSPROFIL 67
5.2 MOTIVATION UND PROBLEMSTELLUNG 67
5.3 CHANGE MANAGEMENT IN DER ABC-HOLDING 68
5.3.1 Mögliche Widerstände in der ABC-HOLDING 69
5.3.2 Partizipative Systementwicklung 69
5.3.3 Kommunikationsaspekte 70
5.3.4 Das Promotorenmodell 70
5.4 DIE ENTWICKLUNG DES MITARBEITERPORTALS 71
5.4.1 Entwicklungsumgebung 71
5.4.2 Vorgehensschritte bei der Portalentwicklung 72
5.4.3 Softwareergonomische Adaptionen im Mitarbeiterportal 74
5.4.4 Maßnahmen qualitativer Informationsgenerierung 78
5.5 ABGRENZUNG DER EIGENEN LEISTUNG 79
5.6 ERFAHRUNGSBERICHT 80
6. FAZIT 82
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 83
LITERATURVERZEICHNIS 84
BÜCHER 84
ZEITSCHRIFTEN 87
INTERNETQUELLEN 87
ANHANG A: PROTOTYP 1 88
ANHANG B: DIE ANALYSE UNTERNEHMENSEXTERNER MITARBEITERPORTALE 89
DAS INTRANET DER IHK WÜRZBURG-SCHWEINFURT 89
DAS INTRANET DER SPARKASSE BAYREUTH 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bezüglich der Wahl des geeigneten Implementierungsstils wird über zwei grundsätzliche Strategien diskutiert: Die „Strategie des Bombenwurfs“ und die partizipative Systementwicklung.1 Da die Einführungsstrategie maßgeblichen Einfluss auf die Akzeptanz der Mitarbeiter hat, wird diese Thematik im Anschluss näher untersucht. 3.4.4.1 Bombenwurf versus Mitarbeiterpartizipation Unter Bombenwurf wird eine Systemkonzeption verstanden, die ohne Beteiligung einer großen Anzahl der späteren Benutzer stattfindet.2 Das Grobkonzept wird im Vorfeld im geheimen Kreis von Vertretern des Top-Managements erarbeitet und zu einem festgelegten Termin ohne jegliche Ankündigung abrupt in die bisherige Arbeitsumgebung hineingeworfen. Ein großer Vorteil ist die Verringerung der Problemkomplexität, da durch das festgelegte Grundgerüst auf langwierige Feinplanungen und einzelne Realisierungsschritte verzichtet werden kann. Allerdings kann diese Vorgehensweise die Mitarbeiter extrem verunsichern, da durch das „Hineinplatzen“ der Veränderung das operative Tagesgeschäft durcheinander kommen kann. Im Gegensatz dazu werden die Mitarbeiter bei der partizipativen Systementwicklung bereits im Planungsprozess integriert. Der Begriff Partizipation („lat.: Teilnahme, Teilhabe“)3 bedeutet in Zusammenhang der Systementwicklung die Beteiligung der späteren Anwender im Entwicklungsprozess. Die Mitarbeiterpartizipation ist bei IT-Projekten [...]

3 Akzeptanzförderung durch Change Management mens kann er die Konsequenzen der Veränderung genau abschätzen. Er zeigt den Mitarbeitern die Vorteile auf, die sich durch die neue Situation ergeben und konzipiert anstehende Schritte zur Realisierung. Seine einfache Ausdrucksweise transformiert die technischen Gedankengänge der Spezialisten in die allgemeinverständliche Sprache der gesamten Belegschaft. Diese übersetzende Funktion wird auch im Hinblick auf ein effizientes „Anforderungsmanagement“ untermauert, wo die Rolle des „Prozessbegleiters“ mittels kontinuierlicher Zieldefinitionen zwischen dem Softwareentwickler und dem Mitarbeiter vermitteln soll.1 Berendt schreibt dem Prozesspromotor sogar die Hauptfunktion zur Erreichung der Benutzerakzeptanz in der Einführungsphase zu.2 Folgende Abbildung zeigt das Zusammenspiel von Macht-, Prozess- und Fachpromotoren im Veränderungsprozess: [...]

soziotechnischen System der Unternehmung konzentrieren. Dabei ist nicht das permanente Agieren im unternehmerischen Umfeld entscheidend, sondern die bloße Existenz des Machtpromotors ist bei der Überwindung von Willensbarrieren erforderlich. Der Fachpromotor ist im Veränderungsprozess durch seine Expertenmacht gekennzeichnet, wobei seine hierarchische Stellung unwesentlich ist. Er ist die primäre Anlaufstelle bei fachspezifischen Problemen, die gerade im Zeitalter informationstechnischer Veränderungen an Komplexität gewinnen. Er sollte mit dem Machtpromotor kooperieren, um die fachliche Komponente wirkungsvoll in die unternehmerische Realität transferieren zu können. Hauschildt, Chakrabarti2 fügen der 2-Personen-Konstellation von Witte eine dritte Person hinzu, die bei besonders komplexen Veränderungen erforderlich wird: der Prozesspromotor. Durch sein ausgeprägtes Wissen über die Organisation des Unterneh- [...]

Arbeit zitieren:
Fernis, Jörg November 2005: Akzeptanzförderung der Mitarbeiter bei informationstechnischen Veränderungsprozessen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Change Management, Organisationsentwicklung, Software-Ergonomie, Mitarbeiterportal, Konfliktmanagement

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